Artikel
Gedanken – Krankheit und Gesundheit
Von Ole Therkelsen
1. Spielen die Gedanken eines Menschen irgendeine Rolle für die Gesundheit?
Das Denken des Einzelnen und die Erfahrungsbildung spielen in der Naturwissenschaft keine wesentliche Rolle. Die materialistische Biologie besteht darauf, dass die Zusammenstellung der Gene letztlich auf die Eigenschaften der physikalischen Materie zurückzuführen ist und nicht auf die Gedanken- und Bewusstseinswelt des Individuums.
Der Standpunkt der Martinus Kosmologie ist der materialistischen Biologie, die behauptet, das Bewusstsein sei ein Produkt der Materie, völlig entgegengesetzt. In der Tat versichert Martinus, dass die Materie dem Bewusstsein untergeordnet ist. Sie bietet das Material für das Ich und das Bewusstsein. Eine zentrale Aussage dieses Artikels bezieht sich auf die Verbindung zwischen den Talentkernen und den Genen in den DNA-Molekülen.
Martinus versichert uns, dass die Gedanken des Individuums wirklich einen großen Einfluss sowohl auf seinen Gesundheitszustand wie auch seine genetische Disposition für Gesundheit und Krankheit haben.
2. Ist der Körper eine unabhängig arbeitende Einheit?
Die meisten Menschen glauben, dass sie in einer physischen Welt leben und Erfahrungen machen. Sie fühlen sich eins mit ihrem physischen Körper und identifizieren sich mit ihm. Martinus sagt uns dagegen, dass der Mensch in erster Linie ein spirituelles Wesen ist. Er argumentiert, dass alles physische Empfinden tatsächlich in einer spirituellen Welt erlebt wird. Die physischen Sinne – Tasten, Sehen, Hören, Riechen und Schmecken – erlauben den physischen Impulsen als elektrische Impulse über die Nerven und das Gehirn an das Bewusstsein und das Ich, die von ewiger Natur und keine direkten Produkte der physischen Materie sind, übertragen zu werden. Diese elektrischen Impulse unterliegen der Gestaltung von visuellen, auditorischen, taktilen, olfaktorischen und gustatorischen Bildern durch das Ich und dem Bewusstsein. Alle diese Bilder haben die gleiche Natur wie Gedankenbilder, die eine mentale (und so eine spirituelle) Welt konstituieren (siehe auch LB6, 2159).
Alle normalen menschlichen Wesen können nicht anders als zu fühlen, dass sie ein Ich haben, das mittels ihres physischen Körpers erschafft und erlebt. So erlebt und handelt ein „Ich“ oder ein „Etwas“ mit Hilfe des Organismus. Die Augen existieren nicht nur um ihrer selbst willen. Zusammen mit den anderen Sinnesorganen ist es ihre Aufgabe, „diesem Etwas“ eine Erfahrung zu ermöglichen. Auch ein Organismus existiert nicht um seiner selbst willen. Er ist nicht unabhängig. Ohne ein Ich, das mit Bewusstsein ausgestattet ist, wäre er ein Leichnam. Der physische Organismus ist für das Ich nur ein Werkzeug, das es ihm erlaubt, in der physischen Welt zu handeln und zu erleben. Die ewige Individualität, das Ich, ist die Quelle des Lebens; es ist der Fixpunkt in aller Lebenserfahrung. Wie das Überbewusstsein ist dieses Ich immateriell, da die Sinne nicht darauf reagieren können. Seine immaterielle Natur bedeutet jedoch nicht, das es „nichts“ ist, sondern nur, dass es für die Sinne unzugänglich ist. Das Ich ist aber nicht bloß der Fixpunkt aller Erfahrung, es beinhaltet auch noch einen anderen Aspekt.
Martinus schreibt: „Das Ich setzt sich aus heiligen immateriellen Kräften zusammen, die das Bewusstsein bzw. die Mentalität in sich einschließen. Es ist an sich immateriell. Diese Kräfte wirken in unterschiedlichen Kombinationen. Sie haben ihren ewigen Sitz in der immateriellen Struktur des Ich. Ihre korrespondierenden Energien treten wie folgt in chronologischer Reihenfolge auf: die Instinktenergie, die Schwereenergie, die Gefühlsenergie, die Intelligenzenergie, die Intuitionsenergie und die Gedächtnisenergie. Über diese hinaus gibt es die Mutterenergie und die Energie des Urbegehrens. Alles dies zusammen bildet ein Organ, das ich das ‚Schicksalselement’ genannt habe: Hier haben sie ihren Sitz, was sie gleicherweise für die Sinne unerreichbar macht. Ihr Handeln geht durch den Organismus des Lebewesens, der die Manifestation, den Willen und die Wahrnehmung des Ich hervorbringt, von diesem Element aus.“ (Das Intellektualisierte Christentum, 128).
Symbol nr. 6. Das Lebewesen
3. Was ist Denken?
Zur Erklärung, wie das Gehirn mit dem Bewusstsein und der Dimension des Denkens in Zusammenhang steht, wurden unterschiedliche Hypothesen vorgeschlagen. Anhand von Experimenten wurde demonstriert, dass zwischen Hirnprozessen und mentalen Zuständen mehr oder weniger eindeutige Korrelationen bestehen. Aber Korrelationen sind keineswegs das Gleiche wie ursächliche Zusammenhänge. Das Bewusstsein wird üblicherweise als direktes Produkt der Gehirnaktivität erklärt, aber, wie schon bemerkt, ist dies eines der dreistesten Beispiele einer metaphysischen Annahme, die als Wissenschaft dargestellt wird. Die Forscher unternehmen jede Anstrengung, um metaphysische Annahmen zu vermeiden, aber sie befinden sich auf unsicherem Boden, wenn sie Bewusstsein als eine Folge von physischer Materie erklären. Diese Herangehensweise nimmt an, dass das Bewusstsein von der unbewussten physischen Materie verursacht ist, die vor dem Auftreten des Lebens auf der Erde existierte. Aber dies wurde niemals bewiesen! Insofern ist diese Annahme wenig mehr als ein quasireligiöser Glaube!
Martinus sagt uns, dass das Denken die Verbindung zwischen dem Ich und dem Leben darstellt. Denken ist die Freisetzung höherer elektrischer Wellen oder Schwingungen durch das Gehirn und das Nervensystem. Der Empfang und die Sendung dieser Wellen wird als Gedanken erfahren, was dem Erleben des Lebens entspricht. Aus kosmischer Perspektive ist das physische Gehirn nur eine Art Antennensystem für das Bewusstsein.
Die sechs Grundenergien sind der Ausdruck von sechs unterschiedlichen Formen des Denkens und sind mit dem Begehren und Willen des Wesens verbunden. Ohne eine zugrundeliegende Form des Begehrens ist es unmöglich, an irgendetwas zu denken. Das Denken ist der Teil des Lebewesens, der als innere Welt erlebt wird. Wenn diese innere Welt nicht existierte, wäre es unmöglich, die äußere Welt zu erleben. In unserer inneren Welt bestimmen wir, wie wir auf die physische Welt reagieren wollen. Die Wechselwirkung der Energien zwischen den inneren und äußeren Welten macht das Erleben des Lebens durch das Ich aus.
Alles bewusste Denken ist geprägt durch die Sehnsucht. Sehnsucht ist das Band, welches das Ich mit der Existenz verbindet. Alle Gedanken sind Kinder des Begehrens (LB2, 513).
Alles was wir denken ist so der Ausdruck des Begehrens unseres Ichs, das entweder eigennützig oder uneigennützig sein kann. Wir erleben dieses Begehren als Willen, was der Ausdruck der Kraft ist, die wir in unserer eigenen inneren Welt besitzen. Gedanken bleiben reine Wünsche, solange sie nicht als Handlung ausgedrückt werden. Das ewig existierende Ich macht seine Gedanken durch Handeln sichtbar.
Martinus sagt uns, dass die Gedankenenergie eine höhere Form von Elektrizität darstellt. Das physische Gehirn sei ein höherer elektrischer Apparat, konstruiert, um Energiewellen zu empfangen und auszusenden, und so vergleicht er es folgerichtig mit einem Rundfunkgerät. Die Aktivität, die in spezifischen Gehirnzentren auftritt, wenn wir an etwas Bestimmtes denken, kann gemessen werden, und daraus schließt die Wissenschaft, dass das physische Gehirn die Ursache für das Denken ist. Aber nur weil eine Aktivität in spezifischen Zentren des physischen Gehirns stattfindet, ist das kein eindeutiger Beweis dafür, dass das Gehirn Gedanken produziert. Wenn wir eine Radioantenne während einer Radiosendung untersuchen, können wir ebenfalls eine elektrische Aktivität darin messen und könnten in entsprechender Weise daraus schließen, dass das Programm in der Antenne produziert wurde – und nicht in einem Studio. Martinus sagt uns entsprechend, dass das physische Gehirn nur ein Antennensystem für das Denken des Ich ist, das in Wirklichkeit in einem kosmischen Gehirn auf der spirituellen Eben stattfindet (siehe auch LB1, 224 und
Artikelsammlung 7.12).
4. Wie beeinflussen Gedanken das mikrokosmische Leben im Organismus?
Martinus schreibt wie folgt über die Gedankenkraft: „Die Lebenskraft hinter dem Erleben und Manifestieren aller Lebewesen hat ihren Sitz in der Gedankenkraft und wird durch sie entwickelt. Dies ist wiederum das gleiche wie die elektromagnetische Kraft, mit deren Hilfe das Ich alle seine physischen Organe mit Lebenskraft und Wohlbefinden ausstattet.“ (LB6, 2295).
Die Qualität unserer Gedanken bestimmt die Qualität des mikrokosmischen Lebens, das in unseren Organismus inkarniert. Der Organismus macht das Universum aus, in dem die Mikroindividuen leben. Sowohl wir als auch unser Mikroleben erzielen den höchsten Grad an Gesundheit, wenn wir Gedanken der höchsten Qualität denken.
