Artikel
Die Menschen auf der Erde und das Universum
von Ole Therkelsen
1. Was ist der Unterschied zwischen Steiner und Martinus?
Nach einem Vortrag sagte ein Mann zu Martinus: „Es gibt keinen Unterschied zwischen dem, was Sie sagen und was Steiner sagt.“ „Es gibt einen“, antwortete Martinus, „Steiner behandelt nur die Erdmenschen, ich beziehe auch die Milchstraße mit ein.“ Der Mann erwiderte: „Nun gut, das leuchtet ein, Sie sind ja auch ein Milchmann.“
2. Die Schaffung einer neuen Weltmoral – angeregt durch die Kommunikation der Planeten miteinander
Laut Martinus empfängt Skandinavien Impulse von einem hochentwickelten Zentrum in der Milchstraße. Dort gibt es eine große Anzahl hochentwickelter Planeten mit Menschen mit kosmischem Bewusstsein, die gänzlich entwickelt sind. Auf diesen Planeten leben die Menschen miteinander in Frieden, Liebe und Harmonie. Sie gehören demnach zu dem, was Martinus „das wahre Menschenreich“ nennt. Indem sie Strahlen oder Wellen benutzen, können die Planeten miteinander „reden“ bzw. kann ein Bewusstseinsaustausch stattfinden. Wenn unser Planet mit anderen Planeten spricht, dann kann sich dieser Austausch in vielen Fällen in den Kulturen, die auf der Erde entstehen, widerspiegeln. Die vielen kleineren oder größeren Kulturen, die über die Erde hinweggezogen sind, entsprechen den Gedanken im Bewusstsein des Planeten.
Martinus zufolge lesen wir, dass unser Planet in Verbindung mit einem hochentwickelten Planetensystem steht, das über kosmisches Bewusstsein verfügt. Durch die Martinus-Geisteswissenschaft können Menschen kosmische Informationen in ihr Bewusstsein aufnehmen. Das gleiche passiert, wenn eine höhere Welt kosmische Impulse in das Bewusstsein des Planeten sendet. Ihre Wirkung ist höchst anregend für die Evolution der Erde – mit Kulturen, Wissenschaft, Erfindungen und einer Entwicklung zu größerer Menschlichkeit.
Während der Wesensgehalt des alten Weltimpulses der „Glaube“ war, ist die Essenz des neuen Weltimpulses „Wissen“.
3. Wie sieht Martinus seine Rolle in Bezug auf die kosmischen Kräfte im neuen Weltimpuls?
Nach Aussage von Martinus selbst repräsentieren die kosmischen Analysen in seinem Weltbild die Essenz dieses neuen Weltimpulses, der zurzeit über den Planeten einströmt. Dieser neue Impuls ist die fortschreitende Erweiterung der zwei vorherigen Weltimpulse. Der neue Weltimpuls, wie er durch sein Werk zum Ausdruck gebracht wird, markiert die evolutionäre Richtung des kommenden Jahrtausends hier auf dem Planeten. Das Verständnis dieses Werkes wird es für den Einzelnen möglich machen, bewusst mit der gewaltigen kosmischen Willensführung zusammenzuarbeiten. In der Gestalt des neuen Weltimpulses liegt dieser Wille der Schöpfung einer neuen Weltmoral und einer neuen Weltkultur zugrunde. (Das Intellektualisierte Christentum, Vorwort).
Der große kulturelle und humane Fortschritt der Menschheit, und auf diese Weise die Entwicklung des Erdwesens, sind Martinus zufolge getragen und angeregt durch die erwähnten makrokosmischen Kräfte. Die Erde befindet sich in einer bewussten makrokosmischen Schöpfung. Aufgrund dessen wird eine neue Weltmoral zur Schaffung einer neuen Weltkultur führen, wo die gesamte Menschheit schließlich in Freiheit, Gleichheit und Liebe leben wird.
Das Welterlösungsprinzip. Symbol Nr. 2
4. Menschen sind die Gehirnzellen der Erde und die Gesamtheit der Menschen ist ihre Hirnsubstanz
Es können schon aus rein physikalischen Gegebenheiten gute Gründe dafür angeführt werden, dass die Erde ein Lebewesen ist. Martinus‘ Fachgebiet ist jedoch nicht die Naturwissenschaft sondern die Geisteswissenschaft, und in dieser Beziehung ist es sehr interessant, diese Frage zu untersuchen – worüber denkt die Erde nach?
