Artikel

Ein unverzichtbares Studium

von Ole Therkelsen

Martinus: „Was kann eine Weltmoral anderes sein als Liebe? – Die Liebe muss die Weltmoral sein und die Liebe ist ja das Fazit in allem, was ich geschaffen habe, in allem, was ich geschrieben habe. Ich habe niemals etwas kritisiert, auch nicht das Dunkle oder die Finsternis. Ich habe jedoch die Finsternis und deren Konsequenzen erklärt und dargelegt, wie sie schließlich zum Licht führen. Alles führt zum Licht. Alles führt zu Gott. Alles führt dahin, dass die Menschen Gottesbewusstsein bekommen.“

1. Das Welterlösungsprinzip und die neue Weltmoral

Die Grundlage der neuen Weltmoral wird laut Martinus ein Intellektualisiertes bzw. verwissenschaftlichtes Christentum. Das frühe Christentum war wirklich eine Weltreligion, aber wenn die Analysen der Ewigkeit in das Christentum eingehen, wird es Wissenschaft, ja, es wird die Weltwissenschaft an sich.

In früheren Zeiten beruhte die Entwicklung auf dem Glauben und der Gefolgschaft einer Autorität, aber auf der letzten Etappe der Entwicklung zur Vollkommenheit soll die Menschheit ein geistig unabhängiges Wesen sein. Für den Geistesforscher sind die kosmischen Analysen zu Anfang zugegebener Maßen Martinus‘ eigenes persönliches Wissen, aber indem sie schrittweise durch persönliche Erfahrungen und durch eigenes Überlegen und Nachdenken bestätigt werden können, wird dieses Wissen in das eigene Wissen des Geistesforschers überführt. Die Absicht von Martinus’ Analysen ist es, den Studierenden zu einem eigenständigen Verständnis des Lebens und einer Lebensanschauung führen, die nicht auf Glauben sondern auf Wissen beruht, das durch die eigenen Erfahrungen bestätigt werden kann. Die Analysen sind eine Hilfe zur Selbsthilfe. Das Leben selbst und die eigenen Erfahrungen und Beobachtungen sollen die Gültigkeit der kosmischen Analysen aufzeigen und uns zu kosmischem Bewusstsein verhelfen.

Christus sagte: „Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Martinus zufolge meint dies, dass niemand kosmisches Bewusstsein oder das Bewusstseins des Vaters haben kann, ohne den Weg Christi zu nehmen und Christi Seinsweise zu praktizieren. Privat, in einem Kreis von Freunden, konnte Martinus sagen: „Ich kann auch sagen, dass niemand zum Vater kommt außer durch mich“, wobei er meinte, dass es nötig und unabdingbar sei, sich die kosmischen Analysen anzueignen und sie in eine praktische Seinsart zu übersetzen, um zum Erleben des Bewusstseins von Gott, des Vaters bzw. des Universums zu kommen. Kosmos ist ein Ausdruck des gesamten ewigen und unendlichen Universums, und kosmisches Bewusstsein zu haben ist das Gleiche, wie das Bewusstsein des Universums zu haben.

Das göttliche Schöpfungsprinzip und das Welterlösungsprinzip sind die ersten Themen, die Martinus in den zwei Hauptwerken Livets Bog (1.-5. Kapitel) und Das Ewige Weltbild (Symbole Nr. 1 und 2) diskutiert. Hier zeigt er, dass das kosmische Elternprinzip für die Entwicklung der Menschheit hier auf der Erde notwendig ist, und dass keine Stufe in dieser Entwicklung vermieden oder übersprungen werden kann. Er schreibt, dass sein Weltbild den neuen Weltimpuls ausdrückt, und in seinen Schriften bezeichnet er sein Werk als „die Welterlösung des zwanzigsten Jahrhunderts“.

Martinus’ gesammeltes Werk, Das Dritte Testament, stellt den neuen Weltimpuls dar, dessen Essenz genau das „Wissen“ ist, das dem „Glauben“ folgen soll, der dem alten Weltimpuls zugehört. Erlangung von „Wissen“ statt „Glauben“ ist ein absolut notwendiger und unentbehrlicher Schritt in der Entwicklung zu kosmischer Vollkommenheit.

Christus mit dänischer Flagge in der Isaak-Kathedrale in St. Petersburg

2. Ist Martinus ein Welterlöser?

Man könnte geneigt sein zu glauben, dass Martinus kein Welterlöser sei, weil er selbst am Ende seines Lebens (zum Beispiel in dem Buch Das Intellektualisierte Christentum, 1. Kapitel) oft zum Ausdruck gebracht hat, dass man den biblischen Ausdruck bzw. die Vorstellung von der „Wiederkunft Christi“ nicht als eine persönliche physikalische Rückkehr des Welterlösers auffassen sollte. Er sagte ebenso, dass nach dem Buddha, Christus und Muhammad keine Welterlöser kommen würden, die als Person oder Autorität verehrt werden sollten. Die Menschheit wird nicht mehr durch eine Autorität geführt, und daher sollte man nicht erwarten, dass die Wiederkunft Christi sich dadurch verwirklichen wird, dass er selbst in physischer Gestalt kommt, um angebetet zu werden.

Aber diese Aussagen sind kein Hinderungsgrund dafür, dass Martinus ein Welterlöser ist. Er sollte lediglich mit anderen Mitteln arbeiten als frühere Welterlöser. Er sollte seine eigene Person im Hintergrund halten und eine neue kosmische Wissenschaft hervorbringen, die der Menschheit zu unabhängigem Denken und dem Verständnis des Lebens weiterhelfen sollte.

Privat konnte sich Martinus als „Welterlöser“ bezeichnen, wie viele nahen Freunde und Mitarbeiter berichten. Wenn es Probleme und Schwierigkeiten gab, konnte Martinus mutig sagen: „Nun gut, das muss ein Welterlöser auch ertragen.“ Martinus hat sich schriftlich selbst tatsächlich – in einer bescheidenen Art – als „den Welterlöser der nächsten Jahrtausende“ beschrieben. Lars Nibelvang hat unter Martinus‘ groben Notizen eine Aussage gefunden die zeigt, dass Martinus‘ Denken immer darauf gerichtet war, alle Formen eine Personenkults zu vermeiden. Obwohl Martinus sich als der Welterlöser der nächsten Jahrtausende erweisen wird, schreibt er den Verdienst dafür Gott zu.

