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Genetisch verursachte Krankheiten

1. Was ist die Ursache angeborener Krankheiten?

Aus darwinistischer Sicht erben wir unsere Körpermerkmale von unseren Eltern, und ein Kind, das mit einer Erbkrankheit geboren wird, wird als unglückliches Opfer der krankheitsbelasteten Gene seiner Vorfahren betrachtet. Wenn wir weiter nach der Ursache dieser krankhaften Gene forschen, wird uns gesagt, das sei die Folge von Zufall und schädlichen Mutationen. Das sonst übliche Argument, das auf der natürlichen Auslese beruht, wird einfach weggelassen. Nur in sehr seltenen Fällen wird in Betracht gezogen, dass eine angeborene Krankheit einen Überlebensvorteil bieten kann.

Die Theorie des Intelligent Design bietet keine Erklärung für angeborene Krankheiten. Wenn Krankheiten wirklich geplant wären, würden wir das nicht als ein Zeichen von Intelligenz ansehen. Tatsächlich würden defekte Gene eine unintelligente Planung vermuten lassen. Wenn ein allmächtiger und allwissender Gott Krankheiten wirklich geplant hätte, wäre er eher ein Sadist als ein allliebendes Wesen.

Aus der Perspektive der kosmischen Analysen jedoch gibt es einen klaren und eindeutigen Grund für fehlerhafte Gene. Nach Martinus sind genetische Defekte letztlich durch einen zerstörerischen Lebensstil in vergangeren Leben verursacht, der das Leben unterminiert.

Wissenschaftler haben bemerkt, dass schädliche Gene für eine lange Zeit im Genpool erhalten bleiben können. Auf dem Hintergrund des Darwinismus können wir uns fragen, warum diese Gene nicht durch die natürliche Selektion ausgesondert wurden, da sie keinen Überlebensvorteil bieten. Vom kosmischen Standpunkt aus gibt es jedoch eine logische Erklärung dafür, dass sie trotz dieses Makels im Genpool verbleiben: Talentkerne mit Schädigungen, die durch einen zerstörerischen Lebensstil verursacht sind, aktivieren die entsprechenden Krankheitsgene, so dass sie im Genpool verbleiben.

Es kann gut sein, dass ein zukünftiges Forschungsprojekt eine Korrelation zwischen einer zerstörerischen Lebensweise und einer daraus folgenden Häufung von Krankheitsgenen finden wird.

Menschliche Wesen haben einen freien Willen, um sich die Gesetze und Energien des Lebens zunutze zu machen. Gemäß den kosmischen Analysen führt die mangelhafte Anwendung dieser Energien zu unangenehmen Konsequenzen und Erfahrungen in Form von Krankheit. In Wahrheit ist diese Erfahrung von Krankheit jedoch ein unangenehmes Gutes, weil sie uns den Unterschied zwischen richtigem und falschem Leben zeigt. Aus einer weiteren Perspektive gesehen ist Krankheit daher der Weg zur Gesundheit!

Ein Lebensstil, der die natürlichen Funktionen sabotiert, hat auf den Körper nicht nur während eines einzigen Lebens einen zerrüttenden Effekt, sondern auch auf die Talentkerne in X2, die der Hauptsitz des kreativen Vermögens sind, die der gesamten Erscheinung des Individuums zugrunde liegt. Dieses kreative Vermögen ist der tiefste Grund für die Schaffung des physischen Körpers. Destruktive Lebensstile, Laster und gewohnheitsmäßiger Missbrauch können die Talentkerne für die Organbildung so schädigen, dass der Aufbau eines normalen und gesunden Körpers unmöglich ist.

Martinus schreibt: „Wenn ich hier das Problem leicht umreiße, so möchte ich damit nur zeigen, dass keine angeborenen Tendenzen oder Anlagen unschuldig auferlegt werden, sondern dass diese in absolut allen Fällen Ergebnisse des eigenen Wandels des Wesens in seinen früheren Leben sind. Denn jedes diskarnierte Wesen bildet eine ‚Wellenlänge’, und sein Charakter wird von den in den letzten vorausgegangenen physischen Inkarnationen zugelegten Gewohnheiten und Neigungen, vom damaligen Aufbau und Abbruch der Schöpferkraft, geformt. Da nun diese besondere Begrenzung der ‚Wellenlänge’ von einer entsprechenden besonderen Einstellung der ‚Apparate’ auf den ‚Empfang’ des Wesens abhängig ist, kann keine ‚Geistesglorie’ eines diskarnierten Wesens von einem ‚Apparat’, d.h. Medium oder Eltern, angezogen werden, die nicht auf dasselbe ‚Wellengebiet’ eingestellt sind.

Diese göttliche Anordnung ist die Ursache dafür, dass Kühe keine Bärenjungen, dass Bären keine Elefanten, dass Elefanten keine Menschen u.ä. zur Welt bringen, sondern dass jede Art von Lebewesen genau die für ihre Art besonders passenden Geschöpfe gebiert. Aber so wie die ewigen Gesetze somit die richtigen Geburten der Arten verursachen oder garantieren, so verursachen dieselben Gesetze auch, dass die defekten und die vollkommenen Geschöpfe die jeweilige besonders passende Geburtsstätte bekommen, so dass keinem Wesen durch Vererbung Tendenzen auferlegt werden können, ob gute oder schlechte, die es nicht selbst ursprünglich veranlasst oder hervorgerufen hat.“ (Die ideale Nahrung, 9. Kapitel).

Angeborene Krankheiten sind durch eine zerrüttende Lebensweise verursacht und nicht durch Zufall.

