Artikel
Gedanken und Gesundheit
von Ole Therkelsen
1. Freiheit und Frieden
„Liebe ist das gleiche, wie Freiheit zu geben“, formuliert Martinus prägnant. Eine Politik, die auf universaler Liebe beruht ist ein Ausdruck für die höchste Form sowohl der Demokratie als auch des Kommunismus, von Freiheit und Gemeinschaft.
Jeder sehnt sich nach dem großen Ziel, der Freiheit. Die Menschen suchen die Freiheit auf allen Gebieten, einschließlich Politik, Wissenschaft, Religion und Künsten. Aber oft sieht man, dass wenn Menschen danach trachten, sich von äußeren Bindungen zu befreien, dies auf Kosten des Friedens geschieht.
Menschen können auch durch Krankheit und traurige Schicksale gebunden sein. Um frei zu werden, müssen sie die Fesseln, die sie binden, klar erkennen. Die Menschheit muss lernen, im Kontakt mit den Gesetzen der Natur und des Lebens zu leben, um völlig frei zu sein. Oft glauben die Menschen, dass es die äußeren Fesseln sind, die ihre Befreiung verhindern, während die kosmischen Analysen zeigen, dass sie deshalb gebunden sind, weil sie enttäuscht, kritisch, gereizt, verärgert usw. sind. Mit solchen Gedanken befreit man sich nicht selbst, sondern im Gegenteil fesselt man sich selbst an andere.
Wenn man eine Welt erbauen will, in der alle Menschen in Freiheit und Frieden leben sollen, ist es leicht zu verstehen, dass die Freiheit, die der eine erreichen will, nicht auf Kosten der Freiheit der anderen erlangt werden darf. Wenn man eine Welt schaffen will, in der jeder glücklich ist, darf das Erreichen des Glücks des Einzelnen niemals auf Kosten des Glücks anderer geschehen. Dies ist wissenschaftliche Logik.
2. Die Evolution von Tier zu Mensch
Aus dem umfassenden Blickwinkel der Evolution gesehen befindet sich der irdische Mensch in einem Übergansstadium vom Tier zum Menschen. In seinem Bewusstsein gibt es eine tierische Seite, die langsam ausläuft, und eine humane Seite, die sich in einem Wachstumsprozess befindet. Aber wie kann man selbst die Entwicklung anregen?
Martinus antwortet: „Jedes Mal, wenn man Antipathie, Entrüstung, Intoleranz, Bitterkeit und Zorn empfindet, ist man dabei, der tierischen Seite Nahrung zuzuführen. Das gleiche gilt, wenn man dazu beiträgt, jemanden zu verleumden oder herabsetzende Gerüchte über seinen Nächsten in Umlauf zu bringen, wenn man lügt oder seinen Nächsten betrügt. Wenn man Jäger oder Angler ist, fördert man auch sein tierisches Talent oder seine tierische Seite in einem außerordentlich großen Ausmaß. Wenn man Fleisch isst oder von animalischer Kost lebt, Tiere zum Schlachten aufzieht oder um ihre Pelze zu verwenden, trägt auch dies in allerhöchstem Grad dazu bei, die tierische Seite am Leben zu erhalten. Wenn man sich für Krieg und Militär begeistern kann, macht man sich sein Schicksal selbst schwer, da das Gesetz, dass ‚derjenige, der zum Schwert greift, auch selbst durch das Schwert umkommen wird‘ unerschütterlich gilt.“ (Die Erlösung der Menschheit, Deutscher Kosmos, Nr. 6/1995).
3. Sabotage des Lebens in unserer eigenen Mikrowelt
Martinus zufolge wird das Schicksal der Menschheit auf drei Hauptbereichen geschaffen, nämlich in Bezug auf andere Menschen, auf Tiere und auf den Mikrokosmos.
Es mag Menschen geben, die zu Tieren und Menschen sehr liebevoll sind aber dennoch krank und unglücklich sind. Entsprechend den kosmischen Analysen liegt dies daran, dass sie den dritten wichtigen Bereich in der Gestaltung des Schicksals übersehen haben, nämlich Rücksicht auf das Mikroleben zu nehmen, das im inneren Universum existiert.
