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Die Erde - ein Lebewesen
1. Die Gaia-Hypothese – die Erde ist ein Lebewesen
Schon im Jahre 1932 schreibt Martinus im ersten Band seines Hauptwerkes Livets Bog, dass die Erde ein Lebewesen ist, das sich in einer Evolution befindet. Er befasst sich kaum mit der biologischen Seite dieses Sachverhalts, sondern beschäftigt sich in weit höherem Maß mit dem Bewusstseinsaspekt ihrer Evolution.
Später, 1982, beschäftigt sich der Ökophilosoph Peter Russell (geboren 1946) in seinem Buch The Awakening Earth (dt.: Die erwachende Erde. Unser nächster Evolutionssprung, München 1984), mit der Idee, dass die Menschheit ein globales Gehirn bildet, das heute zu erwachen beginnt.
Aber schon die alten Griechen hatten eine Vorstellung davon, dass unser Planet ein Lebewesen sei. Gaia war der Name für die griechische Göttin der Erde. Der Name, Mutter Erde, drückt ebenso die Idee aus, dass der Planet ein Lebewesen ist. Im Grunde genommen lautet die Gaia-Hypothese, dass Mutter Erde bzw. unser Planet ein Lebewesen ist.
Die Gaia-Hypothese wurde erstmals in den 1960er-Jahren von James Lovelock (geboren 1919) wissenschaftlich formuliert, der auf der Basis von Ökologie und eigener Erfahrungen mit Methoden, um Leben auf dem Mars zu entdecken, aus seiner früheren Tätigkeit bei der NASA unabhängige Forschungen durchführte. Lovelock, der unterschiedliche Ökosysteme untersuchte, schrieb eine Serie von wissenschaftlichen Artikeln, erfuhr Beachtung aber erst 1979 mit der Veröffentlichung seines Buches Gaia: A New Look at Life on Earth (dt.: Unsere Erde wird überleben: GAIA, eine optimistische Ökologie, München 1982), das seine Ideen bekannt machte.
Ein neueres Buch von Lovelock hat den Titel The Revenge of Gaia (2006; dt.: Gaias Rache: Warum die Erde sich wehrt, Berlin 2007). Martinus zufolge ist es nicht die Erde, die an den Menschen Rache übt, sondern es sind vielmehr die Wirkung der Naturgesetze, die hier eine bestimmende Schicksalsbeziehung zwischen den Menschen und der Erde beinhalten (siehe 9).
2. Die Erde – ein lebendes, sich selbst regulierendes System
Im Gegensatz zu Martinus arbeitet Lovelock nicht mit dem Bewusstseinsaspekt, sondern vielmehr mit dem physischen und biologischen Aspekt des Lebens des Planeten. Es erweist sich, dass der Planet die fantastische Fähigkeit hat, dieselbe Temperatur zu regulieren und beizubehalten, und das nicht nur für Millionen, sondern für Milliarden von Jahren. Auf gleiche Weise ist ein Mensch während seiner gesamten Lebenszeit in der Lage, eine konstante Temperatur von 37°C aufrechtzuerhalten, trotz der schwankenden Temperatur seiner Umgebung.
Genauso wie ein Mensch dazu in der Lage ist, einen konstanten Salzgehalt im Blut und in den anderen Flüssigkeiten der Körpers aufrechtzuerhalten, kann die Erde einen konstanten Salzgehalt in den Ozeanen aufrechterhalten. Der Planet hat auch die Fähigkeit, eine konstante Sauerstoffkonzentration in der Atmosphäre zu regulieren und aufrechtzuerhalten, was ebenso als Indiz dafür interpretiert werden kann, dass er lebt.
Kurz gesagt beschreibt Martinus, wie die Erde es mit instinktiven bzw. automatisierten Bewusstseinsprozessen (C-Wissen genannt) fertig bringt, die Konzentration der unterschiedlichen Gase in der Atmosphäre zum Vorteil der Lebewesen innerhalb ihres Organismus zu verändern und anzupassen.
Martinus schreibt: „Dieser rotglühende Körper wurde aufgrund der ‚Gefühlsenergie’ zunehmend kühler und fing dank der ‚Instinktenergie’ an, Einzelheiten auszubilden. Rund um den Planeten bildete sich eine Atmosphäre. Luft und Wasser bildeten sich aus. Diese Erscheinungen sind sicherlich immer noch Gift bzw. ungeeignet für ein höheres Bewusstseinsleben. Dennoch überwand die ‚Instinktenergie’ bzw. das kosmische ‚C-Wissen’ schrittweise alle hindernden Einzelheiten. Die giftigen Erscheinungen lösten sich auf und es entstand kristallklares Wasser, was später Lebensraum für die allerersten Formen tagesbewussten Lebens auf dem Planeten bedeuten sollte. Das kosmische ‚C-Wissen’ bzw. die ‚Instinktfunktion’ traten noch mehr hervor. Die Kristallisation begann, es entstanden das Mineralreich und dann das Pflanzenreich.“ (Artikelsammlung 1, 20.2).
Die Wissenschaft hat berechnet, dass das Sonnensystem und damit auch unser Planet vor 4,6 Milliarden Jahren gebildet wurden und sich das allererste einzellige Leben auf der Erde vor etwa 3,8 Milliarden Jahren entwickelte. Seit dieser Zeit, so nimmt man an, hat der Planet die Temperatur, die Salzkonzentration in den Ozeanen und den Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre konstant gehalten.
Lebewesen haben eine besondere Fähigkeit, bestimmte physiologische Parameter trotz schwankender äußerer Bedingungen zu regulieren und auf einem konstanten Wert zu erhalten. Diese Selbstregulierungsfähigkeit findet man nur bei Lebewesen.
Als ich an der Universität von Kopenhagen Umweltkontrolle und Ökologie studierte, war ich vom Studium der unterschiedlichen Ökosysteme – der Insel, dem Meer, dem Moor, dem See, dem Wald, dem Feld, dem Berg usw. – außerordentlich begeistert. Bei einem Eingriff reagiert das Ökosystem genauso angemessen wie ein individuelles Lebewesen. Man kann sich daher selbst mit einem Planeten und seiner Biosphäre vergleichen, da er aus unterschiedlichen Ökosystemen und Untersystemen aufgebaut ist, genauso wie ein menschlicher Organismus aus Organen, Zellen und verschiedenen Untersystemen aufgebaut ist.
Ohne bezüglich der Definition des Lebens ins Detail der physischen Gegebenheiten zu gehen, sollte ich lediglich erwähnen, dass die Biologie eine Anzahl von Kriterien dafür hat, wann etwas als Lebewesen betrachtet werden kann. Der Planet erfüllt sicherlich alle diese Kriterien, außer einem. Dies betrifft die Frage, wie sich die Erde reproduziert. Denn etwas, dass von der Naturwissenschaft als Lebewesen angesehen wird, sollte in der Lage sein, sich sexuell fortzupflanzen oder zu reproduzieren, so wie wir es von Pflanzen und Tieren kennen.
3. Die Erde als Lebewesen
Dass der physische Körper des Planeten kugelförmig ist, entkräftet nicht die Vorstellung, dass er ein Lebewesen ist. Verglichen mit anderen Lebewesen ist es nur eine Frage der unterschiedlichen Form, nicht des Prinzips. (Siehe Beisetzung, Kapitel 83).
Vom Wasserkreislauf auf diesem unserem lieblichen Planeten kann man sagen, er entspräche unserem Blutkreislauf. Die mineralischen Regionen des Planeten bilden das Skelett. Pflanzen, Tiere und Menschen gleichen Zellen im Organismus des Planeten usw. Die Medien berichten über die Regenwälder als die Lunge der Erde. Sauerstoff (O2) wird durch die Photosynthese der Pflanzen produziert, und Kohlenhydrate werden aus Kohlendioxyd (CO2) und Wasser (H2O) synthetisiert. Im Stoffwechsel der Lebewesen werden diese Zuckerstoffe unter Produktion von CO2, H2O und Wärme verbrannt. Auf diese Weise kann man genauso im Fall des Planeten auf Atmung und Stoffwechsel verweisen. Alle diese Prozesse der Stoffumwandlung in der Natur entsprechen unserem Stoffwechsel.
Um lebendig zu sein und ihr Leben aufrechtzuerhalten, muss die Erde ebenfalls physische Nahrung bekommen, die sie von der Sonne bezieht. (Buch Nr. 14B, Kap. 4).