Als Martinus die sieben Spiralkreisläufe in Symbol Nr. 14 (DEW1) erklärte, bezog er das bewusste Leben des Super-Mikrokosmos und des Super-Makrokosmos nicht ein. Aber er verwies in Verbindung mit den zwei Symbolen, die den fertigen und den unfertigen Menschen zeigen und beide achtzehn Spiralen beinhalten, auf zukünftige Analysen.
Martinus: „Später werden wir jedoch anhand von Spezialsymbolen auf dieses Gebiet des super-mikrokosmischen und des super-makrokosmischen Geistes- oder Bewusstseinslebens näher eingehen. Dieses Bewusstseinsleben, das nur kraft kosmischer Wahrnehmung beobachtet werden kann, ist für die zwischenkomischen Lebewesen von großer Bedeutung, da es für deren Leib und Seele ebenso lebensnotwendig ist, wie umgekehrt die zwischenkosmischen Lebewesen für das Bewusstseinsleben und somit für den Leib und die Seele der mikro- und makrokosmischen Lebewesen notwendig sind. Das mikrokosmische Leben ist auf Gedeih und Verderb von unterschiedlicher Qualität. Da die zwischenkosmischen Lebewesen durch die spezifische Qualität ihrer Gedankenwelt jeweils ein Mikroleben entsprechender Qualität anziehen und ihrem Organismus bzw. Körper einverleiben, versteht man somit, wie wichtig es ist, die eigenen Gedankenformen so zu gestalten, dass sie sich in ihrer Qualität so hoch, gut und liebevoll wie möglich äußern. Auf diese Weise ermöglicht sich unserem Organismus die Einverleibung des gesündesten und entwickeltsten Mikrolebens und dessen Materie.“ (DEW1, 14.19).
Martinus sagt uns, dass falsches Denken die Ursache für alle Krankheiten ist. In anderen Worten: Alle Krankheit ist letztlich auf fehlende Liebe zurückzuführen.
Unsere überfüllten Krankenhäuser zeigen, dass die Menschen im Allgemeinen nicht wissen, dass ihr Gesundheitszustand von der Qualität ihrer Gedanken abhängt. Die Qualität unseres Mikrolebens wird durch unsere Gedanken und unser Bewusstsein bestimmt. Martinus setzt dies gleich mit „der Geist Gottes schwebte über den Wassern” in dem Universum, das der Organismus für seine Mikrowesen darstellt.
Martinus: „Die Menschen sind sich also noch nicht besonders dessen bewusst, dass sie, wenn sie im Gedankenklima des Bösen oder des tötenden Prinzips denken, ausschließlich Mikrowesen von entsprechend tötender Qualität in ihrem Organismus aufnehmen können, und dass demgegenüber ein Denken im Gedankenklima des lebenspendenden Prinzips oder der Liebe dazu führt, dass in ihrem Organismus Mikrowesen von entsprechend lebenspendender Natur inkarnieren.“ (DEW1, 14.20).
Außerdem wird das Wohlergehen der Mikrowesen vom Makrowesen als Gesundheit und sinnlicher Genuss erlebt.
Martinus: „Es ergibt sich natürlich von selbst, dass auch das Wohlbefinden, der Friede und die Harmonie der Mikrowesen dem Makro-Ich als kollektive Energiewelle zur Kenntnis gelangt. Diese Energiewelle wird von diesem Wesen als strahlende Gesundheit, als strahlendes angenehmes Wohlbehagen wahrgenommen, ja sie kulminiert in dem, was wir ‚Wollust‘ nennen.“ (LB2, 597).
5. Wie ist die Verbindung zwischen Gedanken und der Lebenskraft?
Menschliche Gedanken sind ein Ausdruck der zwischenkosmischen Elektrizität, die den physischen Organismus wie eine seelische Kraft steuert. Entsprechend ist der mikrokosmische Geist bzw. das mikrokosmische Denken die Kraft, die die Organismen der Mikrowesen aufrechterhält. In allen Lebewesen existieren die Lebenskraft und das Denken in Form mikrokosmischer, zwischenkosmischer und makrokosmischer Elektrizität (LB6, 2144–2146, 2186, 2295, 2302–2303).
Indem wir diese drei Formen von Elektrizität bzw. seelischer Kraft verstehen, werden wir weiter in der Erkenntnis bestätigt, dass das Universum ein lebendes, denkendes Wesen ist, ein allumfassender Gott, der die Gesamtheit aller existierenden Wesen ist. Martinus erklärt, dass alle Schicksalselemente der individuellen Lebewesen zusammen einen Ozean des Bewusstseins erzeugen, der das Bewusstsein des Universums ausmacht (Das Intellektualisierte Christentum, 10).
Sobald wir das Bewusstsein eines Individuums verstehen können, können wir auch schrittweise damit anfangen, das lebende Universum als Gesamtbewusstsein zu verstehen.
Die Menschen erleben den Strom elektrischer Wellen durch ihr Gehirn als Gedanken, während er nach außen als Magnetismus erscheint, was das gleiche ist wie Lebenskraft. Gedanken fließen wie feine elektrische Wellen durch den gesamten Körper. Das Denken entspricht demgemäß mit überphysischer Kraft aufgeladen zu werden oder einer Art Elektrisierung des Organismus und speziell des Blutes.
Martinus schreibt: „Das Denken wird somit zum höchsten Fundament bei der Erschaffung des Blutes, und seine Qualität muss deshalb mit der Art und der Qualität des Denkens stehen und fallen. Da das Blut wiederum das tragende Fundament bei der Erschaffung des Organismus sowie seiner Erhaltung und seines Wohlbefindens ist, ist das Denken also der allerhöchste Manifestationsfaktor des Lebens. – Was ein Wesen denkt, das wird es. Hat es krankhafte und abnorme Gedanken, wird sein Organismus krankhaft oder abnorm magnetisiert, wobei er in entsprechendem Grad als ungesund und geschwächt hervortreten muss, während er mit hellen, gesunden und normalen Gedanken unvermeidlich als Ausdruck für das höchste normale Wohlbefinden hervortreten wird.“ (Beisetzung, 43. Kapitel).
Gedanken sind folglich zwischenkosmische elektrische Impulse. Rechte Gedanken laden das Schicksalselement mit positiver Lebenskraft auf. Der physische Organismus ist ein zwischenkosmischer Apparat, der mit organischer bzw. zwischenkosmischer Elektrizität arbeitet.
Martinus: „Wie gesagt, geschieht die elektrische Aufladung des Menschen, die dasselbe ist wie die Aufladung mit Lebenskraft, durch Sinneserlebnisse sowohl aus der physischen als auch aus der geistigen Welt. Die Sinnesorgane sind Organe zur Verwandlung physischer Reaktionen in zwischenkosmische elektrische Impulse, die bei ihrer Passage durch das Unterbewusstsein zu einem lebendigen Erleben im wachen Tagesbewusstsein werden. Von dort aus passieren sie weiter die Batterieorgane, um hier als treibende Kraft für die Denk- und Willensfunktionen des Wesens und für ihre Überführung in eine Manifestation durch den physischen Organismus angesammelt zu werden. Diese Manifestation verursacht wiederum eine Reaktion in der äußeren Umgebung. Und diese Reaktion ist dasselbe wie das Schicksal des Wesens.“ (Kosmos Nr. 1, 1980).
6. Was ist die Ursache unnatürlicher Müdigkeit?
Niemals zuvor in der Geschichte gab es so viele Nervenzusammenbrüche und Selbstmorde. Niemals waren so viele Menschen müde und niedergeschlagen. Das Burnout-Syndrom ist fast zu einer Volkskrankheit geworden. Diese unnatürliche Müdigkeit ist Folge eines falschen Denkens, schreibt Martinus. Während natürliche Müdigkeit durch Schlaf und Ruhe gebessert werden kann, kann sein unnatürliches Gegenstück nur durch das Lernen richtigen Denkens gebessert werden (Unnatürliche Müdigkeit, siehe Buch Nr. 16C).
Die unnatürliche Müdigkeit ist auf negative Gedanken zurückzuführen, die die Lebenskraft erschöpfen. In einem seiner Vorträge sagt Martinus, dass Lebenskraft das gleiche wie die Freude am Leben ist. Wenn wir nichts haben, über das wir glücklich sein können, und wenn wir mit dem Leben unzufrieden sind, werden wir automatisch die Lebensfreude verlieren und unsere Lebenskraft wird dahinschwinden. Wenn wir gereizt, niedergeschlagen, ärgerlich und verbittert sind sowie eine negative und kritische Einstellung haben, werden wir unweigerlich an unnatürlicher Müdigkeit leiden. Diese wird durch falsches Denken verursacht, was, wie schon erwähnt, die Lebenskraft erschöpft und die Magnetisierung des Körpers schwächt. Wenn wir das Gefühl haben, dass mit dem Leben etwas nicht stimmt, haben wir eine fehlerhafte Einstellung zum Leben, sagt Martinus. Diese fehlerhafte Einstellung zum Leben verursacht die unnatürliche Müdigkeit. Das zunehmende Wachstum von Vorstellungskraft und Intelligenz der Menschen, kombiniert mit einer materialistischen Sichtweise auf den zeitlichen Charakter des Lebens, ist eine der Hauptursachen für das heutige falsche Denken.
Der am häufigsten auftretende Denkfehler bei modernen Menschen ist der, dass sie sich ungerecht behandelt fühlen. Sie weisen die Schuld anderen zu, die sie für alle ihre Leiden verantwortlich machen, wobei sie sich selbst als unschuldige Opfer sehen, als engelgleiche Märtyrer, die ungerechterweise leiden (so wie die frühen christlichen Märtyrer). Und weil sie unschuldig sind, gibt es keinen Anlass, daran zu arbeiten, sich selbst zu ändern. Aber sie beabsichtigen sicherlich, andere zu ändern, um ihre Probleme loszuwerden. Opfer- oder Märtyrerdenken ist der Hauptgrund für erschöpfte Lebenskraft und unnatürliche Müdigkeit! Und eine erschöpfte Lebenskraft bedeutet einen geschwächten Widerstand gegen viele Krankheiten.