Im gleichen Maße wie eine Person ungesund lebt, verursacht dies eine Verschlechterung oder sabotiert das Leben der Mikrowesen. Wir müssen sicherstellen, dass wir den benötigten Schlaf und die Ruhe bekommen, für das gesündeste Essen und Trinken sorgen, das Fleischessen sowie die Einnahme giftiger und ungesunder Stimulanzien vermeiden und schließlich lebenszerstörende und egoistische Denkweisen wie Groll, Ärger, Enttäuschung, Überheblichkeit, Neid sowie Eifersucht vermeiden.
Symbol Nr. 6, Das Lebenseinheitsprinzip Martinus Institut 1981
Siehe auch die Erklärung des Symbols Nr. 7 in Das Ewige Weltbild (DEW 1).
Unser Organismus ist ein Universum für Myriaden von Mikrowesen und wenn wir Schmerzen empfinden, bedeutet das, dass diese kleinen Geschöpfe in Lebensgefahr sind. Ihre Angst, ihr Schmerz und ihre Leiden werden durch unser Nervensystem an das Gehirn übermittelt. Wenn wir die normalen Lebensbedingungen für unsere Mikrowesen zerstören, werden wir selbst krank und behindert. Um diesem Problem abzuhelfen, müssen wir die kranken Bereiche durch einen normalen und gesunden Lebensstil heilen. So werden wir eine beschützende Vorsehung für unser Mikrowesen. Aufgrund des Prinzips der Lebenseinheiten steht so jedes Lebewesen unter einer beschützenden Vorsehung.
Das Ergebnis ungesunder Lebensstile können Vergiftungen, Erschöpfung, Depressionen, Nervenzusammenbrüche und andere Leiden sein, was unter den Mikrowesen als Krieg, „Götterdämmerung“, Leiden, Tod und Zerstörung wahrgenommen wird. Martinus beschreibt genau, wie man durch exzessiven Gebrauch von Drogen, Alkohol, Tabak sowie übermäßigen Genuss von Nahrung und falscher Nahrung unbewusst ein Tyrann, ein Saboteur und sogar ein Teufel für die Mikrowesen in seinem eigenen Körper sein kann. (LB6, 2116).
Die menschliche Gier nach giftigen Stimulanzien zeigt eine unerledigte Seite der sogenannten modernen Kultur. Martinus schreibt, dass man mit einem gewissen Erstaunen Menschen beobachten kann, die giftigen Tabakrauch inhalieren. Vielen Menschen zerstören ihre Lungen, die die feinsten und genialsten Organe und für die Inhalation frischer Luft bestimmt sind. In gleicher Weise nehmen viele Menschen noch mehr gefährliche giftige Substanzen in Form von Alkohol und Drogen auf.
Martinus: „Der fertige Mensch der Zukunft wird, was diese giftigen Substanzen angeht, nicht ohne Entsetzen über die seltsamen Gewohnheiten des modernen Menschen lesen. Er besiegelt jede Freude, jedes Fest, jede Vereinbarung mit ‚einem Glas’, also einem soundso großen Betrag an Selbstmord oder geistiger Verwirrung, genau wie jede Krise ebenso mit dem Schlucken einer größeren oder kleineren Menge der gleichen geistesverwirrenden oder tödlichen Giftsubstanzen besiegelt wird. Dieses dauernde Essen, Trinken und Inhalieren von giftigen Substanzen oder deren Aufnehmen in die lebenswichtigen Organe, die ausschließlich zur Förderung der Verdauung natürlicher Nahrung und für die natürliche Atmung ausgelegt sind – ohne deren Pflege das Lebewesen unmöglich auf der physischen Ebene leben und das natürliche Wohlbefinden genießen könnte – offenbart dem Menschen der Zukunft ebenfalls einen großen Bereich von Primitivität und Aberglauben der gegenwärtigen menschlichen Kulturwesen.“ (Primitivität und Aberglauben, Buch Nr. 23, 5. Kapitel).
