Artikel

Krieg, Karma und Vegetarismus

von Ole Therkelsen

1. Krieg und Vegetarismus

Der russische Schriftsteller und Vegetarier Leo Tolstoi (1828-1910) sagte, dass Fleischesser wandernde Friedhöfe seien, weil die Tierleichen in ihren Körpern begraben würden. Er sagte auch, dass, so lange es Schlachthäuser gebe, es immer Schlachtfelder geben werde!

Viele Esperantisten sind Vegetarier, und zusammen mit dem Schriftsteller Leo Tolstoi (1828-1910) und mehreren anderen Esperantisten bildete Ludwig Zamenhof in 1908 eine weltweite Organisation vegetarischer Esperantisten, genannt TEVA – Tutmonda Esperantista Vegetarana Asocia. Es ist relativ gut bekannt, dass Tolstoi ein Vegetarier war, dagegen ist es vermutlich weniger bekannt, dass er sich auch für Esperanto interessierte. Im Jahre 1895 wurde die Esperanto-Zeitschrift La esperantisto vom Zaren verboten, weil sie einige Artikel von Tolstoi veröffentlicht hatte, die von den Herrschenden missbilligt wurden.

Tolstoi war auch mit der inneren Idee von Esperanto einverstanden, weil er alle Formen der Unterdrückung ablehnte. Mahatma Gandhi (1869-1948) war von Tolstois vollständiger Ablehnung von Gewalt beeinflusst. Gandhi praktizierte gewaltfreien Widerstand, während Tolstoi an einen völlig konsistenten Pazifismus ohne jede Gegenwehr glaubte. Tolstoi gründete seine Aussagen hauptsächlich auf die Bergpredigt und speziell auf die christliche Forderung, nicht Böses mit Bösem zu vergelten. Tolstois religiöse und soziale Zielvorstellungen spielten im Vorfeld der Russischen Revolution und dem Sturz des Zaren eine bedeutende Rolle.

2. Warum werden Menschen Vegetarier?

Es gibt viele Gründe, Vegetarier zu werden. Einige Menschen tun es aus ökologischen Gründen, um die Ressourcen der Erde zu schonen, andere tun es aus Gesundheits- oder religiösen Gründen und einige vielleicht aus wirtschaftlichen Gründen. So kann es viele Gründe geben, Vegetarier zu werden, aber im natürlichen Lauf der Evolution ist der letztliche Grund ganz einfach der, dass wir es nicht mehr länger ertragen können, am Töten von Tieren beteiligt zu sein. Die höchste Motivation und der edelste Grund Vegetarier zu werden ist, dass unser ethisches Gewissen und unsere Empfindungen uns dahinführen, das Blutvergießen zu verabscheuen. Die heutigen Menschen sind Säugetiere, sie gehören zum Tierreich. Aber sie entwickeln sich schrittweise zu einem neuen Reich, dem wahren Menschenreich, von dem aus sie auf die Barbarei der Vergangenheit zurückblicken werden. Martinus beschreibt diesen Prozess auf folgende Weise:

„Man wird mit Entsetzen von der Leichenfresserei der Menschen lesen und davon, dass die Liebe der Menschen zu den Tieren in großem Stil nur die Liebe von Kannibalen zum Fleische war. In prachtvollen Museen werden große Äxte, Dolche, Schlachtermesser, Jagdgewehre, Angelhaken und andere Mordinstrumente den Menschen der Zukunft ihre stumme Sprache von einer entschwundenen primitiven geistigen Einstellung reden. In historischen Werken wird man in einem krankheitsfreien Dasein mit Grauen über die kranke Menschheit der heutigen Gegenwart lesen, über ihre Tuberkulose, ihren Krebs, ihre Nierenleiden, Gallensteine, ihre Verkalkung, ihre Herzfehler, Verdauungsbeschwerden, ihre Nervosität usw., und man wird in Wahrheit Jesu Wort bestätigen, dass sein Reich nicht von dieser Welt war.“ (Die ideale Nahrung, 26. Kapitel).

3. Das sechste Gebot: Du sollst nicht töten

Der Grund, warum Martinus solche Analysen betreffend Fleischessen und Ernährung vorgelegt hat, liegt darin, dass das ganze Thema der Ernährung so wichtig ist. Er wollte den Weg heraus aus Schmerz und Leid aufzeigen – nicht nur in Bezug auf die Gesundheit sondern auch in Bezug auf das Schicksal.

Der irdische Mensch kann kein krankheitsfreies Dasein leben, solange seine Ernährung durch das Töten von Tieren erzielt wird. (Die ideale Nahrung, 26. Kapitel).

Zusätzlich zur Verstümmelung und Tötung von Tieren hat das Fleischessen auch Unfälle bei denen zu Folge, die Tiere als Nahrung für ihren Organismus verzehren. Sie befinden sich im Widerstreit mit dem Gesetz des Daseins selbst bzw. dem ewigen Gebot „Du sollst nicht töten“. (Die ideale Nahrung, 4. Kapitel).

4. Was sind die karmischen Konsequenzen des Fleischessens?

Das Gesetz des Karmas wird im Orient weitgehend akzeptiert, während wir hier im Westen über das Schicksalsgesetz sprechen und die Bibel uns erzählt, dass wir ernten werden, was wir gesät haben, und dass wir andere so behandeln sollten, wie wir selbst behandelt werden wollen. Ein dänisches Sprichwort sagt: „Lächle in die Welt und die Welt lächelt zurück.” Martinus erklärt außerdem, wie das Gesetz des Schicksals ein Spiegelprinzip darstellt (LB4, 1262; LB6, 2128).

In der Physik sagt das dritte Newtonsche Gesetz, dass jede Aktion eine gleich große, aber entgegengesetzte Reaktion hervorruft, was bedeutet, dass jede Aktion unweigerlich bestimmte Konsequenzen hat. Wir müssen die Konsequenzen aller unserer Handlungen tragen. Wenn wir als Eltern unsere Kinder dazu erziehen, die Konsequenzen ihrer Handlungen zu akzeptieren, sollte es leicht zu verstehen sein, dass wir Erwachsenen ebenfalls die Konsequenzen unserer eigenen Handlungen annehmen müssen. In der Tat basiert die gesamte Wissenschaft auf dem Gesetz von Ursache und Wirkung.

