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Vegetarismus und die Liebe zu Tieren

1. Wie die Menschen der Zukunft das Essen von Fleisch betrachten werden

In den vergangenen Jahrtausenden hat die Weltmoral bzw. die religiöse Führung den Schwerpunkt hauptsächlich auf die Liebe zu denjenigen innerhalb derselben Familie, Gruppe, Nation oder Religion gelegt. Die meisten Menschen denken, dass die Nächstenliebe nur die Liebe zu Menschen betrifft, aber nicht zu Tieren und Mikrowesen. Aber der neue Weltimpuls, der über die Welt hineinkommt, stellt eine neue Weltmoral dar, die auch Wert darauflegt, die Liebe für die Lebewesen im Mikrokosmos in die Praxis umzusetzen.

Dank dieser „höheren Weltmoral“ werden sich die Menschen schrittweise davon entfernen, Fleisch zu essen und werden schließlich Vegetarier. Einige werden aus ökologischen oder ökonomischen Gründen Vegetarier – vielleicht um die CO2-Emissionen zu begrenzen oder die Erdressourcen zu schonen. Innerhalb der CO2-Debatte wurde argumentiert, dass wenn alle Menschen auf dem Planeten Vegetarier wären, die CO2-Menge um den gleichen Teil reduziert würde, wie er den gesamten CO2-Emissionen des gesamten Transportsektors entspricht. Andere werden aus Gesundheits- oder religiösen Gründen Vegetarier. Aber den kosmischen Analysen zufolge werden letztendlich alle Vegetarier, ganz einfach weil sie nicht mehr beim Töten und Blutvergießen mithelfen können. Sie haben nicht das Herz, Tieren Böses anzutun und die Ursache für deren Tötung zu sein.

Das Wichtigste betreffend Evolution ist nicht die Entwicklung und die Spezialisierung des physischen Körpers sondern vielmehr die Entwicklung jenes Bewusstseins, das den Körper gebraucht. Die Evolution universeller Liebe und einer vollkommenen Moral ist das gegenwärtige Ziel der menschlichen Evolution. Menschen sind tatsächlich noch Säugetiere und gehören dem Tierreich an, aber Marinus’ Analysen zufolge, werden sie sich dank einer neuen Weltmoral zu einem neuen Reich hin entwickeln, dem wahren Menschenreich, von dem aus sie auf die Barbarei der Vergangenheit zurückblicken werden.

Martinus: „Man wird mit Entsetzen von der Leichenesserei der Menschen lesen und davon, dass die Liebe der Menschen zu den Tieren in großem Stil nur die Liebe von Kannibalen zum Fleische war. In prachtvollen Museen werden große Äxte, Dolche, Schlachtermesser, Jagdgewehre, Angelhaken und andere Mordinstrumente den Menschen der Zukunft ihre stumme Sprache von einer entschwundenen primitiven geistigen Einstellung reden. In historischen Werken wird man in einem krankheitsfreien Dasein mit Grauen über die kranke Menschheit der Gegenwart lesen, über ihre Tuberkulose, ihren Krebs, ihre Nierenleiden, Gallensteine, ihre Verkalkung, ihre Herzfehler, Verdauungsbeschwerden, ihre Nervosität usw., und man wird in Wahrheit Jesu Wort bestätigen, dass sein Reich nicht von dieser Welt war.“ (Die ideale Nahrung, Kap. 26).

2. Warum Fleisch essen?

Viele Menschen sagen, dass es nicht möglich sei, als Vegetarier eine vollständige Kost zu erhalten, aber die Biochemie und die Ernährungsforschung zeigen, dass es für uns nicht notwendig ist, Fleisch zu essen. Wenn so viele behaupten, dass man ohne Fleisch zu essen nicht angemessen leben könne, spiegelt dies vielleicht eher ihren eigenen Genuss, Fleisch zu essen, wider als die moderne Ernährungswissenschaft.

Martinus konnte vorhersehen, dass die Wissenschaft schrittweise dahin kommen würde zu zeigen, dass Fleisch zu essen für die Menschen tatsächlich schädlich ist. Diese Forschung begann in den 1950er Jahren, als entdeckt wurde, dass die Aufnahme von tierischem Fett die Ursache kardiovaskulärer Krankheiten sein könnte. Frühere Krebsstudien kamen zu dem Schluss, dass Obst und Gemüse gegen Krebs schützen, während neuere umfangreiche Studien tatsächlich zeigen, dass das Fleisch von Vierbeinern in einer bestimmten Menge karzinogen wirkt, während Geflügelfleisch ein geringeres Krebsrisiko hervorruft. Im Herbst 2007 veröffentlichte die Dänische Krebsgesellschaft im Lichte dieser Befunde neue Empfehlungen, indem sie Fleischessern den Rat gaben: „Begrenzen Sie Ihren Fleischkonsum vom Schwein, Rind, Schaf und Ziege auf 300-500 Gramm pro Woche.“

Es ist klar, dass es für bestimmte Tierarten notwendig ist, Fleisch zu essen. Aber wenn man nicht für das Töten und Blutvergießen ist, warum sollte man Fleisch essen, wenn es nicht notwendig ist? Eine höhere und humanere Entwicklung spiegelt sich in der Tatsache, dass heutzutage viele Menschen kein Fleisch essen würden, wenn sie die Tiere selbst schlachten müssten. Immer mehr Menschen beteiligen sich an Tierschutzaktionen. Inhumane Formen der Landwirtschaft und des Tiertransports sind im Fokus der Medien. Der Tierschutz taucht in politischen Angelegenheiten immer mehr auf. Dieses Interesse am Tierschutz, das im Verlauf der Evolution ansteigt, ist ein Zeichen für die wachsende Intelligenz und Humanität der Menschen.

3. Warum haben wir im Bereich der Ernährung so viele falsche Vorstellungen?

Die Überfüllung der Krankenhäuser beruht weitgehend auf der Fehlernährung der Menschen und dem Konsum toxischer Stimulantien. Dass dies so weit kommen konnte, liegt laut Martinus unter anderem daran, dass der Instinkt für die Auswahl gesunder und natürlicher Nahrung, den wir aus dem Tierreich geerbt haben, degeneriert ist, so dass mit der schrittweisen Gewöhnung an starke Gewürze und andere Produkte, die nichts mit gesunder und natürlicher Ernährung zu tun haben, die natürliche Geschmacksfähigkeit verloren gegangen ist. Von Seiten der Natur ist es die Aufgabe der Geschmacksfähigkeit, Ekel oder Widerwillen gegenüber unnatürlicher Nahrung zu erzeugen.