2. Hat das Rauchen Konsequenzen über die Lunge des Rauchers und Lungenkrebs hinaus?

Einige starke Raucher sagen, dass sie lieber 10 – 20 Jahre vor ihrer Zeit an Lungenkrebs stürben als auf den Genuss des Rauchens zu verzichten; am Ende sei mit dem Tod sowieso alles vorbei. Aber ist das Problem damit wirklich erledigt, wenn das Rauchen zu Lungenkrebs und vorzeitigem Tod geführt hat? Aus kosmischer Sicht ist der Krebs der geringere Schaden verglichen mit der Schädigung der Talentkerne und der mentalen Strukturen. Fortgesetztes Rauchen unterminiert die Talentkerne für die Bildung normaler gesunder Lungen. Die Talentkerne werden jedes Mal, wenn eine Zigarette angezündet wird, sabotiert. Aufgrund des Gesetzes der Anziehung und Abstoßung wird das Bewusstsein hinter diesen geschädigten Talentkernen Gene auswählen, die eine Disposition für Lungenkrankheiten verursachen.

Wir haben gesehen, dass die Talentkerne für gewohnheitsmäßiges Rauchen zur gleichen Zeit gebildet werden wie die Talentkerne für die Organbildung sabotiert werden. Rauchen kann eine solche Gewohnheit werden, dass die Leute völlig automatisch, ohne darüber nachzudenken, rauchen. Alte Laster und schlechte Gewohnheiten werden durch die Wiederholung in der Kindheit und Jugend in das Tagesbewusstsein des nächsten Lebens übertragen. Jede Neigung, jeder Charakterzug, jede Tugend und jedes Laster werden in die Talentkerne übertragen, die ja den Untergang des Körpers überleben.

Zukünftige Forschung wird in der Lage sein zu zeigen, ob eine langfristige statistische Korrelation zwischen starkem Rauchen und dem Vorkommen angeborener Lungenkrankheiten existiert.

3. Was ist die Ursache für angeborene Stoffwechselstörungen?

In dem Buch „Die ideale Nahrung“ können wir etwas über die Ursachen angeborener Stoffwechselkrankheiten lesen. Hier finden wir auch Martinus’ oft zitierten Spruch über den wohlgedeckten Tisch: „Der genannte Anhänger der alten Ernährungsweise muss sich klar machen, dass ein gemäß neuester Mode ‚wohlgedeckter’ Tisch ein durch Silber, Kristall und Blumen getarnter Weg ins Krankenhaus, eine festlich geschmückte Abkürzung in den Tod ist. Er ist die Ursache für organische Leiden und Verkalkung.” (Die ideale Nahrung, 9. Kapitel).

Aus meinem Studium der Biochemie kann ich mich noch daran erinnern, wie fasziniert ich davon war, dass Wissenschaftler die Ursache einer Krankheit bis auf die molekulare Ebene bestimmen konnten, nämlich Unregelmäßigkeiten im genetischen Code im DNA-Molekül. Das war im Zusammenhang eines Kurses über angeborene Stoffwechselstörungen. Das Erstaunliche daran ist, dass nur eins der vier Nukleotide in einem Gen, das eine bestimmte Proteinsynthese kodiert, falsch positioniert sein muss, um zu verhindern, dass das korrekte Enzym synthetisiert wird. Dieser Gendefekt führt dazu, dass eine falsche Aminosäure in dem Enzym platziert wird, das seinerseits zu der Unfähigkeit führen kann, eine bestimmte Substanz umzuwandeln, die sich dann als Gift ansammelt bzw. das Fehlen einer anderen wichtigen Substanz verursachen kann. Einige Stoffwechselstörungen sind ohne Behandlung lebensbedrohlich, während andere eine gravierende Adipositas produzieren können.

Aus einem materialistischen Blickwinkel kann man sagen, dass eine vorhandene Krankheit durch die fehlerhafte Sequenz der vier Nukleotidbasen im DNA-Molekül verursacht wird. Dieser Defekt wurde entweder von den Eltern ererbt oder durch eine Mutation verursacht. Wie wir jedoch gesehen haben, beinhalten die kosmischen Analysen eine tiefere Ursache. Es ist ein Naturgesetz, dass die Menschen die Konsequenzen aus ihren Handlungen tragen müssen. Es gibt keine Wirkung ohne Ursache. Ein genetischer Defekt ist nicht die Ursache sondern vielmehr die Wirkung einer vorhergehenden ungesunden Lebensweise. Eine bestimmte ungesunde Lebensweise beeinträchtigt gewisse spirituelle Talentkerne, die das kreative Vermögen des Wesens darstellen, und auf diese Weise die gestaltenden Kraftfelder, die während der Schwangerschaft aktiviert werden. Mangelhafte Talentkerne können Mutationen produzieren, die in krankhaften Genen resultieren. Ein krankheitstragendes Gen kodiert exakt für die Krankheit, die der Schwächung einer bestimmten natürlichen Funktion entspricht. So spiegeln krankhafte Gene nur die mechanische Seite der Schädigung, die den Talentkernen als Konsequenz der fehlerhaften Anwendung unterschiedlicher Energien angetan wurden.

Wenn wir Sand ins Getriebe streuen, wird es schließlich versagen. Wenn wir eine natürliche Funktion fortlaufend sabotieren, wird sie letztlich vollständig zerrüttet. Unregelmäßige Ernährung, Überernährung, zu viele Süßigkeiten, übermäßig fette Nahrung, zu viel Weißmehl und Zucker oder ganz einfach die falsche Ernährung, Medikamentenmissbrauch, Tabak, Alkohol und andere giftige Genussmittel können alle dazu beitragen, das Talent für einen normalen Stoffwechsel zugrunde zu richten.