Martinus: „So bin nicht ich es, sondern du bist – vermöge des Teils deines göttlichen Wesens und der anderen Prinzipien, die du mir zur praktischen und theoretischen Demonstration vor den Augen der Welt gegeben hast – der Welterlöser der nächsten Jahrtausende.“ (Martinus As We Remember Him, Seite 27, 1989).

Kraft seiner Rolle als Welterlöser bezeichnet sich Martinus indirekt als Christuswesen und als vollkommenen Menschen als Abbild Gottes.

Martinus: „Im letzten Stadium der Entfaltung der Welterlösung, d.h. dem Stadium, in dem das Wesen fertig entwickelt und zum total vollkommenen Menschen als Abbild Gottes wird, wird diese Entfaltung ausschließlich von Welterlösern gefördert, die längst wahre Menschen als Abbild Gottes, d.h. Christuswesen, geworden sind.“ (DEW2, 23.10).

Martinus wollte keine Aufmerksamkeit auf seine eigene Person ziehen und blieb tatsächlich während seiner eigenen Lebenszeit in der Öffentlichkeit unbekannt.

Martinus: „Ich wünsche durchaus nur, alle dahin zu leiten, vorliegende, unwiderlegliche Tatsachen bezüglich der Manifestation des Geistes Gottes in sichtbarer physischer Erscheinung zu untersuchen, gleichgültig in wem oder wo auch immer sich diese zeigen möge, und damit Glauben in Gewissheit, Unwissenheit in Wissen, Religion in Wissenschaft zu verwandeln. Ich wünsche ausdrücklich, jede Verehrung meines eigenen persönlichen Ichs auf Kosten der Schaffung der Erkenntnis der wirklichen Existenz des Heiligen Geistes zu bekämpfen.“ (Zur Geburt meiner Sendung, 9. Kapitel).

Symbol Nr. 2, Das Welterlösungsprinzip

3. Martinus’ Weltbild ist einzigartig

Viele Menschen betrachten die Martinus-Kosmologie nur als eine Denkschule unter vielen anderen und gewiss nicht als etwas Einzigartiges, ein unerlässliches Studium, um die Entwicklung zur Vollkommenheit zu vollenden. Aber Martinus betrachtet sein Werk Das Dritte Testament als das intellektualisierte, unvergängliche Christentum, das die Grundlage des Lebens für die Menschheit in den nächsten Jahrtausenden hier auf der Erde sein wird (DIC, Vorwort).

Martinus: „Alle diese kosmischen Analysen haben in der Welt keine Parallele, und niemand sonst kann sie erstellen und niemand sonst wird kommen, der sie erstellen könnte. Zwar werden die Menschen schrittweise kosmische Erleuchtungsblitze erleben und anfangen, kosmisches Bewusstsein zu erlangen, und sie können dann gewisses lokales Material ausarbeiten

. Aber das, was durch mich in der Welt geschaffen wurde entspricht dem, was Christus der Menschheit versprochen hat.“ (Vortrag in Varnhem, Schweden, 2. Juni 1968)

In einem anderen Vortrag sagte Martinus: „Sie mögen meinen, dass ich prahle, aber versuchen Sie zu schauen, ob es irgendjemanden wie mich gibt. Gibt es ein anderes Weltbild? Nein, das gibt es nicht Es gibt kein anderes, es wird kein anderes geben, Sie werden keine anderen Analysen bekommen. Es wurde Ihnen als Wissenschaft vermittelt und das ist, was ‚der Beistand, der Heilige Geist’ ist. Meine Analysen sind ‚heiliges Wissen und heilige Gedanken’ und es sind diese, die die Grundlage sein werden für die Errettung der Menschheit und für die Entwicklung der Menschheit, um ‚Mensch nach dem Abbild Gottes’ zu sein. (Über mich selbst, meine Mission und ihre Bedeutung, Dänischer Kosmos, Nr. 3/1991)

4. Zum ersten Mal in der Geschichte der Erde ein vollständiges Weltbild

Viele Menschen wenden gegen die Martinus Kosmologie ein, dass sie überhaupt nichts Neues enthalten würde. Sie behaupten, dass das, was Martinus sage, schon so viele vor ihm gesagt hätten. Ein altes Sprichwort sagt: „Es gibt nichts neues unter der Sonne“.

Es ist wahr, dass nicht Martinus die ewigen kosmischen Gesetze und Prinzipien, die das Leben bestimmen, erfunden hat. „Sie existierten, bevor ich geboren wurde, ich hatte bloß die Fähigkeit, sie wahrzunehmen“, hat Martinus wiederholt gesagt. Aus dieser Perspektive gibt es nichts Neues in Martinus’ Weltbild.

Symbol Nr. 11 – Das Ewige Weltbild

Viele große Lebenswahrheiten wurden in den verschiedenen Religionen und Wissenschaften der Erde schon bruchstückhaft dargelegt, aber mit Martinus’ ewigem Weltbild geschieht es zum ersten Mal in der Geschichte der Erde, dass eine vollkommene und vollständige Erklärung des Lebens geschaffen wurde, zusammengestellt in einem logisch, wissenschaftlich und mathematisch ausgearbeiteten ewigen Weltbild. Alle weisen Menschen, Religionen und Wissenschaften verfügen nur über Bruchstücke des Weltbildes, und daher hat die Menschheit bislang nur etwas über diese Bruchstücke gelernt.

Persönlich bin ich der Meinung, dass viele der Analysen von Martinus, wie zum Beispiel über die sexuelle Polverwandlung der Menschheit, über die Liebe gegenüber dem Mikrokosmos sowie über den Spiralkreislauf und die Struktur des ewigen Lebens in der Literatur bisher niemals beschrieben worden sind.

5. Martinus’ „Liebesbeweis“

Wie konnte Martinus nun so sicher sein, dass alles was er geschrieben hat, wahr sei? Er hat darauf selbst geantwortet: „Es ist wahr, weil alle meine Analysen auf Liebe hinauslaufen.“ „Alle meine Analysen zeigen, dass alles sehr gut ist.“

In seinen Vorträgen benutzte Martinus verschiedene Varianten seines „Liebesbeweises“. Er sagte, dass er absolut sicher sein könne, dass er die Wahrheit schreibe, weil alle Analysen in allen Punkten in der Antwort endeten – Allliebe, und darin, dass man seinen Nächsten wie sich selbst lieben solle. Gibt es irgendeine höhere Erklärung des Lebens, als dass alles ein Ausdruck von Liebe ist? Allliebe ist die höchste Wissenschaft. Allliebe ist der Grundton des gesamten Universums.