Martinus schreibt: „Die Geschlechter haben sich durch ungezählte Generationen hindurch in dem Grade an den Geschmack der Fleischprodukte gewöhnt, dass dieser sich vom Abscheuerzeugen nun zum Erzeugen von großer unnatürlicher Begierde geändert hat. So wie der Organismus bei der Angewöhnung von Tabak, Alkohol und anderen unnatürlichen Genussmitteln eine natürliche Reaktionsfähigkeit diesen Giftstoffen gegenüber verliert, wodurch diese zu ‚Genussmitteln’ werden, so verliert der Organismus bei starker Angewöhnung auch seine natürliche Reaktionsfähigkeit gegen die in der animalischen Nahrung enthaltenen Giftstoffe, wodurch diese wie der Tabak und der Alkohol unnatürliche Lustgefühle erwecken. Aber obwohl die Angewöhnung den Organismus einigermaßen gegen die Wirkung der Giftstoffe abhärtet, so kann nicht geleugnet werden, dass der Organismus auf die Dauer vollständig zerrüttet wird. Dem okkulten Sehen ist es offenbar, dass diese Zerrüttung dem Wesen durch mehrere Inkarnationen hindurch folgen kann.“ (Die ideale Nahrung, 8. Kapitel).

4. Die narkotisch-animalische Ernährungsweise führt zu Krankheit

Die narkotisch-animalische Ernährung, die Fleisch und andere tierische Produkte sowie Bier, Wein, und Spirituosen und auch Tabak und Rauschmittel einschließt, ist sehr gesundheitsschädlich. Obwohl die meisten Menschen es als natürlich und richtig betrachten, Fleisch zu essen und Bier zu trinken, meint Martinus, dass dies für die gegenwärtigen Menschen als eine Bürde angesehen werden sollte. Das Abrücken vom Fleischgenuss wird in einer Gewöhnung an natürliche Produkte bestehen, so dass die verdorbene Geschmacksfähigkeit so umgeformt werden kann, dass sie diesen dem Organismus schädlichen Substanzen erneut widerstreben kann. Vor der Gewöhnung an Tabak und Alkohol wehrte sich der Geschmackssinn tatsächlich ganz entschieden gegen diese Produkte. (Die ideale Nahrung, 8.-10. Kapitel).

Der Übergang zur richtigen menschlichen Nahrung erfolgt laut Martinus nicht nur aufgrund gewöhnlicher Information in Form des geschriebenen oder gesprochenen Wortes, sondern auch aufgrund des Lernens aus Erfahrung und durch Krankheiten, die sich aus der Zerrüttung der Gesundheit durch die narkotisch-animalische Ernährung ergibt.

Martinus: „Und diese Zerrüttung ist in Gestalt aller existierenden organischen Krankheiten der größte Antreiber für die Entwicklung der Menschen zur wirklichen Menschennahrung hin. Und da Krankheiten in genau dem gleichen Maße zunehmen, wie die Ernährungsfehler der Menschen zunehmen, und da eine absolute Gesundheit oder ein Dasein ohne Krankheit damit unmöglich ist, solange das Laster oder die narkotisch-animalische Ernährungsweise beibehalten wird, werden alle Menschen durch ihre organischen Leiden und Krankheiten schließlich zu einer reineren Ernährungsquelle, zur absoluten Gesundheit hingeführt.“ (Die ideale Nahrung, 8. Kapitel).

5. Praktiziert man als Vegetarier nicht ebenfalls das tötende Prinzip?

In Zusammenhang mit der vegetarischen Ernährungsweise ist es oft notwendig, Pflanzen zu töten. Laut Martinus ist es jedoch ein kleineres Übel, Pflanzen statt Tiere zu essen, weil Pflanzen – ohne Nervensystem – wirklichen Schmerz wie die Tiere nicht empfinden können. Das heißt nicht, dass die Pflanzen kein Erleben in der physischen Welt haben könnten, noch dass sie zum Beispiel im Prozess des Abgeschnitten- und Gemähtwerdens Unbehagen erleben. Aber dieses Erleben ist aufgrund des Fehlens eines Nervensystems sehr schwach und ist vom Charakter her ein eher mildes Gefühl. Martinus sagt, dass Pflanzen auf der physischen Ebene nur ein geringes Empfindungsbewusstsein haben, während die Tiere mit einem Nervensystem und den fünf physischen Sinnen in der physischen Welt wirklichen Schmerz und Wohlbefinden erleben können. (Dänischer Kosmos, Nr. 8/2009).

Weil Menschen nicht von mineralischem Stoff leben können, müssen sie sich mit organischer Kost ernähren, die aus zwei Teilen besteht: pflanzliche und tierische Nahrungsmittel. In Übereinstimmung mit der vegetarischen Praxis zeigt die moderne Ernährungsforschung: Es ist für Menschen nicht notwendig, Fleisch zu essen, aber es ist notwendig, organische Substanzen zu essen. Die Menschen können daher tierische Nahrungsmittel ablehnen und dadurch mit ihrer Ernährung das tötende Prinzip in einem geringeren Maße ausüben.

6. Der Unterschied zwischen dem Verzehren von Nahrungsreserven und dem Organismus selbst

Wenn man von den Produkten tierischen Ursprungs nur Milchprodukte und Eier verzehrt, praktiziert man das tötende Prinzip in einem geringeren Maß, als wenn man ein Tier tötet und seinen Organismus isst. Der Organismus ist von Seiten der Natur darauf angelegt, das Leben zu erleben, wogegen Eier und Milch als Nahrungsmittel vorgesehen sind. Eier und Milchprodukte empfiehlt Martinus für den „vegetarischen Anfänger“, aber man wird schließlich auch diese Produkte aufgeben, weil man auch mit dem Kauf von Eiern und Milchprodukten unter anderem die Fleischproduktion und die Schlachtwirtschaft indirekt unterstützt. In der industriellen Landwirtschaft werden die männlichen Tiere, die die Hälfte der geborenen Tiere ausmachen, als unproduktives zu schlachtendes Abfallprodukt betrachtet.