4. Was sind die Konsequenzen von täglicher Überernährung und unregelmäßigen Essgewohnheiten?

Ein Mitarbeiter fragte Martinus einmal, wie man Fettsucht überwinden könnte, worauf er antwortete, dass dies nicht so leicht sei, da dies eine organische Anlage sei. Sie stelle eine Schädigung dar, die von einem über eine sehr lange Zeitperiode wiederholten Fehler verursacht sei, und die eine ebenso lange Periode normalen Lebens erfordern könnte, um wieder behoben zu werden. Der Weg zurück zur Gesundheit ist, wieder ein gesundes Leben aufzunehmen.

Tägliche Überernährung überlastet unweigerlich die Verdauungs- und Stoffwechselsysteme. Sie kann zu einer solchen Gewohnheit werden, dass wir nicht mehr bemerken, dass wir zu viel essen. Sie unterminiert Tag für Tag die natürliche Basis eines gesunden und normalen Stoffwechsels. Essensverweigerung und wiederholte Schlankheitsdiäten können die normalen Funktionen ebenfalls durcheinander bringen und zu zukünftiger Organschädigung führen. In gleicher Weise können Anorexie und Bulimie ihre Wurzeln in einer unregelmäßigen Ernährung in früheren Leben haben.

Im schlimmsten Fall können die gewohnheitsmäßige schädliche Ernährung und gefährliche Freizeitdrogen das Stoffwechselsystem zugrunde richten und das Individuum durch etliche Inkarnationen verfolgen.

Martinus: „Diese falsche Ernährung kann also derart auf die Schöpferkraft des Wesens einwirken, dass dieses Wesen unter anderem außerstande ist, in einer neuen Inkarnation normale Stoffwechselorgane in seinem physischen Körper aufzubauen. Die Wirkung wird demzufolge sein, dass dieser Körper schon bei der Bildung des Embryos zu viel Fett ansetzt. Wenn ein solches Wesen vorzugsweise bei Eltern mit ähnlichen Anlagen geboren wird oder wenn es seine Schöpferkraft durch Trunksucht zugrunde gerichtet hat und vorzugsweise bei trunksüchtigen Eltern geboren wird, die dieselben guten oder schlechten Neigungen haben wie es selbst, so liegt dies ganz natürlich am Gesetz für Anziehung und Abstoßung.” (Die ideale Nahrung, 9. Kapitel).

5. Sind behinderte Menschen für ihre Situation verantwortlich?

Der Hinweis auf den Zusammenhang zwischen einem destruktiven Lebenswandel und angeborenen Krankheiten wird oft als eine Form des Zynismus oder als fehlendes Mitgefühl aufgefasst. Glenn Hoddle, Trainer der englischen Fußballmannschaft, wurde im Jahr 1999 aus seiner Anstellung entlassen, nachdem er in einem Interview angedeutet hatte, dass Behinderte für ihre Situation persönlich verantwortlich seien. Diese Sichtweise löste einen Sturm des Volkszorns gegen ihn aus. Es scheint so, dass die Menschen die Erklärung bevorzugen, dass manche Leute unglücklich genug sind, dass sie in der sinnlosen Lotterie des Lebens den Kürzeren gezogen haben. Zufall und Sinnlosigkeit scheinen für viele Materialisten akzeptabler zu sein als das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Aber der positive Aspekt des Ganzen ist, dass leidvolle Erfahrungen der Weg zur Vervollkommnung sind. Alle Menschen werden durch das gleiche Maß an Schmerz und Leiden gehen, um in gleicher Weise Mitgefühl und Menschlichkeit zu erlangen. Keiner kommt leichter davon als die anderen. Um das Gleiche zu werden, müssen wir das Gleiche erfahren. Auch wenn wir alle das gleiche Maß an Leiden benötigen, um vollkommen zu werden, müssen wir nicht exakt das Gleiche erfahren oder exakt die gleichen Fehler machen.

Das Schicksalsgesetz, von dem Martinus sagt, dass es mit dem Gesetz von Ursache und Wirkung identisch ist, zeigt uns, das es einen Sinn im Leiden gibt, nämlich die Erfahrungsbildung und so den Fortgang der Entwicklung (siehe auch Kapitel 23.8-23.12). Ein unglückliches Schicksal sollte nicht als Strafe angesehen werden, sondern als eine notwendige Konsequenz aus unseren Handlungen, die uns in der Entwicklung voranbringen. Krankheit ist wie ein Wecker, der klingelt, um uns davor zu warnen, dass wir auf dem falschen Weg sind. Die Menschen sind sich oft nicht dessen bewusst, dass sie im Irrtum sind und erfahren ihre gegenwärtige Lebensweise mit seinen unerlaubten Vergnügungen als Weg zum Licht. Martinus betrachtet Krankheit und Leiden als beschützendes Geländer, das uns davor bewahrt, in den Abgrund zu fallen. Diejenigen, die sich darüber bewusst werden, werden keinen Zweifel haben, welchen Weg sie gehen sollten. Schmerz und Leiden zeigen uns den Weg zur Wahrheit und zum Leben (siehe auch LB1, 86).

6. Wer ist ein Anwärter für ein abnormes Leben?

Die gravierendste Zerrüttung der Talentkerne für die Bildung von Organismen ist auf Rauchen, Alkoholismus und Drogenmissbrauch zurückzuführen. Für das 3. Kapitel seines Buches „Die ideale Nahrung“ wählt Marinus die hoch dramatische Überschrift „Anwärter auf kommende abnorme Inkarnationen oder Dasein“. Er weist darauf hin, dass viele Menschen mit Krankheiten und Leiden kämpfen, die von einer unbedachten Wahl von Freizeitdrogen oder Nahrungsquellen hervorgerufen werden. Substanzen wie Tabak, Alkohol und Betäubungsmittel sind unnatürlich, ja, sie sind das reine Gift für den Organismus, aber die Gewöhnung führt zu einem unnatürlichen Drang, sie zu konsumieren.