Martinus hat ein komplettes Kapitel mit dem Titel „Die Garantie für die Identität meiner kosmischen Analysen mit der ewigen Wahrheit“ geschrieben, das von diesem „Liebesbeweis“ handelt (Artikelsammlung 1, 8.25). Hier schreibt er, dass seine Erziehungsarbeit nur kraft des kosmischen Bewusstseins geschaffen worden ist, und dass dies an der Tatsache erkannt werden könne, dass seine Analysen in jedem Bereich keinen anderen Schluss zulassen, dass man gut und liebevoll sein und seinen Nächsten lieben solle. Alles was er geschrieben hat ist einzig eine große Verteidigung des großen Gebots „liebet einander“. Sie ist eine logische Erklärung der Unsterblichkeit und des Satzes „Was man säht, wird man auch ernten.“ Letzten Endes erweist sich alles als Nutzen, Glück und Segen für alle Lebewesen.

Durch seine hohen kosmischen Visionen erhielt Martinus die Gabe, die Struktur des Universums in Texten, Bildern und Symbolen analysieren zu können, die nun gelesen und studiert werden können. Konnte Martinus aber vielleicht in seinen Analysen des Weltbildes einen Fehler machen?

Martinus: „Ich kann nicht im Irrtum sein, weil ich es mir nicht ausgedacht habe. Ich kann zeigen, dass jede einzelne Analyse letzten Endes zur Liebe führt, und es gibt keine Stelle, die zum Gegenteil führt. Daher kann ich sagen, dass es nichts Höheres gibt als diese Geisteswissenschaft, die nun geschaffen wurde, und es wird nichts Höheres kommen. Sie wird die zukünftige Weltkultur bewirken, und die Menschen, die sie heute willkommen heißen, Nutzen und Freude damit haben und ihr helfen, sind die Pioniere der neuen Weltkultur, und sie sind es, die sie voranbringen werden.“ (Vortrag, 30. Juni 1969)

Man kann keine religiöse Gemeinschaft aufgrund der Tatsache, dass zwei plus zwei vier ist, gründen. Eine Wissenschaft kann nicht in eine Sekte eingebunden werden, und so gibt es weder einen Mitgliedsbeitrag oder eine Mitgliedschaft in einem Verein rund um die Martinus-Geisteswissenschaft. Jedermann hat die Freiheit, in der Bibliothek oder zu Hause Martinus’ Werke zu studieren, genauso wie man die Werke von Freud, Marx oder Einstein studieren kann. Es gibt keine Verpflichtung; die einzige Verpflichtung besteht in dem Interesse und der Freude, die man daran hat, sich mit Martinus’ geistigen Analysen zu beschäftigen. Martinus hat gesagt, dass genauso wie man frei ist, in der Sonne oder im Schatten zu sitzen, man frei ist, ob man die Analysen studieren will oder nicht. Die Gesamtheit von Martinus’ Lebenswerk ist ein reines Geschenk für die Menschheit; es ist völlig frei.

6. Wird es nach Martinus weitere Weltbilder auf der Erde geben?

Welterlöser mit kosmischem Bewusstsein sind Martinus zufolge Gäste aus einer höheren Welt, die im Dienste der Welterlösung auf die Erde kommen, um jüngeren Brüdern zur Weiterentwicklung zu verhelfen. Schrittweise werden sich aber die eigenen Bewohner der Erde entwickelt haben, um kosmisches Bewusstsein zu erlangen, und Martinus hat grob abgeschätzt, dass in 1.000-1.500 Jahren mehr Menschen anfangen, mit kosmischem Bewusstsein auf die Erde zu kommen, die allerersten vielleicht in 500 Jahren, und in den Schriften schreibt Martinus, dass die Mehrheit in 3.000 Jahren kosmisches Bewusstsein erlangt haben wird.

Einige Menschen glauben daher, dass Martinus’ geisteswissenschaftliche Analysen nicht unentbehrlich seien, um kosmisches Bewusstsein zu erlangen, weil andere kommen und Weltbilder erstellen werden, die ebenso gut wie seien wie die von Martinus, wenn sie eines Tages kosmisches Bewusstsein erreichen. Aber das Rad kann nur einmal erfunden werden!

Es kann nur ein ewiges Weltbild geben, und es war Martinus’ Schicksal, der Erste, der Einzige und der Letzte zu sein, der es hier auf diesem Planeten auf logische und wissenschaftliche Weise präsentieren sollte.

Es gibt nur eine Analyse des Ich (X1): „es gibt etwas, das ist“. Es gibt nur „ein göttliches Etwas“. Alles was existiert ist lediglich „ein göttliches Etwas, das ist“.

Es gibt nur ein universelles Schöpfungsprinzip X2, das in verschiedene große Schöpfungsprinzipien aufgegliedert werden kann, wovon man auch sagen kann, dass es nur ein Kontrastprinzip, ein Hunger- und Sättigungsprinzip, ein Perspektivprinzip, ein Sexualpolprinzip, ein Anziehungs- und Abstoßungsprinzip, ein Lebenseinheitsprinzip, ein Bewegungsprinzip, ein Kreislaufprinzip, ein Talentkernprinzip, ein Wiederholungsprinzip, ein Reinkarnationsprinzip, ein Elternprinzip, und ein Prinzip der Welterlösung gibt.

Es gibt nur eine umfassende Analyse der Konstanz oder ewigen Existenz der Energie in Gestalt der Analyse von X3, das alles Geschaffene bzw. Zeitliche darstellt.

Diese Analyse des gesamten Universums und der dreieinigen Struktur der Lebewesen ist nichts weniger als die Lösung des Lebensrätsels (Siehe auch LB2, 559-617, LB3, 680-762 und DEW3, 32.3 bis 32.14).

Die Menschen, die in der Zukunft hier auf der Erde kosmisches Bewusstsein erlangen werden, werden nicht wiederum ein neues „ewiges Weltbild“ schaffen. Sie werden nur zusätzliche Einzelheiten zu der allumfassenden Mutterwissenschaft beitragen können, die von Martinus vorgelegt worden ist.