Martinus sagt, dass das Essen von Fleisch ernste Konsequenzen für unser Schicksal hat, weil wir damit die Ursache für das Töten von Tieren sind. Aber Menschen töten Tiere nicht, weil sie sie hassen. Weil ihr Schlachter weder aus Ärger oder Hass handelt, erleben die Tiere es mehr oder weniger als Unfall. Da das Schicksalsgesetz als eine Art Spiegelprinzip arbeitet, haben Fleischesser keinen Schutz davor, bei einem Flugzeugunglück oder Verkehrsunfall verletzt oder getötet zu werden. Ähnlich ernste Konsequenzen hat die Jagd, das Angeln oder das Essen tierischer Meeresprodukte. Fleisch zu essen kann ebenfalls die Ursache für Ertrinken oder größere und kleinere Unfälle zu Hause und bei der Arbeit sein.

Martinus hat in keiner Weise Menschen für das Fleischessen getadelt. Er war jedermanns Freund und liebte jeden, unabhängig davon, ob sie Fleisch aßen, Raucher waren oder Alkohol tranken, aber er wollte sie lediglich über die Konsequenzen ihres Handelns informieren. Er empfahl, dass wir Vegetarier werden, wenn wir uns eine bessere Gesundheit und Schutz vor Unfällen wünschten.

5. Toleranz gegenüber Fleischessern

Martinus schreibt natürlich keinen Artikel über den Weihnachtsmassenmord, um bezüglich der Einstellung der Menschen zu Weihnachten ironisch zu sein, aber sie liegt mit der Weihnachtsidee so wenig auf einer Wellenlänge, dass sogar eine objektive Analyse schon ein wenig ironisch erscheinen mag.

Martinus kommt nicht mit dem Befehl, dass wir kein Fleisch essen dürfen. Er ist sich dessen bewusst, dass das Verständnis und die Anerkennung seiner Analysen hinsichtlich des Fleischessens und der Nächstenliebe eine Frage des Bewusstseins ist, die jeder Mensch für sich selbst entscheiden muss, sie kann nicht angeordnet oder befohlen werden. Aber Martinus sieht voraus, dass die neue Weltmoral es mit sich bringen wird, dass irgendwann in der Zukunft das heutige Fleischessen genauso barbarisch erscheinen wird wie der Kannibalismus für uns heute.

Martinus kritisiert niemanden und verteidigt alles und jeden. Jeder Mensch macht es so gut er kann. Niemand kann aufgrund von Erfahrungen handeln, die er noch nicht gemacht hat. Martinus besitzt eine äußerst charakteristische Toleranz und Liebe zur ganzen Menschheit, tatsächlich ist sein gesamtes Werk eine universelle Verteidigung aller Lebewesen. (Siehe LB1, 14, 19).

Martinus: „Persönlich ziehe ich es vor, mit einem liebevollen und toleranten Fleischesser zusammen zu sein anstatt mit einem fanatischen und intoleranten Vegetarier.“ (Dänischer Kosmos, Nr. 4/2005).

6. Hat Martinus eine logische Erklärung für das Schicksalsgesetz, das sagt, dass wir ernten müssen, was wir gesät haben?

Martinus argumentiert, dass etwas Lebloses nicht die Ursache für eine Bewegung sein kann – nur etwas Lebendes kann das (siehe Kapitel 3.11). Das „Ich“ – der lebende Kern eines Lebewesens – muss daher die Ursache für jede Bewegung sein. Da jede Bewegung nur auf einer gekrümmten bzw. kreisförmigen Bahn verlaufen kann, muss sie notwendigerweise zu ihrem Ausgangspunkt zurückkehren – nämlich dem „Ich“. Der Kern seines Arguments für das Schicksalsgesetz ist demnach: Da Bewegungen nur in kreisförmigen Bahnen verlaufen können, muss jeder ausgesandte Energieimpuls zu seinem Sender zurückkehren – dem ewig existierenden „Ich“.

Wenn jemand zum Beispiel einen Mord begeht, führt er eine Aktion aus, die eine bestimmte Energiekonzentration darstellt, die in geistige Materie transformiert wird, die sich im Raum ausbreitet (Kosmos Nr. 2, 1996). Dementsprechend stellt das Prinzip, am Fleischessen beteiligt zu sein, sich als Unfall dar. Tiere erleben geschlachtet zu werden als Unfall. Der elektromagnetische Energiestrahl, der ausgesandt wird, repräsentiert nicht die konkrete Aktion, sondern das dahinterliegende Prinzip. Dem Gesetz der Bewegung folgend kann kein Energieimpuls auf einer geraden Linie verlaufen, sondern muss einer gekrümmten bzw. kreisförmigen Bahn folgen. So muss er unweigerlich mit einer Wirkung, die der ausgesandten entspricht, zu seinem Ursprung zurückkehren. Auf diesem Hintergrund kann das Schicksalsgesetz als ein Naturgesetz entsprechend den Gesetzen der Schwerkraft oder des Elektromagnetismus verstanden werden.

Martinus sagt, dass diese gekrümmten Bahnen so unermesslich groß sein können, dass die Schicksalsimpulse mehrere hundert Jahre unterwegs sein können, obwohl sie sich schneller als Licht bewegen (Die ideale Nahrung, 6. Kapitel). Die schnellste bekannte Geschwindigkeit in der physischen Welt ist die von Licht. Sobald diese überschritten wird, betritt der sich bewegende Körper die geistige Welt. Alles was sich schneller als Licht bewegt, wird dematerialisiert: Es wird von einem der bekannten Zustände der Materie, nämlich fest, flüssig oder gasförmig, in einen vierten Zustand überführt, den Martinus den geistigen oder strahlenförmigen Zustand nennt. Und in umgekehrter Richtung wird etwas, das unter die Lichtgeschwindigkeit fällt, in der physischen Welt materialisiert. Über Materialisation schreibt Martinus in LB2, 361; LB5, 1936; Buch Nr. 22: Der Weg des Lebens sowie Kosmos Nr. 3, 2005 und Nr. 8, 2006.