Martinus: „Es gibt absolut keine Sättigung bei diesen Genüssen, die eine völlige Abweichung von der Normalität bedeuten. Wenn ihnen nicht widerstanden wird, werden sie Geist und Körper des Konsumenten zerrütten, so dass er im schlimmsten Fall als mentales und physisches Wrack endet und sein Dasein in entsprechenden Institutionen verbringen muss.“ (Zweierlei Liebe, 14. Kapitel).

Martinus: „Durch den Tod und durch das Leben in der geistigen Welt bekommt das Wesen kraft seines Oberbewusstseins oder Schöpfungsprinzips (X2) die Fähigkeit, zu inkarnieren bzw. in einem neuen Körper geboren zu werden. Aber in dem Maße, wie es durch fehlerhafte Lebensweise dieses sein Schöpfungsprinzip zerrüttet oder ihm entgegengearbeitet hat, wird diese Fähigkeit unzulänglich. Und das Wesen wird dann, wie schon gesagt, in seinem neuen physischen Dasein in entsprechender Weise abnorm oder krank dahinleben. Aber durch diese finsteren Leben und tiefschürfenden Erfahrungen wird das ‚Ich’ wieder zurück zum Licht geführt, nun aber in einer neuen verklärten Gestalt.“ (Die ideale Nahrung, 3. Kapitel).

7. Warum ist Alkohol so schädlich?

Umfangreiche Forschungen in weinproduzierenden Ländern, die oft von Weinliebhabern durchgeführt werden, deuten darauf hin, dass es gesund sei, Wein oder andere alkoholische Getränke zu sich zu nehmen. Aber auch wenn einige Forschungen aufzeigen, dass Alkohol das Risiko von kardiovaskulären Erkrankungen vermindere, unterlassen es diese Berichte, darauf hinzuweisen, dass er ebenso das Nervensystem zerrüttet. Es ist unverantwortlich, irgendjemandem zu empfehlen, Alkohol zu trinken, weil er süchtig macht und für das Gehirn und die Talentkerne äußerst schädlich ist.

Alkohol ist Gift für das Nervensystem. Trinker werden verwirrt und fangen an, Unsinn zu reden, werden benommen und können ihr Gleichgewicht nicht mehr halten, sie können nicht mehr Auto fahren usw. Alkohol verursacht Fehlfunktionen und Kurzschlüsse im elektrischen System des Bewusstseins.

Man hört oft den Einwand, dass Alkohol und Tabak für den Menschen gut sein müssten, weil einige Raucher und Trinker das Alter von 90 oder 100 erreichen. Das Problem ist jedoch, dass man ihre zukünftigen Leben nicht verfolgen kann, die klar zeigen werden, dass sie ihr Gesundheitskapital zerstören. Ihre gute Gesundheit und ihr hohes Alter sind nicht auf den Alkohol oder den Tabak zurückzuführen, sondern auf eine frühere gesunde Lebensweise. Man begegnet auch dem entgegengesetzten Argument gegen eine gesunde Lebensweise, weil einige Menschen, die gesund leben, dennoch in schlechter Verfassung sind. Aber es sind nicht gesunde Nahrung und Getränke, die sie kränklich gemacht haben, es ist die falsche Lebensweise in früheren Leben. Eine gesunde Lebensweise lässt sie ihr Gesundheitskapital wieder aufbauen.

8. Wie beeinflussen Betäubungsmittel das Bewusstsein?

Befürworter der legitimen Verfügbarkeit von Cannabis zielen darauf ab zu betonen, dass er weniger schädlich sei als Alkohol. Sicherlich verursacht Cannabis weniger körperliche Schäden als Alkohol, hat aber eine zerstörerische Wirkung auf das Bewusstsein. Die Gewöhnung an Cannabis kann auch zu dem Verlangen führen, Drogen wie Kokain, Heroin, Morphine oder LSD auszuprobieren, die noch zerstörerischer auf das Bewusstsein wirken.

Alkohol hat nicht nur physische Wirkungen. Wie bei Betäubungsmitteln haben seine mentalen Schwingungen einen zerstörerischen Effekt auf die Geistkörper und auf bestimmte Gehirnzentren (Kosmos Nr. 2, 2000). Aufgrund ihrer tödlichen mentalen Wirkung sind Alkohol und Betäubungsmittel in Disharmonie mit den normalen mentalen Kräften und verursachen mentale Kurzschlüsse, die Menschen geistig krank machen, bis diese Effekte abgeklungen sind.

Martinus betont, dass Alkohol und Betäubungsmittel speziell diejenigen Gehirnzentren schädigen, die dafür vorgesehen sind, Intuition und kosmisches Bewusstsein zu erleben.

9. Wie beeinflusst Alkohol das Mikroleben des Körpers?

Wenn ein Alkoholiker fortgesetzt trinkt, beginnt sich seine innere Welt zu verändern. Er zerrüttet seine normale Zellen- und Mikrowelt, so dass primitivere, gröbere und robustere Lebenseinheiten anfangen, sich zu inkarnieren. Diese neuen Mikrowesen benötigen den Alkohol jeden Tag, um zu gedeihen. Der Trinker erlangt ein abnormes und runzliges Erscheinungsbild und sinkt schrittweise auf das Niveau eines menschlichen Wracks herab. Selbst wenn er aufhören wollte zu trinken, macht dies die Inkarnation der primitiven Lebenseinheiten überaus schwer. Das kollektive Verlangen dieser Mikrowesen nach Spirituosen wird vom Alkoholiker als starker Drang zum Trinken erlebt.