4. Die Bedeutung der Gedanken für Krankheit und Heilung
Martinus zufolge ist hauptsächlich falsches Denken die Ursache aller Gebrechen und er formuliert dies mit den Worten: Die Ursache aller Krankheit ist das Fehlen von Liebe. Die Qualität der Gedanken ist für die Gesundheit entscheidend, aber unsere Fähigkeit zu denken ist noch keine Wissenschaft wie die Naturwissenschaft geworden.
Martinus behauptet zum Beispiel, dass die meisten der inneren organischen und chronischen Krankheiten auf falsche und daher vergiftende Gedankenarten zurückzuführen sind. Unsere niedrigen, ärgerlichen und bitteren Gedanken bewirken nicht nur das Leiden anderer Menschen, sondern sie fallen auf uns zurück, weil sie unser eigenes System durchlaufen.
Zeichnung von Mogens Möller
5. Ist es möglich, den Einfluss von Gedanken auf den Gesundheitszustand
wissenschaftlich zu beweisen?
Heute gibt es Studien, die eine Korrelation zwischen bestimmten Gedankenmustern und bestimmten Krankheiten nachweisen. Auf der Grundlage von sehr umfangreichem statistischem Material ist es möglich gewesen, wissenschaftlich zu belegen, dass gewisse Persönlichkeitsmerkmale für spezifische Krankheiten anfällig machen.
Menschen die aggressiv, jähzornig und anderen gegenüber zornig sind, sind anfällig für Herz-Kreislauf-Krankheiten (Typ A). Wenn man verbittert, reizbar, deprimiert, hoffnungslos und ungerecht ist, Ärger in sich hineinfrisst und seine Gefühle unterdrückt, ist man anfällig für Krebs (Typ B).
Auch scheint es so, dass übereifrige und moralisierende Menschen, die humorlos, unflexibel und unnachgiebig sind sowie oft praktische Ziele statt vergnüglicher Aktivitäten wählen, für Krankheiten anfällig sind, die in Zusammenhang mit dem Gehirn und dem Nervensystem stehen (Typ C). Zuversichtliche, positive, humorvolle, genussfreudige und gelassene Menschen sind nicht besonders anfällig für Krankheiten (Typ D). Viele diese Studien können online durch Googeln gefunden werden, z.B. nach Typ C, Typ D.
Martinus hat gesagt, dass er sehr gut ein Werk über die spezifischen Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Mentalitätstypen einerseits sowie Krankheit und Gesundheit andererseits erbringen könnte. Es wäre aber eine umfangreiche Arbeit und für ihn keine notwendige Aufgabe, weil er meinte, dass dies Ärzte in der Zukunft detailliert vorlegen könnten, weil sie kosmische Erfahrungen und die Fähigkeit, kosmische Analysen durchzuführen, haben würden.
Für jedes spezifische Symptom gibt es demgemäß einen spezifischen Gedankenfehler. Krankheiten werden geheilt werden können, indem man lernt, richtig zu denken.
6. Haben Behinderung und Krankheit, die durch Unfall und Missbrauch entstehen, ebenfalls eine psychologische Ursache?
Wenn Krankheit sich aus falschem Denken ergibt, wie ist es dann mit Krankheiten, die aufgrund von Unfällen oder Tabak, Alkohol und Drogen auftreten? Sind dies nicht physische Ursachen? Man sollte natürlich gegenüber dem Faktum, dass Tabak, Alkohol und Drogen physisch giftige Substanzen sind, nicht blind sein, aber heutzutage ist es eine Tatsache, dass es psychologische Gründe gibt, warum Menschen rauchen, trinken oder Drogen missbrauchen. Des Weiteren haben Tabak und Alkohol Schwingungen, die so stark sind, dass sie wie Narkotika direkt auf die geistigen Strukturen wirken und sie beschädigen. (Die ideale Nahrung, 32. Kapitel).
