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Welterlösung und Weihnachtsstimmung

von Ole Therkelsen

1. Die Geburt des humanen Prinzips bei den Pyramiden vor 90.000 Jahren

Das Symbol, das der Cheopspyramide am allermeisten gleicht, trägt den Titel Das Welterlösungsprinzip (DEW1, Symbol Nr. 2). Der folgende Abschnitt zeigt klar, dass die Cheopspyramide in Bezug auf die Schaffung einer humanen Weltkultur bzw. einer humanen Weltmoral eine zentrale Rolle spielt. Die helle Seite des Lehrplans für die Menschheit, die im kosmischen Elternprinzip, dem Welterlösungsprinzip, organisch eingebaut ist, hatte seinen Anfang vor knapp 100.000 Jahren und wird seinen Abschluss in einigen tausend Jahren mit der Schaffung einer neuen Weltmoral erreichen, die im Prinzip eine reine christliche Moral ist. Dieser Lehrplan entspricht in Wirklichkeit gänzlich einem Lehrplan vom Kindergarten bis zum Universitätsabschluss, wie er vom Erziehungsministerium geplant wird.

Die erste Humanisierung oder Vermenschlichung des primitiven Tiermenschen fand laut Martinus seinen Anfang ungefähr vor 90.000 Jahren bei den Pyramiden. Am bekanntesten ist die größte Pyramide, die Cheopspyramide, die das einzige noch bestehende der sieben antiken Weltwunder ist. Die heutige Naturwissenschaft vermutet, dass die Pyramide vor nicht mehr als 5.000 Jahren gebaut wurde.

In seinen Weihnachtsvorträgen sprach Martinus immer das Welterlösungsprinzip an, das in der Weise funktioniert, dass die in der Evolution älteren Brüder den jüngeren helfen. Hilfe kann durch geistige Mittel kommen oder mit der Geburt der Welterlöser und Propheten in physischer Form so wie Moses, Buddha, Jesus und Mohammed. In seinem Vortrag Weihnachtsstimmung, den er am 15. Dezember 1958 hielt, legte er dar, dass es nicht das tierische Prinzip ist, das den weihnachtlichen Geist bringt, sondern im Gegenteil das humane Prinzip, das in die Welt geboren wurde.

Martinus schreibt: „Diese gewaltige Geburt des göttlichen Prinzips begann vor ca. 90.000 Jahren, als die Menschheit von einigen großen Wesen befruchtet wurde, die auf der Erde inkarnierten. Sie legten auch die Grundprinzipien für die gesamte materielle Wissenschaft in den Pyramiden in Ägypten nieder. Ich will darauf nicht näher eingehen, aber es war eine Geburt, bei der die ersten menschlichen Zustände geboren wurden. Damals waren die Menschen eine Art Tiermenschen, einige waren allerdings so reif, daß man auf sie einwirken konnte, so daß die Humanität wachsen konnte.” (Dänischer Kosmos, Nr. 12/1992).

Martinus sprach von drei Ereignissen von großer Wichtigkeit für die Entwicklung der Menschheit, nämlich das Pyramiden-Ereignis, das Moses-Ereignis auf dem Sinai mit den Zehn Geboten und das Christus-Ereignis mit der Kreuzigung. (Siehe Kapitel 11).

2. Die Pyramidenerbauer in Ägypten

Die Erbauer der Pyramiden Ägyptens waren in der geistigen Entwicklung sehr weit fortgeschritten. Nach Martinus hatten sie eine enorme Kenntnis der Materie, die die heutige materielle Wissenschaft gar nicht ermessen kann. Sie konnten Materie materialisieren und dematerialisieren. Sie konnten feste, flüssige und gasförmige Materie in psychische oder strahlenförmige Materie umbilden, und sie konnten diese Materie wieder zu physischen Stoffen zurückbilden. Martinus schreibt über diesen vierten Aggregatzustand, den strahlenförmigen Zustand, u. a. in LB5, 1637 und 1936 sowie in DEW1, Symbol Nr. 11, 15 und 16.

Diese Menschen kannten elektro-magnetische Kräfte und Planetenbahnen im Weltraum, wodurch sie sozusagen Berge versetzen konnten. Mit diesen Kräften war es leicht, mit den großen Steinblöcken zu hantieren, aus denen die Pyramiden aufgebaut sind. Sie kannten den Lauf der Sterne sowie ihre Bedeutung und ihren Einfluss auf die Erschaffung der Materie. Martinus wurde oft gefragt, was er von der Astrologie halte. Er wies immer darauf hin, dass die Astrologie im alten Ägypten eine große Wissenschaft war und dass die heutige Astrologie nur ein Schatten von dem sei, was sie einst gewesen war.

Diese Pyramidenerbauer hatten ihr Wissen und Können nicht hier auf der Erde erworben, die vor 100.000 Jahren auf einer relativ niedrigen Entwicklungsstufe stand. Sie waren Missionare von höher entwickelten Himmelskörpern oder Welten. Nach Martinus ist es nämlich höher entwickelten Wesen in einem bestimmten Rahmen möglich, auf niederen Welten zu inkarnieren, wodurch sie mit ihrer höher entwickelten Mentalität die mentale Atmosphäre der Erde befruchten konnten (dänischer Kosmos, Nr. 12/1992).

Als die Pyramiden erbaut wurden, waren die Erdenmenschen zum ersten Mal in ihrer Entwicklung so weit gekommen, dass sie für eine höhere geistige oder religiöse Anleitung empfänglich waren. Die Verehrung des absoluten Gottes nahm mit den Pyramiden in Ägypten ihren Anfang. Selbst heute sprechen diese Pyramiden eine Sprache der höchsten Wissenschaft von der Materie und der Psyche. Diese Wissenschaft und diese Liebe wurden durch ein Monument dokumentiert, das – im Verhältnis zur menschlichen Lebenszeit – eine ungeheuer lange Zeit überdauern konnte. Für denjenigen, der imstande ist, die Sprache der Pyramiden zu verstehen, sind die Pyramiden eine Visitenkarte oder ein Dokument einer höheren Welt.

Normalerweise vermied Martinus, lokale geographische Verhältnisse zu erwähnen, um sich ausschließlich an prinzipielle und logische Analysen zu halten. Er hat aber angedeutet, dass die kosmisch bewussten Helfer und Führer auf der Erde eine Verbindung mit einem im Zentrum der Milchstraße liegenden voll entwickelten Himmelskörper hätten (siehe den kommenden Abschnitt 5.22 und Dänischer Kosmos Nr. 8/2009).

In der Astrologie steht das Zeichen des Schützen u. a. für Philosophie und Geisteswissenschaft. Darum ist es besonders interessant, dass – als die alten Griechen vor gut zweitausend Jahren den verschiedenen Sternbildern Namen gaben – der Pfeil im Sternbild des Schützen direkt auf das Zentrum der Milchstraße wies, von dem die kosmischen Impulse ausgehen.

3. Überirdische Schöpfungsmethoden im Dienste der Welterlösung

Laur Martinus wurden die 2,5 Millionen großen Steinblöcke also nicht von Sklaven aneinander gefügt, sondern durch Magie oder psychische Kraft. Durch die Dematerialisation der Steine wurden sie in einen strahlenförmigen Aggregatzustand verwandelt, wonach sie wie Radiowellen gesendet und an dem gewünschten Ort materialisiert werden konnten.

Über Materialisation schreibt Martinus: „Ein Beispiel einer schnellen Materialisation im täglichen Leben der Menschen ist das Radio. Die Gedanken des Sprechers werden zu Worten materialisiert, also zu besonderen Schallwellen, die wieder vom Mikrophon dematerialisiert werden und sich mit unglaublicher Geschwindigkeit durch den Äther verbreiten. Unsere Rundfunkempfänger materialisieren dann wieder die Radiowellen zu Schallwellen, die unser Ohr treffen.“ (Der Tod und die Gedankenwelten der Menschen, dänischer Kosmos Nr. 3/2005).

Mehr über Materialisation und Dematerialisation, Wunder und überirdische Schöpfungsmethoden in der Bibel schreibt Martinus u. a. in Die Ehe und die Allliebe (Artikelsammlung 1, 41.32-41.35). Martinus sprach nicht über Ufos, sondern benutzte den Ausdruck Materialisationen aus dem wahren Menschenreich.

Martinus sah das Auftreten von Wundern für genauso natürlich an wie jede andere Art von Schöpfung (LB3, 757). Ein Wunder ist bloß eine Erscheinung, die durch den Einsatz von Kräften entsteht, die sich den gewohnten bekannten physischen Gesetzen der Schöpfung oder Materialisation entziehen (LB3, 756).

Mehr über Materialisation findet man an folgenden Stellen: LB5, 1936; DEW3, 33.71 (hochpsychische Magie) und 33.74; Buch 22, Kap. Die primäre und die sekundäre Auferstehung, 7. Abschnitt.

4. Jesu Prophezeiung über das Schreien der Steine

Die Pyramide ist also ein Zeugnis hochentwickelter Menschen, der Wissenschaft und großer Bewusstseinskräfte. Die Steine sprechen bereits für denjenigen, der die Sprache der Pyramide versteht. Außerdem soll Martinus gegenüber näheren Mitarbeitern auch angedeutet haben, dass man vielleicht in der Pyramide einige Funde machen wird, die direkt mit seiner Mission der Schöpfung einer geistigen Wissenschaft verbunden sind (Olav Johansson, Das Geheimnis der Pyramide, Dänischer Kosmos Nr. 1/1988 und Nr. 4/1993). Eine solche Entdeckung könnte vielleicht auch eine Erklärung der rätselhaften Worte Jesu sein: „Ich sage euch: ‚Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien’ “ (Lukas 19:40).

In Bezug auf das „Schweigen“ passt Jesu Prophezeiung bis auf weiteres gut zu der Berührungsangst der Wissenschaft und der massiven Stummheit der Öffentlichkeit gegenüber dem Werk von Martinus. Ja, es macht nachdenklich, dass das doch sehr umfassende Werk von Martinus – ca. 10.000 Seiten – in der großen Öffentlichkeit immer noch unbeachtet und unbekannt ist, obwohl die Veröffentlichung seiner Bücher bereits 1932 begann. Vielleicht wird aber ein neuer Fund unter der Sphinx oder in der Cheopspyramide in Bezug auf Martinus die Steine zum Schreien bringen und das Interesse der Öffentlichkeit hervorrufen.

5. Die göttliche Schöpfung auf Erden mit Hilfe der Welterlöser

Die Pyramiden sind wie bemerkt ein Zeugnis für eine geistige Befruchtung, die vor ungefähr 90.000 Jahren stattfand, und die vollreife Frucht wird erstmals Jahrtausende später in Form eines höchst wahrhaftigen Christentums geerntet werden. Christus war eines der Wesen, das auf einem fortgeschritteneren Planeten seine Entwicklung abgeschlossen sowie kosmisches Bewusstsein erlangt hatte, und das hier auf der Erde inkarnierte, um seinen jüngeren Brüdern in der Entwicklung voranzuhelfen. Im Laufe der Geschichte kamen auf diese Weise etliche Welterlöser von fortgeschritteneren Planeten bzw. physischen Welten, um diese Saat, die mit der Errichtung der Pyramiden in die Erde gelegt wurde, zu hegen und zu pflegen. Die Pyramiden sprechen von der höchsten Liebe und Wissenschaft, von einem höheren Bewusstsein, das materialisieren und demtaterialisieren konnte. Die Pyramiden sprechen diese Sprache noch immer und daher konnte Christus zu seinen Jüngern sagen: „Wenn ihr schweigt, werden die Steine schreien“.

Martinus wies in einer Weihnachtsbotschaft von 1948 sehr poetisch auf die Schaffung der ägyptischen Pyramiden hin.

Er schreibt: „Das erwähnte Weihnachtsevangelium ist eben eine Botschaft, ein Märchen aus der realen Welt über Gottes leuchtenden Geist für alle, die im Dunkeln wandern. Es ist das mächtige Licht, das über die ersten Epochen der Schöpfung geschienen hat und späterhin durch die Zeitalter. Es schien über die Errichtung der ägyptischen Pyramiden, es hat schon in lange verlorenen und vergessenen Zeiten über die Tempel und Pagoden in Indien geschienen und es funkelte mit einer enormen Helligkeit und Pracht von den Bergen Judäas und es konzentriert heutzutage sein himmlisches Licht auf die Mitte der dunklen, schicksalhaften Nacht im Westen. In Wahrheit ist sein Licht „ ... wie der Blitz zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten aufflammt.“ Gottes Geist schwebt immer noch über den Wassern. Er lächelt uns hier im Mitwinter unserer nordischen Gefilde unter der Idee Der Geist von Weihnachten an. (Weihnachtsbotschaft 1948).

Auch in seinem Hauptwerk, Livets Bog, erwähnt Martinus in einer poetischen Redewendung Ägypten, den Himalaya, Indien und Palästina, die eine große Bedeutung für die Welterlösung haben.

Er schreibt: „Danke, dass du mir die Fähigkeit gegeben hast, die mächtige Musik und Rede dieser deiner himmlischen Stimme zu genießen. Diese wunderbare Stimme, die von göttlichen Wesen auf den schneebedeckten Zinnen des Himalaja zu hören war, jene Stimme, die die Pyramiden und die Sphinxe hervorgebracht und so jahrtausendelang die geistige Atmosphäre der sonnigen Tropengegenden von Indien und Ägypten erfüllt hat. Dieselbe himmlische Stimme schallte einst über den Bergen von Judäa, sodass es in fernen Ländern und fernen Zeiten einen Widerhall gab.“ (Nachwort, Livets Bog 7).

6. Wie die Menschen der Zukunft das Essen von Fleisch betrachten werden

In den vergangenen Jahrtausenden hat die Weltmoral bzw. die religiöse Führung den Schwerpunkt hauptsächlich auf die Liebe zu denjenigen innerhalb derselben Familie, Gruppe, Nation oder Religion gelegt.

Die meisten Menschen denken, dass die Nächstenliebe nur die Liebe zu Menschen betrifft, aber nicht zu Tieren und Mikrowesen. Aber der neue Weltimpuls, der über die Welt hineinkommt, stellt eine neue Weltmoral dar, die auch Wert darauflegt, die Liebe für die Lebewesen im Mikrokosmos in die Praxis umzusetzen.

Das Wichtigste betreffend Evolution ist nicht die Entwicklung und die Spezialisierung des physischen Körpers sondern vielmehr die Entwicklung jenes Bewusstseins, das den Körper gebraucht. Die Evolution universeller Liebe und einer vollkommenen Moral ist das gegenwärtige Ziel der menschlichen Evolution. Menschen sind tatsächlich noch Säugetiere und gehören dem Tierreich an, aber Marinus’ Analysen zufolge, werden sie sich dank einer neuen Weltmoral zu einem neuen Reich hin entwickeln, dem wahren Menschenreich, von dem aus sie auf die Barbarei der Vergangenheit zurückblicken werden.

Martinus: „Man wird mit Entsetzen von der Leichenesserei der Menschen lesen und davon, dass die Liebe der Menschen zu den Tieren in großem Stil nur die Liebe von Kannibalen zum Fleische war. In prachtvollen Museen werden große Äxte, Dolche, Schlachtermesser, Jagdgewehre, Angelhaken und andere Mordinstrumente den Menschen der Zukunft ihre stumme Sprache von einer entschwundenen primitiven geistigen Einstellung reden. In historischen Werken wird man in einem krankheitsfreien Dasein mit Grauen über die kranke Menschheit der Gegenwart lesen, über ihre Tuberkulose, ihren Krebs, ihre Nierenleiden, Gallensteine, ihre Verkalkung, ihre Herzfehler, Verdauungsbeschwerden, ihre Nervosität usw., und man wird in Wahrheit Jesu Wort bestätigen, dass sein Reich nicht von dieser Welt war.“ (Die ideale Nahrung, Kap. 26).

7. Warum Fleisch essen?

Viele Menschen sagen, dass es nicht möglich sei, als Vegetarier eine vollständige Kost zu erhalten, aber die Biochemie und die Ernährungsforschung zeigen, dass es für uns nicht notwendig ist, Fleisch zu essen. Wenn so viele behaupten, dass man ohne Fleisch zu essen nicht angemessen leben könne, spiegelt dies vielleicht eher ihren eigenen Genuss, Fleisch zu essen, wider als die moderne Ernährungswissenschaft.

Martinus konnte vorhersehen, dass die Wissenschaft schrittweise dahin kommen würde zu zeigen, dass Fleisch zu essen für die Menschen tatsächlich schädlich ist. Diese Forschung begann in den 1950er Jahren, als entdeckt wurde, dass die Aufnahme von tierischem Fett die Ursache kardiovaskulärer Krankheiten sein könnte. Frühere Krebsstudien kamen zu dem Schluss, dass Obst und Gemüse gegen Krebs schützen, während neuere umfangreiche Studien tatsächlich zeigen, dass das Fleisch von Vierbeinern in einer bestimmten Menge karzinogen wirkt, während Geflügelfleisch ein geringeres Krebsrisiko hervorruft. Im Herbst 2007 veröffentlichte die Dänische Krebsgesellschaft im Lichte dieser Befunde neue Empfehlungen, indem sie Fleischessern den Rat gaben: „Begrenzen Sie Ihren Fleischkonsum vom Schwein, Rind, Schaf und Ziege auf 300-500 Gramm pro Woche.“

Es ist klar, dass es für bestimmte Tierarten notwendig ist, Fleisch zu essen. Aber wenn man nicht für das Töten und Blutvergießen ist, warum sollte man Fleisch essen, wenn es nicht notwendig ist? Eine höhere und humanere Entwicklung spiegelt sich in der Tatsache, dass heutzutage viele Menschen kein Fleisch essen würden, wenn sie die Tiere selbst schlachten müssten. Immer mehr Menschen beteiligen sich an Tierschutzaktionen. Inhumane Formen der Landwirtschaft und des Tiertransports sind im Fokus der Medien. Der Tierschutz taucht in politischen Angelegenheiten immer mehr auf. Dieses Interesse am Tierschutz, das im Verlauf der Evolution ansteigt, ist ein Zeichen für die wachsende Intelligenz und Humanität der Menschen.

8. Warum haben wir im Bereich der Ernährung so viele falsche Vorstellungen?

Die Überfüllung der Krankenhäuser beruht weitgehend auf der Fehlernährung der Menschen und dem Konsum toxischer Stimulantien. Dass dies so weit kommen konnte, liegt laut Martinus unter anderem daran, dass der Instinkt für die Auswahl gesunder und natürlicher Nahrung, den wir aus dem Tierreich geerbt haben, degeneriert ist, so dass mit der schrittweisen Gewöhnung an starke Gewürze und andere Produkte, die nichts mit gesunder und natürlicher Ernährung zu tun haben, die natürliche Geschmacksfähigkeit verloren gegangen ist. Von Seiten der Natur ist es die Aufgabe der Geschmacksfähigkeit, Ekel oder Widerwillen gegenüber unnatürlicher Nahrung zu erzeugen.

Martinus schreibt: „Die Geschlechter haben sich durch ungezählte Generationen hindurch in dem Grade an den Geschmack der Fleischprodukte gewöhnt, dass dieser sich vom Abscheuerzeugen nun zum Erzeugen von großer unnatürlicher Begierde geändert hat. So wie der Organismus bei der Angewöhnung von Tabak, Alkohol und anderen unnatürlichen Genussmitteln eine natürliche Reaktionsfähigkeit diesen Giftstoffen gegenüber verliert, wodurch diese zu ‚Genussmitteln’ werden, so verliert der Organismus bei starker Angewöhnung auch seine natürliche Reaktionsfähigkeit gegen die in der animalischen Nahrung enthaltenen Giftstoffe, wodurch diese wie der Tabak und der Alkohol unnatürliche Lustgefühle erwecken. Aber obwohl die Angewöhnung den Organismus einigermaßen gegen die Wirkung der Giftstoffe abhärtet, so kann nicht geleugnet werden, dass der Organismus auf die Dauer vollständig zerrüttet wird. Dem okkulten Sehen ist es offenbar, dass diese Zerrüttung dem Wesen durch mehrere Inkarnationen hindurch folgen kann.“ (Die ideale Nahrung, 8. Kapitel).

9. Die narkotisch-animalische Ernährungsweise führt zu Krankheit

Die narkotisch-animalische Ernährung, die Fleisch und andere tierische Produkte sowie Bier, Wein, und Spirituosen und auch Tabak und Rauschmittel einschließt, ist sehr gesundheitsschädlich. Obwohl die meisten Menschen es als natürlich und richtig betrachten, Fleisch zu essen und Bier zu trinken, meint Martinus, dass dies für die gegenwärtigen Menschen als eine Bürde angesehen werden sollte. Das Abrücken vom Fleischgenuss wird in einer Gewöhnung an natürliche Produkte bestehen, so dass die verdorbene Geschmacksfähigkeit so umgeformt werden kann, dass sie diesen dem Organismus schädlichen Substanzen erneut widerstreben kann. Vor der Gewöhnung an Tabak und Alkohol wehrte sich der Geschmackssinn tatsächlich ganz entschieden gegen diese Produkte. (Die ideale Nahrung, 8.-10. Kapitel).

Der Übergang zur richtigen menschlichen Nahrung erfolgt laut Martinus nicht nur aufgrund gewöhnlicher Information in Form des geschriebenen oder gesprochenen Wortes, sondern auch aufgrund des Lernens aus Erfahrung und durch Krankheiten, die sich aus der Zerrüttung der Gesundheit durch die narkotisch-animalische Ernährung ergibt.

Martinus: „Und diese Zerrüttung ist in Gestalt aller existierenden organischen Krankheiten der größte Antreiber für die Entwicklung der Menschen zur wirklichen Menschennahrung hin. Und da Krankheiten in genau dem gleichen Maße zunehmen, wie die Ernährungsfehler der Menschen zunehmen, und da eine absolute Gesundheit oder ein Dasein ohne Krankheit damit unmöglich ist, solange das Laster oder die narkotisch-animalische Ernährungsweise beibehalten wird, werden alle Menschen durch ihre organischen Leiden und Krankheiten schließlich zu einer reineren Ernährungsquelle, zur absoluten Gesundheit hingeführt.“ (Die ideale Nahrung, 8. Kapitel).

10. Der Weihnachtsmassenmord

Sogleich nachdem Martinus im Jahre 1932 sein erstes Buch, Livets Bog 1, veröffentlich hatte, fuhr er damit fort, in Gestalt von Die ideale Nahrung und Beisetzung – die zwei Hauptwerke zu diesen Themen – über die Liebe zu den Tieren und die Liebe zum Mikrokosmos zu schreiben. Verglichen mit der alten Weltmoral und früheren religiösen Lehren stellt diese Liebe zu Tieren und dem Mikrokosmos tatsächlich etwas Neues dar. 1933 schrieb Martinus in derselben Art den Artikel Das erste Weihnachtslied auf Erden. (Artikelsammlung 1, Nr. 6).

Hier bemerkt Martinus, dass das Weihnachtsfest einen enormen Massenmord hervorruft. In den Wochen vor Weihnachten beginnen die Geschäfte und Warenhäuser von Tieren überzuquellen, die ihre gesunden physischen Körper verlassen mussten. Gebadet im elektrischen Licht der Weihnachtsdekorationen, das tatsächlich „den Heiligen Geist“ symbolisiert, findet man Berge von zerstückelten Körpern von Schweinen, gerupftem Geflügel, Gänsen, Enten, Hühnern und Puten. Außerhalb dieser großen Warenhäuser ist die Fassade darüber hinaus mit Wild, Rehen, Hasen, Fasanen und Wildenten bedeckt. Diese Leichname sollten vorzugsweise hängen, bis sie „mürbe“, also mehr oder weniger „verdorben“ sind, um eine besondere Delikatesse für Fleischesser zu sein, was leicht zu Gedanken an Aasfresser führen kann.

Martinus schreibt: „Diese ganze ‚Weihnachtsausstellung’, diese Parade all der getöteten Tiere, basiert doch darauf, den Liebhabern den Zugang zur Auswahl der getöteten Tiere zu erleichtern, die jeder von ihnen dann mit nach Hause nimmt und zur ‚Heilighaltung’ des Festes gebraucht, das der Abschaffung des Prinzips zu töten zur Ehre gereichen soll.“

Weihnachten ist seiner höchsten Analyse nach ein Fest zu Ehren der Abschaffung des tötenden Prinzips, zu Ehren des Einströmens der Liebe in die geistige Atmosphäre der Erde, meint Martinus. Auch Jesus sagt, dass niemand größere Liebe besitzt als diejenigen, die ihr Leben hingeben, um ihren Nächsten zu retten.

Dass die Menschen nicht verstehen, dass Weihnachten ein Fest für die Abschaffung des tötenden Prinzips ist, kann an diesem Weihnachtsmassenmord gesehen werden. Wenn sie Weihnachten richtig verstanden hätten, würden sie die „heiligen Tage“ des Weihnachtsfestes zu „fleischlosen Tagen“ machen, um die Entfaltung des tötenden Prinzips zu vermindern.

11. Toleranz gegenüber Fleischessern

Martinus schreibt natürlich keinen Artikel über den Weihnachtsmassenmord, um bezüglich der Einstellung der Menschen zu Weihnachten ironisch zu sein, aber sie liegt mit der Weihnachtsidee so wenig auf einer Wellenlänge, dass sogar eine objektive Analyse schon ein wenig ironisch erscheinen mag.

Martinus kommt nicht mit dem Befehl, dass wir kein Fleisch essen dürfen. Er ist sich dessen bewusst, dass das Verständnis und die Anerkennung seiner Analysen hinsichtlich des Fleischessens und der Nächstenliebe eine Frage des Bewusstseins ist, die jeder Mensch für sich selbst entscheiden muss, sie kann nicht angeordnet oder befohlen werden. Aber Martinus sieht voraus, dass die neue Weltmoral es mit sich bringen wird, dass irgendwann in der Zukunft das heutige Fleischessen genauso barbarisch erscheinen wird wie der Kannibalismus für uns heute.

Martinus kritisiert niemanden und verteidigt alles und jeden. Jeder Mensch macht es so gut er kann. Niemand kann aufgrund von Erfahrungen handeln, die er noch nicht gemacht hat. Martinus besitzt eine äußerst charakteristische Toleranz und Liebe zur ganzen Menschheit, tatsächlich ist sein gesamtes Werk eine universelle Verteidigung aller Lebewesen. (Siehe LB1, 14, 19).

Martinus: „Persönlich ziehe ich es vor, mit einem liebevollen und toleranten Fleischesser zusammen zu sein anstatt mit einem fanatischen und intoleranten Vegetarier.“ (Dänischer Kosmos, Nr. 4/2005).

12. Das sechste Gebot: Du sollst nicht töten

Der Grund, warum Martinus solche Analysen betreffend Fleischessen und Ernährung vorgelegt hat, liegt darin, dass das ganze Thema der Ernährung so wichtig ist. Er wollte den Weg heraus aus Schmerz und Leid aufzeigen – nicht nur in Bezug auf die Gesundheit sondern auch in Bezug auf das Schicksal.

Der irdische Mensch kann kein krankheitsfreies Dasein leben, solange seine Ernährung durch das Töten von Tieren erzielt wird. (Die ideale Nahrung, 26. Kapitel).

Zusätzlich zur Verstümmelung und Tötung von Tieren hat das Fleischessen auch Unfälle bei denen zu Folge, die Tiere als Nahrung für ihren Organismus verzehren. Sie befinden sich im Widerstreit mit dem Gesetz des Daseins selbst bzw. dem ewigen Gebot „Du sollst nicht töten“.

Ole Therkelsen

www.oletherkelsen.dk

Übersetzung von Christoph Schönhofer