Im Gegenzug werden die Menschen in 3.000 Jahren, wenn sie das Livets Bog lesen, es als Märchen- oder Kinderbuch betrachten, das etwas über das gegenwärtige relativ niedrige Niveau des Verständnisses der Analysen des Lebens aussagt.

7 Die Martinus-Geisteswissenschaft ist eine Mutterwissenschaft

Es sollte betont werden, dass Martinus nur die Hauptprinzipien der universellen Wissenschaft analysiert hat. Es ist den gegenwärtigen und zukünftigen Wissenschaftlern mit kosmischen Erleuchtungsblitzen oder kosmischem Bewusstsein überlassen, all die vielen Einzelheiten in diesem großen Weltbild zu erklären.

Aber ungeachtet dieser Fülle an Einzelheiten des Lebens legt Martinus dar, dass seine Geisteswissenschaft die „Mutterwissenschaft“ aller Wissenschaft, allen Wissens, aller intellektueller Bekundungen ist. Die Naturwissenschaft und die gesamte materialistische Wissenschaft sieht er als einen kleinen Nebenzweig bzw. Bereich seiner Geisteswissenschaft an (Siehe Artikelsammlung 1, 14.10).

Gleichermaßen werden begabte Biologen der Zukunft in der Lage sein, den gesamten Lauf der Evolution zu erklären und zum Beispiel im Detail alle Übergangsformen der Evolution vom Reptil bis zum Vogel darlegen. Auch wenn Anthropologen, Psychologen, Geologen, Astronomen usw. alle für sich neue Einzelheiten zum Weltbild werden beitragen können, wird die Martinus-Geisteswissenschaft dennoch die verbindende Mutterwissenschaft bleiben.

8. Die Vorsehung geht nicht sorglos mit Welterlösern um

Wie Martinus selbst konstatiert hat, wie in Abschnitt 3 erwähnt, werden nach ihm keine weiteren Welterlöser hier auf die Erde kommen, weil die Menschheit jetzt so fortgeschritten ist, dass die Menschen mit Hilfe seiner kosmischen Analysen in der Lage sind, die letzte Etappe zu kosmischem Bewusstsein selbstständig zu gehen. Die Vorsehung geht nicht sorglos mit Welterlösern um.

Christus ist nicht wiedergekommen, um die Allliebe noch einmal zu demonstrieren.

Martinus: „Christus ist unter anderem deshalb auf die Welt gekommen, um die ‚Kulmination der Allliebe’ zu zeigen. War es zum Beispiel nicht dies, was am Kreuz geschah? – Welche Liebe kann größer sein als diese, dass man mitten auf dem Höhepunkt der schlimmsten Leiden, die einem seine Feinde zugefügt haben, Gott um Vergebung für die bittet, die diese grauenvoll Tat zugefügt haben? – So hat Gott der Menschheit durch Christi Seinsweise den Gipfel oder das Endziel seiner Schöpfung des Menschen als sein Abbild, ihm gleichend gezeigt. Er muss es nicht noch einmal tun. Nun sind es die Menschen, die selbst anfangen sollen, das göttliche Wissen zu studieren, das nun in intellektueller Form vorliegt, und selbst erleben und in dem ‚ewigen Licht’ die Wahrheit sehen und dadurch schließlich ‚Christuswesen’ oder fertige Menschen nach dem Bilde Gottes, ihm gleichend werden.“ (DIC, 6).

9. Theoretisch und persönlich erfahrenes kosmisches Bewusstsein

Martinus demonstriert in seinen Analysen, dass es, um kosmisches Bewusstsein zu erlangen, notwendig ist, die Gesetze des Lebens zu verstehen und eine unabhängig denkende Person zu werden, die völlig frei von religiösen Dogmen und Autoritäten ist. Es gibt zwei wesentliche Schritte in der Entwicklung zu kosmischem Bewusstsein. Zuerst muss man sich die kosmischen Analysen theoretisch aneignen, und dann muss man die Fähigkeiten zur Übersetzung des theoretischen Verständnisses in praktisches Handeln übern bzw. praktizieren. Keiner dieser beiden Schritte in der Entwicklung kann übersprungen werden.

Martinus zeigt die Notwendigkeit für eine theoretische Führen bezüglich dessen, was gut und was gut und was böse ist: „Obwohl die humane Fähigkeit wächst und den Menschen dazu bringt, Widerwillen gegen das Böse zu fühlen, wird sie nicht in der Lage sein, den Menschen eine spezielle theoretische Anleitung zu geben, was wirklich böse und was wirklich gut ist. Es gibt so vieles, das dem Anschein nach gut aber in Wirklichkeit böse ist, genauso wie vieles böse erscheint, aber in Wirklichkeit gut ist. Um vollends entscheiden zu können, was im göttlichen Weltplan gut und was böse ist, muss man die Hauptstruktur dieses Plans kennen.“ (LB7, 2523).

Bezüglich dem Erwerb „theoretischen kosmischen Bewusstseins“ schreibt Martinus: „Diese empfänglichen Menschen können mit ihrer Intelligenz die intelligenzmäßige Interpretation der wirklichen kosmischen und damit ewigen Analysen des Lebens aufnehmen. Dadurch können sie sich die theoretische Erfahrung der Bedeutung des Lebens bzw. der Lösung des Lebensrätsels erwerben, wie Gott es durch die Struktur des Universums enthüllt. Dadurch werden sie sowohl im Bewusstsein als auch im Verhalten schrittweise für „kosmische Erleuchtungsblitze“ empfänglich gemacht, um schließlich zuletzt das absolute kosmische Bewusstsein als permanente geistige Struktur zu erleben, in der sie mit Gott, der Unendlichkeit und der Ewigkeit eins sind.“ (LB7, 2524).

10. Das Livets Bog ist nicht das „Allein-Seligmachende“, aber dennoch unverzichtbar

In dem Vorwort zu Livets Bog 1 will Martinus dem Leser wirklich verständlich machen, dass das universelle Weltbild oder die ewige Wahrheit, die er in Gestalt des Livets Bog manifestiert hat, „in keiner Weise Anspruch erhebt, das sogenannte ‚Allein-Seligmachende’ zu sein“. (LB1, 10).

Er wendet selbst ein, dass eine einzige Manifestation wie das Livets Bog alle anderen Formen der Manifestation ersetzen oder überflüssig machen kann. Das Leben muss natürlich alle existierenden Manifestationen gleichermaßen nutzen. Dass das Livets Bog das Allein-Seligmachende sein sollte würde tatsächlich darauf hinauslaufen, dass alle anderen Religionen und Philosophien sich als überflüssig erweisen würden.