Ein materialistischer Standpunkt macht es einfach, andere für die eigenen Probleme verantwortlich zu machen. Es sind offensichtlich meine Frau, meine Kinder, meine Eltern, meine Kollegen oder mein Chef, die mein Leben zerstören. Es ist mein Arzt, mein Anwalt, das ganze System, die das Leben für mich so bitter gemacht haben. Es sind die Politiker, die Wirtschaft oder das Wetter, die an meinen Leiden schuld sind. Tatsächlich ist es unabdingbar, dass die Dinge aus physischer Sicht so aussehen. Dabei ist diese materialistische Fehlbeurteilung des Lebens die wirkliche Ursache für die erschöpfte Lebenskraft und unnatürliche Müdigkeit. Wir müssen die Verantwortung für unser eigenes Leben übernehmen und nicht anderen die Schuld geben.
Wenn wir die kosmischen Analysen von Martinus studieren, können wir schrittweise zu dem Verständnis kommen, dass wir persönlich für unsere eigene Lebenssituation verantwortlich sind, wie es im vorhergehenden Kapitel skizziert ist. Martinus nennt seine kosmische Chemie in LB2 und LB3 eine Schicksalswissenschaft, die logisch aufzeigt, wie wir unsere eigene Lebenssituation schaffen. Wenn wir die unsichtbaren Ursachen unserer eigenen Lebensumstände sehen, fangen wir an zu verstehen, dass alle unsere Probleme und Schwierigkeiten selbst verursacht sind und einem höheren Zweck dienen, nämlich zur Entwicklung unseres Mitgefühls, unserer Menschlichkeit und unserer Liebe. Martinus erklärt, dass die Lebenskraft augenblicklich wieder zu fließen anfängt, wenn wir aufhören, andere zu kritisieren und zu beschuldigen, und realisieren, dass „ich die Ursache meines eigenen Schicksals bin!“ (Kosmos Nr. 1, 1980).
7. Wie beeinflussen toxische Gedanken wie Hass, Ärger und Verbitterung die Gesundheit?
Martinus sagt uns, dass jede Krankheit zwei Stadien hat: das kausale Stadium und das symptomatische Stadium (Kosmos Nr. 5, 1997).
Das kausale Stadium erscheint nicht auf der physischen Ebene, sondern bleibt rein geistig. Hier haben alle Krankheiten ihren Ursprung. Dieses Stadium ist durch eine anhaltende Periode falschen Denkens charakterisiert, das sich schrittweise zu einer ausgewachsenen Krankheit entwickelt. Wenn Symptome auftreten und Beschwerden oder Schmerzen einsetzen, ist es zu spät, weil die Krankheit schon eine Realität ist. Das Stadium der Wirkungen ist erreicht, wenn Symptome auftreten. An unterschiedlichen Stellen seiner gesamten Schriften gibt Martinus nur wenige Beispiele von Ursachen spezifischer Krankheiten an.
So schreibt er: „Es ist gefährlich, bösartige Gedanken zu haben oder ärgerlich und verbittert zu sein und andere zu verdrießen. Und dies ist nicht nur eine äußere Gefahr, sondern auch eine innere, weil diese unterschiedlichen Gedanken Lebenskräfte sind, die spezifische Organe beeinflussen. Einige Gedanken wirken direkt auf das Herz und schwächen es. Dies kann jemandem, der für viele Jahre einen Groll getragen hat, dauernd missgünstig ist und sich über die kleinste Kleinigkeit ärgert, unversehens geschehen. Manche Gedanken greifen den Magen an und verursachen Magengeschwüre, während andere das Gehirn beeinträchtigen und letztlich zu Geistesschwäche führen, und noch andere Gedanken können Muskeln und Haut zerstören, usw.“ (Kosmos Nr. 7, 1992).
Wie schon erwähnt überschattet die Schwereenergie das Verdauungssystem während die Gefühlsenergie entsprechend das Drüsen-, Lungen-, Herz- und Gefäßsystem durchdringt. Viele Herz-, Gefäß- und Lungenkrankheiten werden durch die Schwereenergie (Explosions- bzw. Aggressionsenergie) hervorgerufen, die widrigerweise in den Gefühlsbereich eingedrungen ist. Menschen sind im Vergleich zu Tieren sehr verfeinert worden und können die Schwere- bzw. Explosionsenergie nicht im gleichen Maße aushalten, von der Tiere gefahrlos Gebrauch machen.
Martinus erklärt: „Die verfeinerte Seele hat seinen (des Menschen) physischen Körper verfeinert, sein Blut veredelt und sein Nervensystem außerordentlich feinfühlig und zart gemacht. Ein solcher Organismus verträgt nicht allzu viele Jähzorn- oder Wutanfälle, ohne stark vergiftet zu werden. Mit einer solchen mentalen Belastung kann dabei auf die Dauer eine unterminierende Belastung der Herzfunktion nicht vermieden werden.“ (LB2, 296).
Martinus erwähnte Herzkrankheiten oft in Verbindung mit überschießender Schwereenergie. Ansonsten sagte er jedoch wenig über die Ursachen spezifischer Krankheiten. Aber die allgemeine Vorstellung ist, dass Gedankenpartikel aufgrund von fehlender Liebe in die falschen Bereiche hineingehen, und dass die Liebe die Dinge an ihren richtigen Ort bringt. Natürlich können Menschen von Heilern und in Krankenhäusern kuriert werden, aber das nützt wenig, wenn sie damit fortfahren, den Gedankenmustern, die die Krankheit an erster Stelle verursacht haben, nachzugeben. Die endgültige Lösung besteht darin, dass die Menschen lernen müssen, richtig zu denken.
Im gleichen Maße, wie wir auf ungesunde Art leben, tragen wir zur Schwächung unseres Gesundheitszustandes bei. Wenn wir Krankheit verhüten wollen, müssen wir positive Gedanken pflegen. Wir brauchen genügend Schlaf und Ruhe, wir sollten die gesündeste Nahrung und die gesündesten Getränke zu uns nehmen, und wir müssen bestrebt sein, potenziell tödliche Substanzen wie Alkohol, Nikotin und Drogen zu vermeiden.
Martinus schreibt: „Wir müssen Gedankenmuster vermeiden, die für das Gemüt tödlich sind wie Wutausbrüche, Rachegedanken oder Hetzjagden bezüglich unserer Mitwesen, ebenso Lügen, hinter dem Rücken über andere reden und andere selbstische Gedanken. Die absolut gesündeste Gemütsnahrung für den Menschen stammt aus uneigennützigen Gedanken. Sie verleihen Geist und Körper Leben, wogegen selbstsüchtige Gedanken für den Menschen physisch und geistig tödlich sind. Die meisten inneren organischen und chronischen Krankheiten sind durch negative und daher toxische Gedanken verursacht.“ (LB6, 2026).
8. Können die Ursachen der unterschiedlichen Krankheiten katalogisiert werden?
Martinus sagt uns, dass alle angeborenen Krankheiten, Schwächen und Anfälligkeiten aus früheren Leben übertragen worden sind, weil die Talentkerne zur Schaffung von Organen beschädigt wurden. Aus tiefster Betrachtungsweise resultiert diese Schädigung aus der gewohnheitsmäßigen Wiederholung falscher Gedankenmuster. Einstmals zog Martinus in Erwägung, einen umfassenden Katalog von Krankheiten zusammenzustellen, der ihre jeweiligen kosmischen Ursachen aufzeigen sollte. Weil jedes spezifische Symptom einem spezifischen Gedankenfehler entspricht, können Krankheiten dadurch gelindert werden, dass man lernt, richtig zu denken. Er sah aber schnell ein, dass ein solcher Katalog genauso umfangreich würde wie das gesamte Livets Bog (Buch des Lebens), und dass er einfach keine Zeit dafür haben würde. Er fügte hinzu, dass dies nicht wirklich so bedeutend sei, weil die Ärzte in der Zukunft auf der Basis ihrer eigenen kosmischen Erleuchtungsblitze und Erfahrungen in der Lage sein würden, solch einen Katalog zu schaffen.
Martinus schreibt: „Da alle Gedanken eine Strahlenkraft sind, die nicht nur durch das Gehirn, sondern auch durch die Atom- und Mikrostrukturen des Blutes, der Muskulatur und der Nerven geleitet wird, ist es nicht gleichgültig, welche Gedankenarten also durch das Mikroleben und die Organe des Organismus gehen. Da frohe Gedanken die normale Lebenskraft der animalischen Organismusstruktur sind, wird diese Lebenskraft also in der gleichen Grade beschädigt, wie der Mensch mit Zorn-, Depressions- und Martyriumsgedanken erfüllt ist. Wenn die Lebenskraft unterminiert wird, bedeutet dies wiederum, dass sie nicht genügend Kapazität hat, eine normale Lebensfunktion zu befördern, die sich ausschließlich in einer beständigen Lebensfreude zeigen soll.“ (Unnatürliche Müdigkeit, Buch Nr. 16C, 9. Kapitel).
Viele Menschen leiden unter Opferdenken, indem sie sich selbst als unschuldige Opfer ihrer Umstände sehen. Ärgerliche und depressive Gedanken sowie Gefühle des Märtyrertums halten die Lebensfreude und die normale Lebenskraft fern und bringen uns zur innersten Ursache aller Krankheit und dunkler Schicksale.