Genauso wie wir unsere Energieversorgung erhalten, indem wir Nahrung hoher Qualität (niedrige Entropie, hohe Ordnung) aufnehmen und Abfallprodukte niedriger Qualität (hohe Entropie oder Unordnung) ausscheiden, so isst der Planet „Sonnenstoff“. Auf diese Weise nimmt er Licht bzw. Kurzwellenstrahlung von hoher Qualität (niedrige Entropie) auf, was die Photosynthese antreiben kann, und sendet langwellige Wärmestrahlung von niedriger Qualität (hohe Entropie) in den Weltraum als eine Art Exkrement aus. Um eine konstante Temperatur aufrechtzuerhalten muss die Erde nämlich genauso viel Wärme in den Weltraum ausstrahlen wie sie von der Sonne erhält.
In der Martinus-Literatur finden sich etliche Stellen, wo man Beschreibungen der Erde als Lebewesen lesen kann, zum Beispiel LB3, 555–567 and Beisetzung, Kap. 82–87.
4. Das Lebenseinheitsprinzip in der Natur
Eine lebende Erde muss ihren Lebensraum in einem lebenden Sonnensystem haben, um in der Lage zu sein, ihre Biosphäre zu erhalten. Angetrieben durch das Licht der Sonne, existiert diese Biosphäre unter anderem dank der Photosynthese. Das Sonnensystem wiederum hat seinen Lebensraum in einer Galaxie und diese hat ihren Lebensraum in einem Galaxienhaufen und so weiter. Aber hier, weit draußen im Nebel des Makrokosmos, beginnt die Wahrnehmungsfähigkeit des Menschen unklar und verschwommen zu werden.
Auf einem lebenden Planeten muss es lebende Tiere und Pflanzen geben. Die Organismen müssen aus lebenden Organen aufgebaut sein und diese gleichermaßen aus lebenden Zellen, die sich wiederum aus lebenden organischen Molekülen zusammensetzen müssen und so weiter. Aber hier, in der Tiefe der Elektronenwolken innerhalb eines Mikrokosmos, beginnt die menschliche Wahrnehmungsfähigkeit wiederum unklar und verschwommen zu werden. Aber innerhalb unseres eigenen Wahrnehmungshorizontes sehen wir das einfache Prinzip folglich sehr klar, dass Leben aus Leben aufgebaut ist, welches sich wiederholend aus Leben von Leben zusammensetzt und so weiter. Martinus hat dies auch in seinem Symbol des Lebenseinheitsprinzips gezeigt.
Folglich besteht ein Galaxiencluster aus Galaxien, die aus Sonnensystemen gebildet sind. Diese Sonnensysteme bestehen aus Planeten, die aus Organismen hervorgehen. Gleicherweise sind Organismen aus Organen aufgebaut, wie aus Zellen hervorgehen, die wiederum aus Molekülen, Atomen und Elektronen aufgebaut sind.
Entsprechend dem Lebenseinheitsprinzip setzt sich dieser Prozess in ewig fort, aufwärts in den unendlich großen Makrokosmos und abwärts in unendlich kleinen Mikrokosmos. Es ist genauso wie mit den Fraktalbildern, bei denen man in ein kleines Detail hineingehen und es dann vergrößern kann und danach wieder ins Detail gehen und dieses ebenfalls vergößern kann. Auf diese Weise kann die Reise hinunter in den Mikrokosmos auf ewig weitergehen. Man kann den fraktalen Film auch in umgekehrter Richtung abspielen und daraus wird eine ewige Reise hinauf in den Makrokosmos. Martinus erklärt, dass man mit kosmischem Bewusstsein bzw. komischer Intuition endlos Reisen hinunter durch gegenwärtige Lebewesen in den Mikrokosmos und hinauf durch den Makrokosmos unternehmen kann. (Siehe auch LB6, 2114–2118).
5. Das Klima wird durch das Makrowesen bestimmt und nicht durch die Mikrowesen
Martinus zeigt, dass es das Makrowesen ist, das das Klima des Mikrowesens bestimmt. Menschen steuern das Klima, das in ihrer Organ-, Zell- und molekularen Welt zu finden ist, genauso wie die Galaxien und die Sonnensysteme das Klima auf den Planeten steuern und regulieren. Im Zusammenhang mit der CO2-Debatte sollte man demzufolge die enormen eigenen Möglichkeiten der Erde, die Menge an CO2 in der Atmosphäre zu reduzieren, nicht unterschätzen, zum Beispiel mit einer gesteigerter Photosynthese oder einer Einlagerung von Kalzium CaCO3 in den Ozeanen. Bei einer gesteigerten Zunahme von CO2 in einem Ökosystem wird das System natürlich mit einer Verringerung des Gehaltes reagieren. Martinus zufolge sind es nicht die Mikrowesen, d.h. die Menschen, die für das Klima auf der Erde verantwortlich sind, sondern vielmehr die Makrowesen, die Erde, die Sonne und die Galaxis.
Von wissenschaftlichen Arbeitsgruppen kann dies durch Forschungen am Dänischen Weltraumzentrum (jetzt: DTU National Space Institute at the Technical University of Denmark) teilweise bestätigt werden. Diese Forschungen zeigen eine bisher unbekannte Verbindung zwischen dem Umfang an Leben auf der Erde und dem Umfang an kosmischer Strahlung. Das Klima und der Umfang von Leben auf der Erde sind diesen Forschungsergebnissen folgend nicht von menschlichen Aktivitäten abhängig, sondern hängen von der kosmischen Strahlung sowohl der Sonne als auch der gesamten Galaxis ab. Darüber hinaus verursacht die sich verändernde Beziehung zwischen der Milchstraße und den zwei benachbarten Galaxien, der großen und der kleinen Magellanschen Wolke, ebenfalls Veränderungen in der kosmischen Strahlung und hat damit eine wesentliche Bedeutung für den Umfang von Leben auf der Erde. (Henrik Svensmark, Astronomische Nachrichten, Band 327, Nr. 9, Seiten 866–875, Nov 2006; siehe auch: Henrik Svensmark; Nigel Calder: Sterne steuern unser Klima. Eine neue Theorie zur Erderwärmung, Düsseldorf 2008).
Tatsächlich schrieb Martinus schon 1939, dass die „magnetischen Stürme, … das Leben und die Natur der sie umgebenden Planeten beherrschen”. (LB2, 353).
Magnetische Stürme auf der Sonne haben außerdem eine Wirkung auf die spirituelle Struktur der Erde, die eindeutig elektrischer bzw. magnetischer Natur ist. Alles was auf den Sonnen geschieht, hat einen Einfluss auf das Leben auf den Planeten.
Insbesondere Menschen mit einem schwachen Herzen können unter solchen magnetischen Stürmen der Sonne Unannehmlichkeiten erleiden und einige können tatsächlich bei einer solchen Gelegenheit sterben. Während einer Fragestunde sagte Martinus, dass Magnetstürme auf der Sonne das gesamte Nervensystem von Menschen mit schlechten oder geschwächten Nerven durcheinanderbringen können, so dass sie unter Benommenheit, Kopfschmerzen oder Migräne leiden können. Normalerweise würden unsere Nerven nicht beeinträchtigt, aber manche sind so geschwächt, dass sie nicht vermeiden können, darauf zu reagieren. Aber mit einem gesunden bzw. kräftigen Organismus ist man gut geschützt. (Varnhem, Schweden, 1968).
In diversen Vorträgen betont Martinus, dass große menschliche Katastrophen, insbesondere Überschwemmungen, Vulkanausbrüche und Erdbeben, nur Nervenreaktionen sind, die vom Planeten erlebt werden. Allgemeiner gefasst ist es das bewusste mentale Leben der Erde, das das gesamte Klima in ihrem Organismus bestimmt. Eine Periode mit vielen Klimarekorden wird daher auch mit ungewöhnlicher Aktivität im Bewusstsein der Erde gepaart sein. Zurzeit befindet sich die Erde in einer äußerst kritischen Phase der Evolution, in der sie ihr Bewusstsein von den animalischen Tendenzen säubert. Daher ist es nicht so merkwürdig, dass diese ziemlich dramatische Reinigung manchmal auf der physischen Ebene in den zahlreichen extremen klimatischen Bedingungen resultieren kann, die wir derzeit erleben.
Wenn jemand kämpft und ärgerlich und gereizt wird, oder möglicherweise traurig und deprimiert wird, dann wird das ebenso einen äußerst kritischen Effekt auf das Klima in seinem eigenen Organismus haben.