Martinus betonte, dass dies weder Spekulationen noch Theorien wären. Für ihn waren dies reale Fakten, weil das kosmische Bewusstsein die Kreisbahnen der schicksalsbildenden Strahlen durch den Raum genauso leicht verfolgen und beobachten kann, wie die physikalischen Realitäten für die physischen Sinne zugänglich sind. (Die ideale Nahrung, 6. Kapitel). Die ausgesandten Schicksalsenergien bilden einen Teil des Ewigkeitskörpers eines Wesens. Mehr über dieses Thema kann man in DEW1, 16. Kapitel finden, wo Martinus auch das Symbol des Ewigkeitskörpers erklärt. Siehe auch seine Analysen zu diesem Thema in DEW3, 32.13 und LB3, 750-751.

7. Symbol Nr. 15. Das Gesetz der Bewegung

Das Symbol zeigt, dass alle Energien oder Bewegungen in Kreisen verlaufen. Die runde weiße Figur im Vordergrund symbolisiert die Kugelform, die die grundlegende kosmische Balance aller Bewegungen darstellt. Die oberste weiße Linie zeigt eine scheinbar gerade Linie. Aus kosmischer Perspektive kann jedoch eine vollkommen gerade Linie nicht existieren, und diese Linie ist in Wirklichkeit das Segment eines Kreises mit einem Durchmesser von 40 Metern. Die anderen breiten weißen Linien sind ebenso Teile von Kreisen, die aber so klein sind, dass ihre Krümmung klar zu sehen ist. So ist aus einer speziellen Perspektive die Krümmung eines beliebigen Kreises so mikroskopisch klein, dass sie nicht zu sehen ist. Ein Quadrat ist zu einem gewissen Grad auch eine Illusion, weil jede anscheinend ebene Fläche immer Teil Symbol Nr. 15einer gekrümmten Fläche ist. Von der Erde hat man einstmals auch angenommen, dass sie flach sei.

Die dünnen weißen Linien symbolisieren, dass alle Arten von Bewegungen des Universums kreisförmig bzw. gekrümmt verlaufen. Wenn die Energien nicht gezwungen wären, kreisförmigen Bahnen zu folgen, gäbe es weder das Erleben des Lebens oder des Schicksals noch Bewusstsein, weder Organismen noch Planeten, Sonnen oder Milchstraßen (siehe DEW1, 15. Kapitel).

8. Der Dritte Weltkrieg

Trotz der Tatsache, dass die Welt schon zwei Weltkriege und weitere größere Kriege durchlebt hat, bewaffnen sich die Völker dennoch für neue Kriege. Sie bereiten sich nicht auf Versöhnlichkeit, globale Freundschaft und Gleichheit vor. Sie bereiten sich immer noch darauf vor, die anderen so weit wie möglich auszunutzen.

Im Laufe der Zeit gab es viele Prophezeiungen über die letzte Schlacht, die die Götterdämmerung, der Tag des jüngsten Gerichts, das Ende der Welt, die Letzten Tage, Armageddon und die Apokalypse genannt wird. Martinus erörtert, dass der Tag des jüngsten Gerichts kein Tag ist, sondern eine gesamte Zeitepoche, die mit dem Ersten Weltkrieg angefangen hat und die nur abgeschlossen sein wird, wenn zusätzlich einige noch größere Weltkriege über den Planeten hinweggezogen sind. Diese Kriege sind erforderlich. Dadurch können die Menschen alle die Erfahrungen machen, die in ihrem Herzen nötig sind, um sich völlig vom Krieg in allen seinen Formen zu distanzieren. Sie werden 100-prozentige Pazifisten wie Jesus sein, der eher sein eigenes Leben hingeben würde, als jemandes anderes Leben zu nehmen. Jeder Mensch auf der Erde muss dahin gelangen, die Wahrheit in Jesu Worten zu lernen: „Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es gewinnen.“

Martinus zufolge werden Kriege auf der Erde möglicherweise die nächsten 500 Jahre stattfinden. Aber in 100 Jahren sollten die großen Weltkriege beendet sein, und dann werden die internationalen Abrüstungsverhandlungen dazu führen, dass der Krieg verboten ist. Den Ländern wird verboten, ihr eigenes Militär zu haben, es wird nur eine Militärmacht geben, und das wird die Weltpolizei sein.

Das „Kriegsministerium“, das seinen Namen vor langer Zeit in „Verteidigungs-ministerium“ umbenannt hat, wird schließlich zum „Vergebungsministerium“.

Wenn nicht etliche Kriege auf der Erde stattfinden würden, wären die Menschen nicht imstande, sich weiterzuentwickeln und aus dem Tierreich hinaus- und in das wahre Menschenreich hineinzukommen. Der Zusammenprall vieler falscher Ideen mit dem Gesetz der Liebe wird zu dem Guten führen, dass die Menschen durch die direkte eigene Sprache des Lebens selbst den Kontrast zwischen Gut und Böse lernen und erfahren können.

So ist der Krieg der Weg zum Frieden. Krankheit ist der Weg zur Gesundheit. Unglück ist der Weg zum Glück. Selbstsucht ist der Weg zur Liebe. Alle der vielen Leiden auf der Erde sind nicht umsonst, weil sie den Menschen die Erfahrungen und Talente bieten, die sie in der Liebesevolution voranbringen werden. Das sogenannte Böse ist also ein unangenehmes Gutes. Jede schmerzhafte Erfahrung gibt der Menschheit die göttlichste Gabe, die sie empfangen kann, nämlich Menschlichkeit und Liebe.

In Bezug auf die Notwendigkeit der Erfahrungsbildung durch die bevorstehenden Weltkriege hat Martinus dieses Thema im Zusammenhang mit dem Symbol Das Karma der Menschheit (DEW2, Symbol Nr. 25) analysiert.