9. Was ist die Ursache angeborener Geisteskrankheiten?
Alle die unterschiedlichen Arten von Gedanken formen zusammen die Mentalität eines Menschen. Er empfängt in Form von elektrischen Impulsen, die durch die Sinnesorgane laufen, Eindrücke von der Außenwelt und gibt ihnen durch elektrische Impulse, die den Handlungen und Manifestationen unterliegen, Ausdruck. Da sowohl eingehende wie hinausgehende Impulse im Bewusstsein elektrischer Natur sind, können negative und falsche Gedanken im Bewusstsein Kurzschlüsse hervorrufen. Das Ich oder Selbst ist die oberste Instanz des Denkprozesses und der daraus folgenden Elektrizität und Lebenskraft. Ein Mensch kann in den Bereichen, in denen er unfertig bzw. unwissend ist, nicht richtig denken, aber gleichwohl denkt er. Das Denken kann sich leicht irren und in eine Sackgasse führen. Dann wird es negativ und verursacht Kurzschlüsse in bestimmten Regionen des Geistes und des Organismus, den es in einem Zustand der Gesundheit, des Wohlbefindens und der Normalität erhalten sollte. Mit der Zeit können diese Kurzschlüsse so gravierend werden, dass sie geistige Leiden und Krankheiten hervorrufen. Alle geistigen Störungen sind Ausdruck von Kurzschlüssen und Abnormitäten aufgrund von Übergängen bzw. Fehlfunktionen im menschlichen elektrischen System.
Geistige elektrische Kurzschlüsse resultieren aus gewohnheitsmäßigen, fehlerhaften Eingriffen in die normale und automatische Lebensordnung. Immer wenn das Denken auf Ärger und Bitterkeit, Eifersucht und Neid, Enttäuschung und Sorge, Pessimismus und Melancholie, Selbstmitleid und Martyriumsgefühlen beruht, werden negative zwischenkosmische elektrische Impulse produziert, die nicht nur die Funktion des Geistes und des Organismus sondern auch die Talentkerne schwächen, die die Organe in zukünftigen Leben bilden. Auf diese Weise können die Talentkerne für die Bildung eines normalen und gut funktionierenden Gehirns geschädigt werden. Martinus sagt uns, dass die Talentkerne super-mikrokosmische Organe bzw. Strukturen von elektromagnetischer Beschaffenheit sind. Genauso wie negative und falsche Gedanken wirken der Genuss von Alkohol, Nikotin und Drogen, die Aufnahme falscher Nahrungsmittel oder die Gewohnheit perverser Sexualpraktiken zerstörerisch auf die normalen elektrischen Impulse im Wahrnehmen und Denken.
Talentkerne, die falsche Gedankenmuster kodieren, können außerdem in zukünftige Leben übertragen werden. Wenn ein Mensch mit der Anlage zu geistigem Leiden oder Krankheit geboren wird, liegt das laut Martinus an gewohnheitsmäßigem falschem Denken in früheren Leben. Ein dauerndes falsches absichtliches Eingreifen in das normale Leben des Denkens und des Bewusstseins erzeugt geistige Kurzschlüsse, die mit der Zeit die Talentkerne für ein normales Leben schädigen. (Mehr Informationen zu elektrischen Kurzschlüssen im Bewusstsein können im LB6, 2160–2163 gefunden werden.)
10. Was ist die Ursache angeborener Geisteskrankheiten?
Alle die unterschiedlichen Arten von Gedanken formen zusammen die Mentalität eines Menschen. Er empfängt in Form von elektrischen Impulsen, die durch die Sinnesorgane laufen, Eindrücke von der Außenwelt und gibt ihnen durch elektrische Impulse, die den Handlungen und Manifestationen unterliegen, Ausdruck. Da sowohl eingehende wie hinausgehende Impulse im Bewusstsein elektrischer Natur sind, können negative und falsche Gedanken im Bewusstsein Kurzschlüsse hervorrufen. Das Ich oder Selbst ist die oberste Instanz des Denkprozesses und der daraus folgenden Elektrizität und Lebenskraft. Ein Mensch kann in den Bereichen, in denen er unfertig bzw. unwissend ist, nicht richtig denken, aber gleichwohl denkt er. Das Denken kann sich leicht irren und in eine Sackgasse führen. Dann wird es negativ und verursacht Kurzschlüsse in bestimmten Regionen des Geistes und des Organismus, den es in einem Zustand der Gesundheit, des Wohlbefindens und der Normalität erhalten sollte. Mit der Zeit können diese Kurzschlüsse so gravierend werden, dass sie geistige Leiden und Krankheiten hervorrufen. Alle geistigen Störungen sind Ausdruck von Kurzschlüssen und Abnormitäten aufgrund von Übergängen bzw. Fehlfunktionen im menschlichen elektrischen System.
Geistige elektrische Kurzschlüsse resultieren aus gewohnheitsmäßigen, fehlerhaften Eingriffen in die normale und automatische Lebensordnung. Immer wenn das Denken auf Ärger und Bitterkeit, Eifersucht und Neid, Enttäuschung und Sorge, Pessimismus und Melancholie, Selbstmitleid und Martyriumsgefühlen beruht, werden negative zwischenkosmische elektrische Impulse produziert, die nicht nur die Funktion des Geistes und des Organismus sondern auch die Talentkerne schwächen, die die Organe in zukünftigen Leben bilden. Auf diese Weise können die Talentkerne für die Bildung eines normalen und gut funktionierenden Gehirns geschädigt werden. Martinus sagt uns, dass die Talentkerne super-mikrokosmische Organe bzw. Strukturen von elektromagnetischer Beschaffenheit sind. Genauso wie negative und falsche Gedanken wirken der Genuss von Alkohol, Nikotin und Drogen, die Aufnahme falscher Nahrungsmittel oder die Gewohnheit perverser Sexualpraktiken zerstörerisch auf die normalen elektrischen Impulse im Wahrnehmen und Denken.
Talentkerne, die falsche Gedankenmuster kodieren, können außerdem in zukünftige Leben übertragen werden. Wenn ein Mensch mit der Anlage zu geistigem Leiden oder Krankheit geboren wird, liegt das laut Martinus an gewohnheitsmäßigem falschem Denken in früheren Leben. Ein dauerndes falsches absichtliches Eingreifen in das normale Leben des Denkens und des Bewusstseins erzeugt geistige Kurzschlüsse, die mit der Zeit die Talentkerne für ein normales Leben schädigen. (Mehr Informationen zu elektrischen Kurzschlüssen im Bewusstsein können im LB6, 2160–2163 gefunden werden.)
11. Wie werden Gene, die Geisteskrankheiten verursachen, gebildet?
Am 9. August 2006 verkündete eine Pressemitteilung auf der Website der Universität Aarhus: „Wissenschaftler der Universität haben Gene für Schizophrenie und manisch-depressive Psychose gefunden.“ Die Ergebnisse wurden im Journal of Molecular Psychiatry veröffentlicht. Diese zwei Gene wurden nach eingehenden Untersuchungen der genetischen Variationen bei vielen hundert Patienten und gesunden Kontrollpersonen gefunden. Eines dieser Gene spielt eine Rolle bei der Signalübertragung zwischen den Gehirnzellen, und das andere, das in Zellen im ganzen Gehirn exprimiert wird, scheint in Faktoren wie die Entwicklung und Instandhaltung des Gehirns involviert zu sein.
Für einen materialistisch geneigten Wissenschaftler ist es natürlich zu glauben, dass Geisteskrankheiten eine materielle Ursache haben. Sie betrachten sie als Ergebnis krankhafter Gene und daraus folgender Wirkungen auf die Entwicklung und Erhaltung des Gehirns. Wenn wir aber tiefer in dieses Problem vordringen, stellt sich die Frage: Wie traten diese krankhaften Gene überhaupt erst auf?
Die Antwort der Kosmologie lautet, dass die Bildung krankhafter Gene eine Folge von Fehlern in den Talentkernen ist, die wiederum auf Kurzschlüssen und schädlichen Gedankenmustern in früheren Leben beruhen. Genauso wie andere genetisch verursachte Krankheiten sind genetisch bedingte Geisteskrankheiten auf eine falsche Lebenseinstellung in früheren Inkarnationen zurückzuführen.
Wir können daher voraussagen, dass es in der Zukunft möglich sein wird, zwischen dem Vorkommen bestimmten schädlichen Denkens in der Bevölkerung und dem Auftreten krankhafter Gene für eine spezifische Geisteskrankheit einen statistischen Zusammenhang herzustellen. Wenn wir einen Anstieg oder einen Rückgang im Auftreten krankhafter Gene feststellen, müssen wir mit einem gewissen Verzug in der Auswirkung (krankhaftes Gen) in Relation zur Ursache (gewohnheitsmäßig schädliches Denken) rechnen, die in einem unmittelbar vorhergehenden Leben liegt.
12. Wie sieht Krankheit aus mikrokosmischer Perspektive aus?
In einem Vortrag zeigte Martinus einmal ein Dia mit zwei kollidierenden Galaxien. Er beschrieb die verheerenden Konsequenzen dieser Kollision als „makrokosmische Krankheit“. In anderen Worten: Er vergleicht unsere Organsysteme mit Galaxien (Die Milchstraßen des Weltalls, Buch Nr. 16B).
Dunkle und negative Gedanken haben eine zerstörerische Wirkung auf unsere Organsysteme. Solche Gedanken mögen von der Explosionsenergie (Schwere) wie Wut, Hass, Eifersucht, Bitterkeit und Ärger beherrscht sein, während andere dunkle Gedanken einen eher gefühlsmäßigen bzw. introvertierten Charakter haben, wie Sorge, Angst, Enttäuschung, Depression und Stress.
Martinus: „Wenn unsere Gedankenkraft über das Gehirn und das Nervensystem durch das Blut alle unsere Organe durchdringt und magnetisiert, fließt sie natürlicherweise in diese Organgalaxien und beeinflusst ihren leeren Raum und ihre Partikel. Und so, wie unsere Gedankenkraft lebenspendend und konstruktiv sein kann, kann sie auch so negativ sein, dass sie unsere Organgalaxien verwüstet und dort veritable Katastrophen anrichten kann. Jeder der in der Gedankenkraft von universeller Liebe leben kann, übt eine stärkende und gesundheitsfördernde Wirkung auf alle Galaxien oder Milchstraßensysteme seines Organismus aus.“ (Kosmos Nr.1, 2001).