Bewusstsein ist allen Lebewesen gemeinsam, wobei Bewusstsein in seiner weitesten Definition laut Martinus die Fähigkeit zu erleben und zu handeln ist. Auf der jeweiligen Ebene zeigen alle Lebewesen eine Bewusstseinsaktivität. Der Planet besitzt ebenfalls sein Bewusstsein und Denken, wie Martinus in seinem Schrifttum analysiert hat. (LB1, Kapitel 1–5, Kosmos Nr. 1, 2, 3/1998).
Die entwickeltsten Zellen im Erdwesen sind die Menschen, und sie sind somit eine Art von Gehirnzellen im physischen Organismus der Erde. Das Material, das sich aus der Gesamtheit der Erdenmenschheit zusammensetzt, ist auf diese Weise die Hirnsubstanz der Erde.
Die Kulturen der Erde mit ihren auf dem Planeten auftretenden zugehörigen Religionen sind somit die Gedanken der Erde. Die Hochkulturen, die dort auf dem Planeten existiert haben, sind der Ausdruck besonders inspirierter Gedanken. Umgekehrt sind alle Kriege, Konflikte und Zerstörungen, die dort aufgetreten sind, der Ausdruck für negative oder primitive Gedanken. All die vielen Religionen, Kulturen, wissenschaftlichen und politischen Strömungen in der Gesellschaft sind auf diese Weise ein Ausdruck für das Denken der Erde.
In seiner Kosmologie beschreibt Martinus, dass es ebenso wie es eine menschliche Gemeinschaft gibt, es folglich auch eine Gemeinschaft makrokosmischer Wesen in der Form einer Planetengemeinschaft und in einem noch größeren Format eine Gemeinschaft von Sonnensystemen sowie Galaxien usw. gibt. (LB1, 58).
Daher ist es nicht so schwierig, sich vorzustellen, dass die Erde mit anderen lebenden Planeten vermittels von Strahlung kommunizieren könnte. Martinus legt dar, dass wenn unser Planet durch einen anderen Planeten verärgert oder gereizt wird, sich dies als Krieg hier auf der Erde zeigt. Krieg ist daher eine Folge des Wutausbruchs der Erde gegen einen anderen Planeten. Aber darauf, gegen welchen Planeten bzw. welches Mitwesen sich diese Energiefreisetzung richtet, geht Martinus nicht ein. (Die ideale Nahrung, Kap. 21).
Aber die Menschen und damit die Erde selbst leiden außerordentlich unter diesem Wutausbruch. Wir haben diese Ausbrüche unter anderem in Form von zwei Weltkriegen gesehen, wo viele Gehirnzellen der Erde (Menschen) getötet wurden, während andere verstümmelt oder verletzt wurden. Ein großer Anteil der Hirnsubstanz der Erde wurde schlichtweg zerstört. Dementsprechend meint Martinus, dass ein Mensch mit einem Wutanfall ebenso Unordnung in seine Mikrowesen und seine Hirnsubstanz hineinbringt.
Martinus sagte: „Die Weltkriege werden die Schaffung einer Welt mit einer Weltregierung und mit einem Kulturzentrum im Kaukasus hervorbringen. Es wird eine Pyramide ähnlich der Cheopspyramide gebaut werden, wo alle Symbole zusammengestellt sein werden. Es wird ein zentralisiertes Produktions- und Verteilungssystem entstehen. Danach wird ein ‚tausendjähriges Reich‘ folgen und es anschließend eine besondere Sorge für die Ausmerzung der dunklen psychischen Mächte geben – eine abschließende Reinigung der Mentalität der Erde.” (Privater Bericht von einem Donnerstagstreffen).
5. Die Verbindung zwischen dem falschen Denken der Menschen und der Erde
Man kann wie erwähnt gegenüber dem Mikroleben im eigenen Organismus falsch oder lieblos denken und handeln, indem man zornig ist oder andere negative Gedanken hat. Da die Gedanken die höchste natürliche Kraft im Organismus sind, schaffen sie das Klima, in dem die Mikrowesen zu leben haben.
Wenn die Menschen also nicht imstande sind, richtig zu denken, und nicht wissen, welche Verantwortung sie mit falschem Denken auf sich laden, müssen sie dies lernen. Daher befinden sich die Menschen im Organismus der Erde, wo sich eine Vielfalt von Disharmonie, Katastrophen, Verstümmelung und Leiden abspielen. Dies ist genau das gleiche, dessen Zeuge wir in Bezug auf den eigenen unfertigen Organismus des Menschen sind. Was eine Person im Mikrokosmos sät, wird sie im Makrokosmos ernten. (Siehe: LB6, 2020).