9. Die Doppelmoral der Nationen

Die Menschen auf dem Planeten leben gewissermaßen in einem Zustand dauernden Krieges. Wo es keinen Krieg gibt herrscht eher nur ein Waffenstillstand als wirklicher Friede. Die Staaten mit Intelligenz und überlegener Kultur, die heutzutage dominierend oder weltbeherrschend sind, haben mit den modernsten Waffen, Raketen und Atombomben die in der Weltgeschichte größten Kriege und Demonstrationen des Mordens hervorgerufen. Martinus zufolge ist Intelligenz eine neutrale Fähigkeit, die sowohl im Dienste der Menschlichkeit und einer höheren Moral als auch im Dienste des Egoismus und des Krieges genutzt werden kann. Der materialistische Kulturmensch ist „ein Riese in der technischen Schöpfung aber geradezu ein Analphabet in Moral und kosmischem Wissen“, wie Martinus es ausdrückt. (Die Weltsituation und Gottes Abbild, Buch 26D, Kap. 8).

Man mag sich darüber wundern, wie selbst Menschen in den führenden Kulturstaaten in den Krieg ziehen und Menschen in solch einem großen Maße töten können, wenn sie andererseits eine vorzügliche Intelligenz besitzen. Aber in jedem Land herrscht eine Doppelmoral. Innerhalb ihrer Grenzen sind Mord und Totschlag verboten und Straftäter werden mit langen Gefängnisstrafen und im schlimmsten Fall mit der Todesstrafe belangt. Andererseits sollen aber junge Männer Soldaten sein und lernen zu töten, und im schlimmsten Fall müssen sie in einem Krieg viele Menschen verfolgen und töten.

Ist das nicht eine doppelte Moral, die besten Soldaten, die viele Landesfeinde getötet haben, zu feiern und zu ehren, und zur gleichen Zeit diejenigen zu bestrafen und hinzurichten, die ihre eigenen persönlichen Feinde ermordet haben? In den nationalen Gesetzen existiert keine wirkliche und konsistente Moral, die gleichermaßen im einen wie im anderen Fall passt. Ist es nicht klar, dass es wirklich einen Bedarf für eine neue und sichere Weltmoral gibt?

10. Skandinavien ist gegen die kommenden Kriege geschützt

In einer Ansprache im März 1971 sagte Martinus: „Es ist wahr, dass es weitere Kriege geben wird, aber das muss uns nicht berühren. Krieg gibt es nicht für diejenigen, die gegen den Krieg arbeiten. Diejenigen, die keinen Krieg wollen und die keinen Krieg verursachen wollen, können vom Krieg nicht betroffen werden. Wir können wohl von gewöhnlichen materiellen Gegebenheiten wie Einschränkungen und Ähnlichem betroffen sein, aber ich kann sagen, dass der Krieg hier in unserer Nachbarschaft oder in Skandinavien nicht besonders heftig sein wird. Der Krieg wird nicht dort toben. Die neue Kultur muss an irgendeinem Ort geschützt sein, bis die Menschheit für sie empfänglich geworden und sie weiter verbreitet ist.“ (Kosmos, Nr. 3/1996).

In einer Fragestunde im Jahre 1973 sagte Martinus: „Es wird Kriege geben, aber in Skandinavien müssen wir uns nicht fürchten. Die Kriege werden nicht aufhören bevor die Menschen Kriegsdienstverweigerer werden. Es gibt schon viele davon, aber es gibt auch viele, die es noch nicht sind. Zwei größere Kriege werden noch kommen. Ich bin der Meinung, dass Kriege im Laufe von 500 Jahren überwunden und dann viele Länder – in den Vereinten Nationen oder Ähnlichem – vereint sein werden. Die Länder werden mehr und mehr vereint und schließlich ein Staat werden. Davor kann es in der Welt einfach weder Frieden noch eine ordnungsgemäße Regierung geben. Wenn die Welt ein Staat wird, wird es eine Sprache geben, und dann wird es sehr viel leichter gehen, wenn diese ganzen Übersetzungen nicht erforderlich sind. Viel Zeit wird gewonnen, wenn jedermann jeden anderen versteht.“ (Kosmos, Nr. 8/2009).

An seinem 87. Geburtstag, am 11. August 1977, sagte Martinus: „Die Welt hat somit diese Verhältnisse erreicht, und da ist nur dieser Kriegszustand bzw. die Apokalypse übrig, wie sie in Offenbarungen und andernorts verkündet wurden. Aber wir können tatsächlich froh sein, dass ein großer Teil aus und vorbei ist. Der ganze Hitlerismus, die Weltkriege und die Flammen des Krieges, die gerade über die Welt hinweggezogen sind, waren belastend, aber es gibt noch weiteres. Es wird nicht hier passieren, es wird in einem anderen Teil der Welt stattfinden, in den südlicheren Ländern, unten in Arabien und weiter unten. Aber ein Krieg wird offensichtlich überall seine Spuren hinterlassen. Natürlich wird es unterschiedliche Einschränkungen und Nachwirkungen geben; das kann nicht vermieden werden. Aber wir leben hier in Skandinavien am besten Platz, im Norden, der nördlichen Hemisphäre. Das ist der beste Ort.“ (Kosmos, Nr. 7/2009).

In einem Gespräch mit seinen Mitarbeitern sagte Martinus im März 1978: „Hier in Skandinavien kommen wir am besten weg. Es ist der beste Platz auf Erden. Hier sind wir am stärksten geschützt und hier erhalten wir die Impulse der kosmischen Welten. Hier wurde das kosmische Bewusstsein offenbart und sollte für die Menschheit offenbart werden. Hier sind die Menschen, die dafür empfänglich sind, und es wird sich schrittweise über viel mehr Menschen über die ganze Welt ausbreiten, wenn die Vorsehung es freisetzt.“ (Kosmos, Nr. 3/2004).