Es ist das Denken bzw. das Bewusstsein, das diese supermikrokosmischen Partikel in den richtigen Organbereichen steuert und instand hält. Wenn eine bestimmte Partikelart als Resultat einer bestimmten Art falschen Denkens in einen falschen Grundenergiebereich hineinkommt, wird er eine bestimmte Krankheit verursachen. Krankheiten entstehen daher durch den Zusammenprall mikrokosmischer Gedanken- (bzw. Materie-) Partikel, die aufgrund falschen Denkens außer Kontrolle geraten sind. Sowohl im Mikrokosmos als auch im Makrokosmos rufen Zusammenstöße entgleister Partikel Flächenbrände und Weltkatastrophen hervor, die als Krankheit erlebt werden.
Martinus: „Dunkle Gedanken verwüsten unsere Organgalaxien, da jedes individuelle System seine spezifischen Partikel hat, die schlichtweg keinen Kontakt mit Partikeln einer anderen Galaxie tolerieren können. Das Ergebnis sind je nach Art der betreffenden Gedanken Explosionen und Weltkatastrophen in einem oder mehreren galaktischen Systemen in unserem Universum. In diesem Fall wurden bestimmte Partikel in Bereiche geworfen, in die sie nicht gehören. Aus seiner zwischenkosmischen Perspektive mag der Mensch die Wirkungen als Hautausschlag, Entzündung oder Verwundung seines Organismus erleben. Wenn ein Mensch übermäßigem nervlichem Stress mit Enttäuschungen und Sorgen ausgesetzt ist, werden Gefühlspartikel aus der Lungengalaxie in die Magengalaxie eindringen, und das Ergebnis werden Magengeschwüre sein. Wenn Partikel aus der Magengalaxie in die Lungengalaxie eindringen, wird das Ergebnis eine Lungenentzündung oder irgendeine andere Lungenkrankheit sein. Wenn Partikel aus der Lungengalaxie in die Gehirngalaxie oder eine der anderen Galaxien des Organismus eindringen, können sie Krebstumoren in diesen Regionen produzieren. Wenn außerdem gleichzeitig Partikel aus der Magengalaxie kommen, können die Tumore extrem zerstörerisch werden und zum Tod führen. Das Eindringen von fehlgeleiteten Partikeln in Galaxien, in die sie nicht hineingehören, ist die Ursache aller Krankheiten im Organismus, so dass wir sagen können, dass sie einen astronomischen Charakter haben. Sie sind Weltkatastrophen im Mikrokosmos.“ (Kosmos Nr. 1, 2001).
13. Können die Wirkungen des Denkens auf die Gesundheit wissenschaftlich nachgewiesen werden?
Auf der Grundlage von sehr umfangreichem statistischem Material wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass spezifische Persönlichkeitsmerkmale eine Disposition zu spezifischen Krankheiten schaffen (Aage Hvolby, Vortrag „Einführung in den Mikrokosmos“, Martinus Center, Klint, 31. Juli, 2002). Wissenschaftler haben die Menschen auf der Grundlage ihrer Persönlichkeitseigenschaften in vier unterschiedliche Typen eingeteilt:
Typ A: Aggressiv, angespannt, ehrgeizig, hitzig, feindselig nach außen.
Typ B: Unterdrückte Gefühle, kann nicht mit Stress umgehen, fühlt sich hoffnungslos, hilflos und unfair behandelt, melancholisch, verbittert, Groll hegend, feindselig nach innen, depressiv, empfindlich.
Typ C: Übertrieben gewissenhaft und moralisch, sagt niemals nein, ernst, wählen lieber Praktisches als Lustbetontes, unflexibel, vermeidet Risiken, rigide.
Typ D: Positiv, vertrauensvoll, unbeschwert, fröhlich, humorvoll, entspannt, zufrieden, spontan, lebensfroh.
Personen vom Typ A haben eine Veranlagung zu kardiovaskulären Erkrankungen. Diejenigen vom Typ B sind für Krebs prädisponiert, während diejenigen vom Typ C zu Krankheiten tendieren, die mit dem Gehirn und dem Nervensystem zusammenhängen. Ausgeglichene und harmonische Personen vom Typ D haben erwiesenermaßen keine besondere Veranlagung zur Krankheit.
14. Kann empirisch gezeigt werden, dass angeborene Krankheiten von schadhaften Talentkernen verursacht sind?
Um einen empirischen Zusammenhang zwischen angeborenen Krankheiten und einem falschen Lebensstil in früheren Leben aufzuzeigen, wären Untersuchungen erforderlich, die sich nicht nur über Jahrzehnte sondern über Jahrhunderte erstreckten. Zu allererst müssten Pathologen jedoch alle angeborenen Defekte und genetische Schwächen systematisieren und sie dann in Bezug zu spezifischen Lebensstilsünden setzen, wie falsches Denken, Missbrauch von Nahrungsmitteln, Medikamenten, Alkohol, Tabak, Drogen, sexuelle Abweichungen usw. Die Kosmologie würde dann einen klaren Zusammenhang zwischen dem Ausmaß spezifischer Lebensstilsünden innerhalb der Menschheit als ganzes und der aktuellen Zahl genetisch verursachter Störungen vorhersagen.
In der Zukunft werden wissenschaftliche Studien in der Lage sein zu ermitteln, ob die Abnahme der Anzahl von Alkoholikern nach einer gewissen Anzahl von Jahrzehnten mit der Abnahme der Anzahl von Kindern, die mit dem Down-Syndrom geboren werden, korreliert. In entsprechender Weise sollte gemäß den kosmischen Analysen die Anzahl der Menschen mit spezifischen krankhaften sexuellen Abweichungen mit dem Auftreten bestimmter genetisch bedingter Arten geistig zurückgebliebener Menschen korrelieren. Es wird möglich sein, eine Korrelation zwischen dem Vorkommen spezifischer sexueller Laster und dem Auftreten gewisser ererbter geistiger und sexueller Störungen wissenschaftlich aufzuzeigen. Des Weiteren werden Psychologen und Psychiater bei Menschen mit gewissen genetisch bedingten physischen und geistigen Leiden sowie solchen mit spezifischen Lastern gemeinsame Persönlichkeitsmerkmale finden. Darüber hinaus könnte es möglich sein, auf der Grundlage der Theorie, dass genetische Defekte durch schlechte Angewohnheiten und Laster in früheren Leben verursacht wurden, Ähnlichkeiten zwischen gewissen genetisch bedingten Mustern sexueller Abweichungen bei zurückgebliebenen und geistig kranken Menschen sowie jenen, die derzeitig spezifische sexuelle Laster praktizieren, aufzuzeigen.
Diese Theorie legt nahe, dass Psychologen in der Lage sein sollten, die Verbreitung unterschiedlicher Arten falschen Denkens in der Menschheit mit dem Auftreten einer genetischen Disposition für spezifische geistige Leiden und Krankheiten bei neugeborenen Kindern in Bezug zu setzen. Es sollte möglich sein, die Voraussagen der Kosmologie auf genetischer Ebene zu überprüfen, weil die unterschiedlichen Lebensstilsünden ihre Spuren auf den Talentkernen für die Organbildung hinterlassen. Wie wir schon gesehen haben, läuft der Vorgang so ab, dass die geschädigten Talentkerne eine geistige Selektion nutzen, um die spezifischen Gene, die die Anlage für eine entsprechenden Störungen schaffen, zu manipulieren und auszuwählen.
Martinus sagte voraus, dass Ärzte in Zukunft bei Neugeborenen, die bei ihrem unmittelbar vorhergehenden Inkarnationsversuch abgetrieben wurden, eine spezifische Schwäche diagnostizieren würden. In solch einem Fall sollte es möglich sein, eine Korrelation zwischen der Anzahl der Abtreibungen und der Anzahl der Kinder, die mit diesem spezifischen Defekt geboren wurden, der durch den Verlust an Lebenskraft und Energie aufgrund einer vorangegangenen vereitelten Inkarnation verursacht ist, statistisch nachzuweisen.
Angesichts dessen, dass genetisch verursachte Krankheiten keinen Überlebensvorteil bieten, ist es aus darwinistischer Sicht überraschend, dass krankheitsverursachende Gene nicht durch die natürliche Auslese eliminiert werden. Aus kosmischer Perspektive wird diese Tatsache jedoch dadurch erklärt, dass Talentkerne, die durch Lebensstilsünden geschwächt wurden, die schädlichen Gene im Genpool bestehen lassen – ungeachtet des Fehlens eines unmittelbaren Überlebensvorteils im Kampf ums Dasein.
Es scheint mir jedoch, dass die Forschung auf diesem Gebiet noch einige Jahrhunderte zu warten hat. Die heutige Wissenschaft hat eine materialistische Färbung und ist überzeugt, dass die Menschen nur einmal leben. So können wir nicht erwarten, dass Forschungen über die Ursachen von Krankheiten durchgeführt werden, die in früheren Leben vor der Befruchtung der Eizelle und der Bildung des Embryos liegen können.
Appendix
Auch wenn die nächsten Abschnitte sehr spezialisiert erscheinen mögen, wurden sie eingefügt, um die weiten evolutionären Perspektiven vom Super-Mikrokosmos bis zum Super-Makrokosmos aufzuzeigen. In Bezug auf den Einfluss des Denkens auf den Organismus möchte ich auch die Gelegenheit ergreifen, in den Druck auch bestimmte von Martinus nur verbal gemachte Aussagen einzufügen.
Die sieben Organismusprinzipien des Spiralkreislaufs
Aus einer kosmischen Perspektive findet alle Evolution auf der Basis des Prinzips statt, dass das Begehren die universelle Triebkraft ist. Dem Lauf durch jeden Zyklus liegt das Prinzip von Hunger und Sättigung zugrunde. Das Begehren und die Sehnsucht nach neuen Erfahrungen treibt die Evolution vorwärts in immer höhere evolutionäre Spiralen. Das ewige Ich des Lebewesens befindet sich so auf einer ewigen kosmischen Reise durch immer höhere und größere kosmische Kreisläufe. Das ewige Wachstum und die ewige Entwicklung des Wesens finden durch die Spiralkreisläufe ähnlich wie das Wachstum eines Schneeballs statt, indem nach jedem Zyklus eine neue Lage hinzugefügt wird. Aus Sicht der menschlichen evolutionären Spirale im Zwischenkosmos liegen die ewige Vergangenheit im Mikrokosmos und die Zukunft im Makrokosmos.