Zeichnung Mogens Møller
Aber was ist, wenn sich jemand bei einem Unfall die Knochen bricht? Nun gut, Martinus zufolge liegt die Ursache des Unfalls im Bewusstsein bzw. in dem, was Martinus das Schicksalselement oder den Ewigkeitskörper nennt. Genauso wie es in der Physik Gesetze für die elektrische und magnetische Abstoßung gibt, gibt es natürlich auch solche Gesetze für die feineren elektrischen Wellen, die wir mit unserem Denken und Handeln verwenden. Unsere Aura bzw. unser geistiges Kraftfeld, das uns umgibt, bestimmt, welche Energien bzw. Schicksalswellen eindringen können. Das bedeutet, dass wir das Schicksal erleben, das genau unserem vorhergehenden Denken und Handeln entspricht. Wenn man zum Beispiel ein Raufbold ist, kann es so scheinen, dass man andere zur gleichen Zeit provoziert, während die eigene Aura keinen Schutz davor gibt, selbst geschlagen zu werden. (Dänischer Kosmos, Nr. 1/2003).
Man kann aufgrund bestimmter schicksalsbedingter Umstände auch schon von Geburt an vor Unfällen nicht geschützt sein und man wird daher einem Unfall ausgesetzt sein, wenn die erforderlichen physischen Bedingungen vorliegen. (Siehe auch DEW2, Symbol Nr. 20, Die ideale Nahrung, 6.-7. Kapitel).
7. Unnatürliche Müdigkeit und Burnout
Niemals zuvor in der Geschichte hat es so viele müde, deprimierte und entkräftete Menschen gegeben. Depression und Burnout sind nahezu epidemisch geworden. Natürliche Müdigkeit kann durch Schlaf und Ruhe gebessert werden, aber unnatürliche Müdigkeit kann nur gebessert werden, indem man lernt, richtig zu denken. Freudige Gedanken verschaffen dem Körper normale Vitalität, aber sie wird im gleichen Maße geschädigt, wenn man voll von Ärger, Depression und Opfergedanken ist, und hier kommen wir zur innersten Ursache aller Krankheiten und dunkler Schicksale. (Unnatürliche Müdigkeit, Buch Nr. 16C).
In einem Vortrag sagte Martinus, dass Lebenskraft das Gleiche sei wie Daseinsfreude. Wenn man nichts hat, über das man sich freuen kann, und man mit dem Leben unzufrieden ist, verliert man automatisch seine Vitalität. Wenn man reizbar, depressiv, ärgerlich, unglücklich ist und eine negative und kritische Haltung hat, wird man an unnatürlicher Müdigkeit leiden. Dieses unangebrachte Denken vermindert die Magnetisierung des Blutes und des ganzen Körpers.
Der häufigste Fehler besteht im Denken, man sei ein Opfer, wobei man anderen die Schuld gibt und sich selbst als unschuldiges Opfer sieht. Man versteht sich selbst als Unschuldsengel oder als Märtyrer, der ungerechterweise leidet. Aber es zeigt sich, dass man die unnatürliche Müdigkeit nicht loswerden kann, indem man versucht, die Anderen oder seine Umgebung zu ändern. Die einzige Lösung besteht darin, an sich selbst zu arbeiten und sein eigenes Bewusstsein zu ändern.
Von einem materialistischen Standpunkt aus ist es einfach zu sehen, dass es an meinem Partner, meinem Kind, meinen Eltern, meinen Kollegen oder meinem Chef liegt, die an meinen Problemen schuld sind. Man glaubt, dass die Sozialarbeiter, die Ärzte, die Politiker, die Bankberater oder das Wetter seine Probleme verursachen, aber es ist diese materialistische Fehldeutung des Lebens, die die verminderte Spannkraft und die unnatürliche Müdigkeit verursacht. Man muss lernen, in allen Lebensumständen die Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen und nicht anderen die Schuld zu geben.