Am 11. August 1979 sagte Martinus: „Zurzeit befinden sich die Menschen also innerhalb von Armageddon, auch wenn es Pausen ohne Krieg gibt. Wir leben an einem lieblichen Ort. Die Skandinavier und ihre Nachbarn leben in der besten Weltgegend. Aber sogar hier können die Wirkungen des Krieges offensichtlich nicht völlig vermieden werden. Er wird kommen, und er wird die Welt mit einer gemeinsamen Souveränität international machen. Die Welt ist mit der Geschäftswelt sowie ihren Importen und Exporten schon sehr international geworden, und das ist auch die Absicht Gottes. Es ist Gottes Plan, dass sie eine Welt sein wird. Die Menschen können sich wohl dagegen stemmen, aber ohne Erfolg.“ (Kosmos, Nr. 7/2008).

11. Krieg, Toleranz, Vergebung und Frieden auf der Erde

Es ist gesagt worden, dass man allen vergeben muss, aber man kann keine neue Kultur schaffen, indem man einfach beteuert oder fordert, dass man sich alles gefallen lassen soll und dass wir allen vergeben müssen.

Tolerant zu sein und in seinem eigenen Bewusstsein alles zu vergeben bedeutet jedoch nicht, dass man alles erlauben muss. Die Gesellschaft hat das Recht, sich selbst zu schützen, aber nicht, zu bestrafen und nach Rache zu trachten. Das augenblickliche Strafsystem wird vollständig in ein wirklich humanes Verfahren umgewandelt, wo die Gesellschaft vor Verbrechern und ihren Handlungen geschützt ist, ohne Bestrafung oder grausame und primitive Inhaftierung zu verwenden. (LB7, 2400).

Viele sind nicht gewillt zu vergeben, und es kann jetzt gar nicht anders sein. Aber Vergebung ist notwendig um Waffen und Krieg zu beseitigen, die im Weiteren schrittweise auf globaler Ebene verbannt sein werden. Es wird lange Diskussionen geben, weil viele sagen werden, dass es ohne Waffen nicht geht. Dessen ungeachtet werden laut Martinus alle Waffenproduktion und der Krieg im Prozess der Evolution von diesem Planeten verschwinden. Am Kreuz hängend sagte Christus unter schlimmsten Schmerzen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, und es sind diese Christus-Moral und die totale Vergebung, die die Grundlage zur Schaffung einer neuen Weltkultur bilden werden.

Um ein gesundes, friedvolles und liebevolles Reich auf der Erde zu schaffen, ist ein Weltbild erforderlich, das alle wichtigen Lebensgesetze zum Ausdruck bringt. Die Schaffung eines gerechten internationalen Weltstaates ist nicht nur eine Frage der Entwicklung der materialistischen Wissenschaft, es ist genauso sehr eine Frage der Schaffung einer Wissenschaft des Handels und Führens auf menschliche Weise.

Solange die Menschen eine solche Wissenschaft noch nicht haben, kann ihr gemeinsames Zusammenleben nicht vollkommen sein. Eine solche Liebeswissenschaft, wie sie Martinus geschaffen hat, ist daher eine Vorbedingung für die Errichtung eines dauerhaften Friedens auf der Erde.

12. Eine neue wissenschaftliche Weltmoral

Die Botschaft der Liebe ist sicherlich schon Kern der humanen Weltreligionen, aber hier stellt sie sich in der Ausprägung von religiösen Dogmen und Lehrsätzen dar. Der moderne intellektuelle Mensch fordert stattdessen eine logische und intellektuell begründete Erklärung, und die Absicht von Martinus’ Weltbild ist daher, zur Schaffung einer neuen wissenschaftlichen Weltmoral beizutragen.

Es ist gesagt worden, dass man allen vergeben muss, aber man kann keine neue Kultur schaffen, indem man einfach beteuert oder fordert, dass man sich alles gefallen lassen soll und dass wir allen vergeben müssen.

Tolerant zu sein und in seinem eigenen Bewusstsein alles zu vergeben bedeutet jedoch nicht, dass man alles erlauben muss. Die Gesellschaft hat das Recht, sich selbst zu schützen, aber nicht, zu bestrafen und nach Rache zu trachten. Das augenblickliche Strafsystem wird vollständig in ein wirklich humanes Verfahren umgewandelt, wo die Gesellschaft vor Verbrechern und ihren Handlungen geschützt ist, ohne Bestrafung oder grausame und primitive Inhaftierung zu verwenden. (LB7, 2400).

Viele sind nicht gewillt zu vergeben, und es kann jetzt gar nicht anders sein. Aber Vergebung ist notwendig um Waffen und Krieg zu beseitigen, die im Weiteren schrittweise auf globaler Ebene verbannt sein werden. Es wird lange Diskussionen geben, weil viele sagen werden, dass es ohne Waffen nicht geht. Dessen ungeachtet werden laut Martinus alle Waffenproduktion und der Krieg im Prozess der Evolution von diesem Planeten verschwinden. Am Kreuz hängend sagte Christus unter schlimmsten Schmerzen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, und es sind diese Christus-Moral und die totale Vergebung, die die Grundlage zur Schaffung einer neuen Weltkultur bilden werden.

Um ein gesundes, friedvolles und liebevolles Reich auf der Erde zu schaffen, ist ein Weltbild erforderlich, das alle wichtigen Lebensgesetze zum Ausdruck bringt. Die Schaffung eines gerechten internationalen Weltstaates ist nicht nur eine Frage der Entwicklung der materialistischen Wissenschaft, es ist genauso sehr eine Frage der Schaffung einer Wissenschaft des Handels und Führens auf menschliche Weise.

Solange die Menschen eine solche Wissenschaft noch nicht haben, kann ihr gemeinsames Zusammenleben nicht vollkommen sein. Eine solche Liebeswissenschaft, wie sie Martinus geschaffen hat, ist daher eine Vorbedingung für die Errichtung eines dauerhaften Friedens auf der Erde.

13. Ist eine ideale Gesellschaft eine Utopie?

Die Idee einer neuen und besseren Welt hat schon immer existiert, seit unsere Vorfahren anfingen, vom Paradies zu träumen. Nach Aussage von Martinus müssen wir selbst für den Aufbau dieser idealen Gesellschaft zusammenarbeiten. Aber das ist nichts, wozu man sich schlicht entscheiden kann, es zu tun, es ist keine Frage des Willens, es ist eine Frage der Entwicklung. Diese Dinge brauchen ihre Zeit!