Wenn Martinus die zahlreichen evolutionären Spiralen erklärt, präsentiert er einen Abschnitt, der aus sieben Spiralkreisläufen besteht, die jeweils die sechs Existenzebenen beinhalten: das Pflanzenreich, das Tierreich, das Menschenreich, das Weisheitsreich, die göttliche Welt und das Seligkeitsreich. Martinus’ kosmische Wahrnehmung zeigt, dass ein solcher Abschnitt aus sieben Spiralen wie die Töne auf einem Klavier in immer höheren kosmischen Oktaven wiederholt wird. Ein darauffolgender Satz aus sieben Spiralen mündet wieder in den Abschnitt eines noch größeren kosmischen Kreislaufs.
Solch eine Einheit von sieben Spiralen beinhaltet die entsprechenden sieben Organismusprinzipien, die gemäß einem zunehmenden Grad an Komplexität erscheinen. Die erste Spirale beinhaltet das einfachste Organismusprinzip. Das Begehren nach immer neuen Erfahrungen stellt zusammen mit den Gesetzen der Evolution sicher, dass das Organismusprinzip schrittweise immer komplexer wird, bis es entsprechend dem Ende eines Jahreszyklus in der siebten Spirale einen vorläufigen Höhepunkt erreicht.
Symbol Nr. 76, Der kosmische Spiralkreislauf 2, Das Ewige Weltbild 5
Eine kurze Darstellung der sieben Organismusprinzipien:
1. Martinus nannte das erste und einfachste Organismusprinzip das Partikelprinzip. Der Organismus der Planeten repräsentiert solche Partikel. Das Partikelprinzip ist das erste in jeder kosmischen Oktave und wird in dieser Weise in jeder siebten Spirale wiederholt – hinauf in die unendlichen Höhen des Makrokosmos und hinunter in die unendlichen Tiefen des Mikrokosmos.
2. Das zweite Organismusprinzip ist das Polypartikelprinzip, das von den Sonnensystemen mit ihren Planeten repräsentiert wird.
3. Das dritte und komplexere Organismusprinzip ist das Mehrfachpartikelprinzip, das in der Struktur von Galaxien zu sehen ist.
4. Das vierte Organismusprinzip wird durch die Galaxienhaufen repräsentiert, die nicht nur im Makrokosmos sondern auch im Mikrokosmos einschließlich der Materie- oder Stoffspirale gefunden werden. Martinus nannte sie die A-Spirale und zeichnete sie in dem Symbol mit dem Titel: Der kosmische Spiralkreislauf (DEW1, 14. Kapitel) als eine Abbildung mit einer dunklen Umgebung rund um ein weißes kreisförmiges Feld. Die Wissenschaft mag darauf bestehen, dass die Materie aus Elementarteilchen und Atomen aufgebaut ist, aber aus kosmischer Perspektive repräsentiert die Materiespirale ein Organismusprinzip, das viel komplexer als das Partikelprinzip ist. Auf dieser Grundlage stellen Atome und Materie somit riesige Ansammlungen mikrokosmischer Galaxienhaufen dar.
5 - 6. Das fünfte und das sechste Organismusprinzip, die noch komplexer als die vorherigen sind, bilden die Zell- und Organspiralen, die im Symbol 14 (DEW1) als B- und C-Spiralen bezeichnet werden.
7. Das siebte Organismusprinzip existiert oberhalb der Zell- und Organspiralen in Form der Organismenspirale, zu der Pflanzen, Tiere und Menschen gehören, und die Martinus die D-Spirale nannte. Sie ist durch ein kreuzförmiges Zeichen im äußersten Ring auf der kreisförmigen Abbildung in Symbol Nr. 14 gekennzeichnet. Martinus sprach über dieses siebte und höchste Organismusprinzip als Universumsprinzip. Auf seiner kosmischen Reise nimmt der Mensch zurzeit diese siebte Spirale ein, wobei ihm dessen höchstes Universumsprinzip die größtmögliche Herrschaft über die physische Materie gibt und damit die größte Freiheit in Bezug auf die physische Materie. Dies ist der Punkt, an dem das Wesen am tiefsten in der physikalischen Materie involviert ist. Der menschliche Organismus hat mit seinem Universumsprinzip sein Tagesbewusstsein auf der physischen Ebene. Die Planeten dagegen, die lediglich das erste Organismusprinzip, das Partikelprinzip, repräsentieren, sind nicht so tief an die physische Materie gebunden. Der Planet Erde bewegt sich völlig automatisch auf seiner Umlaufbahn um die Sonne und dreht sich völlig ohne Bewusstsein um seine eigene Achse (Kosmos Nr. 2, 1998). Der Mensch hat sein Bewusstsein auf der physischen Ebene, während die Planeten ein größtenteils spirituelles Bewusstsein haben. Planeten haben zu ungefähr 80 Prozent ein spirituelles Bewusstsein und einen kleineren Teil physisches Bewusstsein, sagte Martinus in einem Vortrag zu seinem 82. Geburtstag (Kopenhagen, 11. August 1972, DEW5, 76.3).
Der Mikrokosmos ist von Lebewesen bevölkert. Wenn unsere Organe, Zellen, Moleküle, Atome, Elektronen usw. keine Lebewesen wären, könnte unser Organismus nicht als ein lebender Organismus aufgebaut und aufrechterhalten werden.
Wir befinden uns in der organischen Struktur der Erde, die sich im Sonnensystem befindet, das sich wiederum im strukturellen Bereich der Milchstraße wiederfindet. Diese drei großen Spiralen mit ihren jeweiligen Planeten, Sonnensystemen und Galaxien bilden unseren Makrokosmos, den Martinus als E-, F- und G-Spirale in Symbol Nr. 14 (DEW1, 14. Kapitel) beschrieben hat.
Ungeachtet der Spirale, in welcher sich ein Wesen befinden mag, findet immer ein ganzheitliches Zusammenspiel mit den drei nähesten Spiralen oberhalb davon und den drei nähesten Spiralen unterhalb davon statt. So gibt es immer ein Zusammenspiel zwischen 3 + 1 + 3 = 7 Spiralen.
Martinus: „Da dieses Zusammenspiel wieder eine unerschütterliche Lebensbedingung für das erwähnte Wesen ist, so ist es also nicht zufällig, dass die Grundenergien in Spiralzonen in Erscheinung treten. Das Erleben des Lebens jedes Lebewesens ist also bedingt von sieben Spiralzonen oder einem Zusammenspiel von zweiundvierzig Daseinsebenen. Man wird daher verstehen können, dass ich hier nicht in Einzelheiten gehen kann, sondern auf ‚Livets Bog’ (Das Buch des Lebens) hinweisen muss. Doch will ich bemerken, dass die darunterliegenden Spiralzonen von mikroskopischen Wesen bevölkert sind, deren Daseinsebenen unter anderem in unserem Organismus zur Auslösung kommen, während die Wesen der darüber liegenden Spiralzonen makrokosmischer Natur sind und in der Gestalt des Universums der ‚Organismus’ sind, in dem wir selbst das Licht der Welt erblicken und in dem wir ‚leben, weben und sind’.“ (Das Schicksal der Menschheit, 11. Kapitel)
In Verbindung mit dem sexuellen Polprinzip geht Martinus näher darauf ein, was ein Wesen veranlasst, im Tierreich des einen Spiralkreislaufs in dem einen Geschlecht und darauffolgend im Tierreich des nächsten Spiralkreislaufs im entgegengesetzten Geschlecht zu erscheinen (siehe DEW4, 35. Kapitel). So kann zum Beispiel ein Wesen, das in jedem zweiten Spiralkreislauf im femininen Prinzip lebt, im Laufe von sieben Spiralkreisläufen, etwa in den Spiralkreisläufen 1, 3, 5 und 7 das feminine Prinzip erleben. Danach wird es zu den nächsten sieben Spiralkreisläufen fortschreiten und das feminine Prinzip in den Spiralen 2, 4 und 6 durchleben. Dies bedeutet, dass vierzehn Spiralkreisläufe erforderlich sind, um die sieben Organismusprinzipien in beiden Geschlechtern zu erleben. Weil eine Frau zurzeit das Universumsprinzip als weibliches Wesen erlebt, wird sie nach sieben Spiralen das Universumsprinzip nur als männliches Wesen erleben können. Und ein Planet, der das Leben zurzeit durch das feminine Prinzip erlebt, wird das Partikelprinzip dementsprechend nach sieben Spiralen in der nächsten kosmischen Oktave durch das maskuline Prinzip erleben können.
Das Erleben des Lebens durch die Lebewesen nimmt seinen Lauf als eine Evolution oder Gang vorwärts und aufwärts durch eine unendliche Serie von Spiralkreisläufen – jeder davon mit sechs Existenzebenen. Die Evolution ist wie eine ewige kosmische Reise durch das Bewusstsein Gottes, was identisch mit der gesamten Materie oder Energie des Universums ist. Die Evolution kann auch mit einem unendlichen Treppenaufgang verglichen werden, wobei jede einzelne Stufe eine Existenzebene bzw. einen Spiralkreislauf darstellt (siehe auch „Das ewige Leben oder die Lebensleiter“, DEW3, Symbol Nr. 28).
Martinus nannte den gewaltigen Spiralkreislauf, der oberhalb der Milchstraßen-Spirale liegt, den „Super-Makrokosmos“. In entsprechender Weise nannte er den Spiralkreislauf der unterhalb der Materie- oder Stoffspirale liegt, den „Super-Mikrokosmos“.
Im Jahr 1963 schrieb Martinus: „Superkosmische Spiralkreisläufe sind jedoch hier auf dem Symbol Nr. 14 nicht dargestellt. Sie kommen dagegen zum Ausdruck auf dem Symbol ‚Die kosmischen Spiralkreisläufe II’, mit dem wir uns später beschäftigen werden.“ (DEW1, 14.21).