Martinus erklärt, dass die Lebenskraft im gleichen Moment anfängt zurückzufließen, in dem man aufhört, andere zu beschuldigen und zu kritisieren. Und er sagt: „Im bin selbst die Ursache meines Schicksals!“ (Dänischer Kosmos, Nr. 5/2007).
Die Unbilden des Lebens haben außerdem einen höheren Zweck in der Entwicklung unseres Mitgefühls, unserer Menschlichkeit und Liebe. Man kann lernen, alle Schwierigkeiten, Probleme und Krankheiten wohlwollend zu betrachten, denn grundsätzlich fördern sie die weitere Entwicklung hin zur Vollkommenheit. Aufgrund des Karmagesetzes findet man sich selbst mit seinen eigenen unfertigen Seiten, Irrtümern und Mängeln konfrontiert. Alles was man erlebt sind nur Projektionen oder Spiegelungen von einem selbst, da das Karmagesetz ein Spiegelprinzip beinhaltet. (LB4, 1262, LB6, 2128).
Viele heutige Menschen sind nicht glücklich, sie sind mehr oder weniger melancholisch und verstimmt, sie sind mit diesem oder jenem geplagt, und dadurch unterminieren sie ihre Mikrowelt und ihre Gesundheit. Das Erleben des Lebens sollte von Glück erfüllt sein, und jeden Tag sollte man aufwachen und sich auf den kommenden Tag freuen. Und man kann so sein, wenn man zu sehen lernt, dass hinter allem eine göttliche Führung existiert.
Zeichnung Mogens Møller
8. Das Ursachestadium und das Symptomstadium der Krankheit
Jede Krankheit hat laut Martinus zwei Stadien: das Ursachestadium und das Wirkungsstadium
Das Ursachestadium kann nicht auf der physischen Ebene gefunden werden sondern auf psychologischem oder geistigem Gebiet. Hierher stammt alle Krankheit. Das Ursachestadium zeichnet sich durch eine längere Periode kranken Denkens aus, was sich schließlich zu einer spezifischen Krankheit entwickelt. Sobald die Symptome empfunden werden und es schmerzt, ist es zu spät, weil die Wirkung bzw. die Krankheit schon eine Realität geworden ist. Das Wirkungsstadium ist daher das gleiche wie das Symptomstadium.
Geistige elektrische Kurzschlüsse entstehen aus gewohnheitsmäßiger falscher Einmischung in die normale und automatische Entwicklung des Lebens. Wenn das Denken auf Ärger und Bitterkeit, Eifersucht und Neid, Enttäuschung und Traurigkeit, Pessimismus und Verzweiflung, Selbstmitleid und Gefühlen des Märtyrertums basiert, erzeugt es negative zwischenkosmische elektrische Impulse, die nicht nur die Psyche und die Funktion des Organismus schwächen, sondern auch die Talentkerne für die Organbildung in kommenden Leben. So sind dann zum Beispiel die Talentkerne für die Bildung eines normalen und funktionsfähigen Gehirns beschädigt. Der Genuss von Alkohol, Nikotin und Drogen sowie die Neigung zu perversen sexuellen Lüsten wirken ebenfalls wie negative und fehlerhafte Gedanken, indem sie die normalen elektrischen Sinnes- und Gedankenimpulse sowie die Talentkerne zerrütten. (LB6, 2160-2163).
Im Schicksalselement können auch Talentkerne gebildet werden, die einfach schlechte Gewohnheiten und falsche Denkmuster kodieren, die dann in kommende Leben überführt werden.
Martinus: „Jede Neigung, jede Charaktereigenschaft, jede Tugend oder jedes Laster ist in diesem Organ (dem Schicksalselement) verwurzelt.“ (LB2, 326).
Wenn eine Person mit der Veranlagung für eine Geisteskrankheit geboren wird, liegt das laut Martinus an gewohnheitsmäßig falschem Denken in früheren Existenzen. Mit dauernden falschen gewollten Eingriffen in das normale Gedankenleben und Bewusstsein werden geistige Kurzschlüsse hervorgerufen, die schließlich zur Schädigung der Talentkerne führen, die für ein normales Leben sorgen sollen. (Über Kurzschlüsse im Bewusstsein ist zu lesen in: LB6, 2160-2163).