Wir sind genauso ein „Gott“ für unser eigenes Universum wie die Erde ein Gott oder die Vorsehung für alle Lebewesen ist, die sich in ihrer Biosphäre befinden. Auf diese Weise kann gesagt werden, dass sowohl der Planet als auch die Menschheit in Gottes Abbild, ihm gleichend, geschaffen sind. Martinus hat dieses Thema in Zusammenhang mit dem Grundfazit Nr. 9 in der Lösung des Lebensmysteriums analysiert. (LB3, 699–700, DEW3, 32.11).
6. Aussterbende Tierarten auf der Erde
Man liest davon, dass diverse Tierarten dabei sind, ausgerottet zu werden, und dass andere vom Aussterben bedroht sind, wie z.B. Löwen und Tiger. Aber kosmisch gesehen kann eine Art nicht ausgerottet werden. Sie kann jedoch während ihres Aufenthaltes in der geistigen Welt nach dem Tod verlagert werden, so dass sie das nächste Mal auf einem anderen Planeten inkarniert, wo die Bedingungen für ihre fortgesetzte Evolution angemessener sind. (Siehe DEW3, 27.1, LB1, 247 und Die Ideale Nahrung, Kap. 7).
Die Ausrottung einiger Tierarten, die wir heutzutage sehen, muss im Zusammenhang mit der Idee gesehen werden, dass der Planet ein Lebewesen ist, das eine Entwicklung durchmacht und sich vorwärts zur Vervollkommnung bewegt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt dominierten Reptilien wie Echsen und Dinosaurier die Erde, aber später wurden sie zum Vorteil der Evolution der Vögel und der höheren Säugetiere fast ausgerottet. Dies kann ebenso als Bindeglied zur Evolution des Erdenbewusstseins gesehen werden. Mit der Evolution der Affen und später der Menschen ging der Planet einen weiteren großen Schritt in der Evolution des höheren Bewusstseins vorwärts.
Weil die Menschen die entwickeltsten Zellen im Planeten darstellen, ergibt sich aus der Evolution in Richtung Vervollkommnung, dass diejenigen Tiere, die für den Menschen gefährlich oder giftig sind, aussterben. Letztlich werden sie aussterben, um in Harmonie mit den Bewusstseinskräften des Planeten zu sein. Dies ist der entscheidende Faktor, dessentwegen sich Lebewesen auf der Erde befinden. (Siehe LB1, 48, DEW3, 27.1 und Das intellektualisierte Christentum, 91).
Demnach werden neue Tierarten, die in der Zukunft inkarnieren sollten, friedvolle Tiere sein, die mit den Menschen von morgen in Frieden zusammen leben können.
Pflanzen, Tiere und Menschen sind in der Tat als Mikrowesen im Organismus der Erde zu betrachten. Der Planet kann gleichzeitig mit seiner Evolution des Bewusstseins neue Arten anziehen und andere abstoßen, indem er das Leben für sie schwer macht, so dass sie aussterben.
Norwegen und Schweden erleben eine lebendige Debatte darüber, ob die wenigen Wölfe, die übrig geblieben sind, erschossen werden sollen, weil sie das Vieh der Landwirte reißen, und weil viele Menschen Angst haben, in den Wald zu gehen. Demnach könnte es so erscheinen, als ob es die Menschen wären, die darüber entscheiden, welche Arten auf der Erde überlebten, aber im Grunde ist es das Planetwesen, das entscheidet.
Martinus schreibt: „Das Los der Menschen, an einer Regulierung der Anzahl der Lebewesen auf der Erde beizutragen, ist in Wirklichkeit eine Bagatelle neben dem wirklichen Regulierungsfaktor, der geistigen Atmosphäre der Erde, da diese das unmittelbar auslösende Moment bei der Anziehungs- und Abstoßungsfähigkeit der Erde ist. Diese Fähigkeit wiederum ist gemäß kosmischer Analysen das Fundament für die astronomischen Verhältnisse und damit auch für ihr Klima. Folglich bestimmt die geistige Atmosphäre dadurch alle Ernährungsverhältnisse und Existenzmöglichkeiten und damit auch die Anzahl der Lebewesen auf dem Erdball.“ (Die ideale Nahrung, Kap. 7).
7. Menschen sind die Gehirnzellen der Erde und die Gesamtheit der Menschen ist ihre Hirnsubstanz
Es können schon aus rein physikalischen Gegebenheiten gute Gründe dafür angeführt werden, dass die Erde ein Lebewesen ist. Martinus‘ Fachgebiet ist jedoch nicht die Naturwissenschaft sondern die Geisteswissenschaft, und in dieser Beziehung ist es sehr interessant, diese Frage zu untersuchen – worüber denkt die Erde nach?
Bewusstsein ist allen Lebewesen gemeinsam, wobei Bewusstsein in seiner weitesten Definition laut Martinus die Fähigkeit zu erleben und zu handeln ist. Auf der jeweiligen Ebene zeigen alle Lebewesen eine Bewusstseinsaktivität. Der Planet besitzt ebenfalls sein Bewusstsein und Denken, wie Martinus in seinem Schrifttum analysiert hat. (LB1, Kapitel 1–5, Kosmos Nr. 1, 2, 3/1998).
Die entwickeltsten Zellen im Erdwesen sind die Menschen, und sie sind somit eine Art von Gehirnzellen im physischen Organismus der Erde. Das Material, das sich aus der Gesamtheit der Erdenmenschheit zusammensetzt, ist auf diese Weise die Hirnsubstanz der Erde.
Die Kulturen der Erde mit ihren auf dem Planeten auftretenden zugehörigen Religionen sind somit die Gedanken der Erde. Die Hochkulturen, die dort auf dem Planeten existiert haben, sind der Ausdruck besonders inspirierter Gedanken. Umgekehrt sind alle Kriege, Konflikte und Zerstörungen, die dort aufgetreten sind, der Ausdruck für negative oder primitive Gedanken. All die vielen Religionen, Kulturen, wissenschaftlichen und politischen Strömungen in der Gesellschaft sind auf diese Weise ein Ausdruck für das Denken der Erde.
In seiner Kosmologie beschreibt Martinus, dass es ebenso wie es eine menschliche Gemeinschaft gibt, es folglich auch eine Gemeinschaft makrokosmischer Wesen in der Form einer Planetengemeinschaft und in einem noch größeren Format eine Gemeinschaft von Sonnensystemen sowie Galaxien usw. gibt. (LB1, 58).
Daher ist es nicht so schwierig, sich vorzustellen, dass die Erde mit anderen lebenden Planeten vermittels von Strahlung kommunizieren könnte. Martinus legt dar, dass wenn unser Planet durch einen anderen Planeten verärgert oder gereizt wird, sich dies als Krieg hier auf der Erde zeigt. Krieg ist daher eine Folge des Wutausbruchs der Erde gegen einen anderen Planeten. Aber darauf, gegen welchen Planeten bzw. welches Mitwesen sich diese Energiefreisetzung richtet, geht Martinus nicht ein. (Die ideale Nahrung, Kap. 21).
Aber die Menschen und damit die Erde selbst leiden außerordentlich unter diesem Wutausbruch. Wir haben diese Ausbrüche unter anderem in Form von zwei Weltkriegen gesehen, wo viele Gehirnzellen der Erde (Menschen) getötet wurden, während andere verstümmelt oder verletzt wurden. Ein großer Anteil der Hirnsubstanz der Erde wurde schlichtweg zerstört. Dementsprechend meint Martinus, dass ein Mensch mit einem Wutanfall ebenso Unordnung in seine Mikrowesen und seine Hirnsubstanz hineinbringt.
Martinus sagte: „Die Weltkriege werden die Schaffung einer Welt mit einer Weltregierung und mit einem Kulturzentrum im Kaukasus hervorbringen. Es wird eine Pyramide ähnlich der Cheopspyramide gebaut werden, wo alle Symbole zusammengestellt sein werden. Es wird ein zentralisiertes Produktions- und Verteilungssystem entstehen. Danach wird ein ‚tausendjähriges Reich‘ folgen und es anschließend eine besondere Sorge für die Ausmerzung der dunklen psychischen Mächte geben – eine abschließende Reinigung der Mentalität der Erde.” (Privater Bericht von einem Donnerstagstreffen).