Die Basis um einen lebenden animalischen Organismus mit funktionierenden Organen, Zellen und biochemischen Reaktionen aufzubauen, ist das Gesetz der Reinkarnation (Kapitel 14, 14.3). Dieses Gesetz bedeutet, dass sich, wenn eine Funktion fortlaufend wiederholt wird, lebende Mikrowesen in die physische Materie des Organismus inkarnieren, dessen Geist und Körper diese organische Funktion übernehmen. Die Körperstruktur eines alkoholdurchtränkten Menschen kann daher nur von entsprechend alkoholdurchtränkten Mikrowesen aufgebaut werden.

10. Was ist spiritueller Selbstmord?

In seinem Artikel „Spiritueller Selbstmord“ in Kosmos Nr. 2, 2000 beschreibt Martinus eine Form des Selbstmords, die sich etwas davon unterscheidet, sich absichtlich das Leben zu nehmen: „Spiritueller Selbstmord“ ist der Name, den er der ganz unbewussten und schrittweisen Zerstörung der geistigen Körper und Strukturen durch die tägliche Wiederholung schlechter Gewohnheiten, Missbräuche, Abnormität, Laster und zerstörerische Gedankenmuster.

Martinus erläutert, wie drei oder vier aufeinander folgende Leben, die mit einem immer tieferen Gleiten in den Alkoholismus verbracht wurden, zu einer solch umfassenden Zerstörung der Talentkerne führen können, dass die Person mit Down-Syndrom und Vielfachbehinderung geboren wird. Da die Talentkerne für die Bildung eines normalen Gehirns zerstört worden sind, wird das entsprechende Wesen während der Empfängnis zu Genen mit solch bedeutenden Chromosomendefekten hingezogen, dass diese sogar durch ein normales Mikroskop beobachtet werden können. Geistig retardierte Menschen haben nicht nur einen schadhaften physischen Körper: Auch ihre geistigen Körper sind gleichermaßen geschädigt und produzieren in den Funktionen Instinkt, Affekt, Intelligenz, Intuition und Gedächtnis kritische Störungen.

Wie kann eine solche Schädigung, die zu angeborenen Krankheiten führt, repariert werden? Martinus hat eine ganz einfache Antwort: Der Weg zurück zur Normalität ist es, ein normales Leben zu leben. Die Talentkerne für schlechte und ungesunde Gewohnheiten werden automatisch degenerieren und verschwinden, wenn sie nicht gebraucht werden. Es kann sein, dass ein Mensch drei oder vier Leben braucht, um seine Talentkerne zu zerstören und genauso lang, um den Schaden zu beheben.

Martinus erklärt, dass wir auch durch gewohnheitsmäßiges negatives Denken und falsche Denkweisen unsere Talentkerne zerstören und mit einem kranken und ruinierten Organismus enden können. In dem Artikel „Jenseits der Todesfurcht“ schreibt er, dass es zusätzlich zur Todesangst andere Formen der Angst und schädlicher Gedanken gibt, die zu Nervenproblemen und geistigem Zusammenbruch führen.

Er ergänzt: „Die Angelegenheit wird dadurch nicht besser, dass diese kranken bzw. geschädigten Organismen mit allen Arten von Stimulanzien belastet, die Lungen mit giftigem Qualm wie Tabakrauch gefüllt, der Magen mit alkoholischen Substanzen oder anderen Stoffen, die zerstörend auf ein normales Lebenserleben wirken, gefüllt werden, so dass die betroffenen Menschen schon aus diesem Grund krank werden. Diejenigen, die die tägliche Gewohnheit erwerben, in giftigem Qualm zu atmen und andere Stoffe essen und trinken, die ihre Fähigkeit das Leben zu erleben, geradewegs zusammenbrechen lassen oder zerstören, können nur als Saboteure ihres eigenen Wohlergehens betrachtet werden. Daher gehören sie mehr oder weniger zu der Kategorie der ‚Selbstmörder’. Aber der Lebensinhalt ist nicht, sich selbst zu töten. Alles was gegen den Sinn des Lebens verstößt, kann nur krankhaft sein. Und die Tatsache, dass diese Abnormität von einer sehr großen Gruppe von Menschen vertreten wird, an manchen Orten vielleicht sogar von der Mehrheit, macht sie in keiner Weise normaler.“ (Der psychische Tempel, Buch 21, 12. Kapitel).

11. Können wir eine Entwicklungslinie von der Normalität zu Alkoholismus und geistiger Retardierung – und wieder zurück – beobachten?

Aus materialistischer Perspektive gibt es gute Gründe, gegenüber der Idee, dass Menschen sich selbst über mehrere Leben hinweg total zerstören und anschließend zurück zur Normalität wiederherstellen können, skeptisch zu sein. Aber wenn wir lernen, die Symptome dieser Entwicklung zu erkennen, können wir alle Stadien auf dem Abstieg zum Tiefpunkt der Geistesschwäche und wieder zurück zur Normalität beobachten.