Was ist die Besonderheit des Symbols, das auf der Fotografie zu sehen ist?
Das Foto zeigt Martinus, wie er das von ihm als „Der kosmische Spiralkreislauf 2“ benannte Symbol zeichnet. Es wurde zuerst in dem Buch Martinus Erindringer (Martinus’ Erinnerungen) und in dem vom Martinus Institut herausgegebenen Magazin Kosmos Nr. 2, 1997 veröffentlicht. Als Martinus dieses Symbol bei seinem Vortrag zum 82. Geburtstag erklärte, nannte er es auch „Der unvollkommene Mensch“. Es ist als Symbol Nr. 76 in DEW5 erklärt, das 2012 posthum in Dänisch veröffentlicht wurde (siehe das Symbol unter www.martinus.dk).
Das Symbol zeigt achtzehn Spiralen, die jeweils in sechs Reiche unterteilt sind. Die äußeren Seiten der ersten zwei Reiche jedes Spiralkreislaufs, das Pflanzen- und das Tierreich, sind mit dunklen Gebilden gekennzeichnet, weil sie die physischen Ebenen der Existenz darstellen, wo die Wesen zum embryonischen Stadium der Evolution gehören, wie Martinus das sekundäre Bewusstsein des Universums nennt – und zwar im Vergleich zu den höheren Ebenen der Existenz, wo die Wesen kosmisches Bewusstsein besitzen und infolgedessen dem primären Bewusstsein zugehören.
Die achtzehn Spiralen beinhalten solche aus drei unterschiedlichen kosmischen Oktaven, denen er die Buchstaben R, S und T in seinem Übersichtsschema zuordnete. Diese Buchstaben wurden willkürlich aus dem Alphabet analog zu unserer eigenen Lokalisation in der Mitte zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos gewählt.
Die menschliche Spirale (S.7) ist wie im Symbol Nr. 14 (DEW1) im äußersten Rand einer kreisförmigen Abbildung mit einem kreuzförmigen Zeichen gekennzeichnet. Oberhalb der menschlichen Spirale zeigt das Symbol eine komplette kosmische Oktave, der im Schema der Buchstabe R zugeordnet wurde. Die Erde, das Sonnensystem und die Milchstraße, die dementsprechend mit R.1, R.2 und R.3 gekennzeichnet sind, liegen innerhalb der Spiralen, die Martinus im 14. Kapitel von DEW1 beschrieben hat. Oberhalb dieser liegt der Bereich, den er den Super-Makrokosmos genannt hat.
Direkt unterhalb von unserem Mittelkosmos findet man die evolutionären Spiralen für Organe, Zellen und Materie. Die Organspirale (S.6) liegt demnach eine Spirale unter unserer Spirale. Zwei Spiralen unter unserer haben wir die Zellspirale (S.5). Drei Spiralen unter uns haben wir Atome und Moleküle in der Materiespirale (S.4). Wenn wir eine kosmische Oktave oder sieben Spiralen weiter hinunter in den Mikrokosmos gehen, finden wir eine mikrokosmische Organspirale (T.6) und eine super-mikrokosmische Materiespirale (T.4), so gibt es unter unserer Spirale 3 + 7 = 10 Spiralen. Diese tiefste Materiespirale wird mit einem dunklen Rand um einen weißen Bereich abgebildet, so wie die A-Spirale oder Materiespirale in der oberen Oktave in Symbol Nr. 14 in DEW1 charakterisiert wird.
Diese super-mikrokosmische Spirale ist die Spiralzone der Gedanken. Die Gedankenspirale ist somit eine super-mikrokosmische Materiespirale. Obwohl Gedanken also einen physischen Aspekt haben, erfahren wir sie dennoch als geistig, weil ihre Materie von einer solch super-mikrokosmischen Natur ist, dass wir sie nicht als physisch erfahren können.
Martinus schreibt: „Eine Erfahrung, d.h. ein ‚Gedanke’ oder eine ‚Idee’ ist insofern solange unvollständig, bis sie die fünf äußeren Stadien des Spiralkreislaufs darstellt: die Stadien des Instinkts, der Schwere, des Gefühls, der Intelligenz und der Intuition, nach denen sie im sechsten und inneren Stadium – dem Gedächtnisstadium – der entsprechenden Spirale verschwindet. […] Auf seiner Reise durch den Kreislauf muss daher jeder Gedanke die gleichen Stadien wie die ‚Lebewesen’ im gleichen Kreislauf darstellen. ‚Gedanken’ werden daher als ‚Instinkt-, Schwere-, Gefühls-, Intelligenz-, Intuitions- und Gedächtnisgedanken’ ausgedrückt, genauso wie ‚Lebewesen’ als ‚Instinkt-, Schwere-, Gefühlswesen’ usw. zum Ausdruck kommen können. ‚Gedanken’ stellen insofern evolutionäre Stadien genau der gleichen Art dar wie ‚Lebewesen’.“ (LB4, 1095).
Martinus ging genau zehn Spiralen von unserer Spirale aus geradewegs zur Gedankenspirale hinunter, um die Bedeutung der Gedanken für unseren Gesundheitszustand zu analysieren. Er schloss genau sieben Spiralen im Makrokosmos oberhalb der kulminierenden menschlichen Universumsspirale ein, um eine ganze kosmische Oktave als vollständige Einheit von sieben Spiralen zu zeigen (R.1 – R.7). So können wir herausfinden, dass er in dem Symbol eine Gesamtmenge von 10 + 1 + 7 = 18 Spiralkreisläufen gezeichnet hat.
Übersicht über 18 evolutionäre Spiralen
Spiraltyp Ormanismusprinzip Zeichen in Symbol Nr. 14 Geschlecht
Spiraltyp Organismusprinzip Zeichen in Symbol Nr. 14 Geschlecht
R.7. Organismusspirale Universumsprinzip D. kreuzförmige Figur ♀ ♂
R.6. Organspirale Organprinzip C. vier Herzfiguren ♂ ♀
R.5. Zellspirale Zellprinzip B. kreisförmige Figur ♀ ♂
R.4. Materiespirale Materieprinzip A. dunkler Rand, weißes Feld ♂ ♀
R.3. Galaxienspirale¹ Vielfachpartikelprinzip G. zwei schwarze Kreise ♀ ♂
R.2. Sonnensystemspirale¹ Mehrfachpartikelprinzip F. runde, strahlende Figur ♂ ♀
R.1. Planetenspirale¹ Partikelprinzip E. Sternfigur ♀ ♂
S.7. Organismusspirale1 Universumsprinzip2 D. kreuzförmige Figur ♂ ♀
S.6. Organspirale1 Organprinzip C. vier Herzfiguren ♀ ♂
S.5. Zellspirale1 Zellprinzip B. kreisförmige Figur ♂ ♀
S.4. Materiespirale1 Materieprinzip A. dunkler Rand, weißes Feld ♀ ♂
S.3. Galaxienspirale Vielfachpartikelprinzip G. zwei schwarze Kreise ♂ ♀
S.2. Sonnensystemspirale Mehrfachpartikelprinzip F. runde, strahlende Figur ♀ ♂
S.1. Planetenspirale Partikelprinzip E. Sternfigur ♂ ♀
T.7. Organismusspirale Universumsprinzip D. kreuzförmige Figur ♀ ♂
T.6. Organspirale Organprinzip C. vier Herzfiguren ♂ ♀
T.5. Zellspirale Zellprinzip B. kreisförmige Figur ♀ ♂
T.4. Materiespirale Materieprinzip A. dunkler Rand, weißes Feld ♂ ♀
1Die sieben Spiralen, die mit einer 1 markiert sind, werden im Symbol Nr. 14 in DEW erklärt
2Die Menschenspiral ist eine Organmusspirale, die auf dem Universumsprinzip basiert
Symbol Nr. 77, Das Ewige Weltbild 5
Martinus beabsichtigte außerdem, im Zusammenhang mit diesem Symbol etwas über Wunder zu schreiben. Er betrachtete Wunder als etwas ebenso Natürliches wie jede andere Form der Schöpfung (LB3, 757). Ein Wunder ist also bloß ein Phänomen, das sich beim Einsatz von Kräften ereignet, die nicht Gegenstand der allgemein bekannten physikalischen Gesetze für die Schöpfung bzw. Manifestation sind (LB3, 756). (Mehr über Wunder siehe DEW3, 33.71, 33.74, Kosmos Nr. 8, 2006).
Als Nebenbemerkung möchte ich erwähnen, dass Martinus in einer speziellen Analyse der Materie die Schlussfolgerung zieht, das „alle Materie Licht ist“. Er sagt uns, dass jeder Stoff oder jede Materie das göttliche Etwas, X1, ist, das durch das spezielle Perspektivprinzip in X2 erfahren wird. Stoff oder Materie ist ein elektromagnetisches Phänomen, und die Erfahrung von „Stoff“ ist in Wirklichkeit ein Anblick von kosmischem „Licht“. Aller „Stoff“ ist „Licht“, das durch das Perspektivprinzip gesehen wird. Alles Lebenserleben ist auf tiefster Ebene eine perspektivische Ansicht von kosmischem „Licht“ unterschiedlicher Wellenlänge. (Mehr über diese speziellen Analysen in LB2, 487, 495–500, 504, 534).
Der zentrale Teil des Symbols mit den achtzehn Spiralen, das wir Martinus auf dem Foto zeichnen sehen, zeigt einen menschlichen Körper mit seinen unterschiedlichen Organsystemen. Die Organe sind gemäß der Grundenergie, die das entsprechende Organ durchdringt, gefärbt. (Mehr Information über die Verteilung dieser Energien unter den Organen wird in LB5, 1927 gegeben.)
Obwohl menschliche Wesen mit ihren Organen und Zellen noch zum Tierreich gehören und unser Organismus aus tierischen Organen und Zellen besteht, sagt uns Martinus gleichwohl, dass bestimmte Organsysteme von Grundenergien überschattet bzw. durchdrungen sind, die Reichen oder Existenzebenen entsprechen, die oberhalb oder unterhalb des Tierreichs liegen. Martinus sieht die unterschiedlichen Organsysteme als Galaxien in dem Universum an, das unser Organismus darstellt.