8. Die Verbindung zwischen dem falschen Denken der Menschen und der Erde
Man kann wie erwähnt gegenüber dem Mikroleben im eigenen Organismus falsch oder lieblos denken und handeln, indem man zornig ist oder andere negative Gedanken hat. Da die Gedanken die höchste natürliche Kraft im Organismus sind, schaffen sie das Klima, in dem die Mikrowesen zu leben haben.
Wenn die Menschen also nicht imstande sind, richtig zu denken, und nicht wissen, welche Verantwortung sie mit falschem Denken auf sich laden, müssen sie dies lernen. Daher befinden sich die Menschen im Organismus der Erde, wo sich eine Vielfalt von Disharmonie, Katastrophen, Verstümmelung und Leiden abspielen. Dies ist genau das gleiche, dessen Zeuge wir in Bezug auf den eigenen unfertigen Organismus des Menschen sind. Was eine Person im Mikrokosmos sät, wird sie im Makrokosmos ernten. (Siehe: LB6, 2020).
Der große Organismus, in dem sich die Menschen als Mikrowesen befinden, ist also von gleicher Qualität wie ihr eigener Organismus.
Martinus schreibt: „Der große ‚Organismus‘, in dem sich die Menschen als ‚Mikrowesen‘ befinden, ist also seiner Natur nach von derselben Qualität wie der des Erdenmenschen. Das bedeutet also wiederum, dass das große Ich, das den Erdball zum Organismus hat, auch nicht richtig denkt. Die Gedankenenergie oder Lebenskraft dieses Wesens, die mit unseren ‚Naturkräften‘ identisch ist, ist also auch nicht vollkommen. Es entstehen Naturkatastrophen, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Erdbeben, Zyklone, tödliche Kälte und Wärme, also ein Erschweren der Lebensbedingungen für seine ‚Mikroindividuen‘, zu denen die Menschen gehören.“ (Beisetzung, Kap. 100).
Nachdem Martinus kosmisches Bewusstsein erlangt hatte, erklärte er, dass er leuchtende und funkelnde Welten sah, mit Menschheiten, die eine Moral und einen Idealismus besaßen, die weit über die auf der Erde akzeptierte Moral hinausgingen. Aber er sah ebenso Welten, die von einer viel niedrigeren Natur waren, mit einer Barbarei, die erforderte, dass die Lebewesen töten mussten, um zu leben. Das Ergebnis war, dass diese Welten Schauplätze für Krankheit, Not und Elend, Sorge und Leiden wurden. (LB1, 21).
Die Schicksalslage der Erdenmenschheit ist zu hoch entwickelt, als dass sie auf Planeten mit solch rauen, primitiven und barbarischen Bedingungen inkarnieren würden. Aber wenn die unfertige Erdenmenschheit auf einem Planeten inkarnieren würde, wo alles in Harmonie wäre, würde dies dort Zwietracht hervorrufen und die Mikroindividuen wären viel zu primitiv.
Die kosmischen Gesetze stellen sicher, dass jedes Wesen genau in einem solchen Makroindividuum inkarniert, das die gleiche Stufe der Evolution verkörpert. Somit hat ein Mikroindividuum durch seine Außenwelt ein Bild seiner eigenen Innenwelt. Martinus deutet das Karmagesetz als ein Spiegelprinzip. (LB4, 1262; LB6, 2128).
9. Der Planet hat eine leichte Behinderung
Martinus beschreibt, dass der Planet aufgrund seiner Achsenneigung eine leichte Behinderung hat, die in den gemäßigten Zonen der Grund für die große Differenz von Sommer und Winter ist. Dies macht vielen seiner Mikrowesen große Schwierigkeiten. Aufgrund der Achsenneigung gibt es an manchen Orten mit Dunkelheit, Kälte, Frost und Schnee und an anderen mit Dürre und Hitze ein hartes Klima. Die Menschen müssen Häuser mit Licht und Wärme bauen, um sich vor der Rauheit des Klimas zu schützen. Mit einer bezüglich der Umlaufbahn des Planeten rechtwinkligen Drehachse würden Nacht und Tag immer die gleiche Länge haben, und es gäbe im Grunde keine Jahreszeiten. In bestimmten gemäßigten Zonen gäbe es das ganze Jahr hindurch einen lieblichen Sommer.
Wenn Martinus das Wort „Behinderung“ benutzt, tut er dies, weil das harte Klima für die Mikroindividuen und damit für den Planeten selbst große Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten verursacht. Das Erdwesen ist selbst verantwortlich für diese Achsenneigung bzw. Behinderung. Es sind die Mängel in seiner Mentalität, die der Grund für dieses Schicksal sind, so dass es selbst und viele seiner Mikrowesen unter der Winterkälte und Dunkelheit leiden müssen. Der permanente Kampf der Menschen gegen die Folgen der Achsenneigung der Erde hatte jedoch den Nutzen, dass sie einen sehr hohen Technologiestandard entwickelt haben. Als Ergebnis waren sie imstande, die Wirkungen dieser Behinderung mit der Schaffung von künstlichem Licht und künstlicher Wärme abzuschwächen. Der Geburtsort der Technologie konnte nicht in den warmen Ländern gewesen sein, sondern nur in Ländern, wo die Menschen gegen die Elemente kämpfen mussten.
Der Planet, der ein Organ im Sonnensystem ist, erhält seine lebenspendende Kraft von der Sonne und steht daher in einem kritischen Abhängigkeitsverhältnis zu ihr. Deshalb ist es nicht unwesentlich, dass die Relation der Erde zur Sonne in der einen oder anderen Weise verlagert worden ist, was das Leben für Menschen in den kalten Ländern in stärkerem Maße schwierig machte. (Siehe LB3, 658–660).
Martinus zufolge hatte das Erdwesen eine viel zu gewalttätige geistige Entwicklung bzw. einen übermäßigen Gebrauch explosiver Energien in seinem Bewusstsein, und so wurde seine Drehachse mit in der Folge gigantischen Katastrophen verschoben. Dieser Zornausbruch oder Wutanfall hat sich gegen einen anderen Planeten gerichtet und die Folgen dieses allzu starken Energieaustauschs hatte die große Katastrophe herbeigeführt, wobei der Planet in Relation zur Sonne verschoben worden ist. Martinus betrachtet in der Darstellung des Problems nur das Prinzip, und er nimmt dazu keine Stellung, ob die Erde einem anderen Himmelskörper zu nahe gekommen oder tatsächlich mit ihm zusammengestoßen ist. (Siehe LB3, 662).
10. Das Bewusstsein des Planeten ist für die klimatischen Bedingungen verantwortlich
Das Klima und die physischen Lebensbedingungen werden in erster Linie durch die Drehung der Erde um ihre Achse und ihre Umlaufbahn um die Sonne bestimmt. Aber da der Planet ein Lebewesen ist, leuchtet es ein, dass sein Bewusstsein und seine Gedanken ebenfalls eine maßgebliche Rolle für diese Achsenneigung spielen müssen, die die sehr speziellen Klimabedingungen auf dem Planeten herbeigeführt hat.
Von einem gewissen Standpunkt aus gesehen ist es daher das Erdwesen, das für die schwierigen Klimabedingungen verantwortlich ist. Aber selbst wenn die Achse aufgerichtet würde und es genug Nahrung für alle gäbe, würden die Menschen nicht aufhören, sich über das andere Geschlecht zu streiten, es gäbe weiterhin Eifersuchtsdramen mit Mord und Selbstmord. Die Menschen würden weiterhin Macht anstreben, sich über andere erheben und sie beherrschen. Damit die Menschen auf Erden in einer Welt leben können, die keine Polizei, Justizverwaltung Zwangsarbeit und Monopolisierung des Vermögens braucht, ist eine Mentalitätsänderung erforderlich.
Wegen der unfertigen Mentalität der Erdmenschen werden sie natürlicherweise von einem Planeten mit entsprechend schwierigem Klima angezogen. Dass die Menschen nicht auf einem anderen Planeten im Universum leben, wo die Bedingungen nicht durch eine Achsenneigung erschwert werden, liegt daher an dem Fakt, dass die physische und psychische Struktur der Erdenmenschheit natürlicherweise zum Status der Erde passt. Dies ist auch deshalb so, weil sie hier die Möglichkeit hat, sich in ihrem Kampf mit den Naturgewalten zu entwickeln. So ist es die eigene Schicksalsgestaltung der Menschen, die dafür sorgt, dass sie von dem Planeten angezogen werden. (Kosmos, Nr. 11/1987).
