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Gedanken, Krankheit und Gesundheit

von Ole Therkelsen

1. Ist der Körper eine unabhängig arbeitende Einheit?

Die meisten Menschen glauben, dass sie in einer physischen Welt leben und Erfahrungen machen. Sie fühlen sich eins mit ihrem physischen Körper und identifizieren sich mit ihm. Martinus sagt uns dagegen, dass der Mensch in erster Linie ein spirituelles Wesen ist. Er argumentiert, dass alles physische Empfinden tatsächlich in einer spirituellen Welt erlebt wird. Die physischen Sinne – Tasten, Sehen, Hören, Riechen und Schmecken – erlauben den physischen Impulsen als elektrische Impulse über die Nerven und das Gehirn an das Bewusstsein und das Ich, die von ewiger Natur und keine direkten Produkte der physischen Materie sind, übertragen zu werden. Diese elektrischen Impulse unterliegen der Gestaltung von visuellen, auditorischen, taktilen, olfaktorischen und gustatorischen Bildern durch das Ich und dem Bewusstsein. Alle diese Bilder haben die gleiche Natur wie Gedankenbilder, die eine mentale (und so eine spirituelle) Welt konstituieren (siehe auch LB6, 2159).

Alle normalen menschlichen Wesen können nicht anders als zu fühlen, dass sie ein Ich haben, das mittels ihres physischen Körpers erschafft und erlebt. So erlebt und handelt ein „Ich“ oder ein „Etwas“ mit Hilfe des Organismus. Die Augen existieren nicht nur um ihrer selbst willen. Zusammen mit den anderen Sinnesorganen ist es ihre Aufgabe, „diesem Etwas“ eine Erfahrung zu ermöglichen. Auch ein Organismus existiert nicht um seiner selbst willen. Er ist nicht unabhängig. Ohne ein Ich, das mit Bewusstsein ausgestattet ist, wäre er ein Leichnam. Der physische Organismus ist für das Ich nur ein Werkzeug, das es ihm erlaubt, in der physischen Welt zu handeln und zu erleben. Die ewige Individualität, das Ich, ist die Quelle des Lebens; es ist der Fixpunkt in aller Lebenserfahrung. Wie das Überbewusstsein ist dieses Ich immateriell, da die Sinne nicht darauf reagieren können. Seine immaterielle Natur bedeutet jedoch nicht, das es „nichts“ ist, sondern nur, dass es für die Sinne unzugänglich ist. Das Ich ist aber nicht bloß der Fixpunkt aller Erfahrung, es beinhaltet auch noch einen anderen Aspekt.

Martinus schreibt: „Das Ich setzt sich aus heiligen immateriellen Kräften zusammen, die das Bewusstsein bzw. die Mentalität in sich einschließen. Es ist an sich immateriell. Diese Kräfte wirken in unterschiedlichen Kombinationen. Sie haben ihren ewigen Sitz in der immateriellen Struktur des Ich. Ihre korrespondierenden Energien treten wie folgt in chronologischer Reihenfolge auf: die Instinktenergie, die Schwereenergie, die Gefühlsenergie, die Intelligenzenergie, die Intuitionsenergie und die Gedächtnisenergie. Über diese hinaus gibt es die Mutterenergie und die Energie des Urbegehrens. Alles dies zusammen bildet ein Organ, das ich das ‚Schicksalselement’ genannt habe: Hier haben sie ihren Sitz, was sie gleicherweise für die Sinne unerreichbar macht. Ihr Handeln geht durch den Organismus des Lebewesens, der die Manifestation, den Willen und die Wahrnehmung des Ich hervorbringt, von diesem Element aus.“ (Das Intellektualisierte Christentum, 128).