Wir beginnen mit gesunden Menschen, die nur ein wenig Alkohol zu speziellen Gelegenheiten trinken. Nach und nach wird es jedoch zum Beispiel Gewohnheit, jedes Wochenende zu trinken. Der nächste Schritt ist, jeden Tag Alkohol zu trinken. Eine kleine Menge Alkohol bewirkt eine kleine Schädigung und eine große Menge eine große Schädigung. Aber alle Alkoholiker haben den gleichen moderaten Anfang gemeinsam. So fängt es immer an. Wir können bei Menschen, die in zunehmendem Maß durch Alkohol beeinträchtigt sind, eine Entwicklungslinie beobachten. Sie werden schrittweise unfähig, einer geregelten Arbeit nachzugehen, und wenn sie damit fortfahren, Alkohol zu missbrauchen, sinken sie weiter und weiter herab und enden als hilflose, weinende Wracks. Auf der anderen Seite können wir auch Menschen sehen, die so schwer geistig behindert sind, dass sie gefüttert und wie Säuglinge trockengelegt werden müssen. Andere sind dagegen weniger stark geschädigt, und einige Behinderte können viele ihrer einfachen täglichen Angelegenheiten bewältigen. Auch hier können wir eine Entwicklungslinie von einem total ruinierten Organismus zu anderen Stadien mit weniger Schädigung bis hin zur Normalität sehen.

Wenn wir diese Entwicklungsschritte von Normalität bis hin zum Stadium eines menschlichen Wracks und zurück zur Normalität sehen können, könnten wir uns selbst fragen: Warum sollte ein Mensch diese Entwicklungsbahn nicht in mehreren Leben durchlaufen? Das ist die Art, wie die wissenschaftliche Argumentation verläuft. In meinem Astronomiekurs an der Universität Kopenhagen lernte ich die Hertzsprung-Russell-Diagramme kennen, die zeigen, wie ein Stern geboren wird, lebt und stirbt. Aber wie können wir das wissen? Wer hat jemals gesehen, wie ein Stern geboren wurde und sich von einem jungen zu einem alten Stern entwickelte, bevor er schließlich verschwand? Dieser Prozess dauert Millionen und Milliarden von Jahren. Kein menschliches Wesen hat jemals lange genug gelebt, um einen Stern geboren werden, leben und sterben zu sehen. Und dennoch wurde eine wissenschaftliche Theorie über den Lebenszyklus eines Sterns aufgestellt, die durch viele Beobachtungen unterstützt wird. Obwohl wir also das Leben eines individuellen Sterns nicht verfolgen können, können wir unter den Milliarden von Sternen am Himmel unterschiedliche Typen in allen Stadien der Entwicklung von Anfang bis zum Ende beobachten. Wenn die vielen beobachteten Sterne in ein Hertzsprung-Russell-Diagramm eingezeichnet werden, sehen wir spezifische Entwicklungsbahnen für unterschiedliche Sterntypen.

Die Wissenschaft hat gezeigt, dass jeder Stern einer solchen Entwicklungsbahn folgt, was durch die Beobachtung vieler unterschiedlicher Sterne festgestellt wurde, und er tut dies auf ganz individuelle Weise. Wenn das Wissenschaft ist, dann ist es genauso wissenschaftlich anzunehmen, dass jedes Individuum ebenfalls einer Entwicklungsbahn folgen kann, wie sie sich aus der Beobachtung von tausenden gesunder Menschen, Alkoholikern und geistig Behinderten sowie allen Stadien dazwischen ergibt.

12. Kann das Down-Syndrom durch Abtreibung verhindert werden?

Ein Bluttest, gefolgt von einem Nackenfaltentransparenztest und einer anschließenden Fruchtwasseruntersuchung, können aufzeigen, ob der Embryo Anzeichen einer Chromosomenschädigung aufweist. Die Schlagzeile in MetroXpress 89, 2006 verkündete, dass sich jetzt fast alle dänischen Eltern zu einer Abtreibung entscheiden, wenn bei ihrem ungeborenen Kind das Down-Syndrom diagnostiziert wurde. Allerdings entscheiden sich nicht alle schwangeren Frauen, diesen Test durchzuführen.

Und dennoch hilft aus kosmischer Perspektive eine Abtreibung nicht. Im Gegenteil stellt es eine Sabotage der armen Menschenwesen dar, die sich selbst in früheren Leben durch Alkohol zerstört haben. Sie brauchen Eltern und gute Lehrer, um ihnen als physische Schutzengel beim Umlernen, das sie für die Umkehr zur Normalität benötigten, zu helfen und sie dazu anzuregen. Eine Schädigung der Talentkerne kann nur durch ein normales Leben ohne Suchtverhalten repariert werden. Die Natur selbst hat der Sucht einen Riegel vorgeschoben, indem sie sicherstellt, dass behinderte Menschen nicht länger fähig sind, ihr nachzugeben.

Weil die Schwangerschaft viel Energie erfordert, wird die behinderte Person, deren Embryo abgetrieben wird, mit einem Energiedefizit in ihrer Lebenskraftbatterie auf die geistige Ebene zurückgeschickt, was die Situation nur schlimmer macht. Martinus hat in LB4, 1471-1482 über Abtreibung und Kindstötung geschrieben.

Abtreibung ist aus Sicht der materialistischen Ein-Leben-Theorie eine völlig verständliche und logische Lösung. Von den kosmischen Analysen aus gesehen verstößt sie jedoch gegen das Gesetz des Lebens und der Liebe, was ebenfalls bestimmte schicksalhafte Konsequenzen für die Verantwortlichen zur Folge hat (siehe folgende Kapitel 23.9, 24.18).

Aus kosmischer Perspektive ist die Abtreibung eine unlogische Lösung. Wenn wir im wohlhabenden Westen die Ultraschall- und Fruchtwasseruntersuchung sowie die Abtreibung anwenden, um zu verhindern, dass von Frauen über 40 geistig behinderte Kinder geboren werden, werden wir nur erleben, dass sie von jüngeren Frauen oder in ärmeren Ländern mit weniger Vorsorgemöglichkeiten geboren werden. Wir können sie nicht davor bewahren, auf der physischen Ebene wiedergeboren zu werden. Abtreibung kann das ewige Ich des Individuums und seine schöpferische Kraft mit all ihren Talentkernen nicht beseitigen. Die wahre Ursache für geistige Behinderung ist nicht in den physischen Chromosomen, sondern in den geschädigten Talentkernen zu finden, und dieser Schaden kann nur durch ein normales Leben und ein Umlernen in einem physischen Körper behoben werden. Eine Hauptaufgabe für die zukünftige Forschung wird es sein, Alkoholismus und Drogensucht zu verhindern, damit diese Schäden erst gar nicht auftreten.