Jeder Schritt in der Evolution hat seine natürliche Quelle der Inspiration, die nicht durch Martinus’ Werk ersetzt werden kann, das somit nicht das einzig Seligmachende ist. Die Evolution hat viele Stufen und geschieht auf vielen verschiedenen Wegen, die alle gleichermaßen notwendig sind.

Auch wenn das Livets Bog nicht das Allein-Seligmachende ist, wird auf einer bestimmten Stufe der Evolution jeder Mensch dahin gelangen, die Gesetze des Lebens und die kosmischen Analysen zu studieren, bevor er kosmisches Bewusstsein erreicht. Auch wenn die Evolution auf vielen verschiedenen Wegen verläuft, muss jeder unweigerlich durch das gleiche Tor schreiten, um Zugang zum wahren Menschenreich zu erlangen.

11. Die Menschen wachsen aus den alten Religionen heraus, so wie Kinder aus ihren Kleidern herauswachsen

Das Livets Bog kann die vielen Religionen, Lebensanschauungen und Philosophien, die den Menschen hier auf der Erde bedeutsame Inspirationen bieten, nicht ersetzen. Martinus vergleicht die vielen unterschiedlichen Religionen und Lebensanschauungen im Laufe der Zeitalter mit den Kleidern von Kindern. So, wie Kinder aus ihren alten Kleidern herauswachsen und größere Kleider benötigen, so wachsen auch die Menschen aus alten und überkommenen Religionen heraus und benötigen neue Inspirationen, bis sie schließlich zur absoluten Analyse der Wahrheit in Gestalt der kosmischen Analysen und des ewigen Weltbildes kommen. Die Menschheit wird erwachsen und selbstständig werden.

Das Livets Bog ist für den geistigen Forscher ein Handbuch darüber, wie das Leben zu betrachten ist, so wie die Flora (Bestimmungsbuch) für den Botaniker ein Handbuch zur Beobachtung von Pflanzen ist. Das Livets Bog ist eine Hilfe, die direkte Sprache des Lebens bzw. des Seins eigenes Buch des Lebens zu verstehen. Martinus ist keine Autorität, der geglaubt werden muss, aber er ist ein Wegweiser, der zeigt, wo und wie man seine Beobachtungen der Lebensgesetze machen kann. Als er die Serie kosmischer Analysen schrieb, die insgesamt die Grundanalyse des Universums ausmachen, hieß das nicht nur, dass man sie studieren sollte. Die Absicht von Seiten Martinus ist es, die Leser dazu anzuregen, selbst herauszufinden, ob das, was er schreibt, wirklich etwas ist, das jetzt beobachtet werden kann. Letztlich sind es unsere eigenen Erfahrungen und Beobachtungen, die die Gültigkeit von Martinus’ Werk – Das Ewige Weltbild – aufzeigen sollen.

Auf der letzten Stufe der Entwicklung vor dem kosmischen Bewusstsein wird daher jedermann auf diesem Planeten zwingend notwendig die kosmischen Analysen der Geisteswissenschaft studieren müssen, unabhängig davon, welche Wege er zuvor eingeschlagen hat.

12. Die drei Hauptfaktoren der Entwicklung

Im Zusammenhang mit dem Argument, dass die Kosmologie eine unentbehrliche Stufe in der Entwicklung auf kosmisches Bewusstsein hin sei, muss hervorgehoben werden, dass die Entwicklung nicht von einem einzigen Faktor sondern von mehreren Faktoren abhängt. Bei einer Gelegenheit hat Martinus die drei wichtigsten Faktoren für die Entwicklung der Menschheit aufgelistet:

1. Die eigene Erfahrung

2. Erziehung

3. Das gute Vorbild

Von diesen drei Faktoren spielt die eigene Erfahrung die weit größte Rolle, sagen wir einfacherweise etwa 80% (Dänischer Kosmos, Nr. 5/2013). Aber Unterweisung, zum Beispiel in Verbindung mit der Geisteswissenschaft, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, z.B. 15%. Die Anregung, dem guten Beispiel anderer zu folgen, spielt eine kleine, aber nicht unerhebliche Rolle in der Entwicklung, etwa 5%.

Es ist ein allgemeines Prinzip in der Entwicklung zu kosmischem Bewusstsein, dass die entwickelteren Wesen die weniger entwickelten unterweisen und ihnen helfen. Daher kann das Elternprinzip und das Prinzip der Welterlösung ebenfalls unter die ewigen Schöpfungsprinzipien in der Schöpfungsfähigkeit X2 einbezogen werden.

Die Martinus-Kosmologie ist eine Morallehre, die darauf zielt, die Menschen dazu anzuregen, Nächstenliebe zu praktizieren. Martinus warnte vor absichtlichen Versuchen, kosmische Erleuchtungsblitze oder eine künstliche Einweihung zu bewirken.

Martinus: „Denn mit der fundamentalen Moralentwicklung entstehen die kosmischen Fähigkeiten ganz von selbst auf eine natürliche Weise in ihrer unfehlbaren Kraft und Stärke und ohne jegliche Gefahr oder ohne ein Risiko für das Wesen.“ (LB1, 208).

„Letzten Endes können wir niemals auf irgendeine andere Weise als durch des Lebens eigene direkte Sprache eine Erklärung bekommen.“, schreibt Martinus (LB3, 679). Dies könnte so interpretiert werden, als ob das Studieren überhaupt keine Rolle in der Entwicklung spielen würde. Aber das Studieren und Lehren sind ebenfalls Teil der direkten Sprache des Lebens. Darüber hinaus ist das Livets Bog ein Handbuch zur Beobachtung des Lebens. Das Livets Bog ist eine Sprachhilfe und Grammatik, die zu einem unabhängigen Verstehen der „direkten Sprache des Lebens“ verhilft.

Martinus: „Ich möchte mit meinen kosmischen Analysen nicht eine Autorität sein, der die Menschen glauben müssen. Der einzelne Geistesforscher muss mein Lebenswerk sorgfältig nachprüfen und studieren. Er muss es mit seinen eigenen Erfahrungen konfrontieren. Nur dann kann es für ihn von Wert sein, wenn es zu einem unabhängigen Denken und Analysieren wird, wenn – es zu einer Hilfe zur Selbsthilfe wird, die zur Einweihung in das Lebensrätsel selbst führt.“ (Kontaktbrief Nr. 20, 1958).