Der große Organismus, in dem sich die Menschen als Mikrowesen befinden, ist also von gleicher Qualität wie ihr eigener Organismus.
Martinus schreibt: „Der große ‚Organismus‘, in dem sich die Menschen als ‚Mikrowesen‘ befinden, ist also seiner Natur nach von derselben Qualität wie der des Erdenmenschen. Das bedeutet also wiederum, dass das große Ich, das den Erdball zum Organismus hat, auch nicht richtig denkt. Die Gedankenenergie oder Lebenskraft dieses Wesens, die mit unseren ‚Naturkräften‘ identisch ist, ist also auch nicht vollkommen. Es entstehen Naturkatastrophen, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Erdbeben, Zyklone, tödliche Kälte und Wärme, also ein Erschweren der Lebensbedingungen für seine ‚Mikroindividuen‘, zu denen die Menschen gehören.“ (Beisetzung, Kap. 100).
Nachdem Martinus kosmisches Bewusstsein erlangt hatte, erklärte er, dass er leuchtende und funkelnde Welten sah, mit Menschheiten, die eine Moral und einen Idealismus besaßen, die weit über die auf der Erde akzeptierte Moral hinausgingen. Aber er sah ebenso Welten, die von einer viel niedrigeren Natur waren, mit einer Barbarei, die erforderte, dass die Lebewesen töten mussten, um zu leben. Das Ergebnis war, dass diese Welten Schauplätze für Krankheit, Not und Elend, Sorge und Leiden wurden. (LB1, 21).
Die Schicksalslage der Erdenmenschheit ist zu hoch entwickelt, als dass sie auf Planeten mit solch rauen, primitiven und barbarischen Bedingungen inkarnieren würden. Aber wenn die unfertige Erdenmenschheit auf einem Planeten inkarnieren würde, wo alles in Harmonie wäre, würde dies dort Zwietracht hervorrufen und die Mikroindividuen wären viel zu primitiv.
Die kosmischen Gesetze stellen sicher, dass jedes Wesen genau in einem solchen Makroindividuum inkarniert, das die gleiche Stufe der Evolution verkörpert. Somit hat ein Mikroindividuum durch seine Außenwelt ein Bild seiner eigenen Innenwelt. Martinus deutet das Karmagesetz als ein Spiegelprinzip. (LB4, 1262; LB6, 2128).
6. Der Planet hat eine leichte Behinderung
Martinus beschreibt, dass der Planet aufgrund seiner Achsenneigung eine leichte Behinderung hat, die in den gemäßigten Zonen der Grund für die große Differenz von Sommer und Winter ist. Dies macht vielen seiner Mikrowesen große Schwierigkeiten. Aufgrund der Achsenneigung gibt es an manchen Orten mit Dunkelheit, Kälte, Frost und Schnee und an anderen mit Dürre und Hitze ein hartes Klima. Die Menschen müssen Häuser mit Licht und Wärme bauen, um sich vor der Rauheit des Klimas zu schützen. Mit einer bezüglich der Umlaufbahn des Planeten rechtwinkligen Drehachse würden Nacht und Tag immer die gleiche Länge haben, und es gäbe im Grunde keine Jahreszeiten. In bestimmten gemäßigten Zonen gäbe es das ganze Jahr hindurch einen lieblichen Sommer.
Wenn Martinus das Wort „Behinderung“ benutzt, tut er dies, weil das harte Klima für die Mikroindividuen und damit für den Planeten selbst große Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten verursacht. Das Erdwesen ist selbst verantwortlich für diese Achsenneigung bzw. Behinderung. Es sind die Mängel in seiner Mentalität, die der Grund für dieses Schicksal sind, so dass es selbst und viele seiner Mikrowesen unter der Winterkälte und Dunkelheit leiden müssen. Der permanente Kampf der Menschen gegen die Folgen der Achsenneigung der Erde hatte jedoch den Nutzen, dass sie einen sehr hohen Technologiestandard entwickelt haben. Als Ergebnis waren sie imstande, die Wirkungen dieser Behinderung mit der Schaffung von künstlichem Licht und künstlicher Wärme abzuschwächen. Der Geburtsort der Technologie konnte nicht in den warmen Ländern gewesen sein, sondern nur in Ländern, wo die Menschen gegen die Elemente kämpfen mussten.
Der Planet, der ein Organ im Sonnensystem ist, erhält seine lebenspendende Kraft von der Sonne und steht daher in einem kritischen Abhängigkeitsverhältnis zu ihr. Deshalb ist es nicht unwesentlich, dass die Relation der Erde zur Sonne in der einen oder anderen Weise verlagert worden ist, was das Leben für Menschen in den kalten Ländern in stärkerem Maße schwierig machte. (Siehe LB3, 658–660).