Vegetarische Nahrungsmittel können darüber hinaus in einen gröberen und einen feineren Teil unterschieden werden. Wenn man den gröberen Teil der pflanzlichen Ernährung verzehrt, praktiziert man das tötende Prinzip in größerem Maß als wenn man den feineren Teil isst. Zum gröberen Teil gehören Wurzeln, Stängel und Blätter, im Grunde genommen also der Pflanzenorganismus, der ihr Werkzeug zum Erleben des Lebens ist.

Zum feineren Teil gehören jene Pflanzenteile, die von der Pflanze nicht für das Erleben des Lebens gedacht sind, sondern als Nahrungsreserve für die kommende Generation und auch von Seiten der Natur als Gabe für Tiere und Menschen bestimmt sind. So können wir nicht nur von einer intelligenten Schöpfung („intelligent design“) sondern auch von einer liebevollen Schöpfung („loving design“) sprechen. Das Essen von solchen Artikeln wie Samen, Körnern, Kartoffeln, Getreide, Mais, Reis oder Bohnen bedeutet nicht den Tod der grünen Pflanze, man isst nicht ihren Organismus, der oft vor der Ernte auf ganz natürliche Weise verwelkt ist. Es ist noch besser, Nüsse, Beeren und Früchte zu essen, weil die Pflanze dann nach der Ernte weiterleben kann. Martinus betrachtet das Fruchtfleisch mit seinem höheren Schwingungsniveau als die „ideale Nahrung“ für die höher entwickelten Menschen der Zukunft, und außerdem wird hierbei der geringste Grad des Tötens praktiziert, der bei der menschlichen Nahrungsaufnahme möglich ist. (Siehe DEW4, Symbol Nr. 38).

7. Der Weihnachtsmassenmord

Sogleich nachdem Martinus im Jahre 1932 sein erstes Buch, Livets Bog 1, veröffentlich hatte, fuhr er damit fort, in Gestalt von Die ideale Nahrung und Beisetzung – die zwei Hauptwerke zu diesen Themen – über die Liebe zu den Tieren und die Liebe zum Mikrokosmos zu schreiben. Verglichen mit der alten Weltmoral und früheren religiösen Lehren stellt diese Liebe zu Tieren und dem Mikrokosmos tatsächlich etwas Neues dar. 1933 schrieb Martinus in derselben Art den Artikel Das erste Weihnachtslied auf Erden. (Artikelsammlung 1, Nr. 6).

Hier bemerkt Martinus, dass das Weihnachtsfest einen enormen Massenmord hervorruft. In den Wochen vor Weihnachten beginnen die Geschäfte und Warenhäuser von Tieren überzuquellen, die ihre gesunden physischen Körper verlassen mussten. Gebadet im elektrischen Licht der Weihnachtsdekorationen, das tatsächlich „den Heiligen Geist“ symbolisiert, findet man Berge von zerstückelten Körpern von Schweinen, gerupftem Geflügel, Gänsen, Enten, Hühnern und Puten. Außerhalb dieser großen Warenhäuser ist die Fassade darüber hinaus mit Wild, Rehen, Hasen, Fasanen und Wildenten bedeckt. Diese Leichname sollten vorzugsweise hängen, bis sie „mürbe“, also mehr oder weniger „verdorben“ sind, um eine besondere Delikatesse für Fleischesser zu sein, was leicht zu Gedanken an Aasfresser führen kann.

Martinus schreibt: „Diese ganze ‚Weihnachtsausstellung’, diese Parade all der getöteten Tiere, basiert doch darauf, den Liebhabern den Zugang zur Auswahl der getöteten Tiere zu erleichtern, die jeder von ihnen dann mit nach Hause nimmt und zur ‚Heilighaltung’ des Festes gebraucht, das der Abschaffung des Prinzips zu töten zur Ehre gereichen soll.“

Weihnachten ist seiner höchsten Analyse nach ein Fest zu Ehren der Abschaffung des tötenden Prinzips, zu Ehren des Einströmens der Liebe in die geistige Atmosphäre der Erde, meint Martinus. Auch Jesus sagt, dass niemand größere Liebe besitzt als diejenigen, die ihr Leben hingeben, um ihren Nächsten zu retten.

Dass die Menschen nicht verstehen, dass Weihnachten ein Fest für die Abschaffung des tötenden Prinzips ist, kann an diesem Weihnachtsmassenmord gesehen werden. Wenn sie Weihnachten richtig verstanden hätten, würden sie die „heiligen Tage“ des Weihnachtsfestes zu „fleischlosen Tagen“ machen, um die Entfaltung des tötenden Prinzips zu vermindern.

8. Toleranz gegenüber Fleischessern

Martinus schreibt natürlich keinen Artikel über den Weihnachtsmassenmord, um bezüglich der Einstellung der Menschen zu Weihnachten ironisch zu sein, aber sie liegt mit der Weihnachtsidee so wenig auf einer Wellenlänge, dass sogar eine objektive Analyse schon ein wenig ironisch erscheinen mag.

Martinus kommt nicht mit dem Befehl, dass wir kein Fleisch essen dürfen. Er ist sich dessen bewusst, dass das Verständnis und die Anerkennung seiner Analysen hinsichtlich des Fleischessens und der Nächstenliebe eine Frage des Bewusstseins ist, die jeder Mensch für sich selbst entscheiden muss, sie kann nicht angeordnet oder befohlen werden. Aber Martinus sieht voraus, dass die neue Weltmoral es mit sich bringen wird, dass irgendwann in der Zukunft das heutige Fleischessen genauso barbarisch erscheinen wird wie der Kannibalismus für uns heute.

Martinus kritisiert niemanden und verteidigt alles und jeden. Jeder Mensch macht es so gut er kann. Niemand kann aufgrund von Erfahrungen handeln, die er noch nicht gemacht hat. Martinus besitzt eine äußerst charakteristische Toleranz und Liebe zur ganzen Menschheit, tatsächlich ist sein gesamtes Werk eine universelle Verteidigung aller Lebewesen. (Siehe LB1, 14, 19).