13. Martinus zeigt eine sehr tolerante Haltung

Martinus’ umfassende Toleranz kommt insbesondere im Vorwort zum Livets Bog zum Vorschein, wo er alle Menschen in Schutz nimmt, wie in Abschnitt 14, wo er schreibt, dass das Livets Bog eine Verteidigung sogar für die Gegner des Buches ist, und in Abschnitt 19, wo er betont, dass das Livets Bog eine Verteidigung für alle existierenden Wesen ist.

Martinus: „So wird das Livets Bog von keinerlei Sekten oder Gesellschaftsbildung eingekapselt oder monopolisiert werden können, da es eben auf Grund seiner universellen, unparteiischen Liebes- und Weisheitsmanifestation niemals existieren kann, ohne ebenso gut ein Lehrbuch für diejenigen zu sein, die kein Mitglied irgendeiner Sekte sind, wie auch für jene, die sich in einer solchen befinden, und zwar kraft seiner Identität als Universalausdruck für des Lebens eigene lebende Religion, in welcher alle, wie schon erwähnt, Mitglieder sind und in welcher alles Lehrsätze sind.“ (LB1, 15).

Für jeden wahren Sucher oder Studierenden der höchsten Probleme des Lebens ist es von großer Wichtigkeit, zur richtigen Quelle der Information geleitet zu werden, und Martinus schreibt hier nicht, dass das Livets Bog die einzig zulässige Quelle sei. Er schreibt stattdessen, dass die göttliche Weisheit durch viele unterschiedliche Formen von Wesen, Wissenschaften, Religionen und Kunstarten ausstrahlt.

Aber wie kann man wissen, dass man die richtige Informationsquelle gefunden hat? Man befindet sich an der richtige Quelle, wenn man Inspiration erhält und so etwas erlebt wie „einen Strom von Wärmewellen, einen Strom von Lebenskraft oder Energie, einen Strom von Ideen, einen Strom von Sehnsucht nach größerer Vollkommenheit, einen Strom von Hoffnung und Glauben an die Vorsehung oder an den Vater, einen Strom von göttlicher Zufriedenheit, Harmonie und Glück, einen unwiderstehlichen Liebesdrang oder eine erhöhte Fähigkeit, alles und alle zu lieben, … Dort, wo der Betreffende mit einem oder mit mehreren dieser Ströme in Verbindung ist, dort ist sein rechter Platz im Dasein.“ (LB1, 17).

14. Das Livets Bog reicht aus, um kosmisches Bewusstsein zu erlangen

Die Menschen haben oft gefragt, ob Martinus es schaffen würde, sein Werk zu vollenden, worauf er antwortete, dass seine Mission mit der Fertigstellung des Livets Bog vollendet sei. Alles, was er später geschrieben habe, sein eine „Zugabe“. Im Livets Bog, das im Jahre 1960 abgeschlossen war, wäre genügend Material, um kosmisches Bewusstsein zu erlangen.

Als 80-Jähriger sagte Martinus: „Es gibt einige Neuheiten, von denen ich hoffe, sie fertigzustellen, und auch wenn ich es nicht schaffe, sie zu vollenden wie ich möchte, muss ich sagen, dass die Weltmission gewahrt ist. Es wurde soviel Material gegeben, dass die neue Weltkultur blühen kann. Die Menschen können durch das Studium meiner Analysen und dem Praktizieren der daraus folgenden Seinsweise kosmisches Bewusstsein erlangen.“ (Vortrag 11. August 1970; DEW5, 77.2).

Als 85-Jähriger sagte Martinus in seiner Willkommensansprache in Klint: „Es bestehen die besten Aussichten, dass ich noch ein paar Jahre lebe und vollenden kann, was ich angefangen habe. Ich habe ja eine ganze Menge Dinge, die ich fertig machen will. Meine Mission jedoch – das, was den Menschen kosmisches Bewusstsein geben kann – ist längst fertig. Diese Mission ist schon lange vollendet. Was noch nicht fertig ist, sind Dinge, auf die ich mich eingelassen habe, weil ich sehr stark war und weil ich die Kraft bekomme, diese Dinge durchzuführen.“ (Dänischer Kosmos, Nr. 7/2004).

15. Früher mussten die entwickeltsten Menschen der Erde auf anderen Planeten inkarnieren, um Unterweisung in der Geisteswissenschaft zu bekommen

Als Martinus 1932 den ersten Band seines Hauptwerks Livets Bog schrieb, konnten selbst relativ hochentwickelte Menschen hier auf der Erde kein kosmisches Bewusstsein bekommen.

Martinus: „Solche Erdenmenschen, die allmählich so rein werden oder sich so entwickelt haben, dass sie das grundlegende Erlebnis der großen Geburt empfangen können, können dieses Erlebnis also nicht auf dieser Erde bekommen, sondern nur in Welten, die viel weiter in der Entwicklung sind als die Erde. Dies bedeutet also, dass die Erdenmenschen, wenn sie mehrere Leben hindurch eine ausreichende Anzahl von Vorläufersymptomen der großen Geburt erlebt haben und dadurch für das wirkliche Erlebnis reif geworden sind, nicht mehr auf dieser Erde geboren werden, sondern in solch einer höheren Welt, wo die große Geburt allgemein ist. In dreitausend Jahren jedoch wird die Entwicklung der Erde so weit fortgeschritten sein, dass die große Geburt auf dieser Erde allgemein erlebt werden kann, und das wahre Menschenreich wird damit innerhalb des Horizontgebiets dieser Erde entstanden sein.“ (LB1, 248).

Aber schon nach 1960, als LB7 und damit das gesamte Hauptwerk vollendet war, war man tatsächlich in der Lage, kosmisches Bewusstsein auf diesem Planeten zu bekommen. Dies geht offensichtlich aus dem folgenden Zitat hervor, dass vier Jahr später im Jahr 1964 veröffentlicht wurde.