Martinus zufolge hatte das Erdwesen eine viel zu gewalttätige geistige Entwicklung bzw. einen übermäßigen Gebrauch explosiver Energien in seinem Bewusstsein, und so wurde seine Drehachse mit in der Folge gigantischen Katastrophen verschoben. Dieser Zornausbruch oder Wutanfall hat sich gegen einen anderen Planeten gerichtet und die Folgen dieses allzu starken Energieaustauschs hatte die große Katastrophe herbeigeführt, wobei der Planet in Relation zur Sonne verschoben worden ist. Martinus betrachtet in der Darstellung des Problems nur das Prinzip, und er nimmt dazu keine Stellung, ob die Erde einem anderen Himmelskörper zu nahe gekommen oder tatsächlich mit ihm zusammengestoßen ist. (Siehe LB3, 662).
7. Das Bewusstsein des Planeten ist für die klimatischen Bedingungen verantwortlich
Das Klima und die physischen Lebensbedingungen werden in erster Linie durch die Drehung der Erde um ihre Achse und ihre Umlaufbahn um die Sonne bestimmt. Aber da der Planet ein Lebewesen ist, leuchtet es ein, dass sein Bewusstsein und seine Gedanken ebenfalls eine maßgebliche Rolle für diese Achsenneigung spielen müssen, die die sehr speziellen Klimabedingungen auf dem Planeten herbeigeführt hat.
Von einem gewissen Standpunkt aus gesehen ist es daher das Erdwesen, das für die schwierigen Klimabedingungen verantwortlich ist. Aber selbst wenn die Achse aufgerichtet würde und es genug Nahrung für alle gäbe, würden die Menschen nicht aufhören, sich über das andere Geschlecht zu streiten, es gäbe weiterhin Eifersuchtsdramen mit Mord und Selbstmord. Die Menschen würden weiterhin Macht anstreben, sich über andere erheben und sie beherrschen. Damit die Menschen auf Erden in einer Welt leben können, die keine Polizei, Justizverwaltung Zwangsarbeit und Monopolisierung des Vermögens braucht, ist eine Mentalitätsänderung erforderlich.
Wegen der unfertigen Mentalität der Erdmenschen werden sie natürlicherweise von einem Planeten mit entsprechend schwierigem Klima angezogen. Dass die Menschen nicht auf einem anderen Planeten im Universum leben, wo die Bedingungen nicht durch eine Achsenneigung erschwert werden, liegt daher an dem Fakt, dass die physische und psychische Struktur der Erdenmenschheit natürlicherweise zum Status der Erde passt. Dies ist auch deshalb so, weil sie hier die Möglichkeit hat, sich in ihrem Kampf mit den Naturgewalten zu entwickeln. So ist es die eigene Schicksalsgestaltung der Menschen, die dafür sorgt, dass sie von dem Planeten angezogen werden. (Kosmos, Nr. 11/1987).
8. Die Geburt des humanen Prinzips bei den Pyramiden vor 90.000 Jahren
Das Symbol, das der Cheopspyramide am allermeisten gleicht, trägt den Titel Das Welterlösungsprinzip (DEW1, Symbol Nr. 2). Der folgende Abschnitt zeigt klar, dass die Cheopspyramide in Bezug auf die Schaffung einer humanen Weltkultur bzw. einer humanen Weltmoral eine zentrale Rolle spielt. Die helle Seite des Lehrplans für die Menschheit, die im kosmischen Elternprinzip, dem Welterlösungsprinzip, organisch eingebaut ist, hatte seinen Anfang vor knapp 100.000 Jahren und wird seinen Abschluss in einigen tausend Jahren mit der Schaffung einer neuen Weltmoral erreichen, die im Prinzip eine reine christliche Moral ist. Dieser Lehrplan entspricht in Wirklichkeit gänzlich einem Lehrplan vom Kindergarten bis zum Universitätsabschluss, wie er vom Erziehungsministerium geplant wird.
Die erste Humanisierung oder Vermenschlichung des primitiven Tiermenschen fand laut Martinus seinen Anfang ungefähr vor 90.000 Jahren bei den Pyramiden. Am bekanntesten ist die größte Pyramide, die Cheopspyramide, die das einzige noch bestehende der sieben antiken Weltwunder ist. Die heutige Naturwissenschaft vermutet, dass die Pyramide vor nicht mehr als 5.000 Jahren gebaut wurde.