Martinus: „Persönlich ziehe ich es vor, mit einem liebevollen und toleranten Fleischesser zusammen zu sein anstatt mit einem fanatischen und intoleranten Vegetarier.“ (Dänischer Kosmos, Nr. 4/2005).

9. Das sechste Gebot: Du sollst nicht töten

Der Grund, warum Martinus solche Analysen betreffend Fleischessen und Ernährung vorgelegt hat, liegt darin, dass das ganze Thema der Ernährung so wichtig ist. Er wollte den Weg heraus aus Schmerz und Leid aufzeigen – nicht nur in Bezug auf die Gesundheit sondern auch in Bezug auf das Schicksal.

Der irdische Mensch kann kein krankheitsfreies Dasein leben, solange seine Ernährung durch das Töten von Tieren erzielt wird. (Die ideale Nahrung, 26. Kapitel).

Zusätzlich zur Verstümmelung und Tötung von Tieren hat das Fleischessen auch Unfälle bei denen zu Folge, die Tiere als Nahrung für ihren Organismus verzehren. Sie befinden sich im Widerstreit mit dem Gesetz des Daseins selbst bzw. dem ewigen Gebot „Du sollst nicht töten“. (Die ideale Nahrung, 4. Kapitel).

8.10 Erklärung des Symbols „Die Schwingungen der idealen Nahrung“ [DEW5, Symbol Nr. 67A]

Martinus erklärt: „Die Kreisfigur in der oberen linken Ecke ist Ausdruck für den Menschen als ‚Lebenseinheit’. Die Treppe soll ein Ausdruck für einen Abschnitt der Entwicklungsleiter für alle Lebewesen sein. Die unterste Stufe symbolisiert die Zone in der Entwicklung, wo sich die Raubtiere befinden. Die nächste Stufe bedeutet die Zone, wo die Erdenmenschen zurzeit zuhause sind. Und die folgende Stufe symbolisiert das Gebiet für ‚das wahre Menschenreich’. Auf der untersten Stufe ist rechts eine der Lebenseinheiten dargestellt, aus der die Fleischprodukte, die ja die Nahrung der Raubtiere sind, bestehen. Die Kreisfigur auf der nächsten Stufe symbolisiert eine der Lebenseinheiten, aus denen die Kern-, Wurzel- und Blattprodukte bestehen, die die rechtmäßige Hauptnahrung des Erdenmenschen sind. Die dritte Lebenseinheit stammt vom Fruchtfleisch, das die höchste Nahrung in der ersten Zone des wahren Menschenreiches ist.

Der dunkle Kreisring in der Fleisch-Lebenseinheit soll den Teil von ihr bezeichnen, der aus ‚A-Lebenseinheiten’ oder aus den Lebenseinheiten besteht, die sich nicht zur Aufnahme in einem menschlichen Organismus eignen und dabei zugrunde gehen. Diese Lebenseinheiten üben daher einen natürlichen Widerstand gegen diese Aufnahme aus. Ihre gesamte Schwingung, die auf dem Symbol als Zickzacklinie gezeigt ist, wirkt daher viel zu stark auf den menschlichen Organismus ein, dessen Schwingung auf der nächsten Stufe als die obere (punktierte) Zickzacklinie dargestellt ist. Vergleicht man das Symbol für die Lebenseinheit auf dieser Stufe mit dem der Fleischlebenseinheit auf der untersten Stufe, sieht man, dass das dunkle Gebiet der ersteren viel kleiner ist, als das der letzteren. Dies bedeutet, dass die ‚A-Lebenseinheiten’ bei der ersteren nicht annähernd so zahlreich sind wie die ‚B-Lebenseinheiten’. Und da bei der Aufnahme dieser Produkte im Organismus der Tötungsprozess infolgedessen nicht annähernd so umfangreich wird, ist es aus diesem Grunde für den fortschrittsliebenden Menschen moralischer, diese Produkte als Nahrung anzuwenden, und er lebt deshalb viel mehr in Harmonie mit dem Gesetz des Daseins. Und wie man sieht, liegt die Schwingung dieser Produkte der des menschlichen Organismus viel näher als die Schwingung der Fleisch-Lebenseinheit.

Auf der nächsten Stufe können wir uns davon überzeugen, dass das Symbol für die Fruchtlebenseinheit kein dunkles Feld aufweist. Dies bedeutet, dass es hier keine A-Lebenseinheiten gibt. Sie enthält aber einen kleinen Prozentanteil B-Lebenseinheiten in der Schale, die nicht im Organismus aufgenommen werden können, jedoch lebend und unbeschädigt durch ihn hindurchgeführt werden. Alle übrigen Lebenseinheiten werden lebend im Organismus aufgenommen und setzen ihre natürliche Entwicklung in ihm fort. Deshalb braucht der menschliche Organismus keinen besonderen Widerstand bei diesen Lebenseinheiten zu überwinden. Da dieser indessen durch die Macht der Gewohnheit mit Fleischnahrung und grober vegetarischer Nahrung die Aufbringung einer viel größeren Kraftleistung als für die Aufnahme des Fruchtfleisches als Nahrung notwendig ist, ausgeübt hat, ist die Schwingung dieses Organismus, wie auf dem Bilde gezeigt ist, für das Fruchtfleisch etwas zu stark, weshalb dieses noch nicht die Hauptnahrung des Erdenmenschen bilden kann. Auf dem Bild ist dies dadurch ausgedrückt, dass diese Zickzacklinie etwas kleiner ist als die für die menschliche Schwingung.