11. Werden die Menschen weiterhin unter der Achsenneigung der Erde leiden?
Im Lichte der mechanischen Physik mit den newtonschen Gesetzen wird sich das Drehmoment des Planeten und damit seine Achsenneigung in den nächsten Millionen von Jahren nicht ändern, es sei denn, dass die Erde unerwarteterweise einer großen Kraft, die von außen einwirkt, ausgesetzt ist.
Martinus erklärt, dass es für die Menschen nicht nötig ist, dass die Erdachse aufgerichtet wird, weil sie mit ihren entwickelten technischen Fähigkeiten – Wohnungen mit künstlicher Wärme und Licht usw. – die Unannehmlichkeiten, die durch die Rotation der Achsenneigung verursacht wird, überwunden haben. In der gegenwärtigen Inkarnation des Erd-Ichs sollte man nicht erwarten, dass der Erdorganismus aus einem so gewaltsamen Schock herauskommt, dass seine Achse plötzlich in seine normale Position im richtigen Winkel bezüglich der Umlaufbahn des Planeten zurückgebracht würde. Eine plötzliche Änderung der Achsenneigung würde eine gigantische Katastrophe für die Menschheit mit sich bringen.
Martinus schreibt: „Eine solche gigantische Katastrophe kann, was die Erde betrifft, nicht mehr stattfinden. Wenn die Erdachse überhaupt zur senkrechten Stellung in der Umlaufebene zurückkehren kann, so kann das nur auf eine für die Mikrowesen fast unmerkliche Weise geschehen, auf eine Weise, die Jahrmillionen nach Jahrmillionen für ihre Durchführung benötigt. Die Invalidität der Erde ist also in gewisser Weise chronisch.“ (LB3, 667).
Andererseits können sich der magnetische Nordpol und Südpol durchaus ohne bemerkenswerte Unannehmlichkeiten für die Erdbewohner verlagern.
Genauso wie der Planet eine schräge Achse hat, die Schwierigkeiten verursacht, so haben die Menschen auf der Erde ebenso eine Art geistig schräge Achse, wobei sie unter ihrem unfertigen und primitiven Zustand leiden müssen.
Martinus schreibt: „Solange es Menschen gibt, die in Überfluss und Völlerei leben, während andere an Hunger sterben, und solange geistige Vulkanausbrüche zwischen Nationen und Individuen wüten, werden Erdmenschen unter den Wirkungen ihrer geistig schrägen Achse leiden.“ (Kosmos, Nr. 11/1987).
Es ist nicht die Absicht, dass die Menschen auf der Erde weiterhin unter den Wirkungen der eigenen geistig schrägen Achse leiden sollten; es ist einfach die Frage, wie sie aufgerichtet werden kann? Nun gut, Martinus‘ Meinung ist: mit der Geisteswissenschaft als Führerin zur Selbsthilfe, werden sie schrittweise aus ihrer geistigen Schräglage herauskommen. Immer mehr Gehirnzellen des Planeten werden sich allmählich weiterentwickeln, um die geistige Ausgewogenheit zu erlangen, die die physische Erde in eine friedliche Welt verwandeln kann.
Es sind die Sehnsüchte, Wünsche und Gelüste der Vergangenheit, die das gegenwärtige Schicksal der Menschheit geschaffen haben, und daher ist es von großer Wichtigkeit, was die individuelle Person sich ersehnt und was sie schließlich tut, um ihre Sehnsüchte zu erfüllen.
Die Menschen auf der Erde befinden sich auf einer Stufe der Evolution, wo sie davon gesättigt sind, die Wirkungen des Egoismus zu ernten. Sie sind vom Erdwesen angezogen worden, weil es ein Makrowesen ist, dessen Gedanken und Willen auf die gleiche Wellenlänge gestimmt sind, nämlich der Sehnsucht nach Frieden, Harmonie und Liebe.
12. Sowohl die physische als auch die kosmische Wissenschaft sollen der gesamten Menschheit zugutekommen
Menschen, die in Gegenden mit der vollen Ausschöpfung des Kontrastprinzips der vier Jahreszeiten gelebt haben, befanden sich in einer forcierten Entwicklung, weil sie die Naturgewalten überwinden mussten. Die Menschen im Westen haben daher ein besonderes Bewusstsein mit Fokus auf physische Aktivitäten und materielle Bedingungen entwickelt. Später hat sich gezeigt, dass die materialistische Wissenschaft und Technik einen großen Nutzen für den ganzen Planeten gehabt haben. Die Menschheit hat sich, wie es in der Genesis prophezeit wurde, „die Erde untertan gemacht“, indem sie die Elemente dazu gebracht hat, für sie zu arbeiten. Durch nur einen Knopfdruck kann man Millionen von Pferdestärken für sich arbeiten lassen.
In Bezug auf die westliche Kultur hat Martinus ebenso ausgeführt, dass die Idee der Reinkarnation in Übereinstimmung mit dem Plan für die Evolution des Planeten aus dem Christentum verbannt wurde, weil die christlichen Länder sich einen materialistischen Lebensstil aneignen sollten, um die technische Entwicklung zu fördern, die zur Errichtung eines internationalen Weltreichs auf Erden notwendig wäre. Ohne die Entwicklung von Telefonen, Radio, Fernsehen, Computer, Internet, Satelliten, Roboter usw. wäre es nicht möglich, den gesamten Weltprozess in völlig gerechter Weise zu vollziehen. Die Einrichtung der Telekommunikation und des Internets kann ebenfalls als Entwicklung der Nervenfasern im globalen Gehirn gesehen werden. Dies wird als nötig erachtet, damit das globale Gehirn im kommenden Weltreich optimal funktioniert. Dies konnte jedoch nicht ohne die Entwicklung der materialistischen Wissenschaft und Technik erreicht werden. Die Erfindungen, die wir heute sehen, sind erst ein kleiner Beginn, die Zukunft wird die unglaublichsten Erfindungen bringen, um der Menschheit zu nützen und sie zu erfreuen. Maschinen sind unsere Freunde!
All das bedeutet nicht, dass die Kultur des Westens der des Ostens überlegen ist. Eher besagt dies, dass bestimmte Entwicklungsfaktoren, die für die weitere Evolution der Menschheit notwendig sind, in einem bestimmten Zeitraum auf solche Orte der Erde konzentriert worden sind, wo die Bedingungen für Entwicklung dieser Angelegenheiten vorhanden waren. Der vorherrschende Materialismus und Atheismus des Westens wird sich in hohem Maße auf den Osten und über den ganzen Planeten ausbreiten. Aber dieser Impuls aus dem Westen, der die Kultur des Ostens befruchten wird, wird nicht nur aus materialistischer Wissenschaft bestehen, sondern auch aus kosmischer oder Geisteswissenschaft, die präzise in der Lage sein wird, die materialistische Wissenschaft mit den großen Wahrheiten, die hinter der religiösen Mystik des Ostens verborgen liegen, zu vereinen.
13. Das Ich und das Bewusstsein des Erdwesens steuert den Lauf der Evolution auf der Erde
Hinter jedem physischen Organismus gibt es ein leitendes Bewusstsein, wie es auch ein leitendes Bewusstsein hinter der Erde gibt, das die höchste Autorität des gesamten Planeten darstellt.
Martinus zufolge ist die höchste Autorität für den gesamten Bereich der Erde eindeutig das Ich des Planeten. Es sind nicht, wie viele glauben, die unterschiedlich großen Mächte oder Staatenlenker. Ob eine große Macht aufsteigt oder fällt, ob eine Rasse fortschreitet oder stagniert, oder ob die Grenzen der Länder hier oder dort gesetzt werden, wird einzig durch das Ich der Erde und ihr Bewusstsein bestimmt.
Ehemals waren es die Pharaonen und Könige, die dem Geist oder Bewusstsein der Erde am nähesten waren, und sie waren dementsprechend eine Art von physischem Talentkern für das Ich der Erde, das auf diese Weise den physischen und geistigen Lauf der Mikrowesen bzw. der Menschheit bestimmen konnte. Durch diese Talentkerne konnte das Ich der Erde seinen Willen durch eine absolute Monarchie oder Diktatur der Könige entfalten. Das Königtum wurde gewissermaßen angestoßen und war daher speziell geeignet, Impulse vom Ich der Erde zu empfangen. Die letzten Überreste davon finden sich unter anderem in dem Ausdruck „König von Gottes Gnaden“.
Indem die Menschheit schrittweise Intelligenz und unabhängiges Denken entwickelte, begannen der Niedergang von Diktatur und Königsmacht. Mit Revolten und Revolutionen kamen andere Regierungsformen auf, bei denen das Individuum dank einer höheren Stufe der Evolution größeren Einfluss erlangte.
Es waren nicht Führer wie Lenin, Stalin, Hitler, Churchill oder Roosevelt, die den Lauf der Welt bestimmten. Sie waren empfänglich bzw. Talentkerne für die Impulse des Bewusstseins des Erden-Ich, aber es ist das Erden-Ich, das die Evolution steuert und das die unterschiedlichen Staatslenker auswählt und absetzt, wenn es am besten zur Planetenentwicklung passt. (Kosmos, Nr. 1/1998)
Abbildung 1: Die zwei Gesichter des Erdenmenschen. Martinus hat diese Symbolzeichnung in seinen Vorträgen verwendet, wenn er erklärte, dass der irdische Mensch halb Tier und halb Mensch ist. Die Symbolzeichnung stammt von Hans Henning Withus (1920–1947).
14. Der Planet in der Krise: Diktatur oder Demokratie
Genauso wie der irdische Mensch ist das Planetenwesen ein Sphinx-Wesen. Die Organe im menschlichen Organismus arbeiten perfekt zusammen, aber die verschiedenen Länder oder Nationen auf der Erde haben diese perfekte Zusammenarbeit noch nicht erreicht.
Gerade jetzt ist der Geist des Planeten in einer Krise, wo sich zwei gegensätzliche Tendenzen des Bewusstseins bekämpfen. Es gibt keine Harmonie zwischen den Rassen, Völkern und unterschiedlichen Nationen auf der Erde, und diese Zwietracht beruht auf dem Ich der Erde, das sich in einer Art Krise befindet, in der es die eine oder die andere von zwei Ideologien wählen muss, Diktatur oder Demokratie, staatliche Unterdrückung oder staatlichen Schutz der Individuen.
Die unterschiedlichen Herrscher oder Diktatoren sind von den zugrundeliegenden egoistischen Seiten des Bewusstseins des Erd-Ichs begeistert bzw. besessen, und daher können ihre Ansprachen, Vorträge und ihr Gebaren ungemein kraftvoll und überzeugend sein. Alle Präsidenten und die großen Führer in der Welt sind daher von denjenigen Gedankenimpulsen des Erd-Ichs besessen, mit denen sie in ihrem täglichen Leben am meisten sympathisieren. Auf diese Weise können die Gedanken des Planeten in der Politik und dem Leben der Gesellschaft erlebt werden.
Religiöse Führer und die Welterlöser erhalten ebenfalls immense Unterstützung und Hilfe vom Erd-Ich. Paradoxerweise erhielten sowohl Hitler als auch Jesus immense Unterstützung durch das Erd-Ich, allerdings jeweils getrennt von einer seiner zwei gegensätzlichen Seiten des Bewusstseins. In der gegenwärtigen Phase der Entwicklung erhält der Diktator nicht die volle Unterstützung des Planeten-Ichs und kann sogar in gewissem Grade Gegenstand der Opposition sein. Die Ideologie der Diktatur ist dabei abzuklingen bzw. auszusterben. Andererseits sind die Welterlöser in Gang gesetzte Talentkerne für die Weltanschauung universaler Liebe, die im Kommen ist. Von den zwei Weltanschauungen in der Welt ist also eine dabei auszusterben, während die andere geboren wird. Die Welt erlebt daher einen Kampf, der den Todeskampf einer alten Kultur und die Geburtswehen einer neuen Kultur widerspiegelt.
Als Barack Hussein Obama zum Präsidenten gewählt wurde, und nach den vielen Jahren mit schwarzen Sklaven in den USA im Januar 2009 eine schwarze Familie ins Weiße Haus einzog, war diese ebenso eine Widerspiegelung dessen, wie sich das Erdwesen in Bezug auf Toleranz und Demokratie vorwärts bewegt hatte. Obama muss zu dieser Zeit das beste Werkzeug für die Entwicklung des Bewusstseins des Erdwesens in dieser Region gewesen sein.
15. Der Dritte Weltkrieg
Trotz der Tatsache, dass die Welt schon zwei Weltkriege und weitere größere Kriege durchlebt hat, bewaffnen sich die Völker dennoch für neue Kriege. Sie bereiten sich nicht auf Versöhnlichkeit, globale Freundschaft und Gleichheit vor. Sie bereiten sich immer noch darauf vor, die anderen so weit wie möglich auszunutzen.
Im Laufe der Zeit gab es viele Prophezeiungen über die letzte Schlacht, die die Götterdämmerung, der Tag des jüngsten Gerichts, das Ende der Welt, die Letzten Tage, Armageddon und die Apokalypse genannt wird. Martinus erörtert, dass der Tag des jüngsten Gerichts kein Tag ist, sondern eine gesamte Zeitepoche, die mit dem Ersten Weltkrieg angefangen hat und die nur abgeschlossen sein wird, wenn zusätzlich einige noch größere Weltkriege über den Planeten hinweggezogen sind. Diese Kriege sind erforderlich. Dadurch können die Menschen alle die Erfahrungen machen, die in ihrem Herzen nötig sind, um sich völlig vom Krieg in allen seinen Formen zu distanzieren. Sie werden 100-prozentige Pazifisten wie Jesus sein, der eher sein eigenes Leben hingeben würde, als jemandes anderes Leben zu nehmen. Jeder Mensch auf der Erde muss dahin gelangen, die Wahrheit in Jesu Worten zu lernen: „Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen.“
Martinus zufolge werden Kriege auf der Erde möglicherweise die nächsten 500 Jahre stattfinden. Aber in 100 Jahren sollten die großen Weltkriege beendet sein, und dann werden die internationalen Abrüstungsverhandlungen dazu führen, dass der Krieg verboten ist. Den Ländern wird verboten, ihr eigenes Militär zu haben, es wird nur eine Militärmacht geben, und das wird die Weltpolizei sein.
Das „Kriegsministerium“, das seinen Namen vor langer Zeit in „Verteidigungsministerium“ umbenannt hat, wird schließlich zum „Vergebungsministerium“.
Wenn nicht etliche Kriege auf der Erde stattfinden würden, wären die Menschen nicht imstande, sich weiterzuentwickeln und aus dem Tierreich hinaus- und in das wahre Menschenreich hineinzukommen. Der Zusammenprall vieler falscher Ideen mit dem Gesetz der Liebe wird zu dem Guten führen, dass die Menschen durch die direkte eigene Sprache des Lebens selbst den Kontrast zwischen Gut und Böse lernen und erfahren können.
So ist der Krieg der Weg zum Frieden. Krankheit ist der Weg zur Gesundheit. Unglück ist der Weg zum Glück. Selbstsucht ist der Weg zur Liebe. Alle der vielen Leiden auf der Erde sind nicht umsonst, weil sie den Menschen die Erfahrungen und Talente bieten, die sie in der Liebesevolution voranbringen werden. Das sogenannte Böse ist also ein unangenehmes Gutes. Jede schmerzhafte Erfahrung gibt der Menschheit die göttlichste Gabe, die sie empfangen kann, nämlich Menschlichkeit und Liebe.
In Bezug auf die Notwendigkeit der Erfahrungsbildung durch die bevorstehenden Weltkriege hat Martinus dieses Thema im Zusammenhang mit dem Symbol Das Karma der Menschheit (DEW2, Symbol Nr. 25) analysiert.
Martinus hat den Weg der Evolution zum kommenden Weltreich und dessen innere Beziehungen in der Erklärung zu dem Symbol Das zukünftige vollkommene Menschenreich (DEW2, Symbol Nr. 26) näher analysiert.
16. Die Doppelmoral der Nationen
Die Menschen auf dem Planeten leben gewissermaßen in einem Zustand dauernden Krieges. Wo es keinen Krieg gibt herrscht eher nur ein Waffenstillstand als wirklicher Friede. Die Staaten mit Intelligenz und überlegener Kultur, die heutzutage dominierend oder weltbeherrschend sind, haben mit den modernsten Waffen, Raketen und Atombomben die in der Weltgeschichte größten Kriege und Demonstrationen des Mordens hervorgerufen. Martinus zufolge ist Intelligenz eine neutrale Fähigkeit, die sowohl im Dienste der Menschlichkeit und einer höheren Moral als auch im Dienste des Egoismus und des Krieges genutzt werden kann. Der materialistische Kulturmensch ist „ein Riese in der technischen Schöpfung aber geradezu ein Analphabet in Moral und kosmischem Wissen“, wie Martinus es ausdrückt. (Die Weltsituation und Gottes Abbild, Buch 26D, Kap. 8).
Man mag sich darüber wundern, wie selbst Menschen in den führenden Kulturstaaten in den Krieg ziehen und Menschen in solch einem großen Maße töten können, wenn sie andererseits eine vorzügliche Intelligenz besitzen. Aber in jedem Land herrscht eine Doppelmoral. Innerhalb ihrer Grenzen sind Mord und Totschlag verboten und Straftäter werden mit langen Gefängnisstrafen und im schlimmsten Fall mit der Todesstrafe belangt. Andererseits sollen aber junge Männer Soldaten sein und lernen zu töten, und im schlimmsten Fall müssen sie in einem Krieg viele Menschen verfolgen und töten.
Ist das nicht eine doppelte Moral, die besten Soldaten, die viele Landesfeinde getötet haben, zu feiern und zu ehren, und zur gleichen Zeit diejenigen zu bestrafen und hinzurichten, die ihre eigenen persönlichen Feinde ermordet haben? In den nationalen Gesetzen existiert keine wirkliche und konsistente Moral, die gleichermaßen im einen wie im anderen Fall passt. Ist es nicht klar, dass es wirklich einen Bedarf für eine neue und sichere Weltmoral gibt?
17. Skandinavien ist gegen die kommenden Kriege geschützt
In einer Ansprache im März 1971 sagte Martinus: „Es ist wahr, dass es weitere Kriege geben wird, aber das muss uns nicht berühren. Krieg gibt es nicht für diejenigen, die gegen den Krieg arbeiten. Diejenigen, die keinen Krieg wollen und die keinen Krieg verursachen wollen, können vom Krieg nicht betroffen werden. Wir können wohl von gewöhnlichen materiellen Gegebenheiten wie Einschränkungen und Ähnlichem betroffen sein, aber ich kann sagen, dass der Krieg hier in unserer Nachbarschaft oder in Skandinavien nicht besonders heftig sein wird. Der Krieg wird nicht dort toben. Die neue Kultur muss an irgendeinem Ort geschützt sein, bis die Menschheit für sie empfänglich geworden und sie weiter verbreitet ist.“ (Kosmos, Nr. 3/1996).
In einer Fragestunde im Jahre 1973 sagte Martinus: „Es wird Kriege geben, aber in Skandinavien müssen wir uns nicht fürchten. Die Kriege werden nicht aufhören bevor die Menschen Kriegsdienstverweigerer werden. Es gibt schon viele davon, aber es gibt auch viele, die es noch nicht sind. Zwei größere Kriege werden noch kommen. Ich bin der Meinung, dass Kriege im Laufe von 500 Jahren überwunden und dann viele Länder – in den Vereinten Nationen oder Ähnlichem – vereint sein werden. Die Länder werden mehr und mehr vereint und schließlich ein Staat werden. Davor kann es in der Welt einfach weder Frieden noch eine ordnungsgemäße Regierung geben. Wenn die Welt ein Staat wird, wird es eine Sprache geben, und dann wird es sehr viel leichter gehen, wenn diese ganzen Übersetzungen nicht erforderlich sind. Viel Zeit wird gewonnen, wenn jedermann jeden anderen versteht.“ (Kosmos, Nr. 8/2009).
An seinem 87. Geburtstag, am 11. August 1977, sagte Martinus: „Die Welt hat somit diese Verhältnisse erreicht, und da ist nur dieser Kriegszustand bzw. die Apokalypse übrig, wie sie in Offenbarungen und andernorts verkündet wurden. Aber wir können tatsächlich froh sein, dass ein großer Teil aus und vorbei ist. Der ganze Hitlerismus, die Weltkriege und die Flammen des Krieges, die gerade über die Welt hinweggezogen sind, waren belastend, aber es gibt noch weiteres. Es wird nicht hier passieren, es wird in einem anderen Teil der Welt stattfinden, in den südlicheren Ländern, unten in Arabien und weiter unten. Aber ein Krieg wird offensichtlich überall seine Spuren hinterlassen. Natürlich wird es unterschiedliche Einschränkungen und Nachwirkungen geben; das kann nicht vermieden werden. Aber wir leben hier in Skandinavien am besten Platz, im Norden, der nördlichen Hemisphäre. Das ist der beste Ort.“ (Kosmos, Nr. 7/2009).
Billenstein schreibt übrigens bezüglich der letzten Periode der Kriege und Umwälzungen 2009–2034 ebenfalls über Arabien: „Die großen Zerstörer der letzten Periode scheinen die Prinzen von Fez und Arabia Felix zu sein.“ (Die Lösung zu den Prophezeiungen des Nostradamus, Seite 86).
In einem Gespräch mit seinen Mitarbeitern sagte Martinus im März 1978: „Hier in Skandinavien kommen wir am besten weg. Es ist der beste Platz auf Erden. Hier sind wir am stärksten geschützt und hier erhalten wir die Impulse der kosmischen Welten. Hier wurde das kosmische Bewusstsein offenbart und sollte für die Menschheit offenbart werden. Hier sind die Menschen, die dafür empfänglich sind, und es wird sich schrittweise über viel mehr Menschen über die ganze Welt ausbreiten, wenn die Vorsehung es freisetzt.“ (Kosmos, Nr. 3/2004).
Am 11. August 1979 sagte Martinus: „Zurzeit befinden sich die Menschen also innerhalb von Armageddon, auch wenn es Pausen ohne Krieg gibt. Wir leben an einem lieblichen Ort. Die Skandinavier und ihre Nachbarn leben in der besten Weltgegend. Aber sogar hier können die Wirkungen des Krieges offensichtlich nicht völlig vermieden werden. Er wird kommen, und er wird die Welt mit einer gemeinsamen Souveränität international machen. Die Welt ist mit der Geschäftswelt sowie ihren Importen und Exporten schon sehr international geworden, und das ist auch die Absicht Gottes. Es ist Gottes Plan, dass sie eine Welt sein wird. Die Menschen können sich wohl dagegen stemmen, aber ohne Erfolg.“ (Kosmos, Nr. 7/2008).
18. Die Erde zieht sich selbst und ihre Moral zur Rechenschaft
Wie kann es sein, dass das Erdwesen zwei so gegensätzliche Seiten in seinem Bewusstsein hat? Nun gut, der Planet ist so, wie alle anderen Lebewesen, indem er mit zwei solchen Kontrasten konfrontiert ist: Dem, was er weiß und dem was er nicht weiß.
Der Planet ist in seinem Evolutionsverlauf an der gleichen Position wie der Erdenmensch, der sich sozusagen an der Grenze zwischen dem Tier und dem Menschen, der Grenze zwischen Egoismus und Humanismus befindet. Hierbei ist das Bewusstsein auf der einen Seite erfüllt von tierischen und selbstischen und auf der anderen Seite von humanen und liebevollen Gedanken.
Wenn es zwei so konträre Bewusstseinstendenzen in der Mentalität der Erde gibt, liegt das an einem inneren Konflikt in ihrem Denken. Sie sammelt alles, was für Egoismus und Diktatur spricht und ebenso alles, was für Freiheit, Gleichheit und Liebe spricht. Wenn die Weltpolitik hin- und herpendelt, ist das ein Zeichen dafür, dass der Planet gleichfalls hin- und herargumentiert. Da die Menschheit 100 Jahre als eine lange Zeit empfindet, und die Erde 100 Jahre als eine kurze Zeit empfindet, drücken sich der Geist und die Gedanken der Erde in deren unterschiedlichen Kulturepochen aus. Gerade jetzt befindet sich die Erde in genau dieser Krise; diese geht stets einer Initiation voraus. Mit den humanen Weltreligionen startete der Planet einen spirituellen Prozess, der abgeschlossen sein wird, wenn die Erde kosmisches Bewusstsein erlangt hat. Dementsprechend wird man erleben, dass in der menschlichen Sphäre die überwiegende Mehrheit der Menschheit zu diesem Zeitpunkt kosmisches Bewusstsein erreicht haben wird.
19. Kooperation mit dem Willen des Planeten
Alles, was wir in der Natur und in der uns umgebenden Welt sehen, ist im Grunde genommen der Ausdruck von Denken. Was wir um uns herum sehen, sind Gedanken und Wille des Planetenwesens. Martinus erklärt unter anderem, dass die Schwerkraft der Ausdruck für die Willenskraft der Erde ist.
Wenn wir nicht die entsprechende Willenskraft hätten, könnten unsere Mikrowesen aus unserem Körper herausspringen, aber dieser Wille ist längst eine Automatfunktion geworden, und daher sind wir uns dessen nicht bewusst. Martinus zufolge ist das gesamte Universum von mannigfaltigen Formen von Wille und Gedanken durchdrungen, was sicherstellt, dass das gesamte Universum in Galaxien, Sonnensystemen, Planeten, Organismen, Organen, Zellen, Molekül- und Atomsystemen usw. gemeinsam eine Einheit aufrechterhält.
Mit dem Wissen der Naturgesetze der Evolution konnte Martinus vorhersehen, dass das Erdwesen in ungefähr 3.000 Jahren kosmisches Bewusstsein erlangen wird. Der Planet hat eine starke Sehnsucht nach Harmonie in seinem Organismus und Bewusstsein, die zur Errichtung eines wahrhaft menschlichen Reiches hier auf der Erde führen wird.
Wie die Erde haben Millionen von Menschen ebenso ein Begehren und eine Sehnsucht nach einem Leben der Liebe und Harmonie mit allen Lebewesen. Jede Person, die ihre Willenskraft und Gedankenwelt auf Nächstenliebe, Menschlichkeit und logisches Denken setzt, kooperiert auf diese Weise mit dem Willen des Planeten. Dies geschieht ebenso mit dem göttlichen Willen, der ebenso dem Leben und der Evolution des Planeten zugrunde liegt.
20. Der Planet braucht nicht nur physische sondern auch spirituelle Nahrung
Die Erde ist nicht bloß ein physisches Wesen, das eine physische Ernährung benötigt. Sie ist ein Lebewesen mit Denken und Bewusstsein und braucht auch spirituelle Nahrung. „Sie erhält ihre Nahrung von einem spirituellen Kernsystem im Zentrum bzw. Inneren unserer Milchstraße.“ (Tanker omkring påske (Gedanken über Ostern), Buch Nr. 14, Kap. 4).
Die Erde kommuniziert also laut Martinus mit einem höher entwickelten Planeten im Zentrum der Milchstraße. Dieser kosmisch bewusste Planet mit einer Menschheit vollkommener oder fertiger Menschen gibt einfach unserem Planeten eine Lehre in Geisteswissenschaft, genauso wie Martinus mit seinem kosmischen Bewusstsein in der Lage ist, den Erdmenschen in Geisteswissenschaft zu unterrichten. Diese globalen Gedankenimpulse kommen vom Zentrum der Milchstraße genauso wie die kosmischen Impulse für den gesamten Planeten in Form des neuen Weltimpulses. (Kosmos, Nr. 8/2009).
In einem Vortrag erklärt Martinus, dass wenn Christus sagt, „der Vater wird den Beistand, den Heiligen Geist senden“, dann kommt er von einem vollendeten Sonnensystem mit fertigen Menschen nach dem Bilde Gottes, das kosmische Strahlen auf die Erde hineinsendet. Die Erde befindet sich, indem sie von dieser geistigen Kraft erfüllt wird, selbst in einer Entwicklung, wodurch sie ein vollkommener menschlicher Planet im Bilde Gottes wird. (30.06.1969).
Martinus schreibt in Artikelsammlung 1: „Der Heilige Geist strahlt heutzutage mit erneuerter Kraft in die Welt hinein. Der Geist ist keine Person sondern die strahlende kosmische Materie. Dies ist das einzige Element, das Material für die Erschaffung der Gedanken in Gehirn und Bewusstsein sein kann, da es das höchste Wissen über Gott, über die Natur des Universums und der höchsten Lebensgesetze ist. Dieses Material strahlt gegenwärtig in Form einer kosmischen Energiewelle vom Zentrum unseres Milchstraßensystems direkt über die skandinavischen Länder. Es ist beispielsweise diese kosmische Energie, die bedingt, dass ich das höchste kosmische Wissen offenbaren kann. Mein Bewusstsein hat eine Stufe erreicht, bei der es die Fähigkeit entwickelt hat, den Heiligen Geist zu empfangen, zu erfahren und deutlich wiederzugeben.“ (Artikelsammlung 1, 9.4).
Es geschah daher auf dem Hintergrund dieses Impulses, dass Martinus imstande war, hier im Norden das höchste kosmische Wissen zu offenbaren.
22. Was ist der Unterschied zwischen Steiner und Martinus?
Nach einem Vortrag sagte ein Mann zu Martinus: „Es gibt keinen Unterschied zwischen dem, was Sie sagen und was Steiner sagt.“ „Es gibt einen“, antwortete Martinus, „Steiner behandelt nur die Erdmenschen, ich beziehe auch die Milchstraße mit ein.“ Der Mann erwiderte: „Nun gut, das leuchtet ein, Sie sind ja auch ein Milchmann.“
23. Die Schaffung einer neuen Weltmoral – angeregt durch die Kommunikation der Planeten miteinander
Wie vorher festgestellt, empfängt Skandinavien Impulse von einem hochentwickelten Zentrum in der Milchstraße. Dort gibt es eine große Anzahl hochentwickelter Planeten mit Menschen mit kosmischem Bewusstsein, die gänzlich entwickelt sind. Auf diesen Planeten leben die Menschen miteinander in Frieden, Liebe und Harmonie. Sie gehören demnach zu dem, was Martinus „das wahre Menschenreich“ nennt. Indem sie Strahlen oder Wellen benutzen, können die Planeten miteinander „reden“ bzw. kann ein Bewusstseinsaustausch stattfinden. Wenn unser Planet mit anderen Planeten spricht, dann kann sich dieser Austausch in vielen Fällen in den Kulturen, die auf der Erde entstehen, widerspiegeln. Die vielen kleineren oder größeren Kulturen, die über die Erde hinweggezogen sind, entsprechen den Gedanken im Bewusstsein des Planeten.
Martinus zufolge lesen wir, dass unser Planet in Verbindung mit einem hochentwickelten Planetensystem steht, das über kosmisches Bewusstsein verfügt. Durch die Martinus-Geisteswissenschaft können Menschen kosmische Informationen in ihr Bewusstsein aufnehmen. Das gleiche passiert, wenn eine höhere Welt kosmische Impulse in das Bewusstsein des Planeten sendet. Ihre Wirkung ist höchst anregend für die Evolution der Erde – mit Kulturen, Wissenschaft, Erfindungen und einer Entwicklung zu größerer Menschlichkeit.
Während der Wesensgehalt des alten Weltimpulses der „Glaube“ war, ist die Essenz des neuen Weltimpulses „Wissen“.
24. Wie sieht Martinus seine Rolle in Bezug auf die kosmischen Kräfte im neuen Weltimpuls?
Nach Aussage von Martinus selbst repräsentieren die kosmischen Analysen in seinem Weltbild die Essenz dieses neuen Weltimpulses, der zurzeit über den Planeten einströmt. Dieser neue Impuls ist die fortschreitende Erweiterung der zwei vorherigen Weltimpulse. Der neue Weltimpuls, wie er durch sein Werk zum Ausdruck gebracht wird, markiert die evolutionäre Richtung des kommenden Jahrtausends hier auf dem Planeten. Das Verständnis dieses Werkes wird es für den Einzelnen möglich machen, bewusst mit der gewaltigen kosmischen Willensführung zusammenzuarbeiten. In der Gestalt des neuen Weltimpulses liegt dieser Wille der Schöpfung einer neuen Weltmoral und einer neuen Weltkultur zugrunde. (Das Intellektualisierte Christentum, Vorwort).
Der große kulturelle und humane Fortschritt der Menschheit, und auf diese Weise die Entwicklung des Erdwesens, sind Martinus zufolge getragen und angeregt durch die erwähnten makrokosmischen Kräfte. Die Erde befindet sich in einer bewussten makrokosmischen Schöpfung. Aufgrund dessen wird eine neue Weltmoral zur Schaffung einer neuen Weltkultur führen, wo die gesamte Menschheit schließlich in Freiheit, Gleichheit und Liebe leben wird.
Ole Therkelsen
www.oletherkelsen.dk
Übersetzung Christoph Schönhofer