In seinen Weihnachtsvorträgen sprach Martinus immer das Welterlösungsprinzip an, das in der Weise funktioniert, dass die in der Evolution älteren Brüder den jüngeren helfen. Hilfe kann durch geistige Mittel kommen oder mit der Geburt der Welterlöser und Propheten in physischer Form so wie Moses, Buddha, Jesus und Mohammed. In seinem Vortrag Weihnachtsstimmung, den er am 15. Dezember 1958 hielt, legte er dar, dass es nicht das tierische Prinzip ist, das den weihnachtlichen Geist bringt, sondern im Gegenteil das humane Prinzip, das in die Welt geboren wurde.
Martinus schreibt: „Diese gewaltige Geburt des göttlichen Prinzips begann vor ca. 90.000 Jahren, als die Menschheit von einigen großen Wesen befruchtet wurde, die auf der Erde inkarnierten. Sie legten auch die Grundprinzipien für die gesamte materielle Wissenschaft in den Pyramiden in Ägypten nieder. Ich will darauf nicht näher eingehen, aber es war eine Geburt, bei der die ersten menschlichen Zustände geboren wurden. Damals waren die Menschen eine Art Tiermenschen, einige waren allerdings so reif, daß man auf sie einwirken konnte, so daß die Humanität wachsen konnte.” (Dänischer Kosmos, Nr. 12/1992).
Martinus sprach von drei Ereignissen von großer Wichtigkeit für die Entwicklung der Menschheit, nämlich das Pyramiden-Ereignis, das Moses-Ereignis auf dem Sinai mit den Zehn Geboten und das Christus-Ereignis mit der Kreuzigung. (Siehe Kapitel 11).
Martinus bei der Cheopspyramide 1961
9. Die Pyramidenerbauer in Ägypten
Die Erbauer der Pyramiden Ägyptens waren in der geistigen Entwicklung sehr weit fortgeschritten. Nach Martinus hatten sie eine enorme Kenntnis der Materie, die die heutige materielle Wissenschaft gar nicht ermessen kann. Sie konnten Materie materialisieren und dematerialisieren. Sie konnten feste, flüssige und gasförmige Materie in psychische oder strahlenförmige Materie umbilden, und sie konnten diese Materie wieder zu physischen Stoffen zurückbilden. Martinus schreibt über diesen vierten Aggregatzustand, den strahlenförmigen Zustand, u. a. in LB5, 1637 und 1936 sowie in DEW1, Symbol Nr. 11, 15 und 16.
Diese Menschen kannten elektro-magnetische Kräfte und Planetenbahnen im Weltraum, wodurch sie sozusagen Berge versetzen konnten. Mit diesen Kräften war es leicht, mit den großen Steinblöcken zu hantieren, aus denen die Pyramiden aufgebaut sind. Sie kannten den Lauf der Sterne sowie ihre Bedeutung und ihren Einfluss auf die Erschaffung der Materie. Martinus wurde oft gefragt, was er von der Astrologie halte. Er wies immer darauf hin, dass die Astrologie im alten Ägypten eine große Wissenschaft war und dass die heutige Astrologie nur ein Schatten von dem sei, was sie einst gewesen war.
Diese Pyramidenerbauer hatten ihr Wissen und Können nicht hier auf der Erde erworben, die vor 100.000 Jahren auf einer relativ niedrigen Entwicklungsstufe stand. Sie waren Missionare von höher entwickelten Himmelskörpern oder Welten. Nach Martinus ist es nämlich höher entwickelten Wesen in einem bestimmten Rahmen möglich, auf niederen Welten zu inkarnieren, wodurch sie mit ihrer höher entwickelten Mentalität die mentale Atmosphäre der Erde befruchten konnten (dänischer Kosmos, Nr. 12/1992).
Als die Pyramiden erbaut wurden, waren die Erdenmenschen zum ersten Mal in ihrer Entwicklung so weit gekommen, dass sie für eine höhere geistige oder religiöse Anleitung empfänglich waren. Die Verehrung des absoluten Gottes nahm mit den Pyramiden in Ägypten ihren Anfang. Selbst heute sprechen diese Pyramiden eine Sprache der höchsten Wissenschaft von der Materie und der Psyche. Diese Wissenschaft und diese Liebe wurden durch ein Monument dokumentiert, das – im Verhältnis zur menschlichen Lebenszeit – eine ungeheuer lange Zeit überdauern konnte. Für denjenigen, der imstande ist, die Sprache der Pyramiden zu verstehen, sind die Pyramiden eine Visitenkarte oder ein Dokument einer höheren Welt.