Was heutzutage Menschen davon abhält, eine ideale Gesellschaft zu schaffen, ist daher ihre innewohnende tierische oder egoistische Natur. Auf der gegenwärtigen Stufe der Entwicklung ist es demzufolge noch nicht möglich, eine ideale Gesellschaft zu errichten, weil der Erdenmensch wie gesagt ein Sphinxwesen ist, halb Tier und halb Mensch. Auf der einen Seite haben wir tierische und egoistische Neigungen und auf der anderen Seite menschliche und selbstlose Neigungen.

Viele Menschen sagen, dass es immer Krieg gegeben habe, und dass es immer Krieg geben werde. Sie denken, dass es eine Utopie sei zu glauben, dass es der Menschheit gelingen werde, eine ideale Gesellschaft zu schaffen.

Martinus hält dagegen, dass die Schaffung einer solch idealen Gesellschaft unausweichlich ist, weil er dank der Entwicklungsgesetze demonstrieren kann, dass die Evolution zweifelsfrei zur Schaffung eines wahren Menschenreichs auf Erden führt. Sie kann nicht versagen; die Schaffung einer idealen Gesellschaft, die den gesamten Planeten umfasst, ist ein zwangsläufiger Schritt in seiner fortschreitenden Evolution.

14. Geht die Evolution in eine bestimmte Richtung?

Die Evolution ist wie jedes andere Naturphänomen Gegenstand eindeutiger Naturgesetze, die dazu führen, dass sie eine Einbahnstraße ist. Evolution kann nur in eine Richtung gehen, nämlich vorwärts und aufwärts. Die gesamte Evolution beruht auf angesammelten Erfahrungen. Die Ansammlung von Erfahrung kann nur wachsen, und so geht die Evolution in eine Richtung, sie kann nur zur Vervollkommnung führen.

Wenn ein Mensch genügend Kriegserfahrungen gemacht hat, will er nie mehr an einem Krieg teilnehmen. Auch wenn es so scheinen mag, als ob die Evolution rückwärts gerichtet wäre, Krieg ist der Weg zum Frieden.

Die Menschen werden nicht nur vom Krieg gesättigt werden, sie werden ebenso von der Erfahrung der Wirkungen der tierischen und egoistischen Lebensart gesättigt werden. Diese Bildung durch Erfahrung bedeutet, dass Egoismus in Wahrheit der Pfad zur Menschlichkeit wird, genauso wie Krankheit der Pfad zur Gesundheit ist.

Man kann die Tiere nicht dafür kritisieren, dass sie egoistisch sind. Der tierische Selbsterhaltungstrieb entspricht der göttlichen Ordnung, die alle Tiere dazu bringt, im gnadenlosen Tierreich um ihr Überleben zu kämpfen, wo das Leben ein Kampf aller gegen alle ist.

Aber in der Wohlfahrtsgesellschaft werden die zivilisierten Menschen schließlich in der Lage sein, ohne den Selbsterhaltungstrieb, der für die Tiere so wichtig ist, zu leben, und letztendlich wird er durch einen Menschlichkeitstrieb oder einen Drang, den Schwachen zu helfen, ersetzt. Es ist diese fortschreitende Evolution der Menschheit, die auf Erfahrung beruht, die die natürliche Basis zur Errichtung des vollkommenen menschlichen Weltstaates auf der Erde formt.

Martinus schreibt: „Die Evolution wird unausweichlich zur Schaffung eines Weltstaates führen, in dem eine von der Mehrheit gewählte Autorität überwachen und sicherstellen wird, dass kein Mensch auf Kosten anderer leben kann, und dass kein Mensch nicht die erforderliche Arbeit für ein wirklich zufriedenes Leben hat. Weil die Weltgesellschaft zu dieser Zeit alle Vermögen besitzen wird, wird es das Geldkonzept nicht mehr geben. Den einzige Wertbegriff in dieser Gesellschaft bildet die menschliche Schöpfungsfähigkeit.“ (Kosmos, Nr. 8/2006).

Mit einem einzigen Weltarbeitgeber in Form des Weltstaates wird es möglich sein, die Arbeit zu reduzieren und gleichmäßig auf alle zu verteilen, so dass niemand arbeitslos wird. Jeder Mensch hat das Recht zu arbeiten, um in der Lage zu sein, sein tägliches Brot und Unterkunft zu erhalten. Es ist geradezu ein Verbrechen der Gesellschaft, nicht dafür zu sorgen, dass alle ihrer naturgemäßen Arbeit für ihren Unterhalt nachgehen können.

15. Die Erde hat bei der Kreuzigung Jesu einen kosmischen Erleuchtungsblitz empfangen

Die Kreuzigung stellt laut Martinus die größte Entfaltung universeller Liebe dieser Welt dar. In der Bibel wird erzählt, dass der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzweigerissen wurde. Die Erde bebte und die Felsen spalteten sich. Die Gräber öffneten sich und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt. Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen. (Matthäus 27:51-53). Für Martinus waren es nicht die Toten, die sich aus ihren Gräbern erhoben, sondern Christus-Wesen auf der geistigen Ebene, die bestimmte Hellsichtige bei der Kreuzigung sehen konnten.

Die Kreuzigung war nicht weniger als ein kosmisches Weltereignis. Bis zur Kreuzigung war es logisch, Rache zu nehmen. Zahn für Zahn und Auge für Auge war das vorherrschende Prinzip. Aber nach der Kreuzigung war es nicht mehr logisch, sich selbst zu verteidigen und zu rächen, weil am Kreuz eine gänzlich neue Lösung demonstriert worden war. Mit der Kreuzigung hatte sich die Millionen Jahre alte kulturelle Basis vom Angriffs- und Verteidigungsprinzip zum Prinzip der Vergebung gewendet.

Martinus schreibt, dass das Erdwesen bei der Kreuzigung Jesu eben einen kosmischen Erleuchtungsblitz erhalten hat. Martinus sieht die Kreuzigung als einen Teil der Initiation des Planeten in das Kosmische Bewusstsein an (Das intellektualisierte Christentum, 27-29).