Martinus: „Mit Liebe zum Nächsten in Gedanken und Taten verschwindet die todbringende Grübelei, durch die man sich darin übt, ‚den Splitter im Auge seines Nächsten zu sehen, aber nicht den Balken in seinem eigenen Auge’. Durch das Entfernen dieses Fehlers in seiner täglichen Lebensauffassung hat man die beste Medizin gegen alle Krankheiten und schweren Schicksale gefunden. Nur dann geht der Weg zurück zum Leben. Das Leiden muss vor dem strahlenden Sonnenschein der Liebe weichen.“ (Unnatürliche Müdigkeit, Buch 16, 11. Kapitel).
Martinus: Die größte Heilkraft ist wahres Christentum bzw. wahre Nächstenliebe
Zeichnung von Mogens Möller
9. Menschen sind die Gehirnzellen der Erde und die Gesamtheit der Menschen ist ihre Hirnsubstanz
Es können schon aus rein physikalischen Gegebenheiten gute Gründe dafür angeführt werden, dass die Erde ein Lebewesen ist. Martinus‘ Fachgebiet ist jedoch nicht die Naturwissenschaft sondern die Geisteswissenschaft, und in dieser Beziehung ist es sehr interessant, diese Frage zu untersuchen – worüber denkt die Erde nach?
Bewusstsein ist allen Lebewesen gemeinsam, wobei Bewusstsein in seiner weitesten Definition laut Martinus die Fähigkeit zu erleben und zu handeln ist. Auf der jeweiligen Ebene zeigen alle Lebewesen eine Bewusstseinsaktivität. Der Planet besitzt ebenfalls sein Bewusstsein und Denken, wie Martinus in seinem Schrifttum analysiert hat. (LB1, Kapitel 1–5, Kosmos Nr. 1, 2, 3/1998).
Die entwickeltsten Zellen im Erdwesen sind die Menschen, und sie sind somit eine Art von Gehirnzellen im physischen Organismus der Erde. Das Material, das sich aus der Gesamtheit der Erdenmenschheit zusammensetzt, ist auf diese Weise die Hirnsubstanz der Erde.
Die Kulturen der Erde mit ihren auf dem Planeten auftretenden zugehörigen Religionen sind somit die Gedanken der Erde. Die Hochkulturen, die dort auf dem Planeten existiert haben, sind der Ausdruck besonders inspirierter Gedanken. Umgekehrt sind alle Kriege, Konflikte und Zerstörungen, die dort aufgetreten sind, der Ausdruck für negative oder primitive Gedanken. All die vielen Religionen, Kulturen, wissenschaftlichen und politischen Strömungen in der Gesellschaft sind auf diese Weise ein Ausdruck für das Denken der Erde.
In seiner Kosmologie beschreibt Martinus, dass es ebenso wie es eine menschliche Gemeinschaft gibt, es folglich auch eine Gemeinschaft makrokosmischer Wesen in der Form einer Planetengemeinschaft und in einem noch größeren Format eine Gemeinschaft von Sonnensystemen sowie Galaxien usw. gibt. (LB1, 58).
Daher ist es nicht so schwierig, sich vorzustellen, dass die Erde mit anderen lebenden Planeten vermittels von Strahlung kommunizieren könnte. Martinus legt dar, dass wenn unser Planet durch einen anderen Planeten verärgert oder gereizt wird, sich dies als Krieg hier auf der Erde zeigt. Krieg ist daher eine Folge des Wutausbruchs der Erde gegen einen anderen Planeten. Aber darauf, gegen welchen Planeten bzw. welches Mitwesen sich diese Energiefreisetzung richtet, geht Martinus nicht ein. (Die ideale Nahrung, Kap. 21).