Normalerweise vermied Martinus, lokale geographische Verhältnisse zu erwähnen, um sich ausschließlich an prinzipielle und logische Analysen zu halten. Er hat aber angedeutet, dass die kosmisch bewussten Helfer und Führer auf der Erde eine Verbindung mit einem im Zentrum der Milchstraße liegenden voll entwickelten Himmelskörper hätten (siehe den kommenden Abschnitt 5.22 und Dänischer Kosmos Nr. 8/2009).
In der Astrologie steht das Zeichen des Schützen u. a. für Philosophie und Geisteswissenschaft. Darum ist es besonders interessant, dass – als die alten Griechen vor gut zweitausend Jahren den verschiedenen Sternbildern Namen gaben – der Pfeil im Sternbild des Schützen direkt auf das Zentrum der Milchstraße wies, von dem die kosmischen Impulse ausgehen.
10. Überirdische Schöpfungsmethoden im Dienste der Welterlösung
Laur Martinus wurden die 2,5 Millionen großen Steinblöcke also nicht von Sklaven aneinander gefügt, sondern durch Magie oder psychische Kraft. Durch die Dematerialisation der Steine wurden sie in einen strahlenförmigen Aggregatzustand verwandelt, wonach sie wie Radiowellen gesendet und an dem gewünschten Ort materialisiert werden konnten.
Über Materialisation schreibt Martinus: „Ein Beispiel einer schnellen Materialisation im täglichen Leben der Menschen ist das Radio. Die Gedanken des Sprechers werden zu Worten materialisiert, also zu besonderen Schallwellen, die wieder vom Mikrophon dematerialisiert werden und sich mit unglaublicher Geschwindigkeit durch den Äther verbreiten. Unsere Rundfunkempfänger materialisieren dann wieder die Radiowellen zu Schallwellen, die unser Ohr treffen.“ (Der Tod und die Gedankenwelten der Menschen, dänischer Kosmos Nr. 3/2005).
Mehr über Materialisation und Dematerialisation, Wunder und überirdische Schöpfungsmethoden in der Bibel schreibt Martinus u. a. in Die Ehe und die Allliebe (Artikelsammlung 1, 41.32-41.35). Martinus sprach nicht über Ufos, sondern benutzte den Ausdruck Materialisationen aus dem wahren Menschenreich.
Martinus sah das Auftreten von Wundern für genauso natürlich an wie jede andere Art von Schöpfung (LB3, 757). Ein Wunder ist bloß eine Erscheinung, die durch den Einsatz von Kräften entsteht, die sich den gewohnten bekannten physischen Gesetzen der Schöpfung oder Materialisation entziehen (LB3, 756).
Mehr über Materialisation findet man an folgenden Stellen: LB5, 1936; DEW3, 33.71 (hochpsychische Magie) und 33.74; Buch 22, Kap. Die primäre und die sekundäre Auferstehung, 7. Abschnitt.
Martinus in der Kammer des Königs, 1961
11. Jesu Prophezeiung über das Schreien der Steine
Die Pyramide ist also ein Zeugnis hochentwickelter Menschen, der Wissenschaft und großer Bewusstseinskräfte. Die Steine sprechen bereits für denjenigen, der die Sprache der Pyramide versteht. Außerdem soll Martinus gegenüber näheren Mitarbeitern auch angedeutet haben, dass man vielleicht in der Pyramide einige Funde machen wird, die direkt mit seiner Mission der Schöpfung einer geistigen Wissenschaft verbunden sind (Olav Johansson, Das Geheimnis der Pyramide, Dänischer Kosmos Nr. 1/1988 und Nr. 4/1993). Eine solche Entdeckung könnte vielleicht auch eine Erklärung der rätselhaften Worte Jesu sein: „Ich sage euch: ‚Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien’ “ (Lukas 19:40).
In Bezug auf das „Schweigen“ passt Jesu Prophezeiung bis auf weiteres gut zu der Berührungsangst der Wissenschaft und der massiven Stummheit der Öffentlichkeit gegenüber dem Werk von Martinus. Ja, es macht nachdenklich, dass das doch sehr umfassende Werk von Martinus – ca. 10.000 Seiten – in der großen Öffentlichkeit immer noch unbeachtet und unbekannt ist, obwohl die Veröffentlichung seiner Bücher bereits 1932 begann. Vielleicht wird aber ein neuer Fund unter der Sphinx oder in der Cheopspyramide in Bezug auf Martinus die Steine zum Schreien bringen und das Interesse der Öffentlichkeit hervorrufen.