Der weit verbreitete Gebrauch von Verhütungsmitteln oder ähnlichen Methoden ist ebenfalls keine ideale Lösung. Verhütungsmittel greifen auf künstliche Weise in die hormonalen Funktionen des Körpers ein. Aus kosmischer Perspektive muss der Gebrauch von Verhütungsmitteln als tägliche Sabotage der natürlichen Zeugungsfähigkeit betrachtet werden, was langfristig zerstörerische Auswirkungen auf die betreffenden Talentkerne mit der Folge verminderter Fruchtbarkeit in zukünftigen Leben haben kann. Damit riskieren wir mit der Ironie des Schicksals zu leben, dass, wenn wir Kinder haben können, wir sie nicht wollen, und wenn wir sie wollen, wir sie nicht bekommen können.

13. Was ist die Lösung für das Down-Syndrom?

Anstatt sich auf Fruchtwasseruntersuchung und Abtreibung als Mittel zur Vermeidung des Down-Syndroms zu verlassen, wird die Gesellschaft mit der Zeit bessere Gesundheits- und Behandlungsprogramme entwickeln, um die Menschen zu ermutigen, das Rauchen, das Trinken von Alkohol und den Drogenkonsum aufzugeben.

Martinus sagt voraus, dass es in der Zukunft auf der Erde keine Schlachthäuser, Brauereien oder Tabakfabriken mehr geben wird. Einige Leser mögen dagegen einwenden, dass dies keine so gute Idee sei, weil viele Unternehmen ruiniert und die Menschen ihre Arbeit verlieren würden. Aber Martinus spricht sich für einen langsamen und schrittweisen Wandel aus und kommt zu dem Schluss: „Es gibt daher keine Tabakfabrik, keine Brauerei für alkoholische Getränke, keinen Schlachthof, keinen Tierzuchtzusammenschluss und keinen Industriezweig, der mit narkotisch-animalischen Nahrungsquellen befasst ist, der aufgrund eines plötzlichen Übergangs der Menschheit zu einer neuen Ernährungsquelle ruiniert würde oder bankrott ginge, da ein solcher plötzlicher Übergang … eine absolute Unmöglichkeit ist.“ (Die ideale Nahrung, 7. Kapitel).

Nach der Diskussion über das Rauchen beschreibt Martinus, wie eine zukünftige Menschheit die heutigen unfertigen Menschen betrachten wird: „In gleicher Weise schlingt ein großer Teil der unfertigen Menschen andere und noch gefährlichere Gifte herunter wie z.B. zahlreiche unterschiedliche Formen von Alkohol und Betäubungsmitteln. Die fertigen Menschen der Zukunft werden nicht in der Lage sein, einen Schauder zu unterdrücken, wenn sie in Bezug auf diese Gifte über die merkwürdigen Gewohnheiten und Sitten der heutigen Menschheit lesen. Sie feiern jedes freudige Ereignis, jedes Festessen, jede Übereinkunft mit ‚einem Glas’, in anderen Worten mit einem kleineren oder größerem Quantum an Selbstmord oder geistiger Verwirrung, und jede Depression wird ebenfalls mit dem Herunterschlucken einer kleineren oder größeren Menge der gleichen geistig verwirrenden oder tödlichen Gifte zelebriert. Dieses andauernde Essen, Trinken und Atmen von Giften, ihre Aufnahme in die Lebensorgane des Organismus wird der zukünftigen Menschheit ein weites Feld der Primitivität und des Aberglaubens innerhalb der heutigen Kulturmenschen aufzeigen. Denn diese Organe sind speziell dafür konstruiert, die Verdauung natürlicher Nahrung und die natürliche Atmung zu fördern, die für die Aufrechterhaltung einer guten Gesundheit und die Sicherstellung natürlichen Wohlergehens auf der physischen Ebene unverzichtbar sind.“ (Primitivität und Aberglauben, Buch 23C, 5. Kapitel).

14. Ist die Neigung zur Sucht genetisch festgelegt?

Die moderne genetische Forschung hat gezeigt, dass einige Gene das Risiko süchtig zu werden vermindern, während andere mit Suchtverhalten zusammenhängen. Es sind keine spezifischen Suchtgene identifiziert worden, sondern eher Gene mit Risikofaktoren für eine Suchtkrankheit, die in einer ungünstigen Umgebung aktiviert werden können.

Aus materialistischer Perspektive wird es als Resultat des Zufalls angesehen, mit genetischen Risikofaktoren geboren zu sein, wohingegen derjenige von einem kosmischen Standpunkt aus in früheren Leben süchtig war oder dort auf andere Weise eine Veranlagung zur Sucht geschaffen hat. Dem Gesetz der Anziehung und Abstoßung zufolge werden die Bewusstseinsstrukturen eines ehemaligen Süchtigen ihn unerbittlich in eine Umgebung ziehen, die Süchtigkeit fördert. Wir sind persönlich für unsere eigene Situation und unsere eigenen Gene verantwortlich. Wir wurden nicht durch Zufall mit einer ererbten Veranlagung zur Sucht geboren, noch ist es Zufall, dass wir zum Beispiel mit guten Genen für den Marathonlauf geboren wurden. Wir wurden genau mit denjenigen Talenten und Begabungen geboren, die wir persönlich in früheren Leben ausgebildet haben.