Aber die Menschen und damit die Erde selbst leiden außerordentlich unter diesem Wutausbruch. Wir haben diese Ausbrüche unter anderem in Form von zwei Weltkriegen gesehen, wo viele Gehirnzellen der Erde (Menschen) getötet wurden, während andere verstümmelt oder verletzt wurden. Ein großer Anteil der Hirnsubstanz der Erde wurde schlichtweg zerstört. Dementsprechend meint Martinus, dass ein Mensch mit einem Wutanfall ebenso Unordnung in seine Mikrowesen und seine Hirnsubstanz hineinbringt.
Martinus sagte: „Die Weltkriege werden die Schaffung einer Welt mit einer Weltregierung und mit einem Kulturzentrum im Kaukasus hervorbringen. Es wird eine Pyramide ähnlich der Cheopspyramide gebaut werden, wo alle Symbole zusammengestellt sein werden. Es wird ein zentralisiertes Produktions- und Verteilungssystem entstehen. Danach wird ein ‚tausendjähriges Reich‘ folgen und es anschließend eine besondere Sorge für die Ausmerzung der dunklen psychischen Mächte geben – eine abschließende Reinigung der Mentalität der Erde.” (Privater Bericht von einem Donnerstagstreffen).
10. Die Verbindung zwischen dem falschen Denken der Menschen und der Erde
Man kann wie erwähnt gegenüber dem Mikroleben im eigenen Organismus falsch oder lieblos denken und handeln, indem man zornig ist oder andere negative Gedanken hat. Da die Gedanken die höchste natürliche Kraft im Organismus sind, schaffen sie das Klima, in dem die Mikrowesen zu leben haben.
Wenn die Menschen also nicht imstande sind, richtig zu denken, und nicht wissen, welche Verantwortung sie mit falschem Denken auf sich laden, müssen sie dies lernen. Daher befinden sich die Menschen im Organismus der Erde, wo sich eine Vielfalt von Disharmonie, Katastrophen, Verstümmelung und Leiden abspielen. Dies ist genau das gleiche, dessen Zeuge wir in Bezug auf den eigenen unfertigen Organismus des Menschen sind. Was eine Person im Mikrokosmos sät, wird sie im Makrokosmos ernten. (Siehe: LB6, 2020).
Der große Organismus, in dem sich die Menschen als Mikrowesen befinden, ist also von gleicher Qualität wie ihr eigener Organismus.
Die zwei Gesichter des Erdenmenschen. Martinus hat diese Symbolzeichnung oft in seinen Vorträgen verwendet, wenn er erklärte, dass der irdische Mensch halb Tier und halb Mensch ist. Die Symbolzeichnung stammt von Hans Henning Withus (1920–1947).
Martinus schreibt: „Der große ‚Organismus‘, in dem sich die Menschen als ‚Mikrowesen‘ befinden, ist also seiner Natur nach von derselben Qualität wie der des Erdenmenschen. Das bedeutet also wiederum, dass das große Ich, das den Erdball zum Organismus hat, auch nicht richtig denkt. Die Gedankenenergie oder Lebenskraft dieses Wesens, die mit unseren ‚Naturkräften‘ identisch ist, ist also auch nicht vollkommen. Es entstehen Naturkatastrophen, Überschwemmungen, Vulkanausbrüche, Erdbeben, Zyklone, tödliche Kälte und Wärme, also ein Erschweren der Lebensbedingungen für seine ‚Mikroindividuen‘, zu denen die Menschen gehören.“ (Beisetzung, Kap. 100).
Nachdem Martinus kosmisches Bewusstsein erlangt hatte, erklärte er, dass er leuchtende und funkelnde Welten sah, mit Menschheiten, die eine Moral und einen Idealismus besaßen, die weit über die auf der Erde akzeptierte Moral hinausgingen. Aber er sah ebenso Welten, die von einer viel niedrigeren Natur waren, mit einer Barbarei, die erforderte, dass die Lebewesen töten mussten, um zu leben. Das Ergebnis war, dass diese Welten Schauplätze für Krankheit, Not und Elend, Sorge und Leiden wurden. (LB1, 21).