Vom Symbol für den Menschen als ‚Lebenseinheit’ oben links führen drei punktierte Linien zu jeder der drei besprochenen Stufen hinab. Dies soll nur andeuten, dass sich der Ernährungsbereich des Erdenmenschen ganz unten von Fleischlebenseinheiten über die Wurzel-, Kern- und Blattprodukte bis zum reinen Fruchtfleisch erstreckt. Von diesen bilden die milderen Formen der Wurzel-, Kern- und Blattprodukte somit die vorläufige ideale Nahrung für den Erdenmenschen. Hierbei muss natürlich beachtet werden, dass das Fruchtfleisch nur durch eine langsam steigende Angewöhnung die ausschließliche Nahrung des vollkommenen oder fertigentwickelten Menschen in den ersten Zonen des wahren Menschenreiches werden kann, wodurch dieser zu einem göttlichen Anwärter für spätere noch höhere Zonen gemacht wird, wo diese Nahrung wieder durch die Angewöhnung an eine vollständige ‚Lufternährung’ abgelöst wird. Die Lungen werden also zuletzt den gesamten Ernährungsprozess übernehmen, und der Mensch hat dann alle groben physischen Zonen des Daseins zurückgelegt. Er kommt dann in eine Zone, wo sein Organismus die Nahrung nicht mehr mithilfe von Verfaulungs- oder Auflösungsprozessen aus Leichen gewinnen muss, wo er keine Abfallgrube oder Kloakenröhre für übelriechende Müll- und Abfallprodukte mehr zu sein braucht, sondern ausschließlich Ausdruck dafür sein wird, dass die große, schöpferische Kraft der Liebe auch hier alle Schwierigkeiten oder alle Formen von Beschwerden überwunden hat, die heute den Menschen an die primitive Sphäre der Ungesundheit und Krankheit binden.“ (Die ideale Nahrung und DEW5, Symbol Nr. 67A).

11. Tierische und pflanzliche Nahrung

Die tierische Nahrungsquellen führen zu Krankheit, aber Jahrtausende lang haben sich die Menschen daran erfreut, Fleisch zu essen. Martinus erklärt dennoch, wie sich die Dinge schrittweise verändern. Er zeigt auf, dass die Schwingungsrate tierischer Nahrung zu einem immer geringeren Grad auf der gleichen Wellenlänge wie die feineren Gedankenklimate und Organfunktionen des modernen Menschen ist. (Siehe: DEW4, Symbol Nr. 38).

Fleisch ist eine gesunde Ernährung für Löwen und Tiger, Hunde, Katzen und andere Fleischfresser, aber nicht für den modernen heutigen Menschen, der sich auf einer höheren Stufe der Evolution auf einer höheren Schwingungsebene befindet. Aufgrund dieser Verfeinerung ist Fleisch eine zu grobe Nahrung für den Menschen geworden. Obwohl man sich durch Kochen und Braten des Fleisches in einem gewissen Maß behelfen kann, ist es für den Menschen doch eine zu große Bürde, das Fleisch zu zerlegen und zu verdauen. Täglicher Fleischkonsum führt laut Martinus zu einer permanenten Überlastung, die in einer Schwächung des Organismus resultieren kann, was zu einer Anzahl von Krankheiten speziell im Zusammenhang mit den Verdauungsorganen wie dem Magen, dem Darm, der Leber, den Gallengängen usw. führen kann. In diesen Fällen sollte es möglich sein, Martinus’ Analysen statistisch und experimentell zu beweisen.

12. Vegetarisch oder vegan

Die Ernährung sollte mit der aktuellen Evolutionsstufe übereinstimmen, und in unserem aktuellen Stadium der Evolution ist eine Mischung von einerseits Früchten und andererseits Getreide, Körnern sowie Wurzel-, Spross- und Blattprodukten eine angemessen Kombination. Der Begriff Ovo-Lacto-Vegetarier wird für den vegetarischen Einsteiger benutzt, der Eier und Milchprodukte verzehrt. Diese Diät beruht nicht unmittelbar auf einer Tötung und dem Verzehr von Leichenteilen, aber man wird schließlich auch diese tierischen Produkte meiden und werden, was als Veganer bekannt ist.

Ein Veganer ist eine Person, die der Ansicht ist, dass Tiere nicht unsere Sklaven sein sollten. In erster Linie essen Veganer kein Fleisch, keine Eier und Milchprodukte, aber sie verwenden auch keine Wolle, Leder, Pelz oder andere Produkte, die auf eine Art hergestellt werden, bei der Tiere missbraucht oder getötet werden.

Im Laufe der Evolution werden die Menschen auch den gröberen Teil der vegetarischen Diät mit Blättern und Wurzeln meiden, um mehr und mehr zu feinerer Rohkost und Früchteernährung überzugehen. Martinus warnt jedoch davor, schon heute ausschließlich von Früchten zu leben, obwohl dies auf einer höheren Evolutionsstufe normal sein wird.

Der wesentliche Punkt in Martinus’ Buch Die ideale Nahrung ist wie erwähnt, dass man aus Liebe zu den Tieren damit aufhört, Fleisch zu essen. Man bringt es nicht übers Herz, die Ursache für das Töten von Tieren zu sein. Auf lange Sicht ist das Fruchtfleisch die ideale Nahrung, weil es innerhalb der organischen Nahrungsprodukte, die auf der Erde verfügbar sind, den geringsten Grad des Tötens ausmacht. Martinus hat seine Sicht bezüglich der Nahrung für Menschen auch im Symbol Nr. 38 Der Mensch und animalische und vegetabilische Nahrung in Das Ewige Weltbild, Band 4 dargelegt.

13. Die schicksalhaften Folgen des Fleischessens

Im Orient spricht man vom Gesetz des Karma, wir beziehen uns auf das Schicksalsgesetz, und in der Bibel wird gesagt, dass man das ernten wird, was man sät, oder dass man dem anderen das antut, was man sich selber von ihm wünscht. In der Alltagssprache gibt es die Redensart: „Lächle in die Welt und die Welt lächelt zurück.“ Das Schicksalsgesetz ist ein Spiegelprinzip. (LB4, 1262; LB6 2128).

Die Physik verweist auf Newtons 3. Gesetz: Aktion = Reaktion, was bedeutet, dass wir nicht handeln können, ohne dass dies bestimmte Konsequenzen hat. Wir müssen die Konsequenzen aller unserer Handlungen tragen. Wenn wir als Erwachsene unsere Kinder lehren, die Konsequenzen ihrer Handlungen zu tragen, sollte es wirklich leicht zu verstehen sein, dass wir Erwachsenen ebenfalls selbst die Konsequenzen unserer eigenen Handlungen zu tragen haben. Tatsächlich basiert die ganze Naturwissenschaft auf dem Gesetzt von Ursache und Wirkung.