Martinus: „Ehe wir fortsetzen, müssen wir hier anführen, dass sich bisher hier auf Erden kein Wesen zum fertigen Stadium, zum Menschen als Abbild Gottes, ihm gleichend, entwickeln konnte. Wenn sich so ein fertiger Mensch, wie vorher beschrieben, in Fleisch und Blut, in einem physischen Organismus gezeigt hat, kann er in Wirklichkeit nur ein Gast auf dieser Erde sein. Die Bedingungen, zu einem so hohen Entwicklungsstandard zu gelangen, sind bisher auf der Erde noch nicht vorhanden gewesen. Wesen, die für eine auf Erden nicht erreichbare Entwicklungsepoche reif waren, mussten auf einer anderen Welt oder einem anderen Himmelskörper geboren werden, wo die Entwicklung so weit fortgeschritten war, dass die Bedingungen dafür vorhanden waren, dass sich die Wesen dort zum fertigen Menschen als Abbild Gottes, ihm gleichend, entwickeln konnten. Viele der fortgeschrittenen Männer und Frauen der Vergangenheit sind seit langem auf so einem höheren Himmelskörper wiedergeboren worden, der schon jetzt eine solche fertige oder vollkommene Menschenwelt ist, wie die Erde es auch einmal werden wird. – Erst in der neuen Welterlösungsepoche, die mit dem zwanzigsten Jahrhundert begonnen hat, können sich die Menschen hier auf Erden zum Abbild Gottes, ihm gleichend, entwickeln.“ (DEW2, 21.18).

Insbesondere Martinus’ Werk als Kern der Welterlösung des 20. Jahrhunderts hat diese Situation verändert, so dass man jetzt kosmisches Bewusstsein hier auf der Erde haben kann. Martinus zufolge wird der Weltstaat die Kosmologie als seine „Religion“ bzw. geistige Basis haben, und sie wird die gesamte zukünftige Kultur in einer solchen Weise durchdringen, dass die kosmischen Analysen ein integraler und natürlicher Teil der menschlichen Denkungsart sein werden. Die Kinder der Zukunft werden in den Symbolen und Analysen unterrichtet, und das bedeutet, dass auch ohne eingehendes Studium des Livets Bog kein Mensch auf der Erde vermeiden kann, mit den kosmischen Analysen vertraut zu werden.

16. Die Analysen sollen in praktisches Verhalten umgesetzt werden

Martinus beschreibt, wie die Übernahme der kosmischen Analysen durch die A-, B- und C-Stufen dem Wesen weiter zu kosmischem Bewusstsein hilft. Um kosmisches Bewusstsein zu bekommen, sollen die kosmischen Analysen der Geisteswissenschaft zuerst als theoretisches A-Wissen in das Bewusstsein integriert werden und dann als B-Wissen in bewusster Anwendung und schließlich in Gestalt des C-Wissens als automatisches Verhalten umgesetzt werden.

Martinus schreibt über diese Entwicklung im Zusammenhang mit der Analyse der menschlichen Sexualentwicklung von A- zu K-Menschen. Die gegenwärtig entwickeltsten Menschen auf der Erde sind sogenannte I-Menschen, die aus der Ehe herausgewachsen sind und solch eine Allliebe entwickelt haben, dass sie ihr eigenes Geschlecht lieben können. Bislang mussten I-Menschen hier auf der Erde auf anderen, entwickelteren Planeten inkarnieren, um die kosmischen Analysen der Geisteswissenschaft und kosmisches Bewusstsein zu erlangen (LB5, 1890).

Martinus: „Als der I-Mensch eine gewisse Reife erreicht hatte, musste er wie gesagt auf einem anderen Himmelskörper inkarnieren, der so viel höher entwickelt war, dass die Lösung des Lebensmysteriums oder das wahre, ewige Weltbild eine absolut konkrete und allgemeingültige wach tagesbewusste Tatsache war, und auf dem die große Geburt ein ebenso alltäglicher Vorgang war, wie die physische Geburt ein tägliches Geschehnis hier auf der irdischen Ebene ist. Hier ging der reife I-Mensch sofort dazu über, sich die kosmischen Analysen der Geisteswissenschaft anzueignen. Diese wurden zu einem A-Wissen, d.h. zu einer Kenntnis, die auf realistischen Tatsachen basierte. Danach wurden sie zu einer täglichen Ausübung, die dasselbe ist wie B-Wissen. Aber durch die tägliche Praxis wurden sie zu C-Wissen, was dasselbe ist wie eine selbständige Gewohnheitsfunktion oder ein Talent. Und mit seiner in Humanität und Nächstenliebe kulminierenden Wesensart und seiner Psyche und Intellektualität, die im höchsten Wissen kulminierten, waren die geistigen und physischen Vibrationen des I-Menschen in einem solchen Zustand, dass sie auf derselben Wellenlänge lagen wie der Grundton des Universums oder die absolute Liebesenergie. In dem Moment, in dem die Psyche des Wesens mit dieser Wellenlänge in Kontakt kam, trat die große Geburt ein. Das Wesen war nun kein ‚Tier’ mehr, sondern ein ‚Mensch als Abbild Gottes’. (LB5, 1892).

17. Der jüdische Tempel als Symbol des A-, B- und C-Stadiums des kosmischen Bewusstseins

In seinem Buch Logik, 94. Kapitel, hat Martinus besonders ausführlich die Schaffung eines Talents durch die drei Stadien des A-, B- und C-Wissens erläutert, die entsprechend theoretisches Wissen, praktische Ausübung und vollkommene bzw. automatische Funktion darstellen. In dem Artikel „Der psychische Tempel“ in Buch 21 (übersetzt im deutschen Kosmos, Nr. 9/1985) und in LB6, 1984-1987 erklärt Martinus die Symbolik, die im jüdischen Tabernakel mit den äußeren und inneren Vorhöfen, dem äußeren Heiligtum und dem Allerheiligsten bzw. inneren Heiligtum zu finden ist.

„Die Heiden, die den äußeren Vorhof bewohnen, sind alle Wesen, die noch als Werkzeuge für die Manifestation des tötenden Prinzips leben, als mächtige physische Totschläger.“ (LB6, 1984).

„Nur die Wesen, die mit all diesen Manifestationen des Tötens Schluss gemacht haben und nicht mehr von dem großen Aberglauben besessen sind, dass es einem erlaubt sei, seinen Nächsten zu verfolgen, weil dieser Nächste die Ursache für jemandes unglückliches Schicksal sei, trachten nach der Großen Geburt.“ (LB6, 1985).