16. Verteidigung und Vergebung

In seinen letzten Vorträgen sprach Martinus oft darüber, dass die Vorstellung von der Verteidigung die größte Geißel der Menschheit sei, also ihr größtes Problem. Nicht die Vorstellung von Vergebung sondern die Vorstellung von Verteidigung steckt hinter der ganzen militärischen Aufrüstung auf dem Planeten. Man glaubt, dass man das Recht hat, andere zu töten, wenn es um Verteidigung geht.

Den kosmischen Analysen zufolge resultiert die Vorstellung von Verteidigung in Verbindung mit zunehmender Aufrüstung in weiteren Weltkriegen. Aber letztlich wird der Krieg sinnlos erscheinen, weil nach jedem Krieg immer mehr Menschen sagen werden: „Kein Krieg mehr“. Krieg ist der Weg zum Frieden. Insofern sind wir Pazifisten Fabriken. Kriege sind Teil des göttlichen Plans. Mithilfe von Kriegen schafft Gott wahre Menschen nach seinem Bilde.

Martinus meinte, dass man Kriege nicht fürchten müsse, da das Karmagesetz logischerweise bedeutet, dass man in gleichem Maße beschützt ist, wie man andere beschützt. Gewisse Menschen und gewisse Länder werden vor Krieg beschützt sein, während andere es nicht sein werden. Wenn man nicht vor Krieg beschützt ist, dann ist dies so, weil für den weiteren Fortschritt in Richtung auf Vervollkommnung und Nächstenliebe mehr Erfahrungen von Krieg unerlässlich sind.

Aber schließlich wird jeder das Christus-Stadium erreichen, wo er sagen kann: „Wenn jemand von uns getötet werden sollte, möchte ich lieber derjenige sein, der getötet wird!“ Niemand besitzt größere Liebe als diejenigen, die ihr Leben für andere geben würden! Wenn jeder sich so wie Jesus verhalten würde, gäbe es keine Kriege mehr auf Erden.

In einer friedvollen Welt ist jeder Mensch eine Friedenszelle. Den größten Beitrag, den jemand zum Weltfrieden leisten kann, ist daran zu arbeiten, sich zu einer Friedenszelle zu machen. Man sollte nicht andere bekehren; man sollte sich selbst bekehren. Für den Einzelnen beinhaltet ein weites Feld an Arbeit die Vergebung für sogenannte Feinde, was all jene betrifft, die einen verärgern, die einen ablehnen oder einem Problem bereiten.

Man soll nicht die Welt verändern,

Man soll sich selbst verwandeln

17. Das große Gebot der Liebe: Liebet einander!

In der dänischen Kosmos-Ausgabe vom Januar 1934 schrieb Martinus einen Neujahrsgruß in Form eines Artikels, der von einer Zeichnung mit dem Text Liebet einander begleitet war, was das große Gebot der Liebe ist. (DEW4, Symbol Nr. 44).

Martinus beginnt den Artikel sehr poetisch, indem er die Erde mit einem kleinen Boot vergleicht, das über den weiten Ozean der Ewigkeit fährt. Dieses kleine Schiff treibt inmitten der Sterne. Es reist durch den Weltraum. Alle Lebewesen auf der Erde sind Passagiere, mit Menschen als den prominentesten. Auf dieser kosmischen Reise sind sowohl die Menschheit als auch der Planet auf dem Weg in etwa 3000 Jahren kosmisches Bewusstsein zu erlangen.

Dieser Artikel, der fünf Jahre vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geschrieben wurde, war geradezu ein Artikel zum „Tag des Jüngsten Gerichts“, aber er hat nun vielleicht eine neuerliche Brisanz gewonnen, da die Menschheit gut vor dem Ausbruch eines Dritten Weltkriegs stehen mag. Positiv zu vermerken ist, dass Martinus sagt, was die Menschen aus ihren Erfahrungen während fürchterlicher Kriege lernen, helfe dabei, die Welt auf eine höhere Christus-Ebene zu heben, und von einem geistigen Standpunkt aus, die Erde in eine neue kosmische Umlaufbahn zu schleudern. Martinus betrachtet den Tag des Jüngsten Gerichts nicht wie er von der Theologie angesehen wird; vielmehr sieht er in dem Tag des Jüngsten Gerichts einen symbolischen Ausdruck für eine Zeitepoche mit Kriegen und Katastrophen, wo wir aus unseren Erfahrungen lernen. Martinus schreibt, dass der Tag des Jüngsten Gerichts mit dem Ersten Weltkrieg begonnen habe, und dass er ungefähr 100 Jahren andauern werde.

Martinus: „‚Doch jenen Tag und jene Stunde kennt niemand. Aber die Zeit ist nahe. Tod, Sorgen und Leiden werden auf den Kontinenten der Erde wieder reichliche Ernte haben, Weinen und Zähneknirschen werden wieder kulminieren. Deshalb soll die göttliche Warnung ‚Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet’ mit erneuerter Kraft über die Welt erschallen. Sie sollte durch den Rundfunk der gesamten Welt erklingen, sie sollte in den Kralen der Zuludörfer, in den Hütten der Feuerländer und bis zu den nördlichsten Wohnplätzen der Einöde der Eisfelder zu hören sein, den ganzen Osten und den Westen hindurch. Es kann nicht laut genug ausgerufen werden, dass die Erde dem ‚Ende der Welt’ entgegeneilt. Alle sollten sich bereit machen. Ein großer Plan in der göttlichen Weltordnung muss zur Vollendung gebracht werden. Die Erde soll in eine neue kosmische Bahn geschleudert werden, in der alles, was nicht ‚Reinheit’, nicht Liebe ist, draußen bleiben muss. Die starken Vibrationen aus der Zone des Vaters lösen alle Einzelheiten auf, die nicht in der Liebe isoliert sind.“ (DEW4, 44.3).