Martinus zufolge gibt es ernsthafte schicksalsmäßige Folgen für Fleischesser, weil man auf diese Weise die Ursache für die Tötung von Tieren ist. Die Menschen töten die Tiere nicht, weil sie sie hassen. Weil das Schlachten nicht mit Ärger und Hass verbunden ist, erleben es die Tiere mehr oder weniger als Unfall, geschlachtet zu werden. Da das Gesetz wie erwähnt als Spiegel fungiert, können Fleischesser Martinus zufolge in Unfälle verwickelt werden, zum Beispiel können sie durch Flugzeugabstürze oder Verkehrsunfälle verletzt oder getötet werden. Ernsthafte Folgen ergeben sich auch aus der Jagd, dem Angeln und dem Essen von Meeresprodukten. Ertrinkungsunfälle, große und kleine Unfälle zu Hause oder bei der Arbeit können ebenso die Folge von Fleischessen sein.

Martinus tadelte niemanden wegen des Fleischessens. Er war jedermanns Freund und liebte alle Menschen, unabhängig ob sie Fleisch aßen oder nicht, ob sie Raucher waren oder nicht, ob sie Alkohol tranken oder nicht, aber er wollte eben auf die Konsequenzen dieser Handlungen hinweisen. Wenn jemand sich einen besseren Gesundheitszustand und Schutz vor Unfällen wünschte, empfahl Martinus ihm, er sollte Vegetarier werden.

Es wird sich noch erweisen müssen, ob die Ernährungswissenschaft schließlich alle Analysen von Martinus über die gesundheitsfördernden Wirkungen des Vegetarismus bestätigen können wird.

Hinsichtlich der Idee, dass Fleischessen die Ursache für Unfälle sein sollte, wäre es eventuell möglich, dies durch eine wissenschaftliche Studie zu bestätigen, in der untersucht wird, ob es irgendeinen statistischen Zusammenhang zwischen Tod und Verletzungen durch Unfälle gibt und damit, dass jemand 1. Jäger oder Fischer, 2. Fleischesser oder 3. Vegetarier ist. Von wissenschaftlicher Seite hat es noch kein Interesse daran gegeben, solche Studien durchzuführen, obwohl Krankenhäuser und Versicherungsgesellschaften eine große Menge an Daten dazu haben müssten.

14 Warum man ernten muss, was man sät

Martinus behauptet, dass etwas Lebloses nicht der Ursprung einer Bewegung sein kann, nur etwas Lebendiges kann die Ursache einer Bewegung sein. Das Ich – das Lebendige im Lebewesen – muss daher die Ursache jedweder Bewegung sein. Martinus legt dar, dass eine Bewegung nur in gekrümmten oder kreisförmigen Bahnen erfolgen kann. Der Kern des Arguments für das Schicksalsgesetz ist ein Naturgesetz, das folgendes beinhaltet: Weil Bewegung nur in kreisförmigen Bahnen stattfinden kann, kehrt jeder ausgesandte Energieimpuls zum Sender zurück – dem ewig existierenden Ich.

Wenn ein Wesen irgendeine Handlung ausgeführt hat, zum Beispiel einen Mord, die eine bestimmte Energiekonzentration darstellt, wird sie in geistige Materie umgewandelt, die in den Weltraum ausgesandt wird. (Dänischer Kosmos, Nr. 2/1996). Der elektrische Energiestrahl beinhaltet nicht die eigentliche Handlung, aber das Prinzip in der Handlung. Das Prinzip im Fleischessen ist, wie vorher erwähnt, der Tod durch Unglücksfall, weil die Tiere es als einen Unfall erleben, geschlachtet zu werden.

Auf diesem Hintergrund kann das Schicksalsgesetz als ein Naturgesetz verstanden werden, auf der gleichen Basis wie die das Schwerkraftgesetz oder die elektrischen und magnetischen Gesetze. Die vorgenannten kreisförmigen Bahnen können Martinus zufolge so ausgedehnt sein, dass sie manchmal viele Jahrhunderte auf der Reise sind, trotz der Tatsache, dass diese Impulse der Schicksalsenergie sich mit einer Geschwindigkeit weit über der des Lichtes bewegen. (Die ideale Nahrung, 6. Kapitel).

Für Martinus ist dies keine Frage von Spekulationen oder Theorien. Für ihn sind dies reale Fakten, da die schicksalsbildenden Energiestrahlen auf ihren kreisförmigen Bahnen durch den Weltraum verfolgt werden können und mit kosmischem Bewusstsein genauso leicht beobachtet werden können wie physische Objekte mit den physischen Sinnen.

Im Zusammenhang mit dem Schicksalsgesetz kann man sagen, dass das ewig existierende Ich für alle ausgesandten Energieimpulse eine Art „Gravitationszentrum“ bildet, weshalb sie notwendigerweise zu diesem Ich zurückkehren müssen.

15. Niemand kann Unrecht erleiden und niemand kann ein Unrecht begehen

Es kann schwierig sein, sowohl das Schicksalsgesetz als auch die Reinkarnation in Kürze in logischer Weise herzuleiten.

Martinus schreibt: „… du magst dich ungerecht behandelt fühlen. Aber von einem kosmischen Standpunkt aus gesehen gibt es nichts, das ungerecht ist. Die kosmischen Analysen zeigen, dass es kein Lebewesen gibt, das ein Unrecht begehen kann, und es gibt kein Lebewesen, das Unrecht erleiden kann. Aber man muss in der Lage sein, das Gesamtbild zu sehen, um das zu verstehen… Das Verständnis des Reinkarnationsprinzips und des Schicksalsgesetzes bietet genau ein solches Gesamtbild. Beide werden eingehend im Livets Bog und etlichen meiner Symbole behandelt, und durch diese wird es dir klar werden, dass alles seine Quelle in dir selbst hat, und dass du selbst es bist, der durch seine gegenwärtigen Gedanken und Handlungen dein zukünftiges Schicksal gestaltet.“ (Ein Jubiläum, Dänischer Kosmos 10, 1979).