In Martinus’ Interpretation der Symbolik des Tempels der Einweihung haben die Menschen im „inneren Vorhof“ ein theoretisches Verständnis der kosmischen Analysen, und befinden sich daher im Weisheitsstadium A. Indem sie die kosmischen Analysen im täglichen Verhalten praktizieren, betreten sie schrittweise das „äußere Heiligtum“, das der Ort des Weisheitsstadiums B ist. Das Weisheitsstadium C entspricht dem „Allerheiligsten“ bzw. dem „inneren Heiligtum“.

Martinus: „Wenn Weisheit somit zu einer automatischen Funktion im täglichen Verhalten geworden ist, und das Wesen auf diese Weise keine Dunkelheit mehr zu bekämpfen hat und in seiner Seinsart nichts mehr niederzukämpfen hat, und das nämliche Wesen ein humanes Wesen geworden ist, das in jeder Hinsicht mit der Nächstenliebe bzw. dem Prinzip des Liebe deinen Nächsten wie dich selbst als einleuchtende und natürliche Seinsart übereinstimmt, dann hat es mit dem Tierreich abgeschlossen. Dann hat es die beiden Vorhöfe durchschritten, den ‚inneren Vorhof’ und ‚das äußere Heiligtum’ und hat nun das ‚Allerheiligste’ bzw. das ‚inner Heiligtum’ in Gottes Tabernakel bzw. dem Lebenstempel betreten. Dann ist es ein wahrer ‚Hoherpriester’ oder ein Christuswesen geworden und hat Zugang zum ‚Allerheiligsten’ des Lebenstempels. Es ist diese Vervollkommnung des Wesens, die in der Gestalt der ‚Großen Geburt’ oder der Einweihung kulminiert.“ (LB6, 1988).

18. Kosmisches Bewusstsein ist Gottesbewusstsein

In der Erklärung es Symbols „Der wahre Mensch als Abbild Gottes ihm gleichend“ [Nr. 23] auf der Titelseite des Hauptwerkes erläutert Martinus, wie der Welterlöser hilft, wenn der hochentwickelte Mensch Anwärter auf die Einweihung in kosmisches Bewusstsein ist.

Martinus: „In diesem Stadium begegnet der Anwärter der Großen Geburt also dem Welterlöser oder Christuswesen. Der Aspirant wird dann Zeuge dieses Wesens, das sich ihm in seiner überirdischen Herrlichkeit zeigt. Er sieht es in einem alles durchdringenden weißen Strahlenglanz, der vom kosmischen Körper des Welterlösers ausgeht, welcher scheinbar aus Millionen und Abermillionen mikroskopischer Sterne aufgebaut ist, die alle eine kleine Strahlenglorie schneeweißen Lichts ausstrahlen und zusammen mit der Vielfältigkeit der übrigen kleinen Sterne das schneeweiße, alles überstrahlende Lichtmaterial bilden, aus dem der Organismus des Christuswesens aufgebaut ist. Mit diesem alles überstrahlenden kosmischen Lichtorganismus durchdringt nun das Christuswesen den Geist des Aspiranten und öffnet hierdurch dessen Talentkerne zum Erleben des kosmischen Bewusstseins.“ (DEW2, 23.5).

Martinus: „Was kann eine Weltmoral anderes sein als Liebe? – Die Liebe muss die Weltmoral sein und die Liebe ist ja das Fazit in allem, was ich geschaffen habe, in allem, was ich geschrieben habe. Ich habe niemals etwas kritisiert, auch nicht das Dunkle oder die Finsternis. Ich habe jedoch die Finsternis und deren Konsequenzen erklärt und dargelegt, wie sie schließlich zum Licht führen. Alles führt zum Licht. Alles führt zu Gott. Alles führt dahin, dass die Menschen Gottesbewusstsein bekommen.“ (Dänischer Kosmos, Nr. 7/2004).

Übersetzung Christoph Schönhofer

Weihnachten – Martinus in seiner Wohnung im Martinus Institut

mit Ratsmitglied Grethe Brinkhard

Heiligabend 24.12.1969

Martinus mit Weihnachtsgeschenk

Bei Tage Buch, Vanløse Alle 80, Kopenhagen

Willkommen zu den Vorträgen von Ole Therkelsen

Youtube Playlist

Vorträge zum anhören

https://oletherkelsen.dk/international/deutsch/vortrage-auf-deutsch

Intuition und kosmisches Bewusstsein Bonn, Alb. Sch. Haus, 05.03.2005

Das Gebet als Wissenschaft Bonn, Alb. Sch. Haus, 06.03.2005

Der Sinn des Lebens, Herzberg am Harz, ICH, 07.03.2005

Verliebtheit, Freundschaft and Liebe, Herzberg am Harz, ICH, 08.03.2005

Unnatürliche Müdigkeit, Herzberg am Harz, ICH, 09.03.2005

Schlaf, Träume und Tod, Herzberg am Harz, ICH, 11.03.2005

Die Macht der Gedanken Neuwied, Heimbach-Weis, 17.11.2005

Die Weltsituation und das Erdballwesen Bonn, Alb. Sch. Haus, 18.11.2005

Die Kosmologie, das Center und Institut Martinus Center, Klint 01.08.2006

Erbe und Umwelt Martinus Center, Klint 08.08.2006

Eine Reise in die Mikrowelt Bonn, Alb. Schw. Haus, 22.09.2006

Martinus, Darwin und Kreationismus Neuwied, Heimbach-Weis, 23.09.2006

Das Dritte Testament Martinus Center, Klint, 31.07.2007

Martinus-Erinnerungen Martinus Center, Klint, 08.08.2007

Der Sinn des Lebens Forum Zeitnah, Kiel, 12.03.2008

Fragestunde, Sinn des Lebens Forum Zeitnah, Kiel, 12.03.2008

Gebet, Kreativität und Sexualität Schleswig, 13.03.2008

Fragestunde – Gebet Fahrdorf/Loopstedt, Schleswig, 13.03.2008

Die neue Weltmoral Klint, 04.08.2010

Homoseksualität und Allliebe, Klint, 11.05.2011

Deutsch: www.amazon.de – Ole Therkelsen Seite – und Author Profil

https://www.amazon.de/-/e/B00MXK2VT8

https://www.amazon.de/dp/8793235046/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1487681336&sr=1-2

Demnächst sind meine Bücher auch bei der Bayerischen Staatbibliothek auszuleihen.

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Martinus und die neue Weltmoral

Ole Therkelsen

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