Symbol Nr. 44 Liebet einander © Martinus Institut 1981

18. Die Symbolzeichnung Liebet einander

Während das Menschengeschlecht zu Kampf, Totschlag und Verstümmelung rüstet, während die ‚Passagiere’ der Dunkelseite sich darauf vorbereiten, die rechte Wange nicht hinzuhalten, wenn sie auf die linke geschlagen werden, ihrem Nächsten nicht zu vergeben, sondern ihn dagegen so viel wie möglich für sie schuften zu lassen und ihr eigenes Leben in Luxus und Freude auf Kosten der Gesundheit und Beweglichkeit, des Glücks und des Wohlstands anderer aufrechtzuerhalten, sowie so viel wie möglich zu rächen, zu hassen und zu verfolgen usw., rollt die Erde, wie bereits erwähnt, weiter hinein in eine neue unermessliche kosmische Lichtwelle, die ihre Strahlen aus der ‚Zone des Vaters’ durch das Weltall wirft. Diese Lichtwelle wird die Entwicklung der Erde beschleunigen. Beschleunigte Entwicklung bedeutet jedoch verstärktes Leiden. Die Menschen der Erde werden den restlichen Teil ihrer Leiden, d.h. die rückkehrenden Wirkungen der Ursachen, die sie mit ihrer fehlerhaften Lebensweise erzeugt haben, konzentriert über eine verhältnismäßig kurze Zeitspanne erhalten. Dadurch werden die Leiden stärker, als wenn die Auslösung über einen längeren Zeitraum verteilt würde. Dies bewirkt jedoch dann als Entgelt, dass der Kurs der Erde den Lichtregionen entgegen damit ebenfalls beschleunigt wird und dass das himmlische Schiff der Menschheit es in einer kürzeren Zeitspanne als dreitausend Jahre nicht nur erreicht, das ‚verheißene Land in Sicht’ zu bekommen, sondern auch sosehr in dessen Lichtregionen selbst hineinkommt, dass die Schattenseiten zu dieser Zeit zum größten Teil entfernt sein werden. Die Erde hat dann die tierische Zone, das tötende Prinzip, hinter sich gelassen, ist kein Beförderungsmittel mehr für Sorge, Krankheit und Verstümmelung, sondern ist durch ihre überstandene Passage durch die Leidenszone ein kosmisches ‚Schiff’ mit ‚göttlichen Reisenden’ geworden, die den ‚Lauf vollbracht’ und Weisheit erreicht haben und eins mit dem Vater geworden sind. (Martinus, DEW4, 44.4).

19. Die Evolution von Tier zu Mensch

Aus dem umfassenden Blickwinkel der Evolution gesehen befindet sich der irdische Mensch in einem Übergansstadium vom Tier zum Menschen. In seinem Bewusstsein gibt es eine tierische Seite, die langsam ausläuft, und eine humane Seite, die sich in einem Wachstumsprozess befindet. Aber wie kann man selbst die Entwicklung anregen?

Martinus antwortet: „Jedes Mal, wenn man Antipathie, Entrüstung, Intoleranz, Bitterkeit und Zorn empfindet, ist man dabei, der tierischen Seite Nahrung zuzuführen. Das gleiche gilt, wenn man dazu beiträgt, jemanden zu verleumden oder herabsetzende Gerüchte über seinen Nächsten in Umlauf zu bringen, wenn man lügt oder seinen Nächsten betrügt. Wenn man Jäger oder Angler ist, fördert man auch sein tierisches Talent oder seine tierische Seite in einem außerordentlich großen Ausmaß. Wenn man Fleisch isst oder von animalischer Kost lebt, Tiere zum Schlachten aufzieht oder um ihre Pelze zu verwenden, trägt auch dies in allerhöchstem Grad dazu bei, die tierische Seite am Leben zu erhalten. Wenn man sich für Krieg und Militär begeistern kann, macht man sich sein Schicksal selbst schwer, da das Gesetz, dass ‚derjenige, der zum Schwert greift, auch selbst durch das Schwert umkommen wird‘ unerschütterlich gilt.“ (Die Erlösung der Menschheit, Deutscher Kosmos, Nr. 6/1995).

Übersetzung von Dr. Christoph Schönhofer

Foto: Christel Hartenfels, Rüdesheim

Vorträge zum Anhören auf Deutsch

Willkommen zu den Vorträgen von Ole Therkelsen

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Intuition und kosmisches Bewusstsein Bonn, Alb. Sch. Haus, 05.03.2005

Das Gebet als Wissenschaft Bonn, Alb. Sch. Haus, 06.03.2005

Der Sinn des Lebens, Herzberg am Harz, ICH, 07.03.2005

Verliebtheit, Freundschaft and Liebe, Herzberg am Harz, ICH, 08.03.2005

Unnatürliche Müdigkeit, Herzberg am Harz, ICH, 09.03.2005

Schlaf, Träume und Tod, Herzberg am Harz, ICH, 11.03.2005

Die Macht der Gedanken Neuwied, Heimbach-Weis, 17.11.2005

Die Weltsituation und das Erdballwesen Bonn, Alb. Sch. Haus, 18.11.2005

Die Kosmologie, das Center und Institut Martinus Center, Klint 01.08.2006

Erbe und Umwelt Martinus Center, Klint 08.08.2006

Eine Reise in die Mikrowelt Bonn, Alb. Schw. Haus, 22.09.2006

Martinus, Darwin und Kreationismus Neuwied, Heimbach-Weis, 23.09.2006

Das Dritte Testament Martinus Center, Klint, 31.07.2007

Martinus-Erinnerungen Martinus Center, Klint, 08.08.2007

Der Sinn des Lebens Forum Zeitnah, Kiel, 12.03.2008

Fragestunde, Sinn des Lebens Forum Zeitnah, Kiel, 12.03.2008

Gebet, Kreativität und Sexualität Schleswig, 13.03.2008

Fragestunde – Gebet Fahrdorf/Loopstedt, Schleswig, 13.03.2008

Die neue Weltmoral Klint, 04.08.2010

Homoseksualität und Allliebe, Klint, 11.05.2011

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Martinus und die neue Weltmoral

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