12. Fliegende Untertassen
Martinus sagte als Antwort auf eine Frage zu Fliegenden Untertassen: „Die absolut natürliche und vollkommene Art für fortgeschrittene Menschen andere Welten, Planeten und Sonnen zu besuchen erfolgt durch ein kosmisches Erleben. Dies kann daher normalerweise nur durch geistige Mittel erlebt werden, wenn die Menschen frei von ihrem physischen Körper sind. Dann sind sie der geistigen Ebene zugehörig, wo die Wesen von den beschränkenden Hindernissen des physischen Organismus – Entfernung, Zeit und Raum – befreit sind. Dies ist der Grund dafür, dass geistige Wesen sich Wesen auf der physischen Ebene zeigen können, wo immer und wann immer sich die Person, der sie sich zeigen, befinden mag. Sie zeigen sich dann in einem temporär physisch sichtbaren Körper. Dies ist ein materialisierter Körper, der so schnell dematerialisiert werden kann, wie er materialisiert wurde. Wenn die fliegenden Untertassen und ihre Urheber durchaus nicht physisch sind und dieser irdischen Ebene angehören, können sie nur geistige Wesen in temporär physischen Materialisationen sein. Sie kommen dann nicht aus dem Weltall, sondern zeigen sich direkt von der geistigen bzw. kosmischen Ebene. Sie können gut geistige Wesen sein, die in der einen oder anderen Weise mit den geistigen Ebenen von Mars oder Venus verbunden sind, ungeachtet dessen, dass die physischen Ebenen dieser Planeten für physische Menschen oder andere hervorragende physische Wesen nicht bewohnbar sind.“ (Dänischer Kosmos, Nr. 7/2005).
Martinus sagt darüber hinaus, dass die Fähigkeit der Menschheit im Weltraum zu reisen sehr eingeschränkt ist und dass darin keine Zukunft liegt. Ob die viel diskutierten fliegenden Untertassen kosmische Visionen, gekleidet in physische Materialisationen, oder bloß gewöhnliches Material, physische Phänomene mit einem geheimen Versteck hier auf der Erde seien, konnte er nicht sagen, weil er keine intuitiven oder kosmischen Impulse hatte, um sich mit unidentifizierten fliegenden Objekten, UFOs zu beschäftigen, und er war nie in engem Kontakt mit einem UFO. Er betrachtete es nicht als Teil seiner Mission, Analysen über fliegende Untertassen zu schreiben. Zu einer Gelegenheit sagte er ebenfalls, dass er wohl eine Analyse über Uri Geller schreiben könnte, aber auch hier empfand er es nicht als Teil seiner Mission, dies zu tun.
Martinus hatte starke Vorbehalte gegenüber den fantastischen UFO-Filmen in den Kinos, aber er sprach über Materialisationen aus dem wahren Menschenreich. Er verwies auf drei Stellen in der Bibel, die sich auf solche Phänomene beziehen:
A. Die Berufung des Propheten in Ezechiel, Kapitel 1;
B. Das Moses-Ereignis auf dem Berg Sinai in Exodus, Kapitel 19;
C. Die Zerstörung von Sodom und Gomorra in Genesis, Kapitel 19.
13. Die göttliche Schöpfung auf Erden mit Hilfe der Welterlöser
Die Pyramiden sind wie bemerkt ein Zeugnis für eine geistige Befruchtung, die vor ungefähr 90.000 Jahren stattfand, und die vollreife Frucht wird erstmals Jahrtausende später in Form eines höchst wahrhaftigen Christentums geerntet werden. Christus war eines der Wesen, das auf einem fortgeschritteneren Planeten seine Entwicklung abgeschlossen sowie kosmisches Bewusstsein erlangt hatte, und das hier auf der Erde inkarnierte, um seinen jüngeren Brüdern in der Entwicklung voranzuhelfen. Im Laufe der Geschichte kamen auf diese Weise etliche Welterlöser von fortgeschritteneren Planeten bzw. physischen Welten, um diese Saat, die mit der Errichtung der Pyramiden in die Erde gelegt wurde, zu hegen und zu pflegen. Die Pyramiden sprechen von der höchsten Liebe und Wissenschaft, von einem höheren Bewusstsein, das materialisieren und demtaterialisieren konnte. Die Pyramiden sprechen diese Sprache noch immer und daher konnte Christus zu seinen Jüngern sagen: „Wenn ihr schweigt, werden die Steine schreien“.
Martinus wies in einer Weihnachtsbotschaft von 1948 sehr poetisch auf die Schaffung der ägyptischen Pyramiden hin.