2. Was ist Denken?

Zur Erklärung, wie das Gehirn mit dem Bewusstsein und der Dimension des Denkens in Zusammenhang steht, wurden unterschiedliche Hypothesen vorgeschlagen. Anhand von Experimenten wurde demonstriert, dass zwischen Hirnprozessen und mentalen Zuständen mehr oder weniger eindeutige Korrelationen bestehen. Aber Korrelationen sind keineswegs das Gleiche wie ursächliche Zusammenhänge. Das Bewusstsein wird üblicherweise als direktes Produkt der Gehirnaktivität erklärt, aber, wie schon bemerkt, ist dies eines der dreistesten Beispiele einer metaphysischen Annahme, die als Wissenschaft dargestellt wird. Die Forscher unternehmen jede Anstrengung, um metaphysische Annahmen zu vermeiden, aber sie befinden sich auf unsicherem Boden, wenn sie Bewusstsein als eine Folge von physischer Materie erklären. Diese Herangehensweise nimmt an, dass das Bewusstsein von der unbewussten physischen Materie verursacht ist, die vor dem Auftreten des Lebens auf der Erde existierte. Aber dies wurde niemals bewiesen! Insofern ist diese Annahme wenig mehr als ein quasireligiöser Glaube!

Martinus sagt uns, dass das Denken die Verbindung zwischen dem Ich und dem Leben darstellt. Denken ist die Freisetzung höherer elektrischer Wellen oder Schwingungen durch das Gehirn und das Nervensystem. Der Empfang und die Sendung dieser Wellen wird als Gedanken erfahren, was dem Erleben des Lebens entspricht. Aus kosmischer Perspektive ist das physische Gehirn nur eine Art Antennensystem für das Bewusstsein.

Die sechs Grundenergien sind der Ausdruck von sechs unterschiedlichen Formen des Denkens und sind mit dem Begehren und Willen des Wesens verbunden. Ohne eine zugrundeliegende Form des Begehrens ist es unmöglich, an irgendetwas zu denken. Das Denken ist der Teil des Lebewesens, der als innere Welt erlebt wird. Wenn diese innere Welt nicht existierte, wäre es unmöglich, die äußere Welt zu erleben. In unserer inneren Welt bestimmen wir, wie wir auf die physische Welt reagieren wollen. Die Wechselwirkung der Energien zwischen den inneren und äußeren Welten macht das Erleben des Lebens durch das Ich aus.

Alles bewusste Denken ist geprägt durch die Sehnsucht. Sehnsucht ist das Band, welches das Ich mit der Existenz verbindet. Alle Gedanken sind Kinder des Begehrens (LB2, 513).

Alles was wir denken ist so der Ausdruck des Begehrens unseres Ichs, das entweder eigennützig oder uneigennützig sein kann. Wir erleben dieses Begehren als Willen, was der Ausdruck der Kraft ist, die wir in unserer eigenen inneren Welt besitzen. Gedanken bleiben reine Wünsche, solange sie nicht als Handlung ausgedrückt werden. Das ewig existierende Ich macht seine Gedanken durch Handeln sichtbar.

Martinus sagt uns, dass die Gedankenenergie eine höhere Form von Elektrizität darstellt. Das physische Gehirn sei ein höherer elektrischer Apparat, konstruiert, um Energiewellen zu empfangen und auszusenden, und so vergleicht er es folgerichtig mit einem Rundfunkgerät. Die Aktivität, die in spezifischen Gehirnzentren auftritt, wenn wir an etwas Bestimmtes denken, kann gemessen werden, und daraus schließt die Wissenschaft, dass das physische Gehirn die Ursache für das Denken ist. Aber nur weil eine Aktivität in spezifischen Zentren des physischen Gehirns stattfindet, ist das kein eindeutiger Beweis dafür, dass das Gehirn Gedanken produziert. Wenn wir eine Radioantenne während einer Radiosendung untersuchen, können wir ebenfalls eine elektrische Aktivität darin messen und könnten in entsprechender Weise daraus schließen, dass das Programm in der Antenne produziert wurde – und nicht in einem Studio. Martinus sagt uns entsprechend, dass das physische Gehirn nur ein Antennensystem für das Denken des Ich ist, das in Wirklichkeit in einem kosmischen Gehirn auf der spirituellen Eben stattfindet (siehe auch LB1, 224 und Artikelsammlung 7.12).

3. Wie ist die Verbindung zwischen Gedanken und der Lebenskraft?

Menschliche Gedanken sind ein Ausdruck der zwischenkosmischen Elektrizität, die den physischen Organismus wie eine seelische Kraft steuert. Entsprechend ist der mikrokosmische Geist bzw. das mikrokosmische Denken die Kraft, die die Organismen der Mikrowesen aufrechterhält. In allen Lebewesen existieren die Lebenskraft und das Denken in Form mikrokosmischer, zwischenkosmischer und makrokosmischer Elektrizität (LB6, 2144–2146, 2186, 2295, 2302–2303).

Indem wir diese drei Formen von Elektrizität bzw. seelischer Kraft verstehen, werden wir weiter in der Erkenntnis bestätigt, dass das Universum ein lebendes, denkendes Wesen ist, ein allumfassender Gott, der die Gesamtheit aller existierenden Wesen ist. Martinus erklärt, dass alle Schicksalselemente der individuellen Lebewesen zusammen einen Ozean des Bewusstseins erzeugen, der das Bewusstsein des Universums ausmacht (Das Intellektualisierte Christentum, 10).

Sobald wir das Bewusstsein eines Individuums verstehen können, können wir auch schrittweise damit anfangen, das lebende Universum als Gesamtbewusstsein zu verstehen.

Die Menschen erleben den Strom elektrischer Wellen durch ihr Gehirn als Gedanken, während er nach außen als Magnetismus erscheint, was das gleiche ist wie Lebenskraft. Gedanken fließen wie feine elektrische Wellen durch den gesamten Körper. Das Denken entspricht demgemäß mit überphysischer Kraft aufgeladen zu werden oder einer Art Elektrisierung des Organismus und speziell des Blutes.

Martinus schreibt: „Das Denken wird somit zum höchsten Fundament bei der Erschaffung des Blutes, und seine Qualität muss deshalb mit der Art und der Qualität des Denkens stehen und fallen. Da das Blut wiederum das tragende Fundament bei der Erschaffung des Organismus sowie seiner Erhaltung und seines Wohlbefindens ist, ist das Denken also der allerhöchste Manifestationsfaktor des Lebens. – Was ein Wesen denkt, das wird es. Hat es krankhafte und abnorme Gedanken, wird sein Organismus krankhaft oder abnorm magnetisiert, wobei er in entsprechendem Grad als ungesund und geschwächt hervortreten muss, während er mit hellen, gesunden und normalen Gedanken unvermeidlich als Ausdruck für das höchste normale Wohlbefinden hervortreten wird.“ (Beisetzung, 43. Kapitel).

Gedanken sind folglich zwischenkosmische elektrische Impulse. Rechte Gedanken laden das Schicksalselement mit positiver Lebenskraft auf. Der physische Organismus ist ein zwischenkosmischer Apparat, der mit organischer bzw. zwischenkosmischer Elektrizität arbeitet.

Martinus: „Wie gesagt, geschieht die elektrische Aufladung des Menschen, die dasselbe ist wie die Aufladung mit Lebenskraft, durch Sinneserlebnisse sowohl aus der physischen als auch aus der geistigen Welt. Die Sinnesorgane sind Organe zur Verwandlung physischer Reaktionen in zwischenkosmische elektrische Impulse, die bei ihrer Passage durch das Unterbewusstsein zu einem lebendigen Erleben im wachen Tagesbewusstsein werden. Von dort aus passieren sie weiter die Batterieorgane, um hier als treibende Kraft für die Denk- und Willensfunktionen des Wesens und für ihre Überführung in eine Manifestation durch den physischen Organismus angesammelt zu werden. Diese Manifestation verursacht wiederum eine Reaktion in der äußeren Umgebung. Und diese Reaktion ist dasselbe wie das Schicksal des Wesens.“ (Kosmos Nr. 1, 1980).

4. Was ist die Ursache unnatürlicher Müdigkeit?

Niemals zuvor in der Geschichte gab es so viele Nervenzusammenbrüche und Selbstmorde. Niemals waren so viele Menschen müde und niedergeschlagen. Das Burnout-Syndrom ist fast zu einer Volkskrankheit geworden. Diese unnatürliche Müdigkeit ist Folge eines falschen Denkens, schreibt Martinus. Während natürliche Müdigkeit durch Schlaf und Ruhe gebessert werden kann, kann sein unnatürliches Gegenstück nur durch das Lernen richtigen Denkens gebessert werden (Unnatürliche Müdigkeit, siehe Buch Nr. 16C).

Die unnatürliche Müdigkeit ist auf negative Gedanken zurückzuführen, die die Lebenskraft erschöpfen. In einem seiner Vorträge sagt Martinus, dass Lebenskraft das gleiche wie die Freude am Leben ist. Wenn wir nichts haben, über das wir glücklich sein können, und wenn wir mit dem Leben unzufrieden sind, werden wir automatisch die Lebensfreude verlieren und unsere Lebenskraft wird dahinschwinden. Wenn wir gereizt, niedergeschlagen, ärgerlich und verbittert sind sowie eine negative und kritische Einstellung haben, werden wir unweigerlich an unnatürlicher Müdigkeit leiden. Diese wird durch falsches Denken verursacht, was, wie schon erwähnt, die Lebenskraft erschöpft und die Magnetisierung des Körpers schwächt. Wenn wir das Gefühl haben, dass mit dem Leben etwas nicht stimmt, haben wir eine fehlerhafte Einstellung zum Leben, sagt Martinus. Diese fehlerhafte Einstellung zum Leben verursacht die unnatürliche Müdigkeit. Das zunehmende Wachstum von Vorstellungskraft und Intelligenz der Menschen, kombiniert mit einer materialistischen Sichtweise auf den zeitlichen Charakter des Lebens, ist eine der Hauptursachen für das heutige falsche Denken.

Der am häufigsten auftretende Denkfehler bei modernen Menschen ist der, dass sie sich ungerecht behandelt fühlen. Sie weisen die Schuld anderen zu, die sie für alle ihre Leiden verantwortlich machen, wobei sie sich selbst als unschuldige Opfer sehen, als engelgleiche Märtyrer, die ungerechterweise leiden (so wie die frühen christlichen Märtyrer). Und weil sie unschuldig sind, gibt es keinen Anlass, daran zu arbeiten, sich selbst zu ändern. Aber sie beabsichtigen sicherlich, andere zu ändern, um ihre Probleme loszuwerden. Opfer- oder Märtyrerdenken ist der Hauptgrund für erschöpfte Lebenskraft und unnatürliche Müdigkeit! Und eine erschöpfte Lebenskraft bedeutet einen geschwächten Widerstand gegen viele Krankheiten.

Ein materialistischer Standpunkt macht es einfach, andere für die eigenen Probleme verantwortlich zu machen. Es sind offensichtlich meine Frau, meine Kinder, meine Eltern, meine Kollegen oder mein Chef, die mein Leben zerstören. Es ist mein Arzt, mein Anwalt, das ganze System, die das Leben für mich so bitter gemacht haben. Es sind die Politiker, die Wirtschaft oder das Wetter, die an meinen Leiden schuld sind. Tatsächlich ist es unabdingbar, dass die Dinge aus physischer Sicht so aussehen. Dabei ist diese materialistische Fehlbeurteilung des Lebens die wirkliche Ursache für die erschöpfte Lebenskraft und unnatürliche Müdigkeit. Wir müssen die Verantwortung für unser eigenes Leben übernehmen und nicht anderen die Schuld geben.

Wenn wir die kosmischen Analysen von Martinus studieren, können wir schrittweise zu dem Verständnis kommen, dass wir persönlich für unsere eigene Lebenssituation verantwortlich sind, wie es im vorhergehenden Kapitel skizziert ist. Martinus nennt seine kosmische Chemie in LB2 und LB3 eine Schicksalswissenschaft, die logisch aufzeigt, wie wir unsere eigene Lebenssituation schaffen. Wenn wir die unsichtbaren Ursachen unserer eigenen Lebensumstände sehen, fangen wir an zu verstehen, dass alle unsere Probleme und Schwierigkeiten selbst verursacht sind und einem höheren Zweck dienen, nämlich zur Entwicklung unseres Mitgefühls, unserer Menschlichkeit und unserer Liebe. Martinus erklärt, dass die Lebenskraft augenblicklich wieder zu fließen anfängt, wenn wir aufhören, andere zu kritisieren und zu beschuldigen, und realisieren, dass „ich die Ursache meines eigenen Schicksals bin!“ (Kosmos Nr. 1, 1980).

5. Können die Ursachen der unterschiedlichen Krankheiten katalogisiert werden?

Martinus sagt uns, dass alle angeborenen Krankheiten, Schwächen und Anfälligkeiten aus früheren Leben übertragen worden sind, weil die Talentkerne zur Schaffung von Organen beschädigt wurden. Aus tiefster Betrachtungsweise resultiert diese Schädigung aus der gewohnheitsmäßigen Wiederholung falscher Gedankenmuster. Einstmals zog Martinus in Erwägung, einen umfassenden Katalog von Krankheiten zusammenzustellen, der ihre jeweiligen kosmischen Ursachen aufzeigen sollte. Weil jedes spezifische Symptom einem spezifischen Gedankenfehler entspricht, können Krankheiten dadurch gelindert werden, dass man lernt, richtig zu denken. Er sah aber schnell ein, dass ein solcher Katalog genauso umfangreich würde wie das gesamte Livets Bog (Buch des Lebens), und dass er einfach keine Zeit dafür haben würde. Er fügte hinzu, dass dies nicht wirklich so bedeutend sei, weil die Ärzte in der Zukunft auf der Basis ihrer eigenen kosmischen Erleuchtungsblitze und Erfahrungen in der Lage sein würden, solch einen Katalog zu schaffen.

Martinus schreibt: „Da alle Gedanken eine Strahlenkraft sind, die nicht nur durch das Gehirn, sondern auch durch die Atom- und Mikrostrukturen des Blutes, der Muskulatur und der Nerven geleitet wird, ist es nicht gleichgültig, welche Gedankenarten also durch das Mikroleben und die Organe des Organismus gehen. Da frohe Gedanken die normale Lebenskraft der animalischen Organismusstruktur sind, wird diese Lebenskraft also im gleichen Grade beschädigt, wie der Mensch mit Zorn-, Depressions- und Martyriumsgedanken erfüllt ist. Wenn die Lebenskraft unterminiert wird, bedeutet dies wiederum, dass sie nicht genügend Kapazität hat, eine normale Lebensfunktion zu befördern, die sich ausschließlich in einer beständigen Lebensfreude zeigen soll.“ (Unnatürliche Müdigkeit, Buch Nr. 16C, 9. Kapitel).

Viele Menschen leiden unter Opferdenken, indem sie sich selbst als unschuldige Opfer ihrer Umstände sehen. Ärgerliche und depressive Gedanken sowie Gefühle des Märtyrertums halten die Lebensfreude und die normale Lebenskraft fern und bringen uns zur innersten Ursache aller Krankheit und dunkler Schicksale.

6. Wie sieht Krankheit aus mikrokosmischer Perspektive aus?

In einem Vortrag zeigte Martinus einmal ein Dia mit zwei kollidierenden Galaxien. Er beschrieb die verheerenden Konsequenzen dieser Kollision als „makrokosmische Krankheit“. In anderen Worten: Er vergleicht unsere Organsysteme mit Galaxien (Die Milchstraßen des Weltalls, Buch Nr. 16B).

Dunkle und negative Gedanken haben eine zerstörerische Wirkung auf unsere Organsysteme. Solche Gedanken mögen von der Explosionsenergie (Schwere) wie Wut, Hass, Eifersucht, Bitterkeit und Ärger beherrscht sein, während andere dunkle Gedanken einen eher gefühlsmäßigen bzw. introvertierten Charakter haben, wie Sorge, Angst, Enttäuschung, Depression und Stress.

Martinus: „Wenn unsere Gedankenkraft über das Gehirn und das Nervensystem durch das Blut alle unsere Organe durchdringt und magnetisiert, fließt sie natürlicherweise in diese Organgalaxien und beeinflusst ihren leeren Raum und ihre Partikel. Und so, wie unsere Gedankenkraft lebenspendend und konstruktiv sein kann, kann sie auch so negativ sein, dass sie unsere Organgalaxien verwüstet und dort veritable Katastrophen anrichten kann. Jeder der in der Gedankenkraft von universeller Liebe leben kann, übt eine stärkende und gesundheitsfördernde Wirkung auf alle Galaxien oder Milchstraßensysteme seines Organismus aus.“ (Kosmos Nr.1, 2001).

Es ist das Denken bzw. das Bewusstsein, das diese supermikrokosmischen Partikel in den richtigen Organbereichen steuert und instand hält. Wenn eine bestimmte Partikelart als Resultat einer bestimmten Art falschen Denkens in einen falschen Grundenergiebereich hineinkommt, wird er eine bestimmte Krankheit verursachen. Krankheiten entstehen daher durch den Zusammenprall mikrokosmischer Gedanken- (bzw. Materie-) Partikel, die aufgrund falschen Denkens außer Kontrolle geraten sind. Sowohl im Mikrokosmos als auch im Makrokosmos rufen Zusammenstöße entgleister Partikel Flächenbrände und Weltkatastrophen hervor, die als Krankheit erlebt werden.

Martinus: „Dunkle Gedanken verwüsten unsere Organgalaxien, da jedes individuelle System seine spezifischen Partikel hat, die schlichtweg keinen Kontakt mit Partikeln einer anderen Galaxie tolerieren können. Das Ergebnis sind je nach Art der betreffenden Gedanken Explosionen und Weltkatastrophen in einem oder mehreren galaktischen Systemen in unserem Universum. In diesem Fall wurden bestimmte Partikel in Bereiche geworfen, in die sie nicht gehören. Aus seiner zwischenkosmischen Perspektive mag der Mensch die Wirkungen als Hautausschlag, Entzündung oder Verwundung seines Organismus erleben. Wenn ein Mensch übermäßigem nervlichem Stress mit Enttäuschungen und Sorgen ausgesetzt ist, werden Gefühlspartikel aus der Lungengalaxie in die Magengalaxie eindringen, und das Ergebnis werden Magengeschwüre sein. Wenn Partikel aus der Magengalaxie in die Lungengalaxie eindringen, wird das Ergebnis eine Lungenentzündung oder irgendeine andere Lungenkrankheit sein. Wenn Partikel aus der Lungengalaxie in die Gehirngalaxie oder eine der anderen Galaxien des Organismus eindringen, können sie Krebstumoren in diesen Regionen produzieren. Wenn außerdem gleichzeitig Partikel aus der Magengalaxie kommen, können die Tumore extrem zerstörerisch werden und zum Tod führen. Das Eindringen von fehlgeleiteten Partikeln in Galaxien, in die sie nicht hineingehören, ist die Ursache aller Krankheiten im Organismus, so dass wir sagen können, dass sie einen astronomischen Charakter haben. Sie sind Weltkatastrophen im Mikrokosmos.“ (Kosmos Nr. 1, 2001).

7. Wie beeinflussen toxische Gedanken wie Hass, Ärger und Verbitterung die Gesundheit?

Martinus sagt uns, dass jede Krankheit zwei Stadien hat: das kausale Stadium und das symptomatische Stadium (Kosmos Nr. 5, 1997).

Das kausale Stadium erscheint nicht auf der physischen Ebene, sondern bleibt rein geistig. Hier haben alle Krankheiten ihren Ursprung. Dieses Stadium ist durch eine anhaltende Periode falschen Denkens charakterisiert, das sich schrittweise zu einer ausgewachsenen Krankheit entwickelt. Wenn Symptome auftreten und Beschwerden oder Schmerzen einsetzen, ist es zu spät, weil die Krankheit schon eine Realität ist. Das Stadium der Wirkungen ist erreicht, wenn Symptome auftreten. An unterschiedlichen Stellen seiner gesamten Schriften gibt Martinus nur wenige Beispiele von Ursachen spezifischer Krankheiten an.

So schreibt er: „Es ist gefährlich, bösartige Gedanken zu haben oder ärgerlich und verbittert zu sein und andere zu verdrießen. Und dies ist nicht nur eine äußere Gefahr, sondern auch eine innere, weil diese unterschiedlichen Gedanken Lebenskräfte sind, die spezifische Organe beeinflussen. Einige Gedanken wirken direkt auf das Herz und schwächen es. Dies kann jemandem, der für viele Jahre einen Groll getragen hat, dauernd missgünstig ist und sich über die kleinste Kleinigkeit ärgert, unversehens geschehen. Manche Gedanken greifen den Magen an und verursachen Magengeschwüre, während andere das Gehirn beeinträchtigen und letztlich zu Geistesschwäche führen, und noch andere Gedanken können Muskeln und Haut zerstören, usw.“ (Kosmos Nr. 7, 1992).

Wie schon erwähnt überschattet die Schwereenergie das Verdauungssystem während die Gefühlsenergie entsprechend das Drüsen-, Lungen-, Herz- und Gefäßsystem durchdringt. Viele Herz-, Gefäß- und Lungenkrankheiten werden durch die Schwereenergie (Explosions- bzw. Aggressionsenergie) hervorgerufen, die widrigerweise in den Gefühlsbereich eingedrungen ist. Menschen sind im Vergleich zu Tieren sehr verfeinert worden und können die Schwere- bzw. Explosionsenergie nicht im gleichen Maße aushalten, von der Tiere gefahrlos Gebrauch machen.

Martinus erklärt: „Die verfeinerte Seele hat seinen (des Menschen) physischen Körper verfeinert, sein Blut veredelt und sein Nervensystem außerordentlich feinfühlig und zart gemacht. Ein solcher Organismus verträgt nicht allzu viele Jähzorn- oder Wutanfälle, ohne stark vergiftet zu werden. Mit einer solchen mentalen Belastung kann dabei auf die Dauer eine unterminierende Belastung der Herzfunktion nicht vermieden werden.“ (LB2, 296).

Martinus erwähnte Herzkrankheiten oft in Verbindung mit überschießender Schwereenergie. Ansonsten sagte er jedoch wenig über die Ursachen spezifischer Krankheiten. Aber die allgemeine Vorstellung ist, dass Gedankenpartikel aufgrund von fehlender Liebe in die falschen Bereiche hineingehen, und dass die Liebe die Dinge an ihren richtigen Ort bringt. Natürlich können Menschen von Heilern und in Krankenhäusern kuriert werden, aber das nützt wenig, wenn sie damit fortfahren, den Gedankenmustern, die die Krankheit an erster Stelle verursacht haben, nachzugeben. Die endgültige Lösung besteht darin, dass die Menschen lernen müssen, richtig zu denken.

Im gleichen Maße, wie wir auf ungesunde Art leben, tragen wir zur Schwächung unseres Gesundheitszustandes bei. Wenn wir Krankheit verhüten wollen, müssen wir positive Gedanken pflegen. Wir brauchen genügend Schlaf und Ruhe, wir sollten die gesündeste Nahrung und die gesündesten Getränke zu uns nehmen, und wir müssen bestrebt sein, potenziell tödliche Substanzen wie Alkohol, Nikotin und Drogen zu vermeiden.

Martinus schreibt: „Wir müssen Gedankenmuster vermeiden, die für das Gemüt tödlich sind wie Wutausbrüche, Rachegedanken oder Hetzjagden bezüglich unserer Mitwesen, ebenso Lügen, hinter dem Rücken über andere reden und andere selbstische Gedanken. Die absolut gesündeste Gemütsnahrung für den Menschen stammt aus uneigennützigen Gedanken. Sie verleihen Geist und Körper Leben, wogegen selbstsüchtige Gedanken für den Menschen physisch und geistig tödlich sind. Die meisten inneren organischen und chronischen Krankheiten sind durch negative und daher toxische Gedanken verursacht.“ (LB6, 2026).

Ole Therkelsen

www.oletherkelsen.dk

Übersetzung Christoph Schönhofer