Die Schicksalslage der Erdenmenschheit ist zu hoch entwickelt, als dass sie auf Planeten mit solch rauen, primitiven und barbarischen Bedingungen inkarnieren würden. Aber wenn die unfertige Erdenmenschheit auf einem Planeten inkarnieren würde, wo alles in Harmonie wäre, würde dies dort Zwietracht hervorrufen und die Mikroindividuen wären viel zu primitiv.
Die kosmischen Gesetze stellen sicher, dass jedes Wesen genau in einem solchen Makroindividuum inkarniert, das die gleiche Stufe der Evolution verkörpert. Somit hat ein Mikroindividuum durch seine Außenwelt ein Bild seiner eigenen Innenwelt. Martinus deutet das Karmagesetz als ein Spiegelprinzip. (LB4, 1262; LB6, 2128).
Die Impulse des Schöpfungsprinzips (Der Geist Gottes über den Wassern)
Symbol Nr. 1 Martinus Institut 1981
11. Erklärung des Symbols „Die Impulse des Schöpfungsprinzips“
Das Symbol, das zeigt, dass es hinter all den Schöpfungsprozessen in der Natur und im Universum ein Bewusstsein gibt, wird von Martinus als Symbol Nr. 1 in DEW1 unter dem Titel Der Geist Gottes über den Wassern kurz erklärt. Das Thema „Die Impulse des Schöpfungsprinzips“ wurde von Martinus in Bezug auf die gegenwärtige Entwicklung des Planeten sehr eingehend im Zusammenhang mit diesem gleichen Symbol unter dem Titel Die Impulse des Schöpfungsprinzips in LB1, 66 behandelt.
Das Symbol zeigt, dass es ein Bewusstsein hinter allen Schöpfungsprozessen in der Natur und im Universum gibt. Das Lichtzentrum oben, von dem her das Licht ausstrahlt, symbolisiert die Gottheit oder das schöpferische „Etwas“ im Universum. Oben im Symbol wird das schöpferische Prinzip durch einen strahlenden Körper ausgedrückt und durch ein flammendes Kreuz markiert, das im gesamten Werk von Martinus das Kennzeichen des schöpferischen Prinzips darstellt. Das Strahlenmeer zeigt den schöpferischen Geist, das Bewusstsein, den Willen und die Allmacht der Gottheit, die alles durchdringt und durchwaltet. Die sich ausbreitenden ringförmigen Strahlenformationen sind die Weltimpulse, die auf ihrem Weg durch das Universum die Menschheiten sowohl großer und kleiner Planeten passieren. Die vielen Kreise symbolisieren die Planeten des Universums und das Bewusstseinsleben der daran gebundenen Lebewesen. Der Doppelkreis zeigt unseren Planeten und seine Völker. Er steht mit drei Weltimpulsen in Verbindung.
Der unterste, mit dunkler Schattierung, zeigt den Impuls, der das Bewusstseinsleben primitiver Menschen mit dem tötenden Prinzip von Rache und Vergeltung stimulierte. Das Feld in der Mitte zeigt den alten Weltimpuls, der die Grundlage für die humanen Weltreligionen wie zum Beispiel Christentum, Islam und Buddhismus bildete. Der hellere Impuls im oberen Drittel zeigt den neuen Weltimpuls. Dies stellt unsere Zeit dar, die wir jetzt auf der Erde geboren sind, wo die Religionen und alle Glaubensformen ersetzt werden, da er den religiösen oder wahren Aspekt des Lebens als absolute Wissenschaft klarstellen wird.
Das Schlüsselwort für den religiösen „alten Weltimpuls“ ist Glaube, während der „neue Weltimpuls“ durch Wissen oder Wissenschaft gekennzeichnet ist.
Aufgrund des neuen Weltimpulses, der einen makrokosmischen kreativen Impuls darstellt, ist in unserer Zeit auf der ganzen Erde eine völlig neue Inspiration und Ideenwelt auf dem Weg.
Übersetzung Dr. Christoph Schönhofer
Ole Therkelsen
www.oletherkelsen.dk