Er schreibt: „Das erwähnte Weihnachtsevangelium ist eben eine Botschaft, ein Märchen aus der realen Welt über Gottes leuchtenden Geist für alle, die im Dunkeln wandern. Es ist das mächtige Licht, das über die ersten Epochen der Schöpfung geschienen hat und späterhin durch die Zeitalter. Es schien über die Errichtung der ägyptischen Pyramiden, es hat schon in lange verlorenen und vergessenen Zeiten über die Tempel und Pagoden in Indien geschienen und es funkelte mit einer enormen Helligkeit und Pracht von den Bergen Judäas und es konzentriert heutzutage sein himmlisches Licht auf die Mitte der dunklen, schicksalhaften Nacht im Westen. In Wahrheit ist sein Licht „... wie der Blitz zum Westen hin leuchtet, wenn er im Osten aufflammt.“ Gottes Geist schwebt immer noch über den Wassern. Er lächelt uns hier im Mitwinter unserer nordischen Gefilde unter der Idee Der Geist von Weihnachten an. (Weihnachtsbotschaft 1948).
Auch in seinem Hauptwerk, Livets Bog, erwähnt Martinus in einer poetischen Redewendung Ägypten, den Himalaya, Indien und Palästina, die eine große Bedeutung für die Welterlösung haben.
Er schreibt: „Danke, dass du mir die Fähigkeit gegeben hast, die mächtige Musik und Rede dieser deiner himmlischen Stimme zu genießen. Diese wunderbare Stimme, die von göttlichen Wesen auf den schneebedeckten Zinnen des Himalaja zu hören war, jene Stimme, die die Pyramiden und die Sphinxe hervorgebracht und so jahrtausendelang die geistige Atmosphäre der sonnigen Tropengegenden von Indien und Ägypten erfüllt hat. Dieselbe himmlische Stimme schallte einst über den Bergen von Judäa, sodass es in fernen Ländern und fernen Zeiten einen Widerhall gab.“ (Nachwort, Livets Bog 7).
Übersetzung Christoph Schönhofer
Ole Therkelsen im Albert Schweitzer Haus, Bonn, 2018
Willkommen zu den Vorträgen von Ole Therkelsen
Youtube Playlist
Vorträge zum anhören
https://oletherkelsen.dk/international/deutsch/vortrage-auf-deutsch
Intuition und kosmisches Bewusstsein Bonn, Alb. Sch. Haus, 05.03.2005
Das Gebet als Wissenschaft Bonn, Alb. Sch. Haus, 06.03.2005
Der Sinn des Lebens, Herzberg am Harz, ICH, 07.03.2005
Verliebtheit, Freundschaft and Liebe, Herzberg am Harz, ICH, 08.03.2005
Unnatürliche Müdigkeit, Herzberg am Harz, ICH, 09.03.2005
Schlaf, Träume und Tod, Herzberg am Harz, ICH, 11.03.2005
Die Macht der Gedanken Neuwied, Heimbach-Weis, 17.11.2005
Die Weltsituation und das Erdballwesen Bonn, Alb. Sch. Haus, 18.11.2005
Die Kosmologie, das Center und Institut Martinus Center, Klint 01.08.2006
Erbe und Umwelt Martinus Center, Klint 08.08.2006
Eine Reise in die Mikrowelt Bonn, Alb. Schw. Haus, 22.09.2006
Martinus, Darwin und Kreationismus Neuwied, Heimbach-Weis, 23.09.2006
Das Dritte Testament Martinus Center, Klint, 31.07.2007
Martinus-Erinnerungen Martinus Center, Klint, 08.08.2007
Der Sinn des Lebens Forum Zeitnah, Kiel, 12.03.2008
Fragestunde, Sinn des Lebens Forum Zeitnah, Kiel, 12.03.2008
Gebet, Kreativität und Sexualität Schleswig, 13.03.2008
Fragestunde – Gebet Fahrdorf/Loopstedt, Schleswig, 13.03.2008
Die neue Weltmoral Klint, 04.08.2010
Homoseksualität und Allliebe, Klint, 11.05.2011
Deutsch: www.amazon.de – Ole Therkelsen Seite – und Author Profil
https://www.amazon.de/-/e/B00MXK2VT8
https://www.amazon.de/dp/8793235046/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1487681336&sr=1-2
Demnächst sind meine Bücher auch bei der Bayerischen Staatbibliothek auszuleihen.
https://opacplus.bsb-muenchen.de
Sucheingabe: Ole Therkelsen
Martinus und die neue Weltmoral
Ole Therkelsen
www.oletherkelsen.dk