15. Wird die Süchtigkeit durch den Tod des Süchtigen aufgelöst?

Nein, die kosmischen Analysen sagen uns, dass das Problem nicht einfach durch den frühen Tod des Süchtigen aus der Welt geschafft wird. Die Talentkerne zur Schaffung der geistigen Körper wurden so schwer geschädigt, dass der Süchtige in zukünftigen Leben mit einer Neigung zur Geisteskrankheit geboren wird, die sich früher oder später zeigen wird. Tatsächlich brechen Betäubungsmittel Löcher in die geistige Welt. In einem zukünftigen Leben kann ein ehemaliger Süchtiger schon in der Jugend zurück zu diesem Laster gezogen werden und wieder Löcher in der geistigen Welt ausbilden, die bei ihm einen nervösen Zusammenbruch auslösen, ihn geistig krank oder schizophren machen, Halluzinationen hervorrufen oder ihn mit den Geistern Verstorbener sprechen lassen. Es kann mehr als ein Leben dauern, um die gravierendsten Geisteskrankheiten zu beheben, wenn sie das Resultat etlicher Leben mit falschem Denken oder Drogenmissbrauch gewesen sind. Aber wie wir schon gesehen haben, führt der Weg zurück zur Normalität über das Leben eines normalen Lebens.

16. Wann kommt für Drogensüchtige der Wendepunkt?

Es ist sehr schwer, von einer solch fortgeschrittenen Drogensucht befreit zu werden, bei der der Körper vollständig von seinen natürlichen Mikrowesen entvölkert ist. Lebenseinheiten, deren Lebensbedingung exakt an das Leben mit Drogen angepasst ist, bevölkern nun den Mikrokosmos des Süchtigen. Der Drang kann so stark werden, dass der Süchtige nicht vor Lüge, Diebstahl, Betrug oder sogar Mord zurückschreckt, um seine Droge zu bekommen. Martinus hat diese zerstörerische Begierde nach Drogen das schwarze Feuer genannt, das unlöschbar in der Seele des Süchtigen brennt, während es seine geistigen Körper und Talentkerne verschlingt. Der Kampf, um diesem Dilemma zu entkommen, gleicht einem tödlichen Inferno, das den Süchtigen beinahe vernichtet.

Aber so wie die Bäume nicht bis in den Himmel wachsen, gibt es auch hier eine Grenze, über die hinaus sich niemand selbst weiter zerstören kann. Diese Zerstörung erreicht mit einer Geisteskrankheit oder Behinderung ihren Höhepunkt, wonach der Wendepunkt kommt. Dieser Leidensgipfel führt dazu, dass das ewige Ich nach der Rückkehr zu einer normalen Liebe zum Leben schreit. Diese Sehnsucht, zu einer normalen Existenz zurückzukehren, führt den geistigen Wendepunkt herbei. Aus Sicht des auf die schiefe Bahn geratenen und jetzt ausgebrannten Menschen fängt die Normalität an, überaus glänzend und anziehend zu wirken. Der ehemalige Süchtige fühlt eine mächtige Sehnsucht, wieder normal zu werden. Das innere Licht beginnt immer mehr aufzuleuchten. Dieses Licht, das in allen Lebewesen als eine natürliche Quelle existiert, führt die ehemaligen Süchtigen schrittweise aus ihrer abweichenden Existenz heraus, für die sie einen enormen Überdruss empfinden. Wenn sie sich danach sehnen, vollkommen zu werden, beginnen sie ihre Existenz wieder aufzubauen.

Martinus nennt die Rauschgiftsucht den größten Fehler im Leben, aber nach dieser notwendigen Erfahrungsbildung in der dunklen Zone des Spiralkreislaufs kann der kosmische Reisende seine Reise auf den unendlichen Bahnen des Spiralzyklus weiter fortsetzen.

17. Ist die Selbstzerstörung durch ein zügelloses Leben total sinnlos?

Die schmerzlichen Erfahrungen, die mit dem Drogenmissbrauch und der Zerstörung der Talentkerne verbunden sind, sind nicht sinnlos. Alles Leiden bringt die Fähigkeit hervor, Mitleid zu empfinden, was das gleiche ist wie Humanität und Nächstenliebe, die die Entwicklung zur Vollkommenheit voranbringen. Die Menschen haben den freien Willen, ein lebendes Universum in Form ihres eigenen Organismus zu zerstören. Aber sie haben die Konsequenzen aus ihren Handlungen durch ein Leben in einem zerstörten Universum zu ertragen, möglicherweise in einem Körper mit Mehrfachbehinderung. Zusätzlich zur Entwicklung von Mitleid und Menschlichkeit, macht das Leiden das Individuum völlig gegen die Wiederholung gefeit, die gleichen Fehler in der Zukunft zu machen. Wir lernen aus unseren Erfahrungen. Vollkommenheit setzt ein Wissen von allem im Leben voraus, von Gutem und Bösem. Die Erfahrung von Unvollkommenheit ist die notwendige Basis, um Vollkommenheit zu schaffen. Das Erleben von Leiden kann über unterschiedliche Perioden und Gebiete verteilt sein. Nicht alle Menschen müssen Drogensüchtige werden oder abnorme Triebmörder, aber jedermann wird den gleichen Anteil an Leiden erfahren oder fühlen, um das Mitgefühl und die Menschlichkeit, die zur Schaffung des fertigen Menschen führen, zu entwickeln.

Ole Therkelsen

www.oletherkelsen.dk

Übersetzung ins Deutsche von Dr. Christoph Schönhofer,