Martinus zufolge hat jedes Leid einen Sinn und daher ist man nur in den Bewusstseinsfeldern für Leid anfällig, in denen man unfertig ist. In den Bewusstseinsfeldern, in denen man voll entwickelt ist, ist man nicht länger anfällig für Leiden und unangenehmes Karma, und so hat man einen karmischen Schutz erlangt. Wenn man früher einen Karma- oder Schicksalsbogen ausgelöst hat, indem man bei einem anderen Lebewesen Leid hervorgerufen hat, wird man Schutz oder „Sündenvergebung“ erhalten, wenn man nicht mehr das Herz hat, es zu tun. Der Liebesmaßstab eines Lebewesens ist für die Qualität des Kraftfelds oder der Aura, die jedes Lebewesen umgibt, entscheidend. Wenn ein Teil des Bewusstseins voll entwickelt ist, wenn man zum Beispiel nicht mehr das Herz hat zu töten, dann ist man dagegen geschützt, selbst getötet zu werden. Der Mechanismus ist so, dass die Aura so abwehrend ist, dass sie unangenehmes Karma nicht mehr durchschlüpfen lässt. Man erhält daher automatisch „die Vergebung der Sünden“, wenn die Qualität der Aura dank eines höheren Liebesstandards dem unangenehmen Karma nicht mehr einzudringen erlaubt. Für weitere Erklärungen siehe Martinus’ Symbol Nr. 20, Die Vergebung der Sünden, DEW2.

Wenn die Menschen Schutz gegen Unfälle erhalten wollen, müssen sie, wie vorher gesagt, aufhören, Fleisch zu essen und Pelze zu tragen, weil die Tiere es eben als einen Unfall erleben, wenn sie plötzlich geschlachtet werden.

16. Industrielle Aufzucht und das Schlachten von Tieren

Laut Martinus sollen die Menschen mit einer höheren Moral und einem größeren Mitgefühl schrittweise damit aufhören, die Organismen von Tieren zu schlachten und zu morden, zu häuten und zu zerreißen und sie vieler ihrer Lebensjahre zu berauben. Gegenwärtig wird eine große Anzahl von Tieren nur mit der Absicht aufgezogen, sie zu töten. Viele Tiere verbringen ihr ganzes Leben in kleinen Käfigen, und wenn sie erwachsen sind und gerade anfangen, das Leben zu genießen, werden sie getötet und gehäutet, weil es viele Menschen gibt, die feine Pelze tragen wollen. Es ist schick, Pelze zu tragen, die aus vielen kleinen Tierhäuten zusammengenäht sind, und je mehr das sind, umso schicker und begehrter ist der Pelzmantel. (LB7, 2567).

Gegenüber der Ausübung des tötenden Prinzips durch die Tiere ist die Ausübung des tötenden Prinzips durch die moderne Menschheit gigantisch. Die moderne Landwirtschaft züchtet und schlachtet die Tiere schlichtweg in einem industriellen Maßstab. All diesen Menschen ist nicht bewusst, dass es schicksalhafte Folgen haben wird, wenn sie geholfen haben, diesen Gefangenenstatus und die ganze Schlachterei aufrechtzuerhalten. Aber man kann den Menschen keinen Vorwurf machen, dass sie in diesem unwissenden Stadium leben. Mit einer wachsenden Moral werden die Menschen schrittweise aufhören, Tiere zu missbrauchen und zu töten.

17. Haustiere

In großem Ausmaß halten die Menschen Raubtiere in Gefangenschaft, indem sie sie in Häusern oder Wohnungen eingesperrt halten, wobei die Tiere ihres natürlichen Lebens mit Paarung und Jagd beraubt sind. Viele Vögel und kleine Tiere sind in kleinen Käfigen eingesperrt. Üblicherweise schauen wir nicht auf das Wohl der Tiere, sondern nur auf die Vorteile, die die Menschen von den Haustieren haben. Studien u.a. mit Kindern und alten Menschen haben gezeigt, dass es für diese Menschen positive Wirkungen haben kann, Haustiere zu halten, aber statt überschwänglicher Sorge für Tiere wäre dennoch besser und natürlicher, wenn die Menschen aufgefordert würden, mehr miteinander zu schmusen.

Auch wenn es in der Evolution der Tiere vielleicht eine gewisse Rolle spielt, als Haus- und Nutztier gehalten zu werden, wird es den Tieren in der Zukunft erlaubt sein, ein natürliches Leben in Freiheit zu führen. Es ist unnatürlich, Tiere eingesperrt zu halten, und außerdem hilft man mit dem Kauf von Futter für den Hund und die Katze die ausgedehnten Fischerei- und Schlachtunternehmen aufrechtzuerhalten und zu unterstützen. Schlachterei und Fischerei sind Unternehmen, die in der Gesellschaft der Zukunft schrittweise wegfallen werden. (Siehe auch: Die ideale Nahrung, 7. Kapitel).

Martinus hat jedoch nicht empfohlen, dass man dazu übergeht, seinen Hunden oder Katzen vegetarisches Futter zu geben. Für diese Fleischfresser wäre es schädlich und völlig im Widerspruch zu ihrer Natur, vegetarisches Futter zu fressen.

18. Verhütung von Tierquälerei und die Rechte der Affen

Heutzutage nimmt man an, dass es für Tiere in Ordnung ist, Sklaven der Menschen zu sein, aber in der Zukunft werden wir davon abrücken, Tiere als Sklaven zu halten. In der Zukunft werden sogar solche Dinge wie die Inanspruchnahme von Tieren als Lastenträger oder zum Reiten als Ausdruck der Sklaverei betrachtet werden. Aber gegenwärtig werden Tiere für ihr ganzes Leben eingesperrt gehalten, um Nahrung im industriellen Maßstab für den menschlichen Konsum zu produzieren. Und die meisten Nutztiere werden schließlich von Menschen geschlachtet.

Um das Individuum zu schützen, sind Mord und Totschlag gesetzlich verboten, und so wird es in der Zukunft, im Zusammenhang mit einem besseren Schutz der Tiere, schließlich auch verboten sein, Affen, Pferde, Kühe, Schafe, Ziegen und Schweine zu töten. Gegenwärtig ist sowohl der Missbrauch als auch das Töten von Menschen verboten. Es ist auch gesetzlich verboten, die Tiere zu misshandeln, aber es ist weiterhin erlaubt, sie zu töten.

Im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in Peking (2008) war viel die Rede über Menschenrechte und es ist positiv, dass wir schon damit angefangen haben, über die „Rechte der Affen“ zu sprechen. Am 25. Juni 2008 bestätigte der Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und Fischerei des spanischen Parlaments Resolutionen, die die spanische Regierung auffordern, dem „Great Ape Project“ zu folgen, dessen Idee es ist, dass die nächsten Verwandten des Menschen, Schimpansen, Gorillas und Orang-Utans das Recht auf Leben, Freiheit und Schutz vor Folter analog zu den existierenden Menschenrechten haben sollten.

19. Jagen und Angeln

Tiere töten nur, weil es eine Lebensnotwendigkeit für sie ist. Menschen töten Millionen und Abermillionen von Tieren, weil sie fälschlicherweise glauben, dass es notwendig sei, Fleisch zu essen. Aber Menschen töten auch, um sich auf diese makabre Weise zu amüsieren und zu unterhalten. Sind Freizeitjagd und Angeln nichts Geringeres als sadistischer Mord?

Nein, Jagen und Angeln gehören nicht zur neuen Weltkultur, wenn sie auch gegenwärtig zur sogenannten höheren Kultur gezählt werden. So kann man in Wochenmagazinen als große Bildreportage darüber lesen und sich anschauen, wie viele Hirsche, Rehe, Füchse, Hasen, Fasane und Enten von Mitgliedern des Königshauses, dem Adel und der Oberschicht bei ihrer letzten Jagd geschossen wurden. Jäger in schönen Uniformen stehen stolz neben diesen Leichen, die in großer Zahl auf dem Boden liegen. Das Töten dieser unserer Mitgeschöpfe ist daher in Form von Freizeitjagd und Angeln zu einer Belustigung, einem Zeitvertreib oder Sport geworden. (Logik, 81. Kapitel, Artikelsammlung 1, 17.16).

Aber Martinus tadelt die Menschen nicht, dass sie angeln und jagen gehen. Es drückt ein gewisses Entwicklungsniveau aus und man kann nicht verlangen, dass die Menschen von einem Evolutionsstadium aus handeln, das sie noch nicht erreicht haben. Man kann nicht auf Grundlage einer Erfahrung handeln, die man noch nicht gemacht hat.

20. Labortiere und Impfstoffe

Heutzutage werden viele Medizin- und Kosmetikprodukte an Labortieren getestet, was allerdings eine Menge an Leid bei diesen Versuchen hervorruft. Labortiere, die in der Ausbildung, der Forschung und der pharmazeutischen Industrie eingesetzt werden, werden im großen Maße malträtiert oder getötet. Aber in Zukunft werden wir von Tierversuchen abrücken, auch wenn behauptet wird, dass sie absolut erforderlich seien.

Auch scheint das Impfen bzw. die Serumbehandlung für Menschen im Kampf gegen gefährliche Krankheiten absolut erforderlich zu sein. Aber das Impfen geschieht nicht ohne Risiko und es ist nicht die natürliche und endgültige Lösung des Problems, u.a. wegen der den Tieren durch die Serumherstellung und die Tierversuche zugefügten Leiden, wenn sie nicht einfach getötet werden. Martinus behandelt dieses Problem eingehend in dem Artikel Mikrokosmos.

Martinus: „Was glaubt man, wieviel Leid und Verstümmelung es diese in der Entwicklung oder im Leben jüngeren Mitwesen gekostet hat, dass sie ihre gesunden und frischen Organismen als Material für die Versuche des Forschers, sein Messer, seine Giftpräparate und Serumherstellung zur Verfügung stellen mussten, um nicht von den vielen anderen schmerzvollen und verstümmelnden Eingriffen zu reden, die im Namen der Wissenschaft von dem autorisierten Experimentator vorgenommen werden können?“ (Mikrokosmos, dänischer Kosmos, Nr. 1/1996).

Martinus will die Impfung weder empfehlen noch von ihr abraten, das muss vom jeweiligen persönlichen Standpunkt abhängen. Aber dank seines Wissens über die Gesetze der Evolution kann Martinus darlegen, dass obwohl Impfung auch ohne Leiden für die Tiere ausgeführt werden kann, sie dennoch kein Teil der zukünftigen Krankheitsvorbeugung sein wird. Indem sie nur liebevolle und positive Gedanken haben werden und nur Nahrung, die nicht auf Töten basiert, essen werden, werden die Menschen in der Zukunft in der Lage sein, ein Leben ohne Krankheit zu führen. (Siehe Artikelsammlung 1, 26.8-26.9).

Die neue Weltmoral, die in Martinus’ Werk durchgehend präsentiert wird, wird wahrscheinlich eine große Bedeutung für die Entwicklung eines viel umfassenderen Tierschutzes haben, als wir bisher auf diesem Planeten gesehen haben.

21. Die Evolution von Tier zu Mensch

Aus dem umfassenden Blickwinkel der Evolution gesehen befindet sich der irdische Mensch in einem Übergansstadium vom Tier zum Menschen. In seinem Bewusstsein gibt es eine tierische Seite, die langsam ausläuft, und eine humane Seite, die sich in einem Wachstumsprozess befindet. Aber wie kann man selbst die Entwicklung anregen?

Martinus antwortet: „Jedes Mal, wenn man Antipathie, Entrüstung, Intoleranz, Bitterkeit und Zorn empfindet, ist man dabei, der tierischen Seite Nahrung zuzuführen. Das gleiche gilt, wenn man dazu beiträgt, jemanden zu verleumden oder herabsetzende Gerüchte über seinen Nächsten in Umlauf zu bringen, wenn man lügt oder seinen Nächsten betrügt. Wenn man Jäger oder Angler ist, fördert man auch sein tierisches Talent oder seine tierische Seite in einem außerordentlich großen Ausmaß. Wenn man Fleisch isst oder von animalischer Kost lebt, Tiere zum Schlachten aufzieht oder um ihre Pelze zu verwenden, trägt auch dies in allerhöchstem Grad dazu bei, die tierische Seite am Leben zu erhalten. Wenn man sich für Krieg und Militär begeistern kann, macht man sich sein Schicksal selbst schwer, da das Gesetz, dass ‚derjenige, der zum Schwert greift, auch selbst durch das Schwert umkommen wird‘ unerschütterlich gilt.“ (Die Erlösung der Menschheit, Deutscher Kosmos, Nr. 6/1995).

Übersetzung Christoph Schönhofer

Ole Therkelsen

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Demnächst sind meine Bücher auch bei der Bayerischen Staatbibliothek auszuleihen.

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Martinus und die neue Weltmoral