Martinus: „Die Gedankenimpulse bestehen, wie es im „Livets Bog“ (Buch des Lebens) analysiert ist, aus den sechs Grundenergien. Man würde sehen, wie jede einzelne dieser Grundenergien ihre physischen Systeme in dem großen galaktischen System hat, in dessen leerem Raum sie die dominierende Lebenskraft ist. Im leeren Raum zwischen den Mikropartikeln der Magenregion würde die Schwereenergie oder die tötende Energie ihre Heimstätte haben. Zwischen den Mikropartikeln in den Herz-, Lungen- und Blutregionen würde in besonderem Grade die Gefühlsenergie die führende Kraft sein. Im leeren Raum zwischen den Partikeln und Mikrosystemen des Gehirns und Nervensystems würde die Intelligenzenergie ihre Domäne als Lebenskraft haben, während die Intuition als Lebenskraft in den sexuellen Organen hervortreten würde. Die Kristallisierungen der Gedächtnis- oder Seligkeitsenergie würden die physischen Partikel des Skeletts bilden, und die Instinktenergie würde die dominierende Kraft in den Gebieten sein, in denen physische Partikel auftreten, die von einem mittelkosmischen Gesichtspunkt aus Muskulatur und Haut sein würden. Die Lebensimpulse und Gedankenkräfte würden eine ständige Verwandlung schaffen, Geburt und Untergang von Welten, von Sonnen und Himmelskörpern – und alles würde von dem großen Zentralhimmelskörpersystem, von dem alle Lebensimpulse und Gedankenkräfte ausstrahlen, reguliert werden, dem System, das ich in meinen Analysen das Überbewusstsein genannt habe, hinter dem das Ich existiert, das der feste Punkt des ungeheuren Systems ist und kraft dessen Manifestationsfähigkeit sich das Ganze offenbart hat. Die Partikel, die physischen Stoff bilden, sind in Wirklichkeit nur die Kristallisierungen der Gedankenenergien, ein vorübergehendes Resultat der Bewusstseinsenergie und der Schaffenskraft des Lebewesens. Alle Bewegung in diesem Universum ist Gedanke, und der Sitz des wirklichen Lebens ist der leere Raum zwischen den Partikeln.“ (Die Milchstraßen des Weltalls, Buch Nr. 16B, 7. Kapitel).
Das Symbol zeigt den menschlichen Körper, der von geistigen Körpern umgeben ist, die die Grundenergien tragen. Alle Lebewesen haben sechs Grundenergiekörper (DEW1, 6. Kapitel). Die gezackte Abbildung innerhalb des Ovals stellt, wie oben beschrieben, die Verknüpfung der Schöpfungskraft mit dem physischen Körper dar. Der Körper ist als ovale Gestalt gezeichnet, weil der unfertige irdische Mensch eine ovale Aura hat (Kosmos Nr. 2, 1996). Sie hat eine ovale Form, weil der Mensch nicht vollständig im Gleichgewicht ist. Krankheit sowie abweichendes und liebloses Verhalten sind die Ursache dafür, dass sie unausgeglichen bleibt, eine Situation, die auf dem Symbol durch die trüben und dunklen Stellen in der Aura gekennzeichnet ist.
Der fertige und vollkommene Mensch ist völlig ausgeglichen und hat daher eine perfekt kreisrunde Aura (Kosmos Nr. 2, 1996). Die runde Form stellt die grundlegende kosmische Balance aller Energien und Bewegungen dar (DEW1, 15.11).
Martinus sagte in einem Vortrag von 1941: „Es sind solche [allliebende] Gedanken, die die menschliche Aura hell, rund und sonnenähnlich machen. Jeder irdische Mensch hat eine ovale Aura, die sich schrittweise der Kreisform nähert. Sie kann in Disharmonie und Ungleichgewicht kommen, wenn die Menschen in einer übermäßig gehobenen oder bedrückten Stimmung sind. Wenn die Geisteshaltung auf Verständnis, Vergebung und Liebe beruht, ergeben sich Harmonie und Ausgeglichenheit automatisch.“ (Kosmos Nr. 2, 1996).
In seinem Vortrag zum 82. Geburtstag sagte Martinus, dass er noch vorhabe, ein anderes Symbol mit der gleichen Grundstruktur mit den achtzehn Spiralen zu zeichnen. Aber anstatt im Mittelpunkt den unfertigen Menschen zu zeigen, würde er den fertigen Menschen mit einer runden Aura und all den Ausstrahlungen, die für den vollkommenen Menschen charakteristisch sind, zeichnen. Er stellte dieses zweite Symbol jedoch nicht mehr vor seinem Tod fertig, aber eine Skizze bzw. ein Entwurf dieses Symbols ist als Symbol Nr. 77 in DEW5 zu sehen, das 2012 posthum in Dänisch veröffentlicht wurde.
Ursprünglich dachte Martinus, dass es ausreichend sei, die sieben Spiralen zu beschreiben, wie er es in seinem Hauptwerk getan hatte. Aber zu seiner Überraschung kamen oft Leute, die ihn fragten, ob er mehr Spiralen beschreiben könnte. So zeichnete er schließlich das Symbol mit den achtzehn Spiralen. Aber er sagte, dass es für die weitere Entwicklung der Menschlichkeit nicht nötig sei, alle diese Spiralen zu analysieren. Es gäbe im Livets Bog für die Menschheit genügend Erklärungen, kosmisches Bewusstsein zu erlangen. Alles was er über das Livets Bog hinaus geschrieben hätte, wäre ein optionales Extra.
Im Alter von 85 Jahren sagte Martinus: „Es sieht so aus, als ob ich höchstwahrscheinlich noch einige Jahre habe, um das was ich begonnen habe zu vollenden. Ich habe eine ganze Menge, was ich noch fertig machen möchte. Aber meine Mission, den Menschen kosmisches Bewusstsein zu geben, ist schon lange vollendet. Meine Mission ist längst erledigt. Was zu tun bleibt sind Dinge, die durchzuführen ich mich entschlossen habe, weil ich so stark war und weil mir die Kraft gegeben wurde, sie auszuführen.“ (Kosmos Nr. 7, 2004).
In seinen letzten wenigen Jahren konzentrierte sich Martinus jedoch überwiegend darauf, das Buch zu schreiben, das sein gesamtes Werk als „Das Dritte Testament“ darstellen sollte. Das Manuskript zu diesem Werk, das er nach seinem Tod zurückgelassen hat und das als „Das intellektualisierte Christentum“ bekannt ist, wurde schließlich im Jahr 2004 bei Borgen veröffentlicht.
Ole Therkelsen
www.oletherkelsen.dk
Übersetzung von Dr. Christoph Schönhofer
Martinus und sein Werk
Das Dritte Testament
Der dänische Schriftsteller Martinus (1890-1981) gab seinen gesammelten Werken den Namen „Das Dritte Testament“. Es enthält sein Hauptwerk, „Livets Bog“ (Das Buch des Lebens) in 7 Bänden, „Das ewige Weltbild“ in 6 Bänden, „Logik“ und etwa 30 kleinere Bücher sowie eine große Anzahl von Artikeln, die in der Zeitschrift „Kosmos“ veröffentlicht wurden.
Martinus
Martinus, geboren in Jütland, Dänemark, hatte eine sehr einfache Ausbildung und arbeitete in jungen Jahren hauptsächlich als Molkereiangestellter. 1921 erlebte er eine spontane Veränderung seines Bewußtseins, die es ihm ermöglichte, das Dasein zu analysieren und dessen geistige Gesetze und ewige Prinzipien zu beschreiben. Martinus schreibt im Vorwort des Livets Bog: „Ich war meine eigene Lichtquelle geworden. Die kosmische Feuertaufe, die ich durchgemacht hatte, und auf deren nähere Analyse ich hier nicht eingehen kann, hatte also die Tatsache hinterlassen, daß in mir ganz neue Wahrnehmungsfähigkeiten ausgelöst worden waren, Fähigkeiten, die mich instandsetzten – nicht in kurzen Erleuchtungsblitzen, sondern vielmehr in einem andauernden, wachen Tagesbewußtseinszustand –, alle hinter der physischen Welt existierenden, tragenden geistigen Kräfte, unsichtbaren Ursachen, ewigen Weltgesetze, Grundenergien und Grundprinzipien zu erkennen. Das Mysterium des Daseins war also kein Mysterium mehr für mich. Ich war mir des Lebens des Weltalls bewußt geworden und war in ‘das göttliche Schöpfungsprinzip’ eingeweiht worden.“
Außer seinen Schriften, die eine wissenschaftliche Grundlage der Liebe zu allem Lebenden ausmachen, helfen seine vielen symbolischen Zeichnungen dem Leser, eine Übersicht über die kosmische Struktur des Daseins zu bekommen. Martinus starb 1981 in Kopenhagen.
Das Martinus Center
Das Martinus Center ist eine Schule für das Studium der Martinus-Kosmologie. Es wurde 1935 in Klint (in der Nähe des Städtchens Nyköbing/Själland) errichtet. Klint liegt an der nördlichen Küste der dänischen Insel Själland, 100 km nordwestlich von Kopenhagen. Im Sommer werden dort Kurse in verschiedenen Sprachen, u.a. auch auf deutsch, gehalten.
Das Martinus Institut
1932 wurde ein administratives Centrum gegründet, das heute als Martinus Institut bekannt ist. Es hat zur Aufgabe, die Herausgabe der Martinus-Literatur in Dänisch und anderen Sprachen sicherzustellen. Das Martinus Institut ist eine Stiftung, verantwortlich für den Unterricht im Martinus Center. Es ist das Ziel der Martinus-Kosmologie, weder Sekten noch Vereine zu bilden, sondern diese kosmischen Erkenntnisse allen frei zugänglich zu machen.
Martinus Institut
Mariendalsvej 94-96
DK-2000 Frederiksberg
Dänemark
Tel +45 38 34 62 80